SPD-Blitztelegramm an die SED-Führung – schon vergessen?

Rechtsanwalt Friedrich-Wilhelm Siebeke erinnerte mich kürzlich an einen Vorgang, der weitgehend in Vergessenheit geraten ist und vor allem von der heutigen SPD-Führung mit Schweigen übergangen wird – gerade auch am „Tag der Deutschen Einheit“, werden doch die Verdienste um die Wiederherstellung der deutschen Einheit in der SPD immer wieder den Genossen Johannes Rau, Egon Bahr und dem Übervater Willy Brandt zugeschoben. Man faßt es nicht, aber viele glauben es. Hieß es doch auch im Nachruf des SPD-Präsidiums auf „Bruder Johannes“ (Rau) u. a.: „…wegen seiner großen Verdienste um die Wiederherstellung der deutschen Einheit, an die er geglaubt hat und für die er gekämpft hat…“

Zur Erläuterung des zähen und unerschrockenen „Kampfes“ der westdeutschen Sozialisten für ihre ostdeutschen Genossen sei hier an das solidarische Blitztelegramm erinnert, das der seinerzeitige SPD-Vorstand anläßlich der Öffnung der ungarischen Grenze für die „DDR-Bürger“ an die werten Genossen in Pankow sandte. In der FAZ vom 22. September 1994 hieß es dazu:

„…Die westdeutsche SPD hat vor dem Fall der Mauer offenbar intensivere Absprachen mit der SED-Führung in Ost-Berlin gesucht, als dies bisher bekannt war. Neue Aktenfunde im Zentralen Archiv der früheren SED zeigen, daß es der SPD dabei vor allem um eine Wahlkampfunterstützung durch die SED ging. Den Unterlagen aus dem SED-Archiv zufolge gab es vor dem Besuch des DDR-Staatsratsvorsitzenden Honecker in Bonn intensive Kontakte zwischen dem damaligen Präsidiumsmitglied der SPD, Bahr, und dem Sekretär des ZK der SED, Axen, über die Frage, wie der Honecker-Besuch für die SPD innenpolitisch genutzt werden könne…“

Und noch etwas gaben die Archive der SED preis: Im Zentralkomitee der SED gelten, so heißt es dort (Herbst 1989), vor allem „die SPD-Politiker Oskar Lafontaine, Gerhard Schröder, Karl-Heinz Hiersemann, Rudolf Scharping u. a.“ als aus SED-Sicht „beeinflußbar.“ Nu gugge do! Die westdeutschen Sozialisten beeilten sich denn auch, dem bereits taumelnden SED-Staat eine Solidaritätsadresse mittels des oben erwähnten Blitz-Telegramms zu depeschieren, der SPD-Vorstand halte an der „Aufrechterhaltung der Beziehungen zur SED“ fest und wolle diese gegen „Angriffe und Diffamierungen der CDU verteidigen“. Die SPD werde weiter „gegen die Destabilisierung der DDR und in Abgrenzung von nationalistischem Wiedervereinigungspathos der CDU“ an der Existenz zweier deutscher Staaten festhalten. Diese Zweistaatlichkeit, unterstreichen die Genossen-West im Telegramm, sei „eingebunden in die von den Völkern gewünschte Nachkriegsordnung.“

 

Soweit zur „führenden Rolle der SPD“ im Wiedervereinigungsprozeß. Fehlt nur noch der Hinweis, daß im ARD-Sender Phönix „Egon Bahr neben Hans-Dietrich Genscher als wichtigster Architekt der deutschen Wiedervereinigung gilt“. Ist schon klar, Helmut Kohl hätte gewiß nicht dazu gepaßt.

Über conservo

ÜBER MICH, CONSERVO Liebe Leser, dieser Blog ist ein besonderer Blog. Er wurde 2010 von Peter Helmes gegründet, und ich führe ihn seit dem 1.11.2020 in seinem Sinne fort. Dieser Blog ist konservativ, er ist christlich, und er ist abendländisch. Allein das macht ihn in den diesen unruhigen Zeiten zu einem Exoten. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12) Heute steht alles auf dem Kopf. Was früher noch galt, gilt heute nicht mehr. Grenzen wurden aufgehoben, Geschlechter abgeschafft, die traditionelle Familie ist unter Dauerbeschuss, wer am meisten Minderheitenmerkmale auf sich vereint, darf – zumindest in Deutschland – fordern, was er will. Das Christentum steht weltweit mit dem Rücken zur Wand. Lau sind sie geworden – die Christen hier im Lande, aber auch die orientalischen Christen, die sich nach der Flucht aus dem Orient hier ein neues Leben aufbauen konnten, und dennoch angesichts der Islamisierung schweigen. Finanzstarke und einflussreiche Interessengruppen unter Klaus Schwab, Bill Gates, George Soros u.v.m. setzen weltweit den Great Reset mit seiner neofeudalistischen Ökodiktatur mittels Massenmigration, Globalisierung, Plandemien und mit Hilfe gekaufter Politiker, Journalisten und „Sozialen“ Medien gegen die Interessen der Völker mit nie gekannter Brutalität durch. Die geistige und seelische Not der Menschen steigert sich tagtäglich inmitten dieser finsteren Zeit. Gerade westliche Menschen scheinen jeglichen Halt, Glauben und ihre natürliche Wehrhaftigkeit verloren zu haben. Jeder wird im Leben auf seinen Platz gestellt. Jedes Volk hat sein Schicksal und muss es in seinem eigenen Land bewältigen. Migration und der entgrenzte Einheitsmensch sind nicht unsere Bestimmung. Dennoch wird erneut versucht, dem Menschen als freiem und göttlichem Wesen unter Tarnworten wie „Solidarität“, „Vielfalt“ und „Humanität“ die teuflische Gleichheitslehre des Kommunismus aufzuerlegen. Dies ist wider die Natur und wider jedes menschliche und göttliche Gesetz. „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.“ (Luk, 1 - 3) Dank Peter Helmes analysieren langjährige, hervorragende Kolumnisten, basierend auf christlichen Werten, in aller Klarheit das heutige Tohuwabohu aus verschiedensten Blickwinkeln: Die Geißel der Globalisierung, geostrategische Interessen, die Massenmigration und importierte Gewalt, das Versagen der Politiker und der Verlust unserer Werte, Kultur und Heimat. Die Kolumnen wie auch die Diskussionen sind offen, respektvoll und tabufrei; denn nur so kann man die drängenden Themen der Zeit in der Tiefe analysieren, Machtstrukturen herausarbeiten und Roß und Reiter benennen. Nur so können wir uns auf uns selbst und unsere Stärken rückbesinnen und Deutschland, unsere Heimat, verteidigen. „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh, 32 – 33) Nochmal: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb sind unsere westlichen Wurzeln, Werte und unser Glauben nötiger denn je. Sie geben uns den Rückhalt, um aufzustehen und zu sagen: „Nein. Bis hierher und nicht weiter. Es ist jetzt genug!“ Wie schon Peter, lade ich Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren und zu kritisieren. Eine kleine Regel muss ich leider einbauen. Unterschiedliche Ansichten können durchaus in aller Härte debattiert werden. 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