Das Versagen der SPD – aus Sicht eines Stasi-Opfers

(Gastkommentar)

1 SPDDas Versagen der SPDaus der Sicht eines  Stasi-Opfers 

Gegenwärtig befindet sich die SPD im freien Fall und das   hat Ursachen. Frau Ypsilanti ist keine Ursache für den Absturz der SPD   sondern nur eine Episode in dieser Entwicklung. Aber diese Episode ist typisch und weist auf eine gewisse Zwangsläufigkeit im Werdegang der SPD hin.

Ich sage es mal frei heraus: Gerade die ostdeutschen Regimekritiker und politisch Verfolgten hatten mehr Kenntnis von bundesdeutscher Politik als der westdeutsche Wohlstandsbürger, der aus purer Bequemlichkeit schon lange aufgehört hatte, selbständig zu denken. Wir aber verfolgten – getrieben von der Hoffnung auf Freiheit und Demokratie –  lückenlos über die uns zugänglichen Medien, legal und illegal – die aktuelle Weltpolitik. Wir waren stets informiert, weil wir unermüdlich von der Hoffnung auf ein Ende der SED-Diktatur getrieben waren. Man kann das in etwa vergleichen mit jenen Leuten, die während der Nazi-Herrschaft heimlich die Nachrichten der „Feindsender„ hörten. Darauf stand in der DDR  zwar keine Todesstrafe, aber immer noch   Gefängnis unter Ulbrichts Herrschaft. Namen wie Klaus Bölling, Edmund Gruber, Peter Scholl-Latour, Gerd Ruge, Peter Merseburger, Gerhard Konzelmann, Lothar Loewe, Ernst-Dieter Lueg u. s. w.  waren schon in den 60ern für uns gängige Begriffe und wurden zigtausendfach öfter ausgesprochen als der Name Schnitzler.

So ist es nicht verwunderlich, daß wir den besseren Durchblick und   Weitblick entwickelt hatten als der westdeutsche Normalverbraucher. Aufgrund dieser Fähigkeit, die noch durch die uns eigene politische Sensibilität vervollkommnet wurde, war vielen von uns schon in den 70ern klar, daß der Kurs der SPD in einem Fiasko enden mußte, was sich jetzt auch unübersehbar bestätigt. Der Grundstein dafür wurde gelegt, als das DUO Brandt/Wehner die Führung der SPD übernahm. Wehner war ein verkappter Kommunist, ein gewissenloser Denunziant, der in den 30er Jahren viele seiner Genossen ans stalinistische Messer geliefert hat, und Brandt war ein hochgradig naiver Träumer. Es war Wehner ein Leichtes, Brandt für seine Ziele zu instrumentalisieren. Und so wurde begonnen, ganz langsam und schleichend den Charakter der SPD zu wandeln. Weg von einer sozialdemokratischen Partei, hin zu einer sozialistischen Partei. Es wurde immer weniger sozialdemokratische,   dafür aber mehr und mehr sozialistische Politik gemacht. Es wurden Blödsinns-Ideen der Grünen übernommen und mit der Masse der SPD in die Tat umgesetzt. Den Normalverbraucher, falls er in Einzelexemplaren doch mal nachdenken und nachfragen sollte, verwies man auf den gut funktionierenden Sozialstaat. Dieser Sozialstaat aber war ein Sozialstaat auf Pump. Davon wollte jedoch die denkfaule Masse nichts hören. Somit konnte die SPD ungehindert ihre Wandlung in Richtung sozialistische Partei fortsetzen.

Wandel durch Annäherung

Besonders schmerzlich empfanden wir damals mehrheitlich die sogenannte Neue Ostpolitik der SPD unter der Parole „Wandel durch Annäherung“. Einen praktischen Nutzen für uns in der DDR hatte diese Entwicklung nicht, und die vielgepriesene Annäherung war einseitig. Der Westen akzeptierte kommunistische Standpunkte, der Osten akzeptierte nichts. Trotzdem wurde die ganze Sache dem schlafenden Michel als Erfolg der neuen Ostpolitik verkauft.

