AfD-Parteitag 2015: Die Lage im Griff

AFDAfD-Parteitag 2015: Die Lage im Griff
Von Peter Helmes, http://www.conservo.wordpress.com
Neue deutsche Einheitspresse
„Stell Dir vor, es ist AfD-Parteitag, und niemand interessiert sich für den Inhalt!“ Aber jeder hat eine Meinung, auch wenn er keine Ahnung hat. Die Medien sind sich einig: „Rechtsruck!“
Nach dem Studium von rund zwanzig Ausgaben der Zeitungen von Samstag und Sonntag weiß ich dadurch jedenfalls nicht, was die Delegierten der AfD zwei Tage lang diskutiert und beschlossen haben, erfahre aber Unwesentliches und Nebensächliches, wie beispielhaft aus der folgenden Meldung des Deutschlandfunks (Aufmacher) hervorgeht:
DLF-Nachrichten vom 29.11.2015, 16 Uhr: „Einführung einer Doppel- oder Dreierspitze vereinbart“
Der Gesamttext des DLF-Artikels, eine kümmerliche Meldung: „Der AfD-Kongress in Hannover hat für die Führung der Partei eine Doppel- oder Dreierspitze beschlossen. Die Delegierten folgten damit einem Antrag des Vorstands. Derzeit sind die Politiker Petry und Meuthen Sprecher der Partei. Sie bleiben im Amt. Vorstandwahlen standen auf dem Treffen der Alternative für Deutschland nicht an.“ C´est tout!
Man muß dann schon etwas mehr suchen, um Genaueres zu erfahren. Die BILD z. B. beschreibt die Co-Vorsitzende der AfD, Frauke Petry, nicht als Vorsitzende, sondern als „Anführerin“. Die versteckte Botschaft ist deutlich: Seht her, diese Partei hat eine Anführerin, was ja wohl irgendwie nach „Führer“ klingt. Na bitte, da haben wir´s doch: Rechtsruck!

