Demokratische Wahlen oder sinnloses Spektakel?

(www.conservo.wordpress.com)wahlurne

Von Reiner Schöne *)

Ich habe mir vor zehn Jahren das Buch gekauft.“ Die Revolution entläßt ihre Kinder“ von Wolfgang Leonard. Es sind die Memoiren eines damals überzeugten Kommunisten, ja Stalinisten, der sich vom Kommunismus abwendet und unter größter Gefahr flüchtet. Er kam nach dem 2. Weltkrieg zusammen mit Walter Ulbricht, der sogenannten „Gruppe Ullbricht“, aus Russland zurück, um im „demokratischen Osten“ ein „sozialistisches Deutschland“ zu installieren.

Sie alle kamen schon mit diesem Vorsatz und dem Ziel hier in Berlin an. Der Spruch Ulbrichts:“Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“ (S. 440)“ ging durch die Reihen des ostdeutschen Volkes.

Leonard beschreibt in diesem Buch auch die ersten „demokratischen“ Wahlen in der Ostzone, die mich heute an die Landtagswahlen und bestimmt auch an die Bundestagswahlen nächstes Jahr erinnern werden.

Unterstützt durch die große Sowjetunion wurden auch die damaligen Wahlen als „demokratisch“ bezeichnet. Ungeachtet dessen, daß im zerstörten Deutschland keine großen Gelder vergeben wurden, um Wahlkampf zu betreiben, ist das Volk von einer wirklich demokratischen Wahl ausgegangen. Im Westen waren sie es, im Osten nicht. Im Westen und im Osten Deutschlands waren die zugelassenen Parteien verpflichtet, ihre Wahlkämpfe allein zu finanzieren, bis auf die kommunistische Partei in Ostdeutschland. Deshalb kamen auch die unterschiedlichen und schicksalhaften Ergebnisse heraus.

Im Westen gewann die CDU, im Osten die Kommunisten. Der Wahlkampf wurde im Osten unterdrückt. Die zugelassenen Parteien bekamen ein paar Zeitungsanzeigen und ein paar Plakate, mit denen sie auskommen mußten. Die Kommunisten bekamen alles, was man zu einem guten und wirklichen Wahlkampf braucht. Gelder zum Beispiel, die die anderen Parteien nicht hatten, eine eigene Zeitung mit Auflagen, die so manche Zeitung heute erblassen lassen würde.

So konnte man ein viel breiteres Spektrum an potenziellen Wählern erreichen – und erreichte es auch. Heute würde man sagen: Ostdeutschland wurde mit kommunistischer Wahlpropaganda zugepflastert, von den anderen Parteien sah man so gut wie nichts. Auch wurden still und heimlich auf kommunistischer Seite, zum Nachteil der anderen Parteien, Vergleiche und immer irgendwie ein Bezug zu den Vorkriegszeiten gezogen. Das kommunistische Russland beeinflußte den Wahlkampf im Osten Deutschlands vehement. So wie man mir erzählte, wußten einige Wähler nicht einmal, wer hinter einer anderen Partei steckte, weil sie nicht informiert wurden und eine Information sehr schwierig war.

Wer in der Ostzone gewonnen hat, wissen wir alle.

Unser heutiger Wahlkampf sieht irgendwie sehr sehr ähnlich aus. Die Altparteien sehen sich gezwungen, eine neue konservative Partei, in eine Richtung zu drängen, die Massenmedien sehen sich verpflichtet, Vergleiche herzustellen, die jeglicher Beweiskraft entbehren, von rechtsradikal bis Nationalsozialismus ist alles dabei. Plakate werden herunter gerissen, Politiker angegriffen und auch verletzt. Offene Diffamierung wird dabei ebenso nicht geahndet wie die (verfolgten) Täter. Wahllokale werden zerstört ebenso wie Parteizentralen. Das alles nennt man, wie damals in der Ostzone, einen „demokratischen Wahlkampf“.

Beide hier beschriebenen Wahlkämpfe sind sehr ähnlich, so daß man keine Unterschiede mehr erkennen kann. Überschriften heute:“ Der CSU-Politiker Manfred Weber hat einen klaren Plan, wie das Erstarken von Populisten und Extremisten bekämpft werden könnte.“

(http://www.focus.de/politik/deutschland/frau-petry-ist-die-geistige-schwester-le-pens-csu-politiker-weber-im-interview-wir-muessen-uns-trauen-klartext-zu-reden_id_5350654.html) oder „Unmittelbar vor drei wichtigen Landtagswahlen in Deutschland wurden die Admins der PEGIDA Facebook-Seite mit über 200.000 Likes und einer Reichweite von über einer Million gesperrt. Anlass für die Sperrung war laut Pressemitteilung des Pegida-Orgateams ein Posting, in dem auf den PEGIDA Twitter-Kanal aufmerksam gemacht wurde.“ (http://www.metropolico.org/2016/03/12/gesamtes-pegida-orgateam-bei-facebook-gesperrt/) oder „BVB-Fanclub will AfD-Wähler rauswerfen“ (https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2016/bvb-fanclub-will-afd-waehler-rauswerfen/) sowie „Hetze, Untreue, Rassismus: Diese Politiker würden mit der AfD in die Landtage ziehen“ (http://www.focus.de/politik/deutschland/in-drei-bundeslaendern-hetze-untreue-rassismus-diese-politiker-wuerden-mit-der-afd-in-die-landtage-ziehen_id_5351676.html)

Wer wohl diese „demokratischen“ Wahlen morgen gewinnt?

*) Reiner Schöne ist Unternehmer im Gesundheitssektor und regelmäßig Kolumnist bei conservo

www.conservo.wordpress.com

  1. März 2016

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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5 Antworten zu Demokratische Wahlen oder sinnloses Spektakel?

  1. karlschippendraht schreibt:

    ……..Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben…….

    Und damals hat es zu Anfang auch wirklich demokratisch ausgesehen , was sich später unter Honecker spürbar änderte. Aber die heutige Linksschickeria macht nicht mal mehr den Versuch , die innere Politik demokratisch aussehen zu lassen.
    Eines sollte absolut klar sein : Bei künftigen Wahlen müssen wir uns auf gemeinste Betrügereien ,
    Fälschungen , Bedrohungen und massive Gewalt einer untergehenden Politkaste einstellen . Morgen können wir mit größter Wahrscheinlichkeit schon solche Beispiele erleben .

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    • wreinerschoene schreibt:

      Sie haben recht, wir werden es leider erkennen müssen das wir alle kurz vor dem Scheitern einer Demokratie stehen. Wir sind schuldig das ist der Konsens, und damit gehen alle Hausieren.Ich weiß nicht ob man diese Schuld unseren Enkeln auch schon eintrichtert es sieht aber ganz danach aus.

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  2. text030 schreibt:

    Der Beitrag zeigt die Parallelen zu einer Ära auf, die in einer Demokratie kein Platz haben sollten.

    Siehe auch: https://text030.wordpress.com/2016/03/12/zitat-zum-wahlsonntag-13-maerz-2016/

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