Chinesisch-deutscher Dissident: Keine doppelte Staatsbürgerschaft!

Ich lehne eine doppelte Staatsbürgerschaft ab, warum?

Von You Xie 謝盛友 *)

You Xie

You Xie

Konfuzius lehrte uns nämlich, die menschlichen Beziehungen nach asymmetrischen Über-/Unterordnungs-verhältnissen wie Vater/Sohn, Ehemann/Ehefrau, Herr/Diener, Meister/Schüler zu unterteilen und auf ihrer Grundlage ein komplexes hierarchisches Gebäude zu entwickeln.

Innerhalb der Geschwisterreihen einer Familie werden etwa die Brüder nach dem Alter sortiert, nach ihnen kommen die Schwestern. Der Niedergestellte schuldet jeweils dem Höhergestellten Gehorsam, Respekt und Unterstützung, dieser jenem indes Schutz und Belehrung.

Auch heute noch ist hierarchisches Bewusstsein tief im Denken der meisten Chinesen verankert. Innerhalb einer Firma kommt jedem Mitglied ein fester Platz und Rang zu, der von internen wie externen Personen gleichermaßen zu achten ist. Vielfach wird er durch penibel überwachte Statussymbole wie die Größe des Büros, des Schreibtisches oder Dienstwagens abgesichert.

Als den zentralen Wert, den Chinesen ihren Kindern zu vermitteln versuchen, benennt man Können und Leistung, und das höchste Erziehungsziel ist das Vertrauen des jungen Menschen in die eigenen Fähigkeiten. Die Aufgaben der Eltern bestehen darin, dem Kind zu zeigen, wozu es fähig ist, und es mit den Ressourcen auszurüsten, die es für sein künftiges Leben benötigt: Fähigkeiten, guten Arbeitsgewohnheiten und Selbstvertrauen. Bildung und schulischer Erfolg werden in China traditionell außerordentlich hoch bewertet; mit dem Training von Fähigkeiten, die nur durch Üben erlernt werden können, verbringen chinesische Eltern zehnmal mehr Zeit als westliche Eltern.

Man führt in diesem Zusammenhang auch den Begriff Gehorsam ein, der als kindliche Pietät durch den Konfuzianismus fest in der chinesischen Kultur verwurzelt ist. Kinder sind ihren Eltern traditionell bis zum Äußersten verpflichtet.

Chinesen lernen Loyalität gegenüber ihrer Familie, Gruppe oder Gemeinschaft und ihrem Staat. Diese Loyalität ist auf gemeinsamen moralischen Maximen basierende und somit von einem Vernunftinteresse geleitete innere Verbundenheit. Die Loyalitätserwartungen erstrecken sich auf äußere Handlungen, aber auch auf innere Einstellungen.

Ich lehne eine doppelte Staatsbürgerschaft ab, warum?

Ich bewahre meine Identität. „Identität“ gibt eine Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“. Diese Antwort auf die Identitätsfrage kann nur durch meine realistische Einschätzung meiner eigenen Person und meiner eigenen Vergangenheit sowie meiner eignen Kultur, insbesondere meiner Ideologien und meinen Erwartungen der Gesellschaft an meine eigene Person erreicht werden.

Die Bewahrung meiner Identität stört meine Loyalität zu deutschem Staat nicht, sondern stört mich, wenn ich eine doppelte Staatsbürgerschaft habe

*) You Xie ist ein bedeutender chinesischer Schriftsteller. Er kam vor rund 25 Jahren nach Deutschland, um hier Deutsch zu studieren. Die chinesischen Behörden verweigern ihm seitdem wegen seiner regimekritischen Artikel die Wiedereinreise. Er lebt in Bamberg und betreibt dort einen China-Imbiß. Der aktive Christ You Xie ist weiterhin schriftstellerisch tätig, CSU-Stadtrat zu Bamberg und Kolumnist bei conservo.

www.conservo.wordpress.com

19.11.2015

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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5 Antworten zu Chinesisch-deutscher Dissident: Keine doppelte Staatsbürgerschaft!

  1. Paul schreibt:

    Lieber Peter Helmes,
    eine Frage habe ich schon:
    Wie kann You Xie CSU-Stadtrat sein, wenn er kein Deutscher ist?

    Seine Auffassung zur Staatsbürgerschaft halte ich für sehr ehrenwert.

    Es wäre auch schön, wenn unsere Kinder in Bezug auf ihre Eltern die geschilderte Haltung hätten. Mit Zufriedenheit habe ich zur Kenntnis genommen, dass in meiner Familie alles in Ordnung ist.

    Herzlich, Paul

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  2. conservo schreibt:

    Lieber Paul, er ist Deutscher (hat die deutsche Staatsangehörigkeit).

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  3. Paul schreibt:

    Lieber Peter Helmes.
    danke für die Aufklärung. Da habe ich etwas falsch verstanden.

    Herzlich, Paul

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  4. conservo schreibt:

    Lieber Herr Paul, falls Sie interessiert sind: Hier ist die rührende Geschichte von You Xie:
    https://conservo.wordpress.com/2015/05/01/sag-ja-zur-heimat-eine-chinesisch-deutsche-romantisch-ernste-geschichte/
    Herzliche Grüße
    P.H.

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  5. Paul schreibt:

    Lieber Herr Peter Helmes,
    vielen Dank für den Link. Natürlich interessiert es mich. Als ich es jetzt gelesen habe, kam mir vieles sehr bekannt vor. Herr You Xie war mir auch als ein Guter, ein sehr Guter, in Erinnerung. Am Ende des Artikels fand ich dann mein „Gefällt mir“. 🙂
    Der Arzt hat mir gesagt, dass es nicht Alzheimer ist, sondern nur ein schlechtes Gedächtnis, aber noch im Normalbereich.

    Herzliche Grüße
    Paul

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