Mediale Einseitigkeit und Tribunalisierung – auch bei Madsack

Foto: Rainer Surrey

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Niedergang der Medien

Über die Manipulationen der deutschen Medien haben wir schon mehrfach berichtet. Nun haben wir ein neues Beispiel für Einseitigkeit, „Kampf gegen rechts“ und Tribunalisierung. Herbert Gassen (früher Marburg), ein streitbarer Sozialismusgegner und Kämpfer für Marktwirtschaft und Meinungsfreiheit, hat einen Brief an die Verlagsgruppe Madsack in Hannover geschrieben, den wir mit seiner Genehmigung veröffentlichen, weil er das anspricht, was heute symptomatische Erscheinungen unseres Pressewesens ist.

Bei Madsack erscheinen z. B. die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ) und die „Oberhessische Presse“ (OP). Am Verlag Madsack ist die SPD über ihre Mediengesellschaft beteiligt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. (P. H.)

Hier der Wortlaut des Briefes von Herrn Gassen (Zwischenüberschriften von P. H.):

Sehr geehrte Herren,

die Oberhessische Presse (OP) ist eine Ihrer Beteiligungen. In Marburg berichtet man von einer bevorstehenden Insolvenz. Sparmaßnehmen sollen auch zu Lasten des Personals vorgenommen werden.

Die Gründe für eine solche Situation eines Unternehmens sind vielschichtig. Meine Erfahrungen habe ich während meiner beruflichen Tätigkeit von endgültigen Konkursen bis zu erfolgreichen Sanierungen gemacht. Meinen Beruf habe ich nach intensiver Lehre in einer WP, größtenteils im Bereich der Gemeinwirtschaft, also dem DGB, ausgeübt. Ich spreche somit tatsächlich aus Erfahrung. Begreifen Sie meine Zeilen als sympathisches Interesse an dem Schicksal der ‚Oberheß‘.

Über die wirtschaftlichen Gründe kann ich direkt aus meiner Perspektive nichts sagen. Dazu fehlen mir die effektiven Zahlen.

Es ist das Erscheinungsbild der OP, das mich veranlaßt, Sie über Gründe und Möglichkeiten einer Sanierung zu informieren. 25 Jahre lang habe ich sie bis zum Verlassen meiner Heimatstadt täglich gelesen. An sie habe ich lange eine gute Erinnerung behalten. Meine aktuellen Erfahrungen mit diesen Blatt aus regionaler Entfernung zwingen mich jedoch zu einem weniger positiven Urteil, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Sprachrohr linkslastiger Stadtpolitik

Die OP ist das Sprachrohr einer intoleranten, linkslastigen Stadtpolitik geworden. Unkritisch werden die Meinungen der Linken-, Grünen- und auch SPD-Fraktionen in die Leserschaft getragen. Es mag sein, daß die OP nur eine gewisse Klientel ansprechen möchte. Der Umfang dieser aktuellen Lesergruppe scheint jedoch nicht auszureichen, einen tragfähigen Umsatz zu erzielen. Ein Grund für Ihr Problem.

Marburg ist eine Universitätsstadt. Ihre Aktivitäten der Bildung und Forschung sollten unter dem freien Geist der Akademien stehen. Studentisches Leben ist entsprechend ungebunden und findet erst in den Grenzen des Berufes seine angepaßte Form.

Aufgabe der Presse wäre es, das alte wie neue Bürgertum, seinen nicht unbeträchtlichen Anteil an liberal Gebildeten anzusprechen. Das bedeutet jedoch, Meinungen und Diskussionen gleichgewichtig zum Tragen kommen zu lassen.

Einseitigkeit und Geschichtsklitterung

Es steht außer Frage, daß die OP als Medium die linkslastige Stadtpolitik dominant ihre Korrektheit interpretieren und indoktrinieren will. In der Stadtpolitik gibt es Problemzonen, die gerade von der linken Szene instrumentalisiert werden. Es betrifft die Geschichte und die Kultur der Stadt.

Ein herausragendes Thema ist die Historie des kurhessischen Jägerbataillons Nr. 11, dessen Garnison bis 1919 Marburg war. Als spezielle Grundlage ihre Geschichte zu interpretieren, dient eine von der Fraktion der Linken beauftragte Arbeit einer, wie sie selbst sagen, leninistisch-marxistischen ‚Geschichtswerkstatt‘. Es bleibt nicht bei der Analyse der Verursachung der militärischen Ereignissen des ersten Weltkrieges, sondern das militärische Verhalten dieser preußischen Einheit wird über Ereignisse in 1870/71 in Frankreich und 1910 in Deutsch-Südwestafrika als ‚verbrecherisch‘ interpretiert. Der Gipfel ist die Verfolgung der gesellschaftlichen Einbindung der ehemaligen Jäger nach 1919 und insbesondere nach 1933. Sie lassen dabei keine Verleumdung bis zur Sippenhaft aus. Damit erreichen sie natürlich auch die Nachkommen des einstigen Kerns der Bürgerschaft Marburgs, auch potentielle Leser der OP. Der frevelhafte Kampf gegen einen Epitaph für über 4.ooo gefallene Marburger Jäger in den Kriegen 1870 / 1914 wird bestimmt von der Wut ideologischen Terrors. Er wird so oft es geht, an herausragender Stelle positiv begleitend im Blatt kommentiert.

