Löst endlich die Systemparteien auf!

(www.conservo.wordpress.com)

Ein durchaus ernst gemeinter Vorschlag von Thomas Böhm *)

Thomas Böhm

Thomas Böhm

Egal, wie die ganze Sache weiter läuft, egal ob sich Petry, ihr Hofstaat und die neue politische Alternative irgendwann im parlamentarischen Nirwana auflösen, weil sie zu tief die vergiftete Luft der Macht eingeatmet haben, für eins muss man der AfD ewig dankbar sein:

Mit ihren sensationell guten Wahlergebnissen bei den letzten drei Landtagswahlen hat sie die Betonmauer, die die Systemparteien um sich herum aufgebaut haben, um ungestört am Bürger vorbei Politik  misszugestalten, zerbröckeln lassen.

Nun wird diese Mauer neu zementiert und zwar so, dass sie in absehbarer Zeit niemand mehr überwinden kann. Nur – und nochmals herzlichen Dank an die AfD – entlarven die Reaktionen der Elite-Parteien unser komplettes parlamentarisches System als Affentheater.

Die „Zeit“ schreibt süffisant:

Gestatten: Kiwi, Ampel und Kenia. In Deutschland werden gerade völlig neue Koalitionen ausgelotet… (http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-03/koalitionsverhandlungen-landtagswahlen-baden-wuerttemberg-rheinlad-pfalz-sachsen-anhalt/komplettansicht)

Aber natürlich alles Koalitionen, die in Wirklichkeit keine Neuerungen bringen werden. Es geht zu wie in einem Korb mit verfaulten Äpfeln, die nur neu sortiert aber nicht  gegen frische Äpfel ausgetauscht werden.

In Baden-Württemberg verbiegen sich CDU und Grüne, bis das Rückgrat bricht, in Rheinland-Pfalz sind es SPD, FDP und Grüne, die uns eine trübe Buschstabensuppe servieren wollen und in Sachsen-Anhalt soll es sogar schwarz-rot-grün richten – alles so schön bunt hier!

Zwei Dinge sind dabei bemerkenswert: Egal, wie sich die Farben mischen, es bleibt alles rot, also so wie bisher, und die Grünen, die größten Verlierer auf der politischen Bühne dieser Tage, mischen überall kräftig mit, die AfD dagegen als größter Gewinner der letzten drei Landtagswahlen muss in den Isolationsknast und soll dort am langen Arm verrecken.

Damit wird der Wählerwillen pervertiert, das Stimmvieh zum Rindvieh degradiert, zeigt sich unsere Demokratie in ihrer ganzen Abartigkeit, präsentiert sich uns als Spielcasino, in dem der Wähler zum Zocker wird, seine Stimme in den Geldschlitz wirft, den einarmigen Banditen bedient und egal welche Kombination vor seinen Augen erscheint, verliert, weil auch hier natürlich letztendlich die „Bank“, also die wechselwarmen Parteien gewinnen.

Ein überzeugter Liberaler, der die FDP wählt, bekommt verordnungssüchtige Sozialisten aufs Auge gedrückt, ein eingefleischter Tierfreund bekommt die Kükenschredderer der CDU frei ins Haus, einem katholischen Familienvater wird der widerliche grüne Genderbrei vorgesetzt.

Alles egal, oder? Hauptsache, die da oben bleiben auch da oben, oder?

Es spielt heutzutage also keine Rolle mehr, an welcher Stelle man sein Kreuz macht (Ausnahme die AfD und einige unwählbare Splitterparteien), der Feind ist immer mit im Regierungsbett.

Warum aber wird dann um die Scheinwahlen immer so viel Aufhebens gemacht?

Wer braucht bei diesen beliebigen Regierungsbildungen eigentlich noch die CDUSPDFDPLINKEGRÜNE?

Man sollte wenigstens so konsequent sein und sämtliche Systemparteien auflösen, von mir auch aus mit einem feierlichen Festakt, bei dem Joachim Gauck einem das Ohr abkaut und was vom Pferd erzählt.

Was für Energien könnten freigesetzt werden, wenn ab sofort alle politisch Engagierten nur noch in einer und für eine Partei arbeiten könnten. Die millionenschweren Wahlkampfkostenerstattungen, die ja der Steuerzahler finanziert, könnten direkt den Bedürftigen dieser Welt, die sich in Deutschland aufhalten, zugutekommen. Die vielen Postenjäger wie die Schatzmeister, Schriftführer und Bezirkschefs dürften dann endlich einmal einer vernünftigen Betätigung nachgehen, zum Beispiel als Flüchtlingshelfer oder als Spargelstecher.  Die 450 Millionen Euro, die diese überflüssigen Parteien als Vermögen angehäuft haben, könnten endlich sinnvoll verprasst und in die so notwendige Flüchtlingsbetreuung investiert werden.

Das wäre doch mal ein ECHTES Zeichen der Solidarität für die Armen dieser Welt und könnte dabei helfen, die Glaubwürdigkeit der Schwafler in eben diesen Systemparteien wiederherzustellen.

