Sprit aus Kohle – noch tabu und ignoriert?

KohleVon Peter Helmes

Warum in Deutschland kein Benzin aus Kohle?

Na, weil mit Benzin „Kohle“ gemacht wird! (Man verdient mehr daran.) So könnte man scherzhaft auf die Eingangsfrage antworten. Aber im Ernst, in Südafrika z. B. wird bereits ein Großteil des Kraftstoffs durch die Weiterentwicklung Ctl (Coal to liquid) abgedeckt, die amerikanische Luftwaffe testet derzeit flüssige Kohle, China plant zwei Anlagen. Nur in Deutschland, im ursprünglichen Entwickler-Land, wird die Kohleverflüssigung ignoriert, bemängelt die Techniker-Zeitung VDI-Nachrichten in einem Artikel. Das allerdings könnte sich ändern, heißt es – bei (auf lange Sicht) steigenden Rohölpreisen und versiegenden Ölquellen.

Was in Südafrika normal ist, müßte eigentlich auch in Deutschland möglich sein. Südafrika deckt einen großen Teil seines Bedarfs an Kraftstoff durch Kohle. Preis für einen Liter ca. 80 Cent. (Der Herstellungspreis in Südafrika beträgt ca. 20% von einem Barrel des Rohölpreises. Die Produktion bei uns wird durch das Lohngefüge teurer sein, aber sicher nicht über den derzeitigen Preisen liegen. nutzt. Das Verfahren („die Fischer-Tropsch-Synthese“ bzw. das „Bergius-Pier-Verfahren“) ist seit den späten 1920er Jahren bekannt, entwickelt übrigens von Prof. Bergius, Mannheim*).

Lückenfüller-Kraftwerke wirtschaftlich machen

Einige Gedanken und Anregungen dazu konnte ich einem Brief entnehmen, den mir vor wenigen Tagen der Sprecher des „Arbeitskreises Biokernsprit“, Dipl.-Wi.-Ing. Jochen K. Michels (Neuss), geschrieben hatte (biokernsprit.org). Er fragte unter anderem, rhetorisch:

„Warum also nicht Benzin aus Kohle in Deutschland? Kohle haben wir doch wohl genügend. Die Sprit-Hydrierung ermöglicht – auch schon ohne Kernenergie – den Kohle-KW ein gewinnbringendes Geschäft. Es macht die Lückenfüller-Kraftwerke wirtschaftlich. Da sind einige Nordwest-Süd-Trassen und Konverter überflüssig. Die Milliarden können besser investiert werden.

Grün-Begeisterte, Kohle- und Kernkraftgegner frohlocken, daß schon (bald) 50 % und mehr Strom aus Wind, Sonne und Bio kommen wird. Bundeswirtschaftsminister Gabriel pokert derzeit mit den Kraftwerksbetreibern. Sie können ihre Geschäftsmodelle nicht so schnell ändern, wie der fluktuierende Strombedarf es nötig macht. Kapazitätsmodell oder sündhaft teure Kilowattstunden? 10.000 Euro soll die Kwh kosten. Wer bietet mehr? Siemens könnte dringend ein zukunftsicherndes Geschäftsfeld brauchen. In Kerntechnik war Siemens ein „very big player“ und hat sich selbst ausgeklinkt. Jetzt werden Siemensianer freigestellt – kann man nicht die Kerntechnik im Ausland weiter vorantreiben und anbieten?

Nur 20 Prozent Ökoenergie

Und doch ist Strom nur ein Drittel unseres Energiebedarfes. Öko-Energie kommt also nicht mal auf 20 % – und das aber erst in einigen Jahrzehnten! Wo sind Antworten auf die richtig großen Energiefragen: Heizung, Mobilität, Industrie? Es scheint, daß unsere Verantwortlichen sich eher auf den einfachen Nebenschauplätzen profilieren, als die großen Fragen beherzt anzupacken. Warum wohl?

China schickt sich an, mit deutschstämmiger Hochtemperatur-Kerntechnik in Produktion zu gehen. Es sind nach Jülich und Hamm die weltweit ersten Kugelbett-Reaktoren (in Shindoan). Deutsche Experten – fast alle über 80 und 90 Jahre alt – warnen vor möglicherweise fatalen Fehlern. Ob das bis nach China dringt, kann man nur hoffen.

Jedenfalls haben die Experten kostbare Erfahrungen und finden in Deutschland keine Erben. Junge Ingenieure meiden das „verteufelte“ Gebiet. Die Alten könnten aber verhindern, daß China mit möglichen Misserfolgen die ganze GAU-freie Kerntechnik in Verruf bringt. Das wäre nicht nur ein chinesisches Problem.