Gegen die Marburger Jäger wird tribunalisiert, eine Verteidigung ist den Toten ja nicht mehr möglich. Es soll dazu dienen, mit einer einseitigen ideologischen Interpretation die politische Korrektheit der Auftraggeber, der Autoren, der Redakteure und Moderatoren zu beweisen.

Es ist schon recht seltsam, wie die Genossen aus den Reihen der Nachfolgeparteien, die die kommunistisch-bolschewistische Diktatur der DDR errichtet haben, der SED, ihre Nähe zum politischen Verbrechen zu kaschieren versuchen. Die OP dient dabei als ein unkritisches Sprachrohr. Es ergibt sich die Frage nach möglichen persönlichen Bindungen.

Kulturelle Barbarei

Darüber hinaus ist es das Ziel der linken Szene der Stadtpolitik, die freie Bürgerschaft ideologisch aufzuteilen. Nach ihrer ‚political correctness‘ dürfen Menschen mit ihnen fremdem Gedankengut nicht mehr an einem Bürgerfest, dem Marburger Frühschoppen auf dem Marktplatz, teilnehmen.

Seit 1910 verabschieden sich die Studenten mit den Bürgern, den Professoren, allen Nachbarn und Bekannten aus aller Welt in die Sommersemesterferien. Es ist in der Tat ein Akt kultureller Barbarei, wenn sich die OP gegen die Mehrheit der bürgerlichen Einwohnerschaft in diesen ideologischen Straßenkampf einläßt. Pauschal werden mehrere Burschenschaften diskriminiert. Wie die Redakteure der OP die Gesinnungsprüfung der Einzelpersonen vornehmen wollen, ist noch unklar. Bei vielen Marburger Bürgern, Frauen mit Kindern, ist jedoch die Angst groß, von den Buttersäure-Bomben der Helden des Anstandes getroffen zu werden. Auch sie werden von der OP als die ‚Helden‘ des Widerstand gegen Recht und Gesetz gerühmt.

Ideologisch verklemmte Presse

Ist die Oberhessische Presse in dieser Struktur eine Zeitung einer weltoffenen, geistig ungebundenen Universitätsstadt? Die gegenwärtige Situation dieser seit 1527 bestehenden Institution ist auch unter der Mitwirkung der völlig politisch einseitig publizierenden Stadtzeitung zu sehen. Aktuell verläßt die gesamte philosophische Fakultät Marburg und arbeitet in Jena weiter. Es ist die Politik der Stadtregenten, die Konsequenz einer ideologisch verklemmten Presse, die Unverantwortlichkeit der entsprechenden Parteien der Bevölkerung, der Struktur ihrer Stadt gegenüber, wenn freischaffende und freidenkende Professoren und Studenten die Flucht ergreifen!

Sollte die OP in der Tat in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sein, sollte das Management, es hätte es schon vor längerer Zeit tun müssen, intensiv die Gründe analysieren. Das heißt eine Sanierung müßte ganz oben im Unternehmen beginnen, wo die Richtlinien des Wirtschaftens festgelegt werden. Es sollte nicht nur ein Controlling der Zahlen eingerichtet sein, sondern auch eines der journalistischen Inhalte, die Prüfung der Produkte, die der Meinungsfreiheit und Interessen der Leserschaft entsprechen sollten. Eine Zeitung einer Universitätsstadt hat sich nicht nur an die Positionen einer Stadtpolitik anzupassen, sondern in demokratischer Freiheit der Gesamtbevölkerung und dem Zentrum ihrer Existenz, der Universität, zu dienen. Gehen Sie bitte davon aus, daß in Marburg sehr viele gebildete Menschen leben, die nicht auf die Denkhilfen der Linken angewiesen sind. Hierzu ist natürlich eine Journalistik notwendig, die diese Probleme erkennt und umsetzt. Es wird allerdings mit einem Redaktionspersonal, das die Ablehnung, einen Leserbrief zu veröffentlichen, mit dem Hinweis auf ein ‚Deutsches Presse-Gesetz‘ begründet, sehr schwer werden.

Ich hoffe, daß Sie meine Einlassungen zu einem möglichen Problem der Oberhessischen Presse so verstehen, wie ich sie in meiner Sorge um die alte ‚Oberheß‘ ausgeführt habe.

Sparen werden Sie nicht können, aber Kosten kürzen oder besser einsetzen. Auch am Personal. Wollen Sie als neutrale, sachliche Zeitung ein nachgefragtes Produkt herstellen, müssen Sie über gute Redakteure verfügen und die kosten ihr Geld. Das heißt für sie: Sanierung durch Wandel und Investition.

Mit freundlichen Grüßen, gez. Herbert Gassen

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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