Armenien: kleines tapferes Land – Deutschland: großes feiges Land

Von Peter Helmes

Völkermord: Bundesregierung hat eine historische Chance versäumt

Der Deutsche Bundestag fand klare Worte, die deutsche Bundesregierung nicht. Sie versteckte sich in Person des Außenministers Steinmeier hinter diplomatischen Floskeln – den lieben Türken zuliebe. Das ist feige und falsch! Und ein falsches Signal an Erdogan. Diese vorgetäuschte Rücksichtnahme spielt diesem Despoten offen in die Hände. Schade, Chance vertan!armenien

Dieses Wort der Bundesregierung wäre unverzichtbar gewesen: Völkermord. Ein Land, das sich selbst zum Völkermord der Nazis bekennt, darf diesen Maßstab nicht opportunistisch vergessen. Die wieder einmal typisch deutschen Selbstbezichtigungen von der „Mitschuld am Armenier-Genozid“ stellen unser Land wieder einmal in der Ecke desjenigen, der sowieso an allem schuld ist. Warum also sollte die Türkei jetzt laut von ihrer ureigenen Schuld am Genozid sprechen? Das machen die Deutschen allemal besser, und Erdogan sonnt sich in der Sonne.

„Diplomatische Rücksichtnahme“, nennt man das deutsche Verhalten also. Was denn? Wenn die Türkei mit allen Ländern, die das Geschehen beim Namen nennen – Völkermord! – diplomatisch breche und die jeweiligen Botschafter abberiefe, was dann? Nicht diese Staaten, sondern die Türkei wäre bald isoliert – und die dringend notwendige Aussöhnung mit Armenien wäre für lange Zeit dahin. Es wäre keineswegs ein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil, der türkische Staat würde an Größe gewinnen, wenn er diese wenigen, einfachen Worte aussprechen würde, die beide Länder, die Türkei und Armenien, auf den Weg der Versöhnung führen könnten.

Genozid beim Namen nennen

In vielen Staaten ist das Leugnen des Völkermordes durch die Nazis strafbar. Wenn es aber um Armenien geht, dann ist die Vermeidung dieses Ausdrucks für manche Regierung offizielle Politik. Kein Wunder, daß dies bei Armeniern auf Unverständnis stößt. Deutschland kann sich in einem solchen „Spiel“ nur abermals blamieren. Und: Der Bundestag ist der Vertreter des Souveräns, des Deutschen Volkes – nicht die Bundesregierung.

Der 24. April ist nun seit 100 Jahren der Tag der Trauer für die Armenier. Die ganze Welt ist sich einig, daß die Türken an diesem Tag (und vielen folgenden) vor einhundert Jahren einen grausamen Genozid an den Armeniern begonnen haben. Grausamkeiten, Mord, Folter oder Vertreibung mit Hungertod – das waren die Werkzeuge der Türken, die sie gegenüber den verhaßten, zumeist christlichen Armeniern anwendeten. Damals sollen bis zu 1,5 Millionen Armenier ums Leben gekommen sein. (Die Schätzungen seriöser Historiker schwanken zwischen 300.000 bis 1,5 Millionen Umgekommener.) Dieser 24. April wäre die letzte Chance der deutschen Bundesregierung gewesen, mit Anstand den Genozid beim Namen zu nennen – ihn zu übergehen, war und ist sträflich.

An jenem Tag vor 100 Jahren hatte der osmanische Innenminister den Befehl erteilt, die wichtigsten Persönlichkeiten der armenischen Gemeinde in Istanbul festnehmen und in ein Lager in Zentralanatolien bringen zu lassen, darunter Künstler, Intellektuelle, Politiker und Geschäftsleute. Es war der Beginn der Deportationen, die kurz darauf sogar gesetzlich legitimiert wurden. Insgesamt kamen in der Folge bei Massendeportationen, gewaltsamen Razzien und bei Exekutionen schätzungsweise bis zu 1,5 Millionen der etwa zwei Millionen Armenier in dem Land ums Leben.

Die Türkei als Rechtsnachfolgerin des osmanischen Imperiums räumt jedoch lediglich ein, daß osmanische Truppen bei Massakern und Deportationen 1915 und 1916 armenische Christen getötet haben. Die türkische Regierung hält aber trotz zahlreicher Quellen die von den meisten Historikern genannten Opferzahlen für zu hoch und bestreitet, daß es ein Völkermord war.

