Integration – was soll das sein?

(www.conservo.wordpress.com)

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Gedanken zur Woche

Von Jörgen Bauer *)

Von Konfuzius stammt das bekannte Wort:

„Sind die Begriffe nicht richtig, so sind die Urteile nicht klar, dann gedeihen die Werke nicht, und das Volk weiß nicht, wo Hand und Fuß hinsetzen.“

Beobachtet man die seit Monaten europaweit geführte Flüchtlingsdebatte, dann hat man in der Tat den Eindruck, dass weder Politiker noch Bürger wissen, wo sie Hand und Fuß hinsetzen sollen.

Mit diesen Worten leitet Klaus Weigelt, Volkswirtschaftler, Soziologe und evangelischer Theologe, seinen Beitrag „Was meint Integration? – Versuch einer Klärung“ – in dem vierteljährlich erscheinenden Magazin „Confessio Augustana“ (CA) I/2016 ein, das von der Gesellschaft für innere und äußere Mission i.S. der lutherischen Kirche e.V., Neuendettelsau, herausgegeben wird, und wo ich auch Mitglied bin.

CA Nr. I/2016 befasst sich hauptsächlich mit der Flüchtlingsproblematik. In dem Magazin werden kurze qualifizierte und gut lesbare Beiträge von Experten in leitenden Funktionen veröffentlicht. Deshalb soll CA I/2016 Gegenstand dieser Betrachtung sein:In dem eingangs erwähnten Beitrag wird dargelegt, dass es zu einer Problemlösung klarer und eindeutiger Begriffe bedarf. Jeder muss klar erkennen können, um was es geht. Das ist bei schwammigen und vieldeutigen Begriffen ausgeschlossen.

„Asylbewerber“, „Flüchtlinge“, „Armutsflüchtlinge“, „Einwanderer“, „Migranten“, alles ist bunt gemischt, und keiner weiß, wie sich die Zuwanderer zusammensetzen, wer bleiben darf und wer nicht, und wer sich vielleicht nur vorübergehend bei uns aufhalten will.

Dazu kommen Begriffe wie „Hotspots“, „Königsteiner Schlüssel“, „Dublin-Abkommen“, „Asylberechtigte“, „Bleiberechtigt“, „Duldung“ und anderes.

Integration – recht verstanden – bedeutet die Eingliederung von Einzelpersonen oder Gruppen in ein größeres Ganzes, wobei die Integrierten Teil dieses größeren Ganzen werden. So die Definition laut Wörterbuch.

Das stellt an die zu Integrierenden hohe Anforderung: Sie müssen bereitsein, sich der europäischen Lebensart und deutschen Sitten und Gebräuchen anzupassen und dazu sehr lernbereit, da es andernfalls zu Parallelgesellschaften und sozialen Spannungen kommt.

Für eine gelungene Integration sind im vorliegenden Fall nicht nur Jahre, sondern Jahrzehnte zu veranschlagen. Dazu eine sehr große Zahl an Bildungsreinrichtungen, Lehrkräften, Sozialarbeitern und anderen Helfern, die zum Teil erst herangebildet werden müssen.

Es geht weiter mit Wohnungen und Arbeitsplätzen. Von den immensen Kosten erst gar nicht zu reden. Deshalb die Frage, wie viel Menschen aus fremden Kulturkreisen überhaupt integriert werden können. Derzeit gibt es keinerlei tragfähige Konzepte.

Es ist deshalb dringend erforderlich zuerst die Zuwanderung in den Griff zu bekommen, bevor man sich überhaupt Gedanken über die Integration macht. Ohne genaue Zahlen lässt sich überhaupt nichts planen, vor allem, wenn ständig neu hinzukommende Flüchtlingsmassen alle Planungen über den Haufen werfen.

Wenn die Zahl der Flüchtlinge nicht drastisch reduziert wird, werden wir integrationspolitisch scheitern, so der Vorsitzende der Innenministerkonferenz und saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU).

Bei einer weiteren unkontrollierten Zuwanderung, bei der weitere Millionen Flüchtlinge ins Land kommen, werden sich die Probleme nicht nur multiplizieren, sondern potenzieren. In der Folge wird es zu sozialen Unruhen kommen.

Mit dem Thema „Biblische Willkommenskultur?“ befasst sich der Professor für Altes Testament, Pfarrer, Institutsleiter an einer ev. Theologischen Fakultät und Titularprofessor, Markus Zehnder.

In diesem Beitrag werden „beliebte Bibelaussagen“ aus dem Alten Testament wie: „Einen Fremdling sollst du nicht bedrücken“ (2. Mose 22, 20) und „Einerlei Gesetz und einerlei Recht soll gelten für euch und für den Fremdling, der bei euch wohnt“ (4. Mose 15,16) sowie aus dem Neuen Testament: „Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen“ (Matthäus 25,35) zitiert.

Markus Zehnder legt dar, dass diese biblischen Aussagen in einem völlig anderen Kontext erfolgten und sich keinesfalls 1:1 auf die derzeitige Situation übertragen lassen. Die Willkommenskultur lässt sich biblisch zum größten Teil nicht begründen. Das biblische Bild von Zuwanderung ist nüchterner und kritischer.

Vom Fremdling wurde verlangt, dass er sich anpasst. Die eigene Identität der Aufnehmenden musste gewahrt bleiben. Einen „interreligiösen Dialog“ kennt weder das Alte noch das Neue Testament. Es gibt eine biblische Kritik an der Fremdenfreundlichkeit, nämlich wenn sie zu einer Gefahr für Israel werden konnte, bzw. wenn dadurch Irrlehren und heidnisches Brauchtum eingeschleppt wurden.

Für unsere heutige Situation hat die Bibel keine Patentrezepte. Nur soviel, dass Schlagworte wie „auch Jesus war ein Flüchtling“, nicht hilfreich sind. Die Dinge werden nüchtern und sachlich gesehen.

In weiteren Beiträgen geht es darum, dass den zu uns kommenden Fremden das Evangelium nicht vorenthalten werden darf. Es zeigt sich, dass unter den Flüchtlingen zum Teil ein großes Interesse am Evangelium besteht und dass entsprechende Glaubenskurse gut besucht sind.

Kritisch wird gesehen, dass sich die EKD mehr zur humanitären Hilfe verpflichtet sieht, während das Geistliche völlig unter den Tisch fällt. Zudem hält sich die EKD bedeckt, egal ob es um die Verfolgung von Christen im Nahen Osten oder in inländischen Flüchtlingsunterkünften geht, wo die EKD im letzteren Fall geneigt ist, von „Gerüchten“ zu sprechen. Vermutlich würde eine andere Haltung den „Interreligiösen Dialog“ stören.

Wie ist das alles zu bewerten?                                                                                                Bis heute wird nicht bedacht, dass wir in einer endlichen Welt leben, also nichts grenzenlos ist und dass Hilfe nur solange möglich ist, wie die aufnehmende Gesellschaft nicht selbst hilfebedürftig wird.

Auch bei der Aufnahme von Flüchtlingen gilt, dass, wenn schon Integration, die Flüchtlinge menschenwürdig untergebracht und ihnen Chancen gegeben werden müssen, will man keinen sozialen Sprengstoff ansammeln. Und da muss gelten: „Lieber wenige Dinge einwandfrei gemacht, als viele halbe Sachen.“

Wer auf solche Sachzwänge hinweist – sofern er sich das überhaupt traut – wird mit den sattsam bekannten Schlagworten – die tatsächlich wie Schläge wirken – niedergemacht. So wird es seitens der Grünen als unzumutbar angesehen von den Flüchtlingen irgendetwas zu verlangen.

Das entspricht der sattsam bekannten Haltung, immer nur die Gesellschaft bzw. deren Institutionen in die Pflicht zu nehmen, die dann auch schuld ist, wenn etwas nicht gelingt, wobei die zu Begünstigenden nicht zum Erfolg beitragen müssen.

Auch deshalb ist es seit längerem politischer Stil, sich nicht festzulegen, sondern die Dinge in der Schwebe zu halten. Man scheut klare Schnitte, möchte es allen recht machen und vermeiden, als „inhuman“ hingestellt zu werden.

Nun gibt es aber keinen sicheren Weg zum Erfolg, aber einen sicheren zum Misserfolg. Und der heißt: „Versuche es jedem recht zu machen“. Ein Ausfluss dieser Haltung ist der „Rechtsmittelstaat“, wo man endlos Einsprüche, Widersprüche und Klagen einreichen kann und wo bei abschlägigen endgültigen Entscheidungen auf der humanitären Betroffenheitsschiene das Spiel über die Medien weitergeht, was sogar mehr als verständlich ist, wenn sich ein Asylbewerber mit seiner Familie im Laufe langer Jahre praktisch voll integriert und hier den Lebensmittelpunkt hat.

Erfahrene Asylbewerber beugten hier bislang vor, indem sie sich vor einer endgültigen Entscheidung in ihr Herkunftsland zurückzogen, um im nächsten Jahr das gesamte Spiel von neuem zu beginnen.

Bei einer überschaubaren Zahl von Asylbewerbern und Flüchtlingen kann man das verkraften, nicht aber, wenn sich die Anzahl der sich ungerecht behandelt Fühlenden in die Hunderttausende geht.

Was bei dem Flüchtlingsstrom einfach nicht außer Acht gelassen werden darf ist, dass es Menschen sind, die zu uns kommen. Diese Aussage wird immer so verstanden, dass man sich dieser Menschen auf eine „menschliche Weise“ annehmen muss, sich also nicht „unmenschlich“ verhalten darf.

Diese „menschliche“ Sichtweise hat aber noch eine andere Seite, nämlich die, dass Menschen nun mal keine Engel sind. Bei aller notwendigen und begrüßenswerten Menschenliebe und –freundlichkeit muss unbedingt bedacht werden, dass sich Menschen auch im negativen Sinn typisch menschlich verhalten, und das wird bei einer euphorischen „Willkommenskultur“ nicht bedacht, was dazu führt, dass später die Stimmung kippt.

Vom „Willkommensjubel“ und den fahrlässigen Worten der Kanzlerin geht weltweit eine ungeheure Sogwirkung aus, so dass sich nicht nur die eingeladen sehen, die es tatsächlich nötig haben, sondern auch jede