Desaster, Debakel, Demontage – Verlierer CDU

Rot-Grün kann wieder gewinnen, die CDU kann immer noch verlieren. Das ist die Kurzerkenntnis der Ergebnisse der NRW-Landtagswahl, die mit rund 13 Millionen Wahlberechtigten als durchaus repräsentativ angesehen werden kann.

Es wäre zu einfach, diese Ergebnisse nur zwei Persönlichkeiten zuzuschreiben. Gewiß, Hannelore Kraft hat erfolgreich als „sorgende Mutter“ die Häupter ihrer Landeskinder gestreichelt und deutlich gemacht, daß die Zeiten harter Einschnitte und strammer   „Konsolidierungskurse“ vorbei sein und den Wählern nicht weiter zugemutet werden sollten. Das könnte man zwar „verantwortungslose Wohlfühlpolitik“ nennen, aber das will niemand hören.

Gewiß auch, Norbert Röttgen, der größte Verlierer des Tages, hat die Quittung bekommen für Arroganz und Hochmut und seine Partei mit in den Abgrund gerissen. Wer schon lange vor der Wahl erkennen läßt, daß er eigentlich für die Provinz zu intelligent sei und daß ihm, dem Überflieger und Bundeskanzler in spe, die harte Oppositionsbank eines Landtages zu mickrig und deshalb unzumutbar sei, braucht sich nicht zu wundern, daß Volk und Partei ihm die Gefolgschaft verweigern. Immerhin hat er die Verantwortung für das Debakel persönlich übernommen.

Traditionswähler laufen weg

Nein, es sind nicht nur die Personen, die dieses Wahlergebnis prägen. Es zeigt zunächst eine bittere Erkenntnis: Die bisherige Landesregierung unter Kraft ist zwar an ihrer Schuldenpolitik gescheitert. SPD und Grüne haben hemmungslos Geld ausgegeben und an keiner Stelle gespart. Profitiert hat die CDU von diesem Vorwurf jedoch nicht, offenbar, weil sie die falschen Themen besetzt und der „Wärme“ der SPD-Frontfrau nichts als Kälte entgegenzusetzen hatte. Die CDU taumelt also weiter von einer Landtagswahlniederlage zur nächsten. 40-Prozent-Partei? Das war gestern (heute vielleicht nur noch in Sachsen und Bayern denkbar). Da wo andere Parteien ihr Profil deutlich herausstellen, verwässert die CDU ihr eigenes Profil bis zur Unkenntlichkeit. Die Abwanderbewegungen der Wähler von dieser Partei machen es deutlich: Bis auf die Linkspartei profitieren alle anderen Parteien von den orientierungslos gewordenen einstigen Unionswählern. Besonders schmerzlich: Die CDU-Traditionsgruppen (Konservative, Selbständige, Senioren etc.) laufen scharenweise weg.

In Zukunft wird es noch schwieriger. Die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat sind eindeutig zum linken Lager verschoben. Vorhaben der Bundesregierung werden kaum noch die Hürde der Länderkammer überwinden können. Keine guten Aussichten für eine auf Erfolg programmierte Kanzlerin (Mißerfolge überläßt sie gerne den Chargen). Und auf die FDP wird kaum noch Verlaß sein. Lindner, Kubicki und andere werden dahin gehen, wo sie sich die meisten Erfolge versprechen.

SPD schwächelt weiter

Doch ehe im Lager des Linksspektrum zu große Freude aufkommen sollte: Die Ergebnisse der letzten Landtagswahlen zeigen eben auch, daß die SPD nur sehr bedingt von der Schwäche der Union profitieren kann. Ob Kiel, Berlin, Saarbrücken, Schwerin, Stuttgart etc. –  überall lange Gesichter der Genossen, die jeweils wesentlich mehr Stimmen erwartet hatten. Die SPD hat, ähnlich wie die CDU, fast überall Stimmen verloren: seit 1998 rund zehn Millionen Wähler.

Profitiert haben am meisten die Piraten, jedenfalls da, wo sie angetreten sind. Sie ziehen die Stimmen der Unzufriedenen aus Regierung und Opposition auf sich – vielleicht gerade deshalb, daß sie (noch) kein eigenes Programmprofil aufweisen können. Und – ein Jammer – „profitiert“ hat wieder ´mal die Fraktion der Nichtwähler, deren Anteil nun insgesamt bei rund 40 Prozent liegt.

Adieu Linkspartei

Zurück zur NRW-Wahl, die aus Sicht gemäßigter Bürger wenigstens ein positives Ergebnis aufweist: Die Linkspartei kam in NRW nicht einmal auf drei Prozent und ist dabei,  sich aus Westdeutschland zu verabschieden. Wie hatte der stv. Vorsitzende der „Linke“, Bodo Ramelow, vor dem Wahltag, kassandrat? „Die Wahl in NRW wird zeigen, ob die Linke ein politisches Schwergewicht oder lediglich eine vorübergehende gesamtdeutsche Erscheinung ist…“ Herr Ramelow, die Wähler haben gesprochen! „Die Linke“ hat als gesamtdeutsche Protestpartei ausgedient und kehrt wieder zurück zu ihren Wurzeln als SED-Nachfolgerin im Osten.

Und noch eine kleine Randbemerkung: Die Bauchschmerzen der Angela Merkel dürften sich trotz des NRW-Desasters in Grenzen halten. Zum einen scheint sie in der öffentlichen Wahrnehmung über allen Parteien zu schweben. Zum anderen wird ihre Position in der CDU nun noch ein Stückchen sicherer. Norbert Röttgen hat eindrucksvoll bewiesen, daß er nicht Kanzler kann – was der Merkel einen weiteren Rivalen aus dem Weg räumt. Wer bleibt da eigentlich noch? Ach je, Röttgen ist ja noch stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU. Doch wie lange noch? Auch seine „Performance“ als Bundesumweltminister ist eher bescheiden. Die CDU sollte nun eine vernünftige Umweltpolitik betreiben – und Röttgen endlich „entsorgen“. Hochmut kommt vor dem Fall.

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten in meinen Emails sowie auf den Seiten der „sozialen Medien“ und mache mir diese Inhalte nicht zueigen. *****
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, CDU, Die Grünen, Die Linke, FDP, Merkel, Piraten, Politik, Politik Deutschland, SPD, Umwelt, Wirtschaft abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Desaster, Debakel, Demontage – Verlierer CDU

  1. Michael Geyer schreibt:

    Interessant wird letztendlich die oppositionsarbeit der CDU. Erfahrungsgemäß muss ich leider festhalten, dass diese sich selten konstruktiv äußerst, sondern stark popularisiert wird. Das hat sich letztendlich auch im Wahlkampf gezeigt. Ziel war es nicht, die eigene Kompetenz zu zeigen, sondern die Inkompetenz des politischen Gegners. Besonders extrem erscheint mir dies, die Oppositionsarbeit, in meiner derzeitigen Heimat Hamburg. Damit verspielen die Christdemokraten, zumindest bei mir, Ansehen, Vertrauen und die Beimessung von Kompetenz.

    Liken

  2. francomacorisano schreibt:

    Wenn die CDU fast ähnliche Inhalte wie SPD und Grüne vertritt, darf sie sich nicht wundern, dass sie nicht als Wahl-Alternative taugt. „Freiheit statt Sozialismus“ – das waren noch gute Zeiten, als wir noch wählen konnten!!!

    Liken

Kommentare sind geschlossen.