Auf dem falschen Bein Hurra – Konservative gewinnen zwar Regionalwahl, aber…

Von Peter Helmes, www.conservo.wordpress.com

FrontNach dem ersten Wahlgang vor einer Woche waren der Jubel bei Le Pens Front National übergroß, die Enttäuschung und Verbitterung bei den Kontrahenten noch größer: Die Reaktionen auf europäischer Ebene klangen z. B. wie: „Alarmsignal für ganz Europa“ (der CSU/EVP-Politiker Manfred Weber). SPD-Chef Gabriel sprach von einem „Schock“ und einem „Weckruf für alle Demokraten“. Und der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit nannte das Ergebnis im DLF eine „furchtbare Entwicklung“.

Nun soll das alles wie weggeblasen sein? Entweder halten uns die Medien für so blöd – was ich glaube – oder sie sehen die Wirklichkeit anders: Weder haben „die Konservativen“ unter Sarkozy noch die Sozialisten unter Hollande (ein wenig)„gewonnen“, noch hat Le Pen verloren. Aber nahezu alle Medien melden und kommentieren das so, als ob es keinen strategischen Verzicht bei den Sozialisten gegeben hätte, wodurch der Front National trotz Zuwachses keine Chance auf die Gewinnung auch nur einer Region hatte. Das war zwar clever und trickreich, aber doch kein „Sieg“ der Gegner – zumindest kein Ergebnis aus eigener Kraft!

Aber immerhin, der Front National konnte seinen Erfolg aus der ersten Runde der französischen Regionalwahl nicht fortsetzen. Die Partei gewann in der gestrigen Stichwahl keine einzige Region. Die Vorsitzende Le Pen selbst unterlag in Nordfrankreich deutlich ihrem konservativen Kontrahenten. Stärkste Kraft wurde nach den bisher vorliegenden Zahlen das bürgerliche Lager um den ehemaligen Präsidenten Sarkozy, das in sieben Regionen gewann. In fünf waren die Sozialisten von Präsident Hollande und verbündete Linksparteien erfolgreich. Korsika ging an die korsischen Nationalisten.

Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 60 Prozent und damit deutlich höher als in der ersten Runde, in der der Front National noch in sechs Regionen vorn gelegen hatte. Um dies in der zweiten Runde zu verhindern, zogen die Sozialisten an einigen Orten ihre aussichtslosen Kandidaten zurück und unterstützten die Konservativen. (Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/frankreich-konservative-gewinnen-regionalwahl.447.de.html?drn:news_id=557888)

Es wäre, statt auf dem falschen Bein Hurra zu schreien, an der Zeit, daß sich Konservative und Sozialisten ihren Hausaufgaben widmeten. Vor allem sollten sie sich jetzt fragen, was sie falsch gemacht hatten. Die Franzosen sind offensichtlich enttäuscht über die Etablierten, besonders über die Sozialisten, die ihre Versprechen nicht eingelöst hatten.

Das Wichtigste: Frankreich befindet sich schon heute im Wahlkampf für die Präsidentschaftswahlen von 2017. Gesucht wird natürlich die Persönlichkeit, die die Franzosen am besten vertreten könnte, und diese Persönlichkeit fehlt im Grunde genommen. Die Chance für Marine Le Pen zu sagen: „Hier bin ich, ich bin diese Persönlichkeit, die Ihr sucht!“, wird sie sich nicht nehmen lassen.

Es ist nicht zu übersehen, daß die Front-National-Chefin Marine Le Pen immer mehr die bürgerliche Mitte erreicht. Die Partei ist, ganz sachlich betrachtet, auf dem besten Weg, eine Volkspartei zu werden. Sie hat seit 2012 immerhin rund 15 Prozentpunkte zugelegt, ist also in nicht ´mal drei Jahren um ein Fünftel gewachsen – während die anderen Parteien verlieren. Eine Parallele zur AfD!

Die (besonders) in unseren Medien zu hörende Etikettierung „rechtsaußen“ oder gar „rechtsextrem“ schreckt in Frankreich längst nicht mehr das Bürgertum. Seit Madame Le Pen den Vorsitz übernommen hat, ist es ihr gelungen, den FN mehr und mehr in die Mitte zu rücken – was deutsche Medien überhaupt nicht daran hindert, auch jetzt nach dem 2. Wahlgang weiterhin von den „Rechtsradikalen“ zu reden.

