Der gute Mensch – kein „Gutmensch“!

Von Peter Helmesgutmensch

„Gutmensch“, das Unwort des Jahres

Zugegeben: Ich selbst benutze dieses polemische Wort sehr häufig – und ich bedaure das absolut nicht. Da ich selbst jahrelang Krankenhausdienste geleistet habe, kann ich aber unmöglich die (wirklich guten) Menschen meinen, die Caritas, also Nächstenliebe üben. Auf die Leistung dieser Helfer bin ich stolz und ihnen dankbar. Ich meine hingegen mit „Gutmensch“ diejenigen, die ständig mit erhobenem Moralfinger durch die Gegend laufen und jedem ungefragt erklären, was (nach ihrer Meinung „gut“ oder böse ist.

Das Wort „Gutmensch“‘ diffamiert also keineswegs soziales Engagement als durchgehend dumm und naiv. Es fordert ein, dabei nicht stehenzubleiben. Die Wendung kritisiert durchaus verbreitete Doppelmoral, Widersprüche und Blasiertheit. „Gutmensch“ zum Unwort zu küren, entspringt einem frappierenden Mangel an Reflexion und Kritikfähigkeit genau derer, die damit gemeint sind. Das beweist verqueres, linkes Denken. Da ist er wieder, der Moralfinger, der einen auf Schritt und Tritt begleitet.

Links ist gut, rechts ist böse

Wer nicht ihrer Meinung ist oder gar widerspricht, kann ergo kein Gutmensch sein, sondern nur eine Bösmensch. Das hat im politischen Diskurs dazu geführt, daß grün-rote Männlein und Frolleins offenbar so etwas wie einen allgemeinen, aber ungeschriebenen Verhaltenskodex entwickelt haben, der wie das Grundgesetz zu respektieren ist. Ergebnis: Links ist gut, rechts ist böse.

Dagegen ist man wehrlos; denn die lieben Gutmenschen lassen keine Diskussion zu. Aber auch hier zeigt sich die ganze Infamie der Gutmenschen: Es scheint ihnen gelungen, den Begriff „Gutmensch“, den wir ursprünglich nur, d. h. ausschließlich, für solche Bessermoralisten und Volksbelehrer erfunden haben, so umzuinterpretieren, daß wir automatisch in der rechten Ecke landen: „Gutmenschen“, rufen sie aus allen Ecken, „Gutmenschen, das sind doch alle die barmherzigen Krankenschwestern und Helfer. Und diese bösen Rechten haben den schönen Begriff so uminterpretiert, so daß es einen geringschätzigen Ausdruck kriegt…“ Das ist schon nicht mehr Dialektik, das ist plumper Dummenfang. In Wirklichkeit sind diese geborenen Umerzieher die Wortverdreher! (Siehe auch die diversen Presseschauen nach der Kürung des „Unwort des Jahres“.)

Für mich bleibt ein guter Mensch das, was er immer war: Ein Helfer in der Not, ein Menschenfreund. „Gutmenschen“ aus der linken Ecke sind in Wahrheit die Bösen, die auch noch auf dem Buckel braver Bürger ihr Süppchen kochen.

http://www.conservo.wordpress.com

13.01.2016

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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2 Antworten zu Der gute Mensch – kein „Gutmensch“!

  1. anvo1059 schreibt:

    Nun die (un) Wortwahl des Jahres sorgt ja wieder für reichlich Häme….
    Hier mal ne kleine Liste der Wörter und Unwöreter dr letzen Jahre. Ist Aufschlussreich..
    2000 Schwarzgeldaffäre national befreite Zone
    2001 der 11. September Gotteskrieger
    2002 Teuro Ich-AG
    2003 Das alte Europa Tätervolk
    2004 Hartz IV Humankapital
    2005 Bundeskanzlerin Entlassungsproduktivität
    2006 Fanmeile freiwillige Ausreise
    2007 Klimakatastrophe Herdprämie
    2008 Finanzkrise notleidende Banken
    2009 Abwrackprämie betriebsratsverseucht
    2010 Wutbürger alternativlos
    2011 Stresstest Döner-Morde
    2012 Rettungsroutine Opfer-Abo
    2013 GroKo Sozialtourismus
    2014 Lichtgrenze Lügenpresse
    2015 Flüchtlinge Gutmensch
    Gegenüberstellung: Wort-Unwort des Jahres
    Mach sich jeder seinen Reim darauf.

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  2. hansberndulrich schreibt:

    Zum obigen Gutmenschen-Gedicht fällt mir eine Lebensweisheit ein:
    „Wer nach allen Seiten offen ist, der kann nicht ganz dicht sein.“

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