Weichei Steinmeier – Beschämender Kuschelkurs

Noch am Wochenende hatte Außenminister Frank-Walter Steinmeier den Begriff bewußt umgangen. In der „Süddeutschen Zeitung“ hatte er sich besorgt gezeigt, eine aufgeladene Debatte erschwere den Beginn eines aufrichtigen Dialogs zwischen Türken und Armeniern oder könnte ihn unmöglich machen. „Verantwortung heißt eben, Verantwortlichkeit nicht auf einen einzigen Begriff zu reduzieren“, sagte er gegenüber der ARD.

Ein Skandal: Tatsächlich hatten die Abgeordneten Christoph Bergner (CDU) und Dietmar Nietan (SPD) den Völkermord ursprünglich sogar in die Überschrift der geplanten Bundestagsresolution geschrieben. Das Papier wanderte zu den Fraktionsspitzen und zum Auswärtigen Amt. Danach war der Begriff verschwunden.

Aus dem Auswärtigen Amt war zu hören, man sei an einer „Aufarbeitung der Geschichte“ interessiert, wolle aber „nicht wegen Begrifflichkeiten den Dialog von vornherein zum Erliegen bringen“. Kritiker vermuten, Berlin wolle die Beziehungen zur Türkei nicht weiter belasten, um wirtschaftlichen Interessen nicht zu schaden. Mehrere Tausend deutsche Unternehmen sind in dem Land aktiv. Deutsche Diplomaten weisen zudem darauf hin, die Türkei wähle am 7. Juni ein neues Parlament und eine neue Regierung. Vor diesem Hintergrund wolle man nicht anti-westliche Kräfte stärken, indem man das Wort „Völkermord“ benutze. Geht so Diplomatie?

Das ist ein beschämender Kuschelkurs gegenüber einem Präsidenten, der immer autoritärer regiert und längst bereit ist, demokratische und rechtsstaatliche Prinzipien seinem Machthunger zu opfern. Deutschland sollte auf dessen Befindlichkeiten keine Rücksicht nehmen. Im Gegenteil, diplomatischer Druck auf die Türkei ist nötig, damit sie ihre Politik der permanenten Leugnung nach 100 Jahren endlich aufgibt.

Die WamS schreibt zu Recht am 19. April 2015: „In Deutschland leben anders als in Frankreich kaum Armenier, aber Millionen von Türken, so wird argumentiert. Aber gerade weil wir sie für Mitbürger halten – und nicht mehr für Gastarbeiter – darf es keine vormodernen Tabus, sondern muss es den auf historische Fakten gestützten Diskurs einer offenen Gesellschaft geben.“

Erdogan warnt den Papst

Andere machen es uns vor: Das EU-Parlament forderte Ankara in einer Erklärung auf, die Greueltaten an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord anzuerkennen. Dies solle den Weg für eine „aufrichtige Aussöhnung zwischen dem türkischen und dem armenischen Volk“ bereiten.

Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich wiederholt die Wertung des Massakers als Völkermord verbeten und sieht darin eine Verunglimpfung seines Landes. Wenn es um die Massaker im Jahr 1915 geht, reagiert der türkische Obermufti empfindlich. Das bekam gerade sogar der Papst zu spüren. Erdogan tobte. Er warf Seiner Heiligkeit vor, „Unsinn zu reden“, und warnte vor Wiederholung dieses „Fehlers“. Der Papst konterte nur, Botschaft der Kirche sei auch Direktheit und christlicher Mut.

Ja und!? Bricht die Welt zusammen, wenn nun ein Armleuchter in Ankara vom Altar fällt? Die Zahl der Christen in der Türkei liegt eh nur noch im Nullkomma-Prozentbereich. Vor wem hat Erdogan Angst?

