Olympia 2014 – eine total blamierte Nation

sotschiMorgens um sieben war die Welt noch in Ordnung. Jeden Morgen – 14 Tage lang – verkündeten die deutschen Gazetten und Rundfunk-Stationen die frohe Botschaft von den Medaillen, die über Tag für Deutschland „drin“ waren. Jeden Morgen um sieben – und abends um sieben wurden sie dann wieder eingesammelt, die versprochenen Medaillen.

Als Riesen ins Turnier geschickt, als Mümmelmänner wieder herausgekommen. Olympia-Sieger der großen Versprechungen, Olympia-Verlierer bei den realisierten  Medaillen.

Es ist hier nicht der Platz, die einzelnen Sportarten zu bewerten oder einzelne Teilnehmer zu kritisieren. Das will ich gerne denen überlassen, die mehr vom Sport verstehen. Aber es gilt, einiges festzuhalten, was das deutsche Debakel (auch) erklären könnte:

– Ganz offensichtlich waren etliche Olympioniken nicht ausreichend sportlich und mental vorbereitet. Dies galt besonders für die bisherigen Vorzeige-Disziplinen der Deutschen, wie Langlauf, Biathlon, Eisschnelllauf, Bob usw. Daß viele Teilnehmer offenbar mit dem Kopf woanders, aber nicht an der Wettkampfstätte waren, zeigten die vielen Pannen, Stürze und gegenseitiges Überhauf-Rennen. (Auch Geräte-Mängel trugen zur fatalen Bilanz bei.)

– Nicht nur viele der Sportler, sondern auch Trainer und Funktionäre zeigten z. T. große Defizite. Das offene, erst recht das heimtückische Austragen von Streit untereinander fördert Neid, Eifersucht und fehlenden Teamgeist, aber trägt gewiß nicht zur Hebung der Laune – und damit der Gewinnchancen – bei. So etwas wie „Wir-Gefühl“ und Teamgeist war bei den deutschen Teilnehmern nicht auszumachen. Es ist wie im richtigen Leben: Aus einem verzagten Hintern kommt kein fröhlicher Furz! Dummes Geschwätz von Trainern, die alle Schuld im fehlenden Geld suchen oder mitten im Wettbewerb ihren Rücktritt ankündigen, kommt hinzu, ist aber kein Beweis professionellen Verhaltens.

– Was vordergründig wie einfach „Pech gehabt“ aussieht, ist in Wirklichkeit ein Zeichen von zu viel „Wurschtigkeit“. Man nimmt´s offensichtlich nicht so ernst, wie´s nötig wäre, und ist dementsprechend unkonzentriert.

– Die deutsche Mannschaft verfügt über hervorragende Athleten. Wenn diese aber ihre Leistung nicht auf den Punkt abrufen können, müssen sie zwangsläufig im Wettbewerb versagen.

– Daß mit Evi Sachenbacher-Stehle der erste Dopingfall ausgerechnet das deutsche Team betraf, trug gewiß auch nicht zur Hebung der allgemeinen Motivation bei.

– In den neuen Sportdisziplinen, wie z. B. Shorttrack, Snowboard, Ski Freestyle, Skicross etc, sah man bei den Deutschen – Sportlern und Funktionären – nur Fragezeichen, als ob sie noch nie etwas von diesen Sportarten gehört hätten. Ein Totalausfall. Kein Wunder allerdings; denn das ist die logische Folge, wenn man sich auf den Erfolgen „von früher“ ausruht. Und kein Wunder, wenn es in unserem Land z.B. nicht eine einzige wettbewerbsfähige Halfpipe gibt. So erfolglos war noch keine deutsche Mannschaft seit 1992.

Ich will es ´mal bei diesen wenigen Beispielen bewenden lassen, darf aber hoffen, daß wenigstens nach den Spielen zuhause eine gründliche Analyse und Schwachstellen-Diagnose folgt. Die darf auch ruhig leidenschaftlich sein. Wenn wir zum wiederholten Male erleben, daß die vorher angepriesenen Ziele völlig unrealistisch sind, ist es höchste Zeit, nach den Ursachen zu forschen. Eine ergebnisoffenen Diskussion muß auch Mut machen zu unbequemen Schlußfolgerungen. Es geht aber ganz gewiß nicht so, wie es uns im Augenblick die führenden Funktionäre vormachen:

Der korrigierte „Korridor“

Der „Chef de Mission“, der frühere NRW-Sportminister und derzeitige Generalsekretär des DOSB, Michael Vesper – ein Mitbegründer der Grünen – baut schon einmal vertiefender Kritik vor. Er verharmlost die Blamage der Deutschen und spricht über alle Medien davon, er komme sich vor wie eine Fußball-Mannschaft, die 4:0 führte, aber mit einem 4:4 aus dem Spiel geht. Wovon träumt der Mann? Ein 4:4 bedeutet Gleichstand der Spielteilnehmer. Aber, verehrter Herr Ex-Minister, was Sie in Sotchi abgeliefert haben, war nicht Gleichstand mit den anderen Nationen, sondern – um mit Ihrer Zahl 4 im Bild zu bleiben – ein 4:8, das Verhältnis von 42 „denkbaren“ zu 19 realen Medaillen! Eine wiederholte deutliche Fehleinschätzung über die Leistungsfähigkeit des deutschen Sports. Nein, dem DOSB-General ins Stammbuch geschrieben: Der DOSB hat schlicht den Mund zu voll genommen.

Vor den Spielen hatte Vesper gefaselt von einem Korridor „bis zu 42 Medaillen“. Es wurde nicht ´mal die Hälfte. Was also sollte das „4:4“ Vespers? So darf man die Analyse nicht einleiten! Dasselbe Verhalten beim Aufdecken des Dopingfalls. Nach dem Motto: „Was nicht sein darf, das nicht sein kann“ spricht der DOSB verharmlosend von „Versehen“ – also wegducken, vertuschen oder kleinreden, die alte Masche. Bezeichnend für den DOSB, dessen Präsident bis vor wenigen Monaten noch Thomas Bach war, der jetzige IOK-Präsident. Er war es und seine Clique führender Funktionäre um Vesper, die über all die Jahre mit Erfolg verhindert haben, daß Doping in unserem Land endlich als Offizial-Delikt unter Strafe gestellt wird

Fehlende National-Begeisterung

Gehen wir einmal mehr in die Tiefe, um nicht nur die (verpaßten) Medaillen zu zählen: Mir kommen jedes Mal die Tränen, wenn ich bei internationalen Wettbewerben Polen, Italiener, Franzosen u. a. sehe, die mit Inbrunst ihre Nationalhymne schmettern. Ihre Augen strahlen vor Stolz ob ihrer Teilnahme. Tränen der Wut kommen mir aber, wenn ich zusehen muß, wie z. B. (mit ganz wenigen Ausnahmen) die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die Lippen zusammenkneift beim Abspielen unseres Deutschlandliedes oder unhörbar nur mitsummen. Da spürt man nichts von Begeisterung.

Keine Überraschung: Die Grünen Michael Vespers versuchen – mit etlichem Erfolg – seit drei Jahrzehnten, uns einzureden, daß wir uns unserer Nation zu schämen haben. Wer aber erwartet, daß wir die Olympischen Spiele 1936 unter Hitler als nationale Schande werten, kann nicht erwarten, daß wir uns für Putins Olympia begeistern. Wer den Aktiven nicht das Gefühl vermitteln kann, „für die deutsche Nation“ zu kämpfen und das Vaterland zu repräsentieren, kann nicht erwarten, daß sie ein Gemeinsamkeits-Gefühl entwickeln. Hier kämpft jeder gegen jeden, anderswo kämpft man „für uns“.

So bleibt als Fazit zu resümieren: Nicht „wir“ haben gewonnen, sondern einige Wenige. Aber „wir alle“ haben verloren – auch die Achtung vor einer großen Nation. Das ist die Botschaft der Achtundsechziger! Wir sind tief gesunken.

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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