Uns selbst wurde damals oft Angst und Bange, besonders als es um die   Anerkennung der DDR-Staatsbürgerschaft ging. Die SPD hätte mit den Grünen zusammen ohne Skrupel 17 Mio. Menschen völkerrechtlich einer Diktatur ausgeliefert. Und hier erkannte der aufmerksame Beobachter einen neuen Fakt in der Geschichte der SPD, die zunehmende politische Dummheit der Mandatsträger. Vielen von uns war zu diesem Zeitpunkt bereits klar, daß die SPD irgendwann Schiffbruch erleiden mußte, wenn ihre Mandatsträger immer unfähiger wurden und die politische Blindheit zunahm. Diese Entwicklung hatte ein Helmut Schmidt erkannt und wollte sie stoppen , doch er konnte den Dammbruch nicht mehr aufhalten. Er wurde auf hinterhältiges Betreiben von Wehner und Brandt demontiert.

Die Dummheit der SPD

Die Dummheit in der SPD war inzwischen soweit fortgeschritten, daß auch die Blamage von 1982, die Regierungsübernahme durch die CDU, den Mitgliedern der SPD nicht mehr die Augen öffnen konnte, wobei   doch ganz offensichtlich war, daß der Machtwechsel von 1982 den Staat vor dem völligen Bankrott gerettet hatte. Der SPD war aber zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr zu helfen, die parteiinterne Verblödung nahm noch durch den Einfluß der Grünen zu. Diese Verblödung beinhaltete den Verlust der kritischen Beobachtungsgabe, was sich später auch innerparteilich katastrophal auswirken sollte. Die SPD war nun, von der Masse der Mitglieder immer noch unbemerkt, eine sozialistische Partei geworden. Und „ Sozialismus“ steht ja nun für absolute Unfähigkeit und diese Tatsache wurde durch spätere SPD- Führungsleute bis zum heutigen Tage voll bestätig, zuletzt durch Frau Ypsilanti und nun auch noch durch Leute wie Wowereit, Nahles,   Gabriel und Steinmeier. Maßgeblichen Anteil am Absturz der SPD hat Ulla   Schmidt mit ihrer verheerenden, destruktiven Gesundheitspolitik. Und diese Frau wollte Steinmeier wieder in die Regierungsmannschaft nehmen ! Auch ein Blender und Schaumschläger namens Gerhard Schröder konnte erst durch den charakterlichen Wandel der SPD möglich werden, ist aber dann auch typisch für eine solche Entwicklung. Das Totalversagen von Schröder wird von der immer noch denkfaulen Masse als Auslöser für den Niedergang der SPD angesehen. Wir wissen, daß dem nicht so ist, sondern daß der Grundstein zu diesem Niedergang   von Wehner und Brandt gelegt wurde. Sowohl der westdeutsche Normalverbraucher als auch der einfache SPD-Genosse konnten diese Entwicklung im Gegensatz zu uns gar nicht vorhersehen. Ihnen fehlte dazu etwas, über das wir jedoch aufgrund unserer politischen Verfolgungserlebnisse schon lange verfügten, nämlich hochgradige politische Sensibilität und durch Erfahrung geschärfter Weitblick. Für uns ist somit der Niedergang der SPD nicht überraschend, sondern ganz einfach eine logische Folge, die wir schon lange erwartet haben. Es kann als Tragödie für die Arbeiterbewegung gewertet werden, wenn eine   solch historische Traditionspartei an eigener Dummheit zugrunde geht, wo es doch an mahnenden Stimmen nicht gefehlt hat. Der SPD trauern wir nicht nach, aber Helmut Schmidt tut uns leid und das aus ehrlichem Herzen.

Inzwischen wird es mehr und mehr deutlich, daß die heutige SPD keinen wirklichen Bezug mehr zu klassischer Sozialdemokratie hat. Die heutige SPD ist zu einer sozialistischen Organisation verkommen ,die von unfähigen, nur auf persönlichen Vorteil bedachten Karrieristen geführt wird. Infolge dessen hat auch das   intellektuelle Niveau auf der Vorstandsebene spürbar nachgelassen. Das wiederum hat zur Folge, daß die heutige SPD keinerlei wirkliche Persönlichkeiten mit Führungsqualität vorweisen kann, sondern sich nur noch auf Durchschnittsebene bewegt. Mit einer einzigen Ausnahme , aber die ist inzwischen bereits 95 Jahre alt.