Frauke Petry

Frauke Petry

Und frech war die Co-„Führerin“ auch noch, wie aus Folgendem hervorgeht. Eine besondere Schlagzeile schenkte uns nämlich noch BILD online zu dieser Personalie: „AfD-Petry verhöhnt Kanzlerin“: „Treten Sie zurück, Sie schaffen das!“ und dieses „verhöhnt“ klingt bei BILD wie eine Majestätsbeleidigung, „was erlauben Petry!“ (Petry forderte mit diesen Worten den Rücktritt von Kanzlerin Angela Merkel, die in der „Migrationskrise“ die Kontrolle verloren habe.)
Was dann die „Vereinten Medien“ noch berichten, ähnelt weitgehend den Textteilen der dpa-Meldung vom 29.11.15:
„Vorstandswahlen standen auf dem Parteitag nicht an. Allerdings gibt es nun die Möglichkeit, bei der nächsten Wahl auch einen dritten Sprecher zu bestimmen. Damit könnten die Flügel der Partei besser abgebildet werden, betonte der Vorstand.
Forderung nach Beschränkung des Asylrechts
Zum gestrigen Auftakt des zweitägigen Parteitags hatten die AfD-Mitglieder zum Teil kontrovers über Resolutionen zur Asyl- und Flüchtlingspolitik sowie der Euro-Rettung diskutiert. Dabei stimmten sie für einen Antrag des nordrhein-westfälischen AfD-Verbandes, der neben Beschränkungen des Asylrechts auch die Einführung von Grenzkontrollen fordert. (…)
Mit scharfer Abgrenzung von der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung will die AfD bei den nächsten Wahlen deutlich im zweistelligen Bereich landen. Zuletzt hatte die Partei in bundesweiten Umfragen vor dem Hintergrund der Asyldebatte deutlich zugelegt…“
Und mit der Überschrift „Bundesvorstand mit Niederlage“ steht die Einheitspresse wieder ganz auf der (selbstgewählten) Linie, bei der sie sich offensichtlich besonders wohlfühlt:
„Bei der Abstimmung über den Asylantrag erlitt der Bundesvorstand allerdings eine Niederlage. Die Delegierten verabschiedeten mit großer Mehrheit den NRW-Alternativantrag und nicht den des Vorstandes. Obwohl die Anträge inhaltlich dicht beieinander sind, der NRW-Antrag nur schärfer formuliert ist, wurde die Abstimmung als Rüffel für den Vorstand gewertet….“ (dpa, a.a.O.) Die dpa weiter: „Inhaltlich gibt es keine großen Unterschiede. Aber eine Schlappe für den Vorstand ist es doch. Die Wortwahl in dem Antrag aus NRW ist scharf: Unter anderem heißt es darin, der Staat müsse die nationale Identität schützen. Zu diesem Schutz gehöre es, „wehrhaft und kraftvoll“ dem Entstehen von Gegen- und Parallelgesellschaften entgegenzutreten….“
Es ist immer wieder dasselbe Spiel: „Niederlage!“ Obwohl beide Papiere inhaltlich weitgehend gleich sind. „…als Rüffel gewertet…“, schreibt die Linksjournaille, aber sagt nicht, wer da gewertet und wer „Rüffel“ verteilt hat. Man erfährt es nicht. Man erfährt es nicht, weil dieser Parteitag – im Gegensatz zum letzten – durchgängig harmonisch war.
Und was das Thema Asyl angeht: Da hätten die Damen und Herren Medienvertreter besser ´mal das am Vortag (Freitag, 27.11.) von den Innenpolitikern der Union (in Bund und Land) vorgestellte Papier zur Sache gelesen (siehe https://conservo.wordpress.com/2015/11/28/innerparteiliche-merkel-kritiker-fordern-andere-fluechtlingspolitik/.) Es ist schärfer formuliert, als bei der AfD erwartet. Innenpolitiker segeln bekanntlich näher am Geschehen und erfahren viel deutlicher die Konsequenzen einer falsch interpretierten Asylpolitik bzw. Willkommenskultur und deren fehlenden Voraussetzungen. Sie merken am ehesten, daß warme Worte alleine nicht helfen. Und Beschwörungen nach dem Motto „wir schaffen das!“ auch nicht.
Es ist gewiß „rein zufällig“, daß die Veröffentlichung des Unions-Innenpolitikerpapiers am Tag des Beginns des AfD-Parteitags erfolgte. Die Frage liegt auf der Hand: Wer will hier wem das Wasser abgraben?
Wenn das, was da Unions-Führungskräfte zu Papier gebracht – und öffentlich bekannt gemacht – haben, die AfD gefordert hätte, wäre ein Sturm der Entrüstung über sie hinweggebraust und „rechtsradikal“ noch eine sanfte Bezeichnung gewesen. Da hat die AfD ja noch ´mal Glück gehabt. Noch wird sie in den (ab-)geneigten Medien „nur“ als „rechtspopulistisch“ bezeichnet. Ich frage mich aber bei diesem Wort stets, ob mir das jemand erläutern kann. Es müßte z. B. als Pendant auch „mittepopulistisch“ oder „linkspopulistisch“ geben. Aber „rechtspopulistisch“ klingt so schön nach rechtsradikal – und das soll es wohl auch.
Aber lassen wir uns nicht täuschen! Die AfD ist inzwischen eine feste Größe im politischen Geschehen des Landes und sitzt in den Landesparlamenten von Brandenburg, Bremen, Hamburg, Sachsen und Thüringen sowie im Europaparlament. Die Umfragewerte gehen steil nach oben – ob (nur) zu Lasten der CDU, darf nachgefragt werden; denn Sympathien erringt sie auch bei SPD-Wählern.
Der stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD, Prof. Jörg Meuten (Baden-Württemberg), warnt jedoch vor Überheblichkeit: „Ich sehe unser Land in einer dramatischen Schieflage, aus der wir herausfinden müssen. Das schaffen wir aber nicht, indem wir uns radikalisieren.“ Diese Worte haben nichts mit rechtspopulistisch oder rechtsradikal zu tun, die AfD sollte sie aber beherzigen.
http://www.conservo.wordpress.com
29.11.2015

Über conservo

ÜBER MICH, CONSERVO Liebe Leser, dieser Blog ist ein besonderer Blog. Er wurde 2010 von Peter Helmes gegründet, und ich führe ihn seit dem 1.11.2020 in seinem Sinne fort. Dieser Blog ist konservativ, er ist christlich, und er ist abendländisch. Allein das macht ihn in den diesen unruhigen Zeiten zu einem Exoten. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12) Heute steht alles auf dem Kopf. Was früher noch galt, gilt heute nicht mehr. Grenzen wurden aufgehoben, Geschlechter abgeschafft, die traditionelle Familie ist unter Dauerbeschuss, wer am meisten Minderheitenmerkmale auf sich vereint, darf – zumindest in Deutschland – fordern, was er will. Das Christentum steht weltweit mit dem Rücken zur Wand. Lau sind sie geworden – die Christen hier im Lande, aber auch die orientalischen Christen, die sich nach der Flucht aus dem Orient hier ein neues Leben aufbauen konnten, und dennoch angesichts der Islamisierung schweigen. Finanzstarke und einflussreiche Interessengruppen unter Klaus Schwab, Bill Gates, George Soros u.v.m. setzen weltweit den Great Reset mit seiner neofeudalistischen Ökodiktatur mittels Massenmigration, Globalisierung, Plandemien und mit Hilfe gekaufter Politiker, Journalisten und „Sozialen“ Medien gegen die Interessen der Völker mit nie gekannter Brutalität durch. Die geistige und seelische Not der Menschen steigert sich tagtäglich inmitten dieser finsteren Zeit. Gerade westliche Menschen scheinen jeglichen Halt, Glauben und ihre natürliche Wehrhaftigkeit verloren zu haben. Jeder wird im Leben auf seinen Platz gestellt. Jedes Volk hat sein Schicksal und muss es in seinem eigenen Land bewältigen. Migration und der entgrenzte Einheitsmensch sind nicht unsere Bestimmung. Dennoch wird erneut versucht, dem Menschen als freiem und göttlichem Wesen unter Tarnworten wie „Solidarität“, „Vielfalt“ und „Humanität“ die teuflische Gleichheitslehre des Kommunismus aufzuerlegen. Dies ist wider die Natur und wider jedes menschliche und göttliche Gesetz. „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.“ (Luk, 1 - 3) Dank Peter Helmes analysieren langjährige, hervorragende Kolumnisten, basierend auf christlichen Werten, in aller Klarheit das heutige Tohuwabohu aus verschiedensten Blickwinkeln: Die Geißel der Globalisierung, geostrategische Interessen, die Massenmigration und importierte Gewalt, das Versagen der Politiker und der Verlust unserer Werte, Kultur und Heimat. Die Kolumnen wie auch die Diskussionen sind offen, respektvoll und tabufrei; denn nur so kann man die drängenden Themen der Zeit in der Tiefe analysieren, Machtstrukturen herausarbeiten und Roß und Reiter benennen. Nur so können wir uns auf uns selbst und unsere Stärken rückbesinnen und Deutschland, unsere Heimat, verteidigen. „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh, 32 – 33) Nochmal: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb sind unsere westlichen Wurzeln, Werte und unser Glauben nötiger denn je. Sie geben uns den Rückhalt, um aufzustehen und zu sagen: „Nein. Bis hierher und nicht weiter. Es ist jetzt genug!“ Wie schon Peter, lade ich Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren und zu kritisieren. Eine kleine Regel muss ich leider einbauen. Unterschiedliche Ansichten können durchaus in aller Härte debattiert werden. 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2 Antworten zu AfD-Parteitag 2015: Die Lage im Griff

  1. widukind1 schreibt:

    Passend an diesem 28.Nov.15 war auch die Förderung des niedersächsischen Ministerpräsidenten Weil.
    Die AfD tagte in seiner Hauptstadt Hannover. Da konnte er verlangen, eine Obergrenze von 500.000 bis 750.000 Asylanten festzulegen.
    An diesem bedeutsamen Wochenende ließ sich eine Begründung wie „Wir können der AfD dies Feld nicht allein überlassen…“ schon mal hervorzaubern, um gewissen linken Chaoten langsam an die Realität heranzuführen. Auch könnten SPD-Wähler bei der Stange gehalten werden.
    Und wenn die Linkspopulisten zu sehr aufbegehren, wäre ein ‚Ätsch, war ja gar nicht so gemeint‘ immer noch für einen Rückzieher gut.
    Schließlich wissen wir alle: Politikern kann man fast gar nichts mehr glauben.

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  2. karlschippendraht schreibt:

    Wer gestern auf Phönix unvoreingenommen diesen Parteitag verfolgt hat wird festgestellt haben , dass Frauke Petry einer Angela Merkel nicht nur rhetorisch sondern auch geistig überlegen ist ! Das konnte man auch daran erkennen dass Frauke Petry auf alle Fragen von Journalisten so antwortete , dass denen keine Gelegenheit zu polemischer Verunglimpfung geboten wurde. Frau Merkel hätte bei einem freien Frage-und Antwort Spiel dagegen uralt ausgesehen mit ihren nichtssagenden Standard-Antworten . Aber besonders gefallen hat wohl Petry`s Aufforderung an Merkel : “ Treten Sie zurück – Sie schaffen das „! Und hier schließe ich mich an .

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