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Über conservo

ÜBER MICH, CONSERVO Liebe Leser, dieser Blog ist ein besonderer Blog. Er wurde 2010 von Peter Helmes gegründet, und ich führe ihn seit dem 1.11.2020 in seinem Sinne fort. Dieser Blog ist konservativ, er ist christlich, und er ist abendländisch. Allein das macht ihn in den diesen unruhigen Zeiten zu einem Exoten. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12) Heute steht alles auf dem Kopf. Was früher noch galt, gilt heute nicht mehr. Grenzen wurden aufgehoben, Geschlechter abgeschafft, die traditionelle Familie ist unter Dauerbeschuss, wer am meisten Minderheitenmerkmale auf sich vereint, darf – zumindest in Deutschland – fordern, was er will. Das Christentum steht weltweit mit dem Rücken zur Wand. Lau sind sie geworden – die Christen hier im Lande, aber auch die orientalischen Christen, die sich nach der Flucht aus dem Orient hier ein neues Leben aufbauen konnten, und dennoch angesichts der Islamisierung schweigen. Finanzstarke und einflussreiche Interessengruppen unter Klaus Schwab, Bill Gates, George Soros u.v.m. setzen weltweit den Great Reset mit seiner neofeudalistischen Ökodiktatur mittels Massenmigration, Globalisierung, Plandemien und mit Hilfe gekaufter Politiker, Journalisten und „Sozialen“ Medien gegen die Interessen der Völker mit nie gekannter Brutalität durch. Die geistige und seelische Not der Menschen steigert sich tagtäglich inmitten dieser finsteren Zeit. Gerade westliche Menschen scheinen jeglichen Halt, Glauben und ihre natürliche Wehrhaftigkeit verloren zu haben. Jeder wird im Leben auf seinen Platz gestellt. Jedes Volk hat sein Schicksal und muss es in seinem eigenen Land bewältigen. Migration und der entgrenzte Einheitsmensch sind nicht unsere Bestimmung. Dennoch wird erneut versucht, dem Menschen als freiem und göttlichem Wesen unter Tarnworten wie „Solidarität“, „Vielfalt“ und „Humanität“ die teuflische Gleichheitslehre des Kommunismus aufzuerlegen. Dies ist wider die Natur und wider jedes menschliche und göttliche Gesetz. „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.“ (Luk, 1 - 3) Dank Peter Helmes analysieren langjährige, hervorragende Kolumnisten, basierend auf christlichen Werten, in aller Klarheit das heutige Tohuwabohu aus verschiedensten Blickwinkeln: Die Geißel der Globalisierung, geostrategische Interessen, die Massenmigration und importierte Gewalt, das Versagen der Politiker und der Verlust unserer Werte, Kultur und Heimat. Die Kolumnen wie auch die Diskussionen sind offen, respektvoll und tabufrei; denn nur so kann man die drängenden Themen der Zeit in der Tiefe analysieren, Machtstrukturen herausarbeiten und Roß und Reiter benennen. Nur so können wir uns auf uns selbst und unsere Stärken rückbesinnen und Deutschland, unsere Heimat, verteidigen. „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh, 32 – 33) Nochmal: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb sind unsere westlichen Wurzeln, Werte und unser Glauben nötiger denn je. Sie geben uns den Rückhalt, um aufzustehen und zu sagen: „Nein. Bis hierher und nicht weiter. Es ist jetzt genug!“ Wie schon Peter, lade ich Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren und zu kritisieren. Eine kleine Regel muss ich leider einbauen. Unterschiedliche Ansichten können durchaus in aller Härte debattiert werden. 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5 Antworten zu Armenien: kleines tapferes Land – Deutschland: großes feiges Land

  1. wreinerschoene schreibt:

    Feiges Deutschland, so ist es, heute knickt Deutschland bei allem ein. Das erschreckende dabei ist aber, Deutschland will überall mitmischen, und kann es gar nicht da es keine dementsprechenden Politiker gibt. Herr Schippendraht Sie haben recht, es müßte eine Art Button geben wo die Ausländer gleich wissen wer Ihnen gegenüber steht. Manchmal hat man den Eindruck, selbst Ausländer halten sich mit Äußerungen zurück um nicht in die Mühlen der links-grünen Justitz und political correctness zu kommen.

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  2. conservo schreibt:

    Danke, Herr Schippendraht, so war´s gemeint. Conservo

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  3. karlschippendraht schreibt:

    Allein die Überschrift beinhaltet bereits Alles , was zu sagen wäre.
    Wenn man heute als Deutscher mit Ausländern ins Gespräch kommt wäre es mitunter schon sinnvoll gleich zu Anfang klarzustellen , welchem Bevölkerungsteil man angehört .

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  4. Hat dies auf lotharhschulte rebloggt.

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  5. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG schreibt:

    Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Glück, Auf, meine Heimat!

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