Friedenspfeife versus Smoking Gun

(www.conservo.wordpress.com)

Von Freddy Kühne *)

Freddy Kühne

Freddy Kühne

Die Friedensgespräche zu Syrien drohen nur die Ruhe vor dem Sturm zu sein. Kaum ist die Friedenspfeife geraucht, rauchen auch schon wieder die Guns.

Europa und der Westen drohen in einen chaotischen Schlamassel in Syrien hineinzurutschen: erst haben sie jahrelang tatenlos dem Morden des syrischen Machthabers Assad zugesehen, dann haben sie den sunnitischen IS groß werden lassen.

Russlands Präsident Putin hat sich in der Syrienfrage lange Zeit fair gegenüber dem Westen verhalten, sich still zurückgehalten. Doch die lahme Ente Obama liess Assad viele vorher gezogene rote Linien überqueren – ohne Konsequenzen.

In Europa ließ man vor 2005 die Gunst der Stunde ungenutzt: noch Präsident George W. Bush hätte die Ukraine in die Nato holen können – und zwar völlig unproblematisch. Doch Kanzlerin Merkel wollte dies mit Rücksicht auf Russland verhindern. Dies war der erste große geostrategische Fehler Merkels.

Seit 2005 erkannte Putin das Spiel des Westens, mittels bunter Bürgerbewegungen und Revolutionen Systeme zu verändern.

Er erkannte zugleich die Schwäche Obamas und Europas, den militärischen Konflikt zu scheuen.

Dies erkennend, beschloss Putin eine Kompletterneuerung der russischen Streitkräfte und rüstet seit 2005 die Armee mit modernen Waffensystemen Zug um Zug um.

Inzwischen ist Russlands Armee derart schlagkräftig, dass die europäischen Nato-Partner dieser russischen Armee militärisch nicht mehr überlegen, teilweise sogar unterlegen sind.

Politisch gar ist Europa derart schwach, und seit Obamas Präsidentschaft gilt dasselbe für die USA, dass Putin keine militärische Gegenwehr zu befürchten hat. Dass Assad einfach rote Linien Obamas ohne Konsequenzen überschreiten konnte, ermöglichte aus Sicht Putins die Annexion der Krim und die hybride Kriegsführung in der Ukraine. Aus Sicht Putins war dies ein legitimer Akt der Verteidigung der klassischen russischen Einflusssphäre.

Aus Sicht der Europäer und der Nato freilich war dies ein Affront gegen die Nachkriegsordnung in Europa: Konflikte sollten nicht militärisch, sondern nur noch politisch und diplomatisch gelöst werden. Die Einhaltung von Völkerrecht sollte alle Parteien und Nationen zu einem dauerhaften friedlichen Miteinander führen.

Die Nato-Osterweiterung entsprach aus europäisch-westlicher Sicht keinem aggressiven Imperialismus. Es war die freie Willensentscheidung unabhängiger souveräner Staaten in Osteuropa, sich nach 40 Jahren Besatzung durch die Sowjets in die sicheren Hände der Nato zu begeben.

Aus russischer, vor allem aus national-russischer Sicht, stellte diese Nato-Erweiterung jedoch eine Art Feindseligkeit dar: Russland erwartete nach dem Zusammenbuch der Sowjetunion, dass sich die ehemaligen Satellitenstaaten Moskaus zu einer Art neutralen Zone zwischen der Nato und Russland entwickeln würden.

Diese unterschiedlichen Erwartungshaltungen und Sichtweisen Russlands einerseits und Europas und der USA andererseits führten zur stetigen Verschärfung des Missverständnisses und teilweise auch des Misstrauens.

Russland empfand die Nato-Osterweiterung als Demütigung. Die Osteuropäer empfanden sie als einzige Garantie dafür, nie wieder in die Abhängigkeit der russischen Einflusssphäre zu gelangen.

Die Ukraine stellt dabei einen Sonderfall dar, weil sie einerseits im Westen und in der Zentrale stark über Jahrhunderte vom polnischen Katholizismus und starken Vernetzungen nach Westeuropa durch die Zugehörigkeit des polnischen Königtums zum österreichischen Haus Habsburg verfügt. Andererseits aber ist die Ukraine im Osten und Süden stark von russischstämmiger Bevölkerung geprägt. Die Idee des Westens, vor allem der USA und der Eurokratie in Brüssel, die Ukraine ins Haus Europa und in die Nato einzuladen, hatte Charme. Doch sie hätte schon 2005 genutzt werden müssen.

Danach schloß sich das günstige Zeitfenster für eine Westbindung der Ukraine sehr schnell: Russland erkannte die Absichten und agierte – aus russischer Sicht – beherzt gegen die assymetrisch ausgetragene Eroberungsführung des Westens via Unterstützung des bürgerschaftlichen oppositionellen Engagements gegen die prorussische Regierung in Kiew.

Aus westlicher Sicht stellte diese Unterstützung keine hybride Kriegsführung dar. Der Westen sah dies als legale Unterstützung demokratischer Gruppierungen durch politische Stiftungen usw. an.

Diese vollkommen konträre Sichtweise setzt sich bis heute in vielen Köpfen und auch in denen hochrangiger Politiker fort.

Wohin diese Eskalation im Extremfall führen könnte, erahnen wir am Beispiel Syriens: dort droht der Konflikt zu einem Stellvertreterkonflikt Russlands und der USA auszuarten: Russland unterstützt den alevitischen Assad. Die USA die sunnitische Opposition.

Beide Züge rasen extrem schnell aufeinander zu. Wenn jetzt nicht die Sicherheitssysteme funktionieren und noch menschliches Versagen hinzu kommt, endet dies möglicherweise in einem militärischen Fiasko – mit weitreichenden ökonomischen, sozialen und sicherheitspolitischen Folgen für Europa, speziell für Deutschland.

Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um Europa, die USA und Russland von einer weiteren vermeidbaren und fatalen Eskalation abzubringen: die Verantwortlichen auf allen Seiten müssen schnellstens erkennen, dass sie gemeinsam handelnd , bessere Lösungen zum Vorteil der betroffenen Menschen erreichen, als wenn sie weiterhin gegeneinander agieren. (Siehe auch: http://www.nzz.ch/international/syrische-rebellen-haben-raketen-erhalten-1.18694616)

*) Freddy Kühne schreibt für das Blog http://99thesen.com/ und ist regelmäßiger Kolumnist auf conservo

www.conservo.wordpress.com

13.02.2016

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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Eine Antwort zu Friedenspfeife versus Smoking Gun

  1. karlschippendraht schreibt:

    ……..Die Nato-Osterweiterung entsprach aus europäisch-westlicher Sicht keinem aggressiven Imperialismus……..

    Das kann man auch anders sehen !!! Zu Sowjetzeiten dachten wir dass die Einkreisung der Sowjetunion einem humaitären Zweck diente , nämlich eine weltweite Ausbreitung des Kommunismus zu verhindern , was ja auch in unserem Sinne war. Die Zeit bleibt aber nicht stehen und somit verändern sich auch die Verhältnisse. Da nun die USA nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion versuchen , auch Russland militärisch einzukreisen kann man diese Absicht nicht mehr als Abwehr des Kommunismus sehen sondern hier stecken Weltherrschaftspläne eines außereuropäischen Finanzklüngels dahinter. Die NATO-Osterweiterung war eindeutig ein Wortbruch ! Russland ist nicht unser Feind sondern die USA.

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