Kleiner Eintrag ins christlich-demokratische Stammbuch

Ich werde in den nächsten Monaten seit 53 Jahren Mitglied der CDU sein. O tempora, o mores! Wir haben seinerzeit gelernt, daß das „christliche Menschenbild“ die moralisch-ethische Basis der CDU sei. In Folge muß ich einiges an der Entwicklung der (meiner?) Partei verschlafen haben.

Immer weniger Parteimitglieder bekennen sich zu ihrer Religionszugehörigkeit. Immer mehr sprechen von „Toleranz gegenüber anderen Religionen und Lebensformen“ und biedern sich dem Zeitgeist an, ohne zu sehen, daß Zeitgeist ein sehr flüchtig´ Gut ist. Geradezu masochistisch lassen wir zu, daß Andersdenkende uns als altbacken, zurückgeblieben oder gar als Fanatiker abstempeln. Wir leiden, aber es darf niemand erfahren.

Das Fatale: Von den Unionsparteien CDU und (!) CSU kommt für Christen herzlich wenig Unterstützung. Von „christlichen Werten“ wagt man nur noch durch die Hinterhand zu sprechen. Selbstbescheidenheit, verantwortungsbewußte Erziehung, Achtung vor dem Mitmenschen, Standfestigkeit usw. – Begriffe von gestern? Christenbeleidigung scheint mittlerweile zum guten Ton zu gehören. Wir stehen dabei, verlegen grinsend, und lassen es über uns ergehen. Wir wollen schließlich den Andersdenkenden nicht widersprechen. Das gebietet schon der multikulturelle, gesamtgesellschaftliche Konsens. Wir achten, haben uns die Gutmenschen eingeredet, jede andere Lebensanschauung, jede andere Religion – nur nicht die eigene christliche. Daraus ergibt sich aber für  uns die Fragestellung, welche Partei auf Dauer für uns noch wählbar ist.

Die nachfolgende Meldung unterstreicht beispielhaft, was ich meine:

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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4 Antworten zu Kleiner Eintrag ins christlich-demokratische Stammbuch

  1. zeilenknecht schreibt:

    Bliebe die Frage für den nächsten Eintrag ins Stammbuch, wieviel gerade die genannten Parteien selber die beklagte Entwertung von Werten durch tätiges eigenes Handeln befördert haben? Wenn ein Spitzenrepräsentant der CDU erklärt, er achte sein persönliches Ehrenwort höher als das Gesetz, und die Repäsentierten überwiegend heftig klatschen, sagt das einiges über Werteverständnis. Wer Werte lebt, muss sie nicht laut deklamieren – und dann aus Kummer um die „Größe“ des verbliebenen Kern mit Beleidigungen wie „Gutmenschen“ (der Begriff ist nicht umsonst in der Rangliste der Unwörter des Jahres so weit oben) oder „Christenbeleidiger“ zu reagieren. Wie oft wurde nach Parteiräson anders entschieden als es Werte geboten hätten? Guttenberg vor einem Jahr war da vielleicht ein interessanter Wendepunkt (ist es ein Kompliment, das als „Sieg konservativer Charakterfestigkeit über Erfolgsdenken um jeden Preis zu bezeichnen“?)

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    • conservo schreibt:

      Danke für Ihren Beitrag!
      Meine Meinung kennen Sie bereits mit dem Kommentar. Aber leider kapiere ich nicht, was Sie mit Ihrem Kommentar eigentlich aussagen (sagen) möchten.

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  2. zeilenknecht schreibt:

    Dass die Union wertemäßig so gründlich entkernt dasteht, liegt nicht an den ach so bösen „gutmenschlichen“ Einflüsterungen, sondern an ihrem ganz handfesten eigenen Handeln . Parteinutz und Machterhalt siegten über Werte und Charakter (und wer der Repräsentant mit dem Ehrenwort war, wissen Sie ganz genau). Die Zustandsbeschreibung der Teufel&Co. stimmt ja ziemlich gut, sie/Sie nehmen nur die falschen Gründe dafür an. Es schmerzt natürlich weniger, die Schuld bei „Gutmenschen“ zu suchen, als im eigenen Laden. Und die Zustandsbeschreibung der vom Christlichen abrückenden Christen habe ich so in der Realität noch nicht beobachtet (außer wenn „christliche Werte“ nach den Maßstäben der sagen wir mal Piusbrüdern o.ä, definiert würden). Mir klingt das eher nach Trauer über verlorene Deutungshoheit und automatische Gefolgschaft der Anhänger. Aber YMMV.

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  3. Ingmar schreibt:

    Toller Beitrag! Ich werde da nochmal versuchen mehr zu erfahren!

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