Alice im Kampagnenland

AliceGastkommentar von Waldemar Pabst

Weniges in diesem Land ist so bigott wie die Empörung über den gemeinen Steuersünder. Das sei vorausgeschickt. Schweizer Konteninhaber und Hartz IV Empfänger haben die lustige Gemeinsamkeit, dass der brave Bürger den Zeigefinger gar nicht wieder runter bekommt, wenn ruchbar wird, dass sie den Staat um ein wenig Geld gebracht haben könnten, wo jeder weiß, dass es gewiss niemanden gibt, der nicht schon einmal zugunsten des eigenen Geldbeutels geschummelt hat. Mehr oder weniger. Von daher ist es unglaublich uninteressant, ob des Landes oberste Emanzen-Instanz ein wenig Kohle in die Schweiz gebracht hatte und vor der Steuer verbarg, bis sich das Gewissen in Form von Berichten über aufgekaufte Kontendaten (findet der Deutsche völlig okay, er fürchtet sich, dass die NSA seine Facebook-Postings mitliest, vermutlich deshalb, weil die Welt mitbekommt, dass hier ein Volk der Analphabeten heranreift) meldete.

Was nicht darin hindert, dieses angenehme Gefühl der Schadenfreude zu empfinden, wenn es einen der Zeigefingermoralisten selber trifft. Während sich alle Schmutzkübel über Uli Hoeneß öffneten, geht man bekanntlich mit Vertretern des linkeren Spektrums in der Regel sehr viel schonender um. Theo Sommer beispielsweise erinnerte sich nicht nur Jahrzehnte verspätet, auch bei der Waffen-SS gewesen zu sein, sondern hatte sogar ein kleines Vermögen ganz vergessen. Kann passieren, wenn man von früh bis spät in Sachen zeitgeistkorrekter Moral unterwegs ist. Gut, bei Hoeneß klang die harsche Verdammung des Christoph Daum noch im Ohr und minderte das Mitleid etwas.

Nun also Alice Schwarzer, gerade als sie den Mann wieder einmal als evolutionären Irrweg, diesmal in seiner Eigenschaft als Freier, entlarvte und die Huren zur Not gegen ihren Willen auf den Weg der emanzipatorischen Tugend zurückführen wollte. Tu quoque, möchte man sagen, und als männliches Wesen, dem sie gern die Lebensweise vorschreiben würde, war das Grinsen besonders breit. Man postet einen ironischen Text und damit wäre die Schadenfreude abgehandelt gewesen, wäre, ja hätte die Alice sich nicht selber zu Wort gemeldet, Borniertheit und Selbstmitleid in Übelkeit erregender Überdosis, die die Übersetzung durch die Titanic fast überflüssig machte.

Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung, erst die anklagende Rechtfertigung bringt die wirklichen Schlagzeilen. Nicht nur die TAZ fand deutliche Worte und belehrte über die rechtliche Lage. Frau Schwarzer nämlich fand die „Spiegel“-Veröffentlichung verwerflich, gar illegal (möge sie doch klagen), sah sich zum Opfer einer bitterbösen Kampagne gemacht, wohinter sie natürlich allerlei finstere Verschwörungen gegen ihre Arbeit erblickte. Wahlweise die Hurenbesucher der Republik oder Kachelmanns Rache. Nicht die Hinterziehung, ihre Veröffentlichung war das Problem. Das Maß an Selbstgerechtigkeit, das hier zum Ausdruck kommt, hat Seltenheitswert. Selber plötzlich Mittelpunkt eines Affairchens zu sein, muss mächtig weg getan haben.

Die Technik der Medienkampagne ist Alice Schwarzers politische Waffe, und ohne jede Empathie für ihre Opfer weiß sie sie zu handhaben. Sie gehört zu jenen Menschen, die nicht ansatzweise je bereit gewesen sind, einer anderen Weltsicht als der ihren eine Existenzberechtigung zuzubilligen. Wie sehr sie sich als Mittelpunkt des Weltgeschehens sieht, zeigt schon ihre an Albernheit schwer zu überbietende Begründung für das Konto, es wäre vorsorgliches Fluchtgeld gewesen, falls sie wegen ihrer politischen Tätigkeit als Verfolgte hätte das Land verlassen müssen. Ach Alice, so wichtig bist du wirklich nicht, im linken Medienmainstream kannst du höchstens, wie sich zeigte, richtig gutes Geld mit deiner Emma machen. Das Selbstbild aber erklärt die Rücksichtslosigkeit, mit der Abweichler behandelt werden. Es reicht der Blick auf die letzten Jahre, um aufzuzeigen, wie Alice Schwarzer sich und ihre Obsessionen inszeniert. An der Vernichtung der Reputation des Jörg Kachelmann hatte sie einen hohen Anteil. Nicht, weil dieser eine Frau vergewaltigt haben sollte, was getrost dem Rechtsstaat hätte überlassen werden können, sondern weil er einen Lebensstil führte, der allem widersprach, was die Emanzipationsikone für erlaubt hielt. Sadomaso-Neigungen sind neben der Prostitution ihr Altersthema, nach rechtlicher Gleichstellung, Verankerung der Abtreibung als Verhütungsmittel, Quoten etc. verblieb das politisch korrekte Schlafzimmer auf der Agenda. Verhältnisse von männlicher Über- und weiblicher Unterordnung als rein sexuelle Fantasie zweier einvernehmlich handelnder Menschen, gehören für sie bekämpft. Merke, im Gegensatz zu schwul und lesbisch gibt es auch Neigungen, deren Outings im Weltbild des vorgeblich Guten und Richtigen zur Anprangerung des Betroffenen genutzt gehören. Der Fall des noch dazu eher polygam veranlagten Kachelmann war ihre exemplarische Möglichkeit, den Hass auf die ihr fremden Welten, die sie nichts angingen, öffentlich auszuleben und einen prominenten Vertreter abweichender Vorlieben zu zerstören. Dass sie ihn in ihrem Tränendrüsenblog ausdrücklich erwähnt, mag ein verqueres Zeichen von Restgewissen gewesen sein. Wohl vorbereitet ihre sinnfreie Prostitutionsaktion, die auch nur Behauptungen, Lügen und konsequentes Verweigern von ernsthafter Argumentation mit zum Beispiel Betroffenen beinhaltet, nur der Protest von Huren ließ es fast im Ansatz scheitern. Die Antwort war auch hier keine Auseinandersetzung, stattdessen ein vor Klischees strotzender Aufsatz einer angeblichen dänischen Ex-Hure – in Deutschland ließ sich wohl keine kaufen – samt finsterster Beschreibungen ihrer Kunden, auf dass es ja niemand wagte, sich als Freier zu bekennen. Einer tat es und wurde sogleich durch die Emma geschleift.

Ausgerechnet Alice Schwarzer beklagt sich. Natürlich hat der Spiegel auf einen Zeitpunkt gewartet, wo ihr Name in den Schlagzeilen war. Das ist keine Verschwörung, so ist das Geschäft, dessen Teil die Virtuosin der medialen Denunziation bis heute war. Hat sie Herrn Brüderle schon vergessen und die Dirndljournalistin, die auch erst nach einem Jahr schrieb, als Brüderle führend in seiner Partei wurde? Keine Feier ohne Alice, auch da war sie natürlich dabei.

Wer austeilt, muss einstecken können. Klein und armselig, als erbärmlich erwies sie sich.

Heul’ doch, Alice!

Über conservo

ÜBER MICH, CONSERVO Liebe Leser, dieser Blog ist ein besonderer Blog. Er wurde 2010 von Peter Helmes gegründet, und ich führe ihn seit dem 1.11.2020 in seinem Sinne fort. Dieser Blog ist konservativ, er ist christlich, und er ist abendländisch. Allein das macht ihn in den diesen unruhigen Zeiten zu einem Exoten. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12) Heute steht alles auf dem Kopf. Was früher noch galt, gilt heute nicht mehr. Grenzen wurden aufgehoben, Geschlechter abgeschafft, die traditionelle Familie ist unter Dauerbeschuss, wer am meisten Minderheitenmerkmale auf sich vereint, darf – zumindest in Deutschland – fordern, was er will. Das Christentum steht weltweit mit dem Rücken zur Wand. Lau sind sie geworden – die Christen hier im Lande, aber auch die orientalischen Christen, die sich nach der Flucht aus dem Orient hier ein neues Leben aufbauen konnten, und dennoch angesichts der Islamisierung schweigen. Finanzstarke und einflussreiche Interessengruppen unter Klaus Schwab, Bill Gates, George Soros u.v.m. setzen weltweit den Great Reset mit seiner neofeudalistischen Ökodiktatur mittels Massenmigration, Globalisierung, Plandemien und mit Hilfe gekaufter Politiker, Journalisten und „Sozialen“ Medien gegen die Interessen der Völker mit nie gekannter Brutalität durch. Die geistige und seelische Not der Menschen steigert sich tagtäglich inmitten dieser finsteren Zeit. Gerade westliche Menschen scheinen jeglichen Halt, Glauben und ihre natürliche Wehrhaftigkeit verloren zu haben. Jeder wird im Leben auf seinen Platz gestellt. Jedes Volk hat sein Schicksal und muss es in seinem eigenen Land bewältigen. Migration und der entgrenzte Einheitsmensch sind nicht unsere Bestimmung. Dennoch wird erneut versucht, dem Menschen als freiem und göttlichem Wesen unter Tarnworten wie „Solidarität“, „Vielfalt“ und „Humanität“ die teuflische Gleichheitslehre des Kommunismus aufzuerlegen. Dies ist wider die Natur und wider jedes menschliche und göttliche Gesetz. „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.“ (Luk, 1 - 3) Dank Peter Helmes analysieren langjährige, hervorragende Kolumnisten, basierend auf christlichen Werten, in aller Klarheit das heutige Tohuwabohu aus verschiedensten Blickwinkeln: Die Geißel der Globalisierung, geostrategische Interessen, die Massenmigration und importierte Gewalt, das Versagen der Politiker und der Verlust unserer Werte, Kultur und Heimat. Die Kolumnen wie auch die Diskussionen sind offen, respektvoll und tabufrei; denn nur so kann man die drängenden Themen der Zeit in der Tiefe analysieren, Machtstrukturen herausarbeiten und Roß und Reiter benennen. Nur so können wir uns auf uns selbst und unsere Stärken rückbesinnen und Deutschland, unsere Heimat, verteidigen. „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh, 32 – 33) Nochmal: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb sind unsere westlichen Wurzeln, Werte und unser Glauben nötiger denn je. Sie geben uns den Rückhalt, um aufzustehen und zu sagen: „Nein. Bis hierher und nicht weiter. Es ist jetzt genug!“ Wie schon Peter, lade ich Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren und zu kritisieren. Eine kleine Regel muss ich leider einbauen. Unterschiedliche Ansichten können durchaus in aller Härte debattiert werden. 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Eine Antwort zu Alice im Kampagnenland

  1. francomacorisano schreibt:

    Ganz typisch für Sozialisten: Wasser predigen, aber selber Wein trinken….

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