Ich hätte auch einen passenden Namen für die All-Inclusive-Partei:

AED (Allesfressende Einheitspartei Deutschlands)

Hier noch ein Auszug aus der Fabel „Das Parlament der Tiere“, in der uns erklärt wird, was wirklich mit den Wählerstimmen geschieht:

Bereits um 2:00 Uhr früh öffnete das Wahllokal seine Pforten. Das hatte der Amtsschimmel so bestimmt, aus Rücksichtnahme gegenüber den Nachtschwärmern und anderem lichtscheuen Gesindel.

Das Frontschwein hatte tags zuvor wieder die fleißigen Bienchen in Marsch gesetzt und sie für eine Handvoll Blütenpollen ein gewaltiges Bauwerk zimmern lassen. Eine filigran geschnitzte Arche, die nun als Wahllokal herhalten musste.

„Ein Bauwerk mit symbolischem Charakter, das die Bedeutung dieses globalen Ereignisses vorzüglich hervorhebt“, hatte der Platzhirsch lobend erwähnt. Dass die Arche perfekt zu dem Wahlspruch „Nach uns die Sintflut“ passte, wollte er dagegen als Zufall verkaufen.

Die lange Leitplanke, die zum Deck führte, wurde von den üblichen Zivilbullen und Zebrastreifen flankiert. Über dem Schiff surrte die Drohne und die Warteschlange war am Einlass für die Registrierung zuständig.

Die „Wahren Demokratiere“ hatten ihre Schießbude auf dem Marktplatz stehen gelassen und lungerten nun vor ihr herum.

Auch der Bauerntölpel hatte die letzten Stunden schwer geschuftet und hunderttausende kleine Futtersäcke in den Schiffsrumpf gekarrt. Seit Mitternacht, so lautete eine neue Verordnung, war das wilde Fressen verboten. Bei Zuwiderhandlung drohten strengste Strafen. Für die Raubtiere hatte der Amtsschimmel extra einen Maulkorbzwang erlassen.

Das Frontschwein musste direkt neben der Wahlkabine Stellung beziehen und bewachte nun mit seinem Hallo-Wach-Regiment und dem Amtsschimmel die Wahlurne.

Der Vogel Strauß konnte die ganze Nacht kein Auge zudrücken. Wie ein aufgescheuchtes Huhn rannte er kreuz und quer durch die Stadt, steckte seinen Kopf in die Papierkörbe und schrie „Demokratie, aber wie!“. Dabei rupfte er sich vor lauter Vorfreude die Federn einzeln aus.

Es waren aber nicht die Nachtschwärmer, die als Erste ihre Stimme abgeben wollten. Es waren die Lemminge, die bereits bei Nacht und Nebel die Planken stürmten. Zwei Parteien standen auf dem Stimmzettel zur Auswahl. Der „Bärendienst“ und der „Sauhaufen“.

Nachdem der erste Wähler sein Kreuz gemacht und seine Stimme abgegeben hatte, wurde diese vom Amtsschimmel entgegengenommen, abgestempelt, nummeriert, eingetütet und vom Frontschwein vorerst unter das Deck verfrachtet. Danach durfte der Wähler seinen Gutschein einreichen und den Empfang für das Futter quittieren.

Ein Wähler nach dem anderen wurde abgefertigt, seiner Stimme beraubt und damit ruhig gestellt. Lautstarke Beschwerden gab es nicht. Wie denn auch! Die meisten Tiere freuten sich über das kostenlose Frühstück und verdauten friedlich.

So wurde nun auch im Tierreich Ruhe zur ersten Bürgerpflicht.

Die Eintagsfliege, die sich unbemerkt in die Arche geschmuggelt hatte, war entsetzt. Als das Frontschwein gerade wieder einige  Stimmen nach unten brachte, flog sie nach draußen, direkt zur Schießbude, und berichtete atemlos den Widerstandskämpfern von ihren Eindrücken aus dem Bauch des gigantischen Wahllokals.

„Ich habe mir so was schon gedacht“, betrachtete der Wolf im Schafspelz die Sache skeptisch. „Ist aber auch nachvollziehbar. Wer seine Stimme freiwillig abgibt, hat das Rederecht verwirkt. Und wer die meisten Stimmen für sich gewinnt, hat logischerweise auch das meiste zu sagen und bestimmt das Leben der anderen. So funktioniert nun mal die parlamentarische Demokratie. Gut, dass wir die Wahl boykottieren, wir lassen uns das Maul eben nicht so leicht verbieten.“…

Hier können Sie das Buch bestellen

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*) Der Berufsjournalist Thomas Böhm ist Chefredakteur des Mediendienstes „Journalistenwatch“ und ständiger Kolumnist bei conservo

http://www.conservo.wordpress.com

  1. April 2016
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Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 21 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 41 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. Vor allem aber: Er ist auch Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
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