Für eine „Kultur des Lebens“ und nicht des Tötens

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes

Rechtswidrig, aber straffrei

In einer Zeit, in der selbst „christliche“ Organisationen (z. B. „Pro Familia“) sog. Abtreibungen fördern, ist jede mahnende Stimme willkommen. Was da so scheinbar normal „abgetrieben“ wird, ist noch nicht geborenes menschliches Leben. Es handelt sich, klar ausgedrückt, um Tötung.1kind

Auf diesem Forum habe ich schon viele Male Klage gegen die große Zahl von Tötungen ungeborener Kinder im Mutterleib geführt. Das ist eine verbal verharmlosende Beschreibung eines Tötungsaktes, der keine Probleme löst, sondern viele zusätzliche schafft. Doch der Zeitgeist weht seit langem zugunsten der Freigabe von „Abtreibungen“. Von den lebenslangen Schuldvorwürfen, die sich viele solcher Frauen selbst machen, spricht niemand.

Die deutsche Gesetzgebung ist zwar auf dem Papier klar, in der Praxis aber unglaublich inkonsequent. Ihr Anspruch: Das Lebensrecht sei nicht teilbar. Das Bundesverfassungsgericht „gestand“ dem bereits ungeborenen Menschen das Lebensrecht zu und definierte jede Tötung eines ungeborenen Menschen grundsätzlich als schweres Unrecht, also als verboten. Das ist aber nur der gesetzliche Anspruch.

Die Wirklichkeit steht ihm entgegen: Der Mensch hat zwar von der Befruchtung an einRecht auf Leben und darf deshalb nicht getötet werden. Wenn dies aber trotzdem bis zum dritten Monat der Schwangerschaft geschieht, so ist die Abtreibung straffrei, falls man der Mutter zuvor einen sog. Beratungsschein ausgestellt hat. Der Volksmund beschreibt ein solches Paradoxon zutreffend mit „wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß!“

„Menschenrecht auf Tötung“?

Juristisch sauberer gewertet lautet die deutsche Gesetzeslage aber so: „Rechtswidrig, aber straffrei“. Denn die derzeitige Praxis hat dazu geführt, daß viele Bürger glauben, „Abtreibung“ sei schlechterdings erlaubt. Organisationen wie Amnesty International und „Pro Familia“ machen sich dies zunutze und sprechen gar von „Menschenrechten“, wenn es um die Tötung nicht geborener Kinder geht – mit der unsäglichen Begründung, die Würde eines Menschen sei unantastbar. Welche „Würde“ ist das denn, in der die Tötung im Mittelpunkt steht? Für Amnesty gehört die Tötung eines Kindes im Mutterleib zum Grundrecht einer jeden Mutter.

„Pro Familia“, die die Kampagne von Amnesty unterstützt und vorgibt, die Menschenwürde ebenfalls schützen zu wollen, unterhält eigene Tötungsambulanzen, in denen die Vernichtung ungeborenen Lebens im Mutterleib durchgeführt wird. Durchaus kein Nebeneffekt ist dabei die ökonomische Seite: Die daraus erzielten Einnahmen sind nicht unerheblich und liegen bei mehreren Millionen Euros. Eine äußerst fragwürdige Moral!

Zehn Millionen Kinder vor der Geburt getötet

Dieses angebliche „Recht auf Tötung seines Kindes vor der Geburt“ ist dafür verantwortlich, daß in den letzten 50 Jahren allein in Deutschland mindestens 10 Millionen Kinder vor ihrer Geburt getötet wurden, zu 90% finanziert durch den deutschen Staat. Wie ich hier schon mehrfach nachgewiesen habe, ist die amtliche Statistik zu den vorgeburtlichen Tötungen nicht aussagekräftig; sie erfaßt z. B. nur die „amtlich erfaßten“. Die Zahlen sind u. a. deshalb nicht vollständig, weil z. B. die Wahrhaftigkeit der Antworten der Ärzte nicht überprüfbar ist. Außerdem sind in der Abtreibungsstatistik die unter einer anderen Diagnose abgerechneten und auch die im Ausland vorgenommenen Schwangerschaftsabbrüche nicht enthalten. Fachleute schätzen die echte Zahl auf 200.000 und 400.000 Kinder – jährlich! Nichtgeborene Kinder, die eine große demographische Lücke verursachen.

Recht auf Leben – nicht auf Tötung!

Der linke Ungeist, der dahintersteckt, schreckt auch vor einer Verhöhnung der Bürger nicht zurück: Die durch die Kindstötungen entsehende demographische Lücke müsse (und könne nur) durch „mehr Zuwanderung“ gemildert oder geschlossen werden, weshalb wir also der ganzen Welt Tür und Tor öffnen. 50 Jahre nach der sog. sexuellen Kulturrevolution mit all ihren negativen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft sehen sich die europäischen Staaten einer Flüchtlingswelle unvorstellbaren Ausmaßes gegenüber. Warum werden diese Zusammenhänge von Politik und Medien nicht thematisiert?

Klar, wer dagegen protestiert, muß umgehend mit dem Protest der Zeitgeistmenschen rechnen. Denn wenn „so ein paar Irregeleitete“ für ein angebliches „Recht auf Leben“ demonstrieren wollen, ist das der beste Beweis für die Gefährdung unserer Nation. Wer sich z. B. gegen die „Frühsexualisierung“ unserer Kinder wehrt, wer also (auch verborgen gehaltene) Pädophilie in Kindergarten und Schule nicht mitträgt oder dafür eintritt, daß Ungeborene leben (dürfen) – also gegen „Abtreibung“ demonstriert – stellt sich automatisch außerhalb unserer Gesellschaft.

Das Leben, das (medizinisch unbestritten) bereits vor der Geburt beginnt, ist ein Geschenk, das man gerade in einer so reichen Gesellschaft wie der unseren nicht wegwerfen darf. Abtreibung und Euthanasie sind die zwei Seiten einer Medaille. Wir sind aufgerufen, uns dies immer wieder bewußt zu machen, und dies auch in der Öffentlichkeit zu bekennen.

Erzbischof Dyba, der „Löwe von Fulda“ – ein mutiger Kämpfer wider den Zeitgeist

Einer derjenigen, die sich laut und klar in der Öffentlichkeit bekannten, war der Fuldaer Erzbischof Johannes Dyba, der leider viel zu früh verstorben ist –ein Streiter für den katholischen Glauben und gegen alle zeitgeistlichen Versuchungen, was ihn von manchen heutigen „Kollegen“ unterscheidet. Er würde heute wohl auch allen Grund sehen, z. B. in der Deutschen Bischofskonferenz kräftig auf den Tisch zu hauen. Anlässe gäbe es genügend.

Papst sagt nein

Erinnert sei an den Konflikt um die Mitwirkung der katholischen Kirche in Deutschland an der nachweispflichtigen Schwangerschaftskonfliktberatung, die die Kirche fast an den Rand einer Spaltung führte. Von 1993 bis 1999 wurde die Problematik eines katholischen Beratungsscheins unter den deutschen Bischöfen zwischen der Mehrheit der Bischöfe und Rom (und innerhalb der deutschen Katholiken) kontrovers diskutiert. Dyba war einer der Wortführer der Gegner der Neuregelung. Niemals im 20. Jahrhundert hatte ein kirchliches Thema derart die Öffentlichkeit beschäftigt. Johannes Paul II. hat sich in fünf Briefen der Mitwirkung der Kirche in Deutschland an dem derzeitigen staatlichen Procedere widersetzt, weil der Beratungsschein Zentralbedingung für die Straflosigkeit einer Abtreibung ist. Aber die „Beratungsscheinbefürworter“ setzten sich durch.

Aktuell kam das Thema jetzt wieder auf den Tisch der Kirche, weil Papst Franziskus eindeutig Stellung bezogen hat. Die katholische Zeitung “Die Tagespost” veröffentlichte am 29. Dezember 2015 einen Leserbrief des Pfarrers Karl-Hans Köhle aus Siegen, worin der Geistliche sich zum „ad-limina-Besuch“*) der deutschen Bischöfe in Rom äußert. Papst Franziskus hatte die angereisten Oberhirten in seiner Ansprache zur Mission und zum Einsatz für den Lebensschutz aufgerufen. (* ad-limina-Besuch nennt man eine kirchenrechtliche Verpflichtung der römisch-katholischen Bischöfe, in der Regel alle fünf Jahre persönlich dem Papst einen Besuch abzustatten und dabei einen Bericht über die Situation der jeweiligen Diözese zu geben. kathpedia)

Der Autor der „Tagespost“ schreibt weiter:

“Die Kirche dürfe nie müde werden, Anwältin des Lebens zu sein und keine Abstriche darin machen, dass das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod uneingeschränkt zu schützen sei, so der Papst. Zahlreich sind seine Appelle, für die ungeborenen Kinder und für die Menschen in den letzten und kritischen Phasen ihres Lebens einzutreten.

Das mag an den früheren, vor 15 Jahren verstorbenen Bischof von Fulda, Johannes Dyba, erinnern. Zum Jahresende ist der Leiterin des Münsteraner Komm Mit-Verlages, Felizitas Küble, ein großer Wurf gelungen: Sie konnte 33 namhafte Autoren aus Kirche, Kultur, Kunst, Theologie, Wissenschaft und Publizistik für ein neues Werk über Johannes Dyba gewinnen. Das Buch mit dem programmatischen Titel „Der Löwe von Fulda“ hat dazu noch einen ökumenischen Charakter, denn auch Vertreter der evangelischen Kirche würdigen Johannes Dyba.”

Buch-Daten: „Der Löwe von Fulda: Ökumenische Würdigung eines guten Hirten“ – Herausgeber: Felizitas Küble, KOMM-MIT-Verlag in Münster, 208 Seiten, Umschlag: Hardcover, vierfarbig, zahlreiche Fotos, ISBN: 978-3-921090-98-5. Bestellungen an KOMM-MIT-Verlag, 48041 Münster, Postfach 7680, per Tel. 0251 – 616768, Fax 0251-614020 oder E-Mail: felizitas.kueble@web.de. Einzelpreis je 14,80 € – Mengenrabatte: ab 4 Expl. je 13,80 € – ab 10 Expl. je 11,80 €). Quelle und weitere INFOS über diesen Gedenkband hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/12/08/loewe-von-fulda-dyba-gedenkband-erinnert-an-einen-grossartigen-hirten)

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02.01.2015

Über conservo

ÜBER MICH, CONSERVO Liebe Leser, dieser Blog ist ein besonderer Blog. Er wurde 2010 von Peter Helmes gegründet, und ich führe ihn seit dem 1.11.2020 in seinem Sinne fort. Dieser Blog ist konservativ, er ist christlich, und er ist abendländisch. Allein das macht ihn in den diesen unruhigen Zeiten zu einem Exoten. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12) Heute steht alles auf dem Kopf. Was früher noch galt, gilt heute nicht mehr. Grenzen wurden aufgehoben, Geschlechter abgeschafft, die traditionelle Familie ist unter Dauerbeschuss, wer am meisten Minderheitenmerkmale auf sich vereint, darf – zumindest in Deutschland – fordern, was er will. Das Christentum steht weltweit mit dem Rücken zur Wand. Lau sind sie geworden – die Christen hier im Lande, aber auch die orientalischen Christen, die sich nach der Flucht aus dem Orient hier ein neues Leben aufbauen konnten, und dennoch angesichts der Islamisierung schweigen. Finanzstarke und einflussreiche Interessengruppen unter Klaus Schwab, Bill Gates, George Soros u.v.m. setzen weltweit den Great Reset mit seiner neofeudalistischen Ökodiktatur mittels Massenmigration, Globalisierung, Plandemien und mit Hilfe gekaufter Politiker, Journalisten und „Sozialen“ Medien gegen die Interessen der Völker mit nie gekannter Brutalität durch. Die geistige und seelische Not der Menschen steigert sich tagtäglich inmitten dieser finsteren Zeit. Gerade westliche Menschen scheinen jeglichen Halt, Glauben und ihre natürliche Wehrhaftigkeit verloren zu haben. Jeder wird im Leben auf seinen Platz gestellt. Jedes Volk hat sein Schicksal und muss es in seinem eigenen Land bewältigen. Migration und der entgrenzte Einheitsmensch sind nicht unsere Bestimmung. Dennoch wird erneut versucht, dem Menschen als freiem und göttlichem Wesen unter Tarnworten wie „Solidarität“, „Vielfalt“ und „Humanität“ die teuflische Gleichheitslehre des Kommunismus aufzuerlegen. Dies ist wider die Natur und wider jedes menschliche und göttliche Gesetz. „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.“ (Luk, 1 - 3) Dank Peter Helmes analysieren langjährige, hervorragende Kolumnisten, basierend auf christlichen Werten, in aller Klarheit das heutige Tohuwabohu aus verschiedensten Blickwinkeln: Die Geißel der Globalisierung, geostrategische Interessen, die Massenmigration und importierte Gewalt, das Versagen der Politiker und der Verlust unserer Werte, Kultur und Heimat. Die Kolumnen wie auch die Diskussionen sind offen, respektvoll und tabufrei; denn nur so kann man die drängenden Themen der Zeit in der Tiefe analysieren, Machtstrukturen herausarbeiten und Roß und Reiter benennen. Nur so können wir uns auf uns selbst und unsere Stärken rückbesinnen und Deutschland, unsere Heimat, verteidigen. „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh, 32 – 33) Nochmal: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb sind unsere westlichen Wurzeln, Werte und unser Glauben nötiger denn je. Sie geben uns den Rückhalt, um aufzustehen und zu sagen: „Nein. Bis hierher und nicht weiter. Es ist jetzt genug!“ Wie schon Peter, lade ich Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren und zu kritisieren. Eine kleine Regel muss ich leider einbauen. Unterschiedliche Ansichten können durchaus in aller Härte debattiert werden. 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