Eine große Gruppe der Parteimitglieder stellen junge, arbeitende, berufstätige, also emanzipierte Frauen (zwischen 30 und 40 Jahren alt) und die Jugendlichen (Altersgruppe 18 bis 25). Darüber hinaus hat es Le Pen geschafft, die alte, eher radikale Klientel aus der Gründerzeit des FN zwar bei der Stange zu halten, ohne das aber zu thematisieren. (Wo sollten diese Wähler sonst auch hin?)

In der Mitte angekommenle pen

Le Pen wird sich diese Entwicklung zur Mitte hin nicht entreißen lassen, auch wenn sie dabei eine ganze Menge Kreide schlucken muß, um „die Mitte“ nicht zu verprellen. Bis zur nächsten Wahl der Nationalversammlung (vergleichbar mit Bundestag) in 2017 sind es noch zwei Jahre. Die wird der FN nutzen – dieweil sich die Kontrahenten der Gegenseite, Sarkozy und Hollande, allerlei Scharmützel liefern werden. (Ideologisch grundverschieden sind sie sowieso.) Der FN hingegen wird Einigkeit demonstrieren. Ein „Bündnis“ zwischen Sozialisten und Konservativen wie bei den Regionalwahlen ist bei den Nationalwahlen ausgeschlossen. Es kämpfen also nicht zwei gegen eine, sondern jeder gegen jeden.

Noch eins zum Schluß: Natürlich kann man die französische nicht mit der deutschen Situation vergleichen. Aber die „Etablierten“ sollten gewarnt sein. Die AfD läßt grüßen! Und, wie das Beispiel Le Pen zeigt: Ausgrenzen bewährt sich nicht.

Also, Freunde von der medialen Dunkelecke, was soll das Triumphgeschrei? Wie sagt das gemeine Volk: „Wer zuletzt lacht, lacht am besten.“

www.conservo.wordpress.com

14.12.2015

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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3 Antworten zu Auf dem falschen Bein Hurra – Konservative gewinnen zwar Regionalwahl, aber…

  1. karlschippendraht schreibt:

    Rund um Deutschland , in den ehemaligen Ostblockländern , Österreich , Schweiz , Frankreich , Niederlande und Dänemark erstarkt der Widerstand gegen den teuflischen Plan der Ostküste , die europäischen Völker mit ihrer abendländischen Kultur und ihrer Intelligenz schleichend auszulöschen . Selbst auf dem CDU-Pateitag stellte sich jemand offen und mutig gegen Merkel und ihre Lemminge : Arnold Vaatz , ein Mann aus Sachsen der zu DDR-Zeiten am eigenen Leibe verspürt hat , was Fremdherrschaft und Diktatur bedeuten . Er hat sich von Merkels illusionistischer Wortspielerei nicht täuschen lassen.
    Für mich unverständlich ist , wie sich solch ehemalige Mächte wie Frankreich und GB , die einst den Orient beherrschten , heute von einer Flut des Mittelalters willenlos manipulieren lassen.

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  2. francomacorisano schreibt:

    Der Front National treibt die anderen Parteien, vor allem die Republikaner von Sarkozy thematisch vor sich her. Nur darauf kommt es an! Wenn Sarkozy aus taktischen Gründen inhaltlich nur ein bisschen von Le Pen übernehmen muss, hat der Front National schon gewirkt. Davon könnten wir in Deutschland lernen! Aber mit soviel strategischem Denken sind in Deutschland Konservative leider überfordert, was deren Misserfolge teilweise erklärt.

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  3. hanskolpak schreibt:

    Alles klappt – zusammen.

    „Die Bundeskanzlerin bestimmt die Richtlinien der Politik.“
    Die NATO destabilisiert Europa.
    Die Deutschen halten still und bezahlen die Zeche.
    Der Empörungsmassenchor der Gutmenschen singt laut und schrill.

    Frage an Radio Eriwan: Wird der Disziplinierungs- und Diffamierungsapparat der BRD sich durchsetzen?
    Radio Eriwan antwortet: Im Prinzip ja. Die Handlanger des Apparates werden zuerst die schönsten Laternenorden empfangen und dann auf den Friedhofen die besten Plätze an den breiten Wegen einnehmen.

    … ausgedacht von ….
    Hans Kolpak
    Goldige Zeiten
    http://www.dzig.de/Perspektiven-fuer-Deutschland

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