Bernd Stichler

Über conservo

ÜBER MICH, CONSERVO Liebe Leser, dieser Blog ist ein besonderer Blog. Er wurde 2010 von Peter Helmes gegründet, und ich führe ihn seit dem 1.11.2020 in seinem Sinne fort. Dieser Blog ist konservativ, er ist christlich, und er ist abendländisch. Allein das macht ihn in den diesen unruhigen Zeiten zu einem Exoten. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12) Heute steht alles auf dem Kopf. Was früher noch galt, gilt heute nicht mehr. Grenzen wurden aufgehoben, Geschlechter abgeschafft, die traditionelle Familie ist unter Dauerbeschuss, wer am meisten Minderheitenmerkmale auf sich vereint, darf – zumindest in Deutschland – fordern, was er will. Das Christentum steht weltweit mit dem Rücken zur Wand. Lau sind sie geworden – die Christen hier im Lande, aber auch die orientalischen Christen, die sich nach der Flucht aus dem Orient hier ein neues Leben aufbauen konnten, und dennoch angesichts der Islamisierung schweigen. Finanzstarke und einflussreiche Interessengruppen unter Klaus Schwab, Bill Gates, George Soros u.v.m. setzen weltweit den Great Reset mit seiner neofeudalistischen Ökodiktatur mittels Massenmigration, Globalisierung, Plandemien und mit Hilfe gekaufter Politiker, Journalisten und „Sozialen“ Medien gegen die Interessen der Völker mit nie gekannter Brutalität durch. Die geistige und seelische Not der Menschen steigert sich tagtäglich inmitten dieser finsteren Zeit. Gerade westliche Menschen scheinen jeglichen Halt, Glauben und ihre natürliche Wehrhaftigkeit verloren zu haben. Jeder wird im Leben auf seinen Platz gestellt. Jedes Volk hat sein Schicksal und muss es in seinem eigenen Land bewältigen. Migration und der entgrenzte Einheitsmensch sind nicht unsere Bestimmung. Dennoch wird erneut versucht, dem Menschen als freiem und göttlichem Wesen unter Tarnworten wie „Solidarität“, „Vielfalt“ und „Humanität“ die teuflische Gleichheitslehre des Kommunismus aufzuerlegen. Dies ist wider die Natur und wider jedes menschliche und göttliche Gesetz. „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.“ (Luk, 1 - 3) Dank Peter Helmes analysieren langjährige, hervorragende Kolumnisten, basierend auf christlichen Werten, in aller Klarheit das heutige Tohuwabohu aus verschiedensten Blickwinkeln: Die Geißel der Globalisierung, geostrategische Interessen, die Massenmigration und importierte Gewalt, das Versagen der Politiker und der Verlust unserer Werte, Kultur und Heimat. Die Kolumnen wie auch die Diskussionen sind offen, respektvoll und tabufrei; denn nur so kann man die drängenden Themen der Zeit in der Tiefe analysieren, Machtstrukturen herausarbeiten und Roß und Reiter benennen. Nur so können wir uns auf uns selbst und unsere Stärken rückbesinnen und Deutschland, unsere Heimat, verteidigen. „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh, 32 – 33) Nochmal: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb sind unsere westlichen Wurzeln, Werte und unser Glauben nötiger denn je. Sie geben uns den Rückhalt, um aufzustehen und zu sagen: „Nein. Bis hierher und nicht weiter. Es ist jetzt genug!“ Wie schon Peter, lade ich Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren und zu kritisieren. Eine kleine Regel muss ich leider einbauen. Unterschiedliche Ansichten können durchaus in aller Härte debattiert werden. 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2 Antworten zu Das Versagen der SPD – aus Sicht eines Stasi-Opfers

  1. lostlisa schreibt:

    Danke für diesen Beitrag.
    Wer kennt heute noch die historische Zusammenhänge? Unsere Medien tun doch alles, die „Ostpolitik“ v. Bahr, Wehner und Brandt zu verherrlichen. Wäre R. Reagan nicht mit seiner (!) Ostpolitik gewesen, wären wir heute alle Ostdeutsche; zumindest im Kopf.

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  2. karlschippendraht schreibt:

    Nachtrag zur SPD : In der Berliner Parteizentrale steht eine allgemein bekannte Plastik von Willy Brandt. Ich kann nicht umhin , dem Künstler ein Kompliment zu machen. Er hat einen Willy Brandt
    modelliert der an Lebensechtheit nicht zu überbieten ist denn selbst dieser Plastik sieht man an daß er besoffen ist.

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