In der größten und immer zuerst befragten Enzyklopädie (Wikipedia) stehen haarsträubend falsche und tendenziöse Dinge zum Hochtemperatur-Reaktor. Versuche, dies zu korrigieren, werden nach Stunden von sprungbereiten Sichtern zurückgefälscht. Das schreckt selbst

unternehmerisch denkende Menschen ab. Schauen Sie mal in die Versionsgeschichte und in die Diskussion – neben den Artikeln…“ (Wikipedia wird weitestgehend von linken Autoren und Korrektoren gesteuert. Gerade konservative Leser sollten deshalb jeden Eintrag in dieser Enzyklopädie kritisch durchdenken./PH)

Kernforschung eingestellt

Warum sind diese Kern-Gegner so kämpferisch? Ist es Ersatz für eine Religion? Warum verweigern sie das Wissen und spulen grottenfalsche Parolen ab? Selbst im Umweltministerium „hat man keinen Bedarf an Informationen zur Kerntechnik“! – Saturiert oder borniert, man weiß alles, leistet aber nichts. Außer Blockade. Das Forschungszentrum

Jülich hat vor einem Monat die Kernforschung „endgültig“ eingestellt, heißt es.

Ein Institut aus Berlin wirbt für angeblich „neue“ Lösungen der GAU-freien Technik, die noch viele Jahre Entwicklung und Milliarden kostet. Das lenkt ab von erprobter Technik, zersplittert die knappen Ressourcen. Vor den wirklich großen Fragen verschließt Deutschland die Augen. Unsere Nachbarländer sehen es und können es kaum glauben. Sie hoffen, davon zu profitieren. Manche freuen sich gar über unsere Selbstkasteiung.

Indoktrinierung schon in der Schule

Warum werden unsere Kinder schon in der Schule mit Angst indoktriniert statt mit Wissen? Sprechen Sie mal mit Lehrern – wenn Sie ´mal einen Nicht-Linken erwischen. Schon in der Grundschule wird Denkblockade geübt! Haben wir in unserem Land nicht genug von solcher Haltung erlebt? Kennen wir nicht die fatalen Folgen?“ Diese Fragen sind noch nicht beantwortet.

Da will ich Herrn Michels gerne zustimmen, insbesondere, was den Punkt „Indoktrinierung“ angeht. Aber energietechnisch marschiert unser aller Regierung ja sozusagen an der Spitze des Fortschritts: Atomkraft raus, AKW aus, Licht aus. So verdunkelt sich Deutschland zusehends (jedenfalls solange man noch ´was sehen kann).

*) Entwickler (Benzin aus Kohle) Friedrich Bergius (1884 – 1949) erhielt 1931 (gemeinsam mit Carl Bosch) den Nobel-Preis für Chemie. Benzin aus Kohle, auch synthetisches Benzin genannt, wurde erstmals Ende der 1920er Jahre in Deutschland hergestellt. Dabei wird zunächst die Kohle mit einem Katalysator unter Wasserstoffdruck auf 450 °C erhitzt. Anschließend erfolgt in einer exothermen Reaktion die Erzeugung von Kohlenstoff in flüssiger Form. Indirekte Verfahren, wie zum Beispiel das „Fischer-Tropsch-Verfahren“, erzeugen durch Verbrennung von Kohle zuerst ein Synthesegas. Nach Abtrennung von Stickoxiden und Schwefeldioxid wird dieses Gas katalytisch in Kohlenwasserstoff und Wasser umgesetzt. Aus dem Ergebnis gewinnt man Benzin, Diesel oder Heizöl. Vor und während des Zweiten Weltkrieges wurden Hydrierwerke, etwa in Leuna, errichtet. Später spielte das Verfahren – aufgrund sprudelnder Rohölquellen – kaum noch eine Rolle. Allmählich gewinnt Kohlebenzin jedoch wieder an Bedeutung.

http://www.conservo.wordpress.com

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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Eine Antwort zu Sprit aus Kohle – noch tabu und ignoriert?

  1. greypanter schreibt:

    Hat dies auf greypanter rebloggt und kommentierte:
    Eindeutig der falsche Weg. Kohle ist kein Brennstoff, sondern ein wertvoller Rohstoff, ein Schatz, den wir mit seinen Ausgangsstoffen für die chemische Produktion hüten sollten. Lesen Sie: „Die Große Grüne Mauer“ in „Spektrum der Wissenschaft“ 12/2014. Ziel muss ein ausgeglichener CO2 Haushalt der Erde mit nachwachsenden Rohstoffen sein. Dies kann nicht zuletzt die Armut in den Trockenregionen lindern und die Migration nach Deutschland stoppen. Es würde auch neuen Lebensraum für die überbevölkerte Erde schaffen. Helfen wir mit bei der Begrünung eines Planeten, der kein blauer, sondern ein gelber Sandplanet ist, wenn man seine Kontinente vom Weltraum aus betrachtet.

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