AfD – und die Altparteien-Kaninchen starren auf die Schlange

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes

Kaputtreden ist kein Stil politischer Auseinandersetzung                               Nachdem es dem vereinten Meinungskartell nicht gelungen ist, die AfD kaputtzureden und zu –schreiben, werden jetzt die medialen Knüppelschläge grober. Als sei´s der leibhaftige Gottseibeiuns, wird diese neue Partei nach allen Regeln der Diffamierungskunst niedergemacht. Das ist dumm – und absolut kontraproduktiv.AFD

Solange die AfD-Oberen sich nicht selbst zerfleischen, bleibt die Partei erfolgreich. Die Landtagswahlen im Herbst werden es zeigen. Die SPD ist bereits marginalisiert und röchelt nur noch hilflos: „Wir sind aber noch eine Volkspartei…“ Doch das Volk ist weg, ist abgehauen.

Der CDU droht ein ähnliches Schicksal, wenn sie sich nicht baldigst auf ihre bürgerlichen Tugenden besinnt, wozu Toleranz und Klugheit gehören. Was mich in besonderem Maße stört: Man vernimmt nur Beschimpfungen gegen die AfD, Sachargumente werden aber nicht mitgeliefert. Das ist infam, weil mit einem hingehauchten „rechts“ der Eindruck vermittelt werden soll, diese Partei sei doch (irgendwie) faschistisch!

Vermutlich haben die wenigsten Kritiker das Programm der AfD gelesen. Es ist nicht weit von der (alten) CDU weg. Und wenn man sich den neuen Programmentwurf durcharbeitet, kann man als Bürgerlicher nur immer wieder zustimmend nicken. Da gibt´s noch handfeste Überzeugungen und Begriffe, die man bei der Konkurrenz, wenn überhaupt, nur noch schemenhaft erkennt: Familie z. B., die natürliche Gemeinschaft von Vater, Mutter und Kind(ern). Dazu gehört auch der Schutz des (ungeborenen) Lebens.

Die klassische Familie auf dem Rückzug                                                                          Es ist eine erschütternde Meldung: Die klassische Familie (Vater, Mutter, Kind) verliert zunehmend an Bedeutung. Die Nachrichtenagentur dpa hat einen kurzen Überblick über die verschiedenen „Familienmodelle“ zusammengestellt, der zur Begriffsklärung in der Diskussion hilfreich sein könnte:

(dpa) „Ein Blick in die Statistik zeigt: Noch überwiegt in Deutschland das klassische Familienmodell. Aber der Anteil der Alleinerziehenden ist recht hoch. Auch Patchwork- und Regenbogenfamilien sind längst Normalität. Ungewöhnlich ist dagegen, dass sich zwei Menschen als reine Zweckgemeinschaft zusammen den Kinderwunsch erfüllen.

Für die Durchschnittsfamilie gilt: Eltern sind verheiratet und haben zwei Kinder. Sowohl die Mutter als auch der Vater sind berufstätig. Die Familie wohnt in den eigenen vier Wänden; darin stehen jedem Familienmitglied durchschnittlich 35 Quadratmeter zur Verfügung. Oma und Opa leben allerdings nicht mit im Haushalt.

Wer gehört überhaupt zur Familie?                                                                                  Neben dem klassischen Modell der Kleinfamilie mit Vater, Mutter und Kind gibt es zahlreiche Variationen. Hier ist ein Glossar zu den verschiedenen Familientypen in Deutschland, dazu statistische Daten aus dem Jahr 2014.

Kleinfamilie                                                                                                                                26 Prozent der 13 Millionen Kinder wachsen ohne Geschwister auf. In Ostdeutschland lebten sogar 34 Prozent der Jungen und Mädchen in einer solchen Kleinfamilie. Im Westen liegt der Anteil der Einzelkinder bei 25 Prozent.

Großfamilie                                                                                                                                  In Deutschland leben kaum noch Großfamilien mit drei und mehr Generationen unter einem Dach zusammen. In nur 0,5 Prozent der Haushalte leben Großeltern mit ihren Kindern und Enkeln zusammen. Auch kinderreiche Paare sind selten. Nur jedes vierte Kind hat zwei oder mehr Geschwister.

Alleinerziehende                                                                                                                        In 1,6 Millionen Familien – das sind gut 20 Prozent – wachsen minderjährige Kinder bei nur einem Elternteil auf. Dabei spielten die Väter klar die Nebenrolle: In fast neun von zehn Fällen leben die Kinder bei der Mutter. In Westdeutschland liegt der Anteil der Alleinerziehenden deutlich niedriger als in den Ost-Bundesländern einschließlich Berlin.

Kernfamilie                                                                                                                                  Von der Kernfamilie wird zum Beispiel gesprochen, wenn es nur um zwei Generationen geht: Eltern und Kinder. Im klassischen Fall sind die Eltern verheiratet, aber der Begriff kann sich auch auf nichteheliche und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften oder Alleinerziehende mit Nachwuchs beziehen.

Patchworkfamilie                                                                                                               Überwiegend nach Ehescheidungen entstehen Stief- oder Patchworkfamilien. Sie können recht groß sein und sich im Verlauf des Lebens mehrmals verändern. Studien zufolge leben etwa 14 von 100 Familien mit minderjährigen Kindern nach dem Patchwork-Modell.

Regenbogenfamilie                                                                                                                  Wachsen Kinder bei gleichgeschlechtlichen Elternpaaren auf, wird auch von Regenbogenfamilien gesprochen. Der Name ist abgeleitet von der Regenbogenfahne, dem weltweiten Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung. Nach Schätzungen leben bundesweit 7.000 Kinder in Regenbogenfamilien, 92 Prozent davon bei zwei Müttern.

Co-Parenting                                                                                                                                Für die „gemeinsame Elternschaft“ kommen Menschen zur Verwirklichung ihres Kinderwunsches zusammen, ohne ein Liebespaar zu sein. Diese Sonderform einer konstruierten Design-Familie gewinnt in einigen Ländern langsam an Zustimmung. In den USA sollen bereits mehrere Tausend solcher Familien existieren. Außerdem sprechen Fachleute auch von Co-Parenting, wenn sich Eltern trennen, aber die Erziehung trotzdem weiter gemeinsam mit gleichen Rechten gestalten wollen. (Quelle: dpa 04.04.2016)

Mit dieser Begriffserläuterung im Hinterkopf – besonders in Bezug auf die Regenbogenfamilie – erhält der neue Programmentwurf der AfD ganz besonderes Gewicht, und ich kann die CDU nur davor warnen, sich der notwendigen Diskussion zu entziehen.

Lesen Sie, was das christliche Nachrichtenmagazin „idea“ zum AfD-Programmentwurf schreibt:

AfD-Leitbild: Die traditionelle Familie als „Keimzelle der Gesellschaft“          Im neuen (aber noch nicht beschlossenen) AfD-Programmentwurf heißt es, die Familie aus Vater, Mutter und Kind solle als „Keimzelle der Gesellschaft“ verstanden werden.

Berlin/Stuttgart (idea) – Für die traditionelle Familie als Leitbild plädiert die „Alternative für Deutschland“ (AfD) im Entwurf ihres neuen Parteiprogramms. Darüber soll auf dem vom 30. April bis 1. Mai stattfindenden Bundesparteitag in Stuttgart beraten und abgestimmt werden. In dem Entwurf heißt es:

„Die Familie aus Vater, Mutter und Kind als Keimzelle der Gesellschaft zu verstehen und den Bedürfnissen der Kinder und Eltern gerecht zu werden, muss wieder Mittelpunkt der Familienpolitik werden.“ Die AfD wolle eine gesellschaftliche Wertediskussion zur Stärkung der Elternrolle anstoßen. Sie wende sich gegen die vom Gender-Mainstreaming propagierte Ächtung traditioneller Geschlechterrollen: „Kinder sind kein karriere-hemmender Ballast, sondern unsere Zukunft.“

Zum Problem des Bevölkerungsrückgangs heißt es: Statt der „volkswirtschaftlich nicht tragfähigen und konfliktträchtigen Masseneinwanderung“ – hauptsächlich aus islamischen Staaten – müsse vor allem die Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung erhöht werden. Dazu sei eine größere ideelle Wertschätzung der Elternarbeit sowie eine Familienpolitik notwendig, die sich an den Bedürfnissen von Familien orientiere und junge Menschen zur Familiengründung ermutige. Um dies zu fördern, wird unter anderem ein reformiertes Renten- und Steuersystem gefordert, damit kinderreiche Familien nicht mehr unter dem steuerlichen Existenzminimum leben müssen und ausreichende eigene Rentenansprüche aufbauen. Die AfD will außerdem Mehrkindfamilien besonders unterstützen.

Diskriminierung von Vollzeitmüttern stoppen                                                             Sie tritt ferner dafür ein, die Diskriminierung der Vollzeitmütter zu stoppen. Die Krippenbetreuung von Kleinkindern dürfe nicht einseitig bevorzugt werden. In dem Entwurf wird beklagt, dass es in Deutschland jährlich rund 100.000 Abtreibungen nach der Beratungsregel (soziale Indikation) gibt. Bei der Schwangerenkonfliktberatung müsse deshalb der Schutz ungeborener Kinder das vorrangige Ziel sein. Die AfD stehe für eine „Kultur des Lebens“. Sie wende sich gegen alle Versuche, Abtreibungen zu bagatellisieren, staatlicherseits zu fördern oder gar zu einem Menschenrecht zu erklären.

Die Partei bekennt sich in dem Entwurf ferner zu einer deutschen Leitkultur, die sich im Wesentlichen aus drei Quellen speise: der religiösen Überlieferung des Christentums, der wissenschaftlich-humanistischen Tradition, „deren antike Wurzeln in Renaissance und Aufklärung erneuert wurden“, und dem römischen Recht, auf dem der Rechtsstaat fuße. Man betrachte „die Ideologie des Multikulturalismus“ als ernste Bedrohung für den sozialen Frieden und für den Fortbestand der Nation als kulturelle Einheit.

Der Islam gehört nicht zu Deutschland: Nein zu Minaretten und dem Muezzinruf                                                                                                                                    Im Blick auf den Islam heißt es, er gehöre nicht zu Deutschland. Die AfD trete klar einer islamischen Glaubenspraxis entgegen, „die sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung, unsere Gesetze und gegen die jüdisch-christlichen und humanistischen Grundlagen unserer Kultur richtet“. Die Partei lehne das Minarett als islamisches Herrschaftssymbol ebenso ab wie den Muezzinruf. Mit ihm wird öffentlich proklamiert, dass es außer dem islamischen Allah keinen Gott gebe. Minarett und Muezzinruf stehen, so die AfD, im Widerspruch zu einem toleranten Nebeneinander der Religionen, das die Kirchen praktizierten.

Zugleich wird festgestellt, dass viele Muslime rechtstreu und integriert lebten sowie akzeptierte Mitglieder der Gesellschaft seien. Man müsse jedoch verhindern, dass sich islamische Parallelgesellschaften mit Scharia-Richtern bilden und zunehmend abschotten. Die AfD wendet sich dagegen, Islamkritik als „Islamophobie“ oder „Rassismus“ zu diffamieren.

Gegen „Gender-Ideologie“: Sie spielt Unterschiede der Geschlechter herunter Eine scharfe Absage erteilt die AfD der „Gender-Ideologie“: Sie spiele naturgegebene Unterschiede zwischen den Geschlechtern herunter und wirke damit traditionellen Wertvorstellungen und spezifischen Geschlechterrollen in den Familien entgegen. Die Partei verlangt, die „Gender-Forschung“ abzuschaffen. Ihre Methoden genügten nicht den Kriterien der Wissenschaft, da ihre Zielsetzung politisch motiviert sei. Man müsse verhindern, die mit der Gender-Ideologie verbundene Frühsexualisierung an Schulen zuzulassen. Kinder dürften in Bezug auf ihre sexuelle Identität nicht verunsichert werden.

(Quelle: http://www.idea.de/politik/detail/afd-die-traditionelle-familie-soll-das-leitbild-sein-96289.html)

Hierzu schreibt Klaus Hildebrandt:                                                                                    „Ich kenne keine andere Partei, die sich die traditionelle Familie und Ehe zum Leitbild setzt. Schutz und Förderung derer, wie es das Grundgesetz ja eigentlich vorsieht, gehören aus reiner Überzeugung zu meinen großen Anliegen, warum ich die AfD auch unterstütze. Familie hat überhaupt nichts mit „rechts“ zu tun. Wer Artikel 6 des deutschen Grundgesetzes missachtet, wie es diese – allen voran die Bundesregierung – fortlaufend und zunehmend tut, sollte abdanken.“

Klaus Hildebrandt sandte mir zugleich die folgende Nachricht:

Ein Kommentar zur „schrecklichen“ AfD                                                                        „Die tumbe, phantasielose Hetze sämtlicher Altparteienvertreter vor den Landtagswahlen gegen die AfD waren für mich so indiskutabel, daß ich mich zum ersten Mal in meinem Leben mit dem Gedankengut der von allen Medien so schrecklich “populistisch, rechts radikal und faschistisch” apostrophierten neuen Partei; der AfD in Baden Württemberg, befasst habe. Die größten Teils dummen und arroganten Unterstellungen der Herren Kauder, Strobl, Kretschmann, Schmid und sämtlicher Grüner haben deren Demokratieverständnis schlagend entlarvt und ad absurdum geführt.

Dagegen haben sich bei 2 AfD-Veranstaltungen im Nov. 2015 und März 2016 in Sulz mit den Reden der Herren Sänze, Prof.Meuthen und Frau Petry meine Augen und Ohren mit wachem Erstaunen geweitet. Ich hätte jeden Satz, der da vom Rednerpult kam, mit Zustimmung unterschreiben können. Da war keine Spur von rechtsradikaler Hetze zu vernehmen. Im Gegenteil: Diese Leute benutzen doch tatsächlich ihre Vernunft, ihren gesunden Menschenverstand und das logische Denken. Daß es so etwas heute noch gibt im “Gesinnungsterror” von Grün-Rot, die uns tagtäglich ein X für ein U vormachen wollen und mittels Staatsmedien die Realität zurechtbiegen! Da kam kein Protest oder Widerspruch aus dem Publikum. Der kam von außen in Form von Mahnwachen der Linken und in beschämender Weise auch noch von den Kirchenvertretern!

Inzwischen hat der vernünftige Wähler reagiert, und die AfD wurde mit 15,1% gewählt. Und inzwischen war Karfreitag, der höchste protestantische Feiertag, an dem ein christlicher Priester im Jemen von Moslems gekreuzigt wurde! Ich warte bis heute auf einen Aufschrei der christlichen Kirchenvertreter!

Ich höre nur Frau Käßmanns “Feindesliebe”, sehe den Papst einem Moslem die Füße küssen und höre Mutti Merkels “der Islam gehört zu Deutschland”. Diese uns regierenden naiven Gutmenschen sind Biedermänner/frauen, die den kriminellen, terroristisch-muslimischen Brandstiftern auch noch die Zündhölzer reichen! Soll denn jetzt der christliche Okzident mit dem muslimischen Orient ersetzt werden? Und das auf deutschem Boden?? Das zu verhindern gebietet doch schon die reine Vernunft!

Ich bin nicht rechtsradikal, habe sogar 2011 ganz naiv Grün gewählt (wegen der CDU-Politik eines Herrn Mappus). Dies habe ich aber schon 6 Wochen später bitter bereut, als Gender Mainstreaming und Herrn Stochs Schulreform durchgeführt wurden.“                      (von „H. C.“)

www.conservo.wordpress.com)

6.4.2016

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Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 21 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 43 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. Vor allem aber: Er ist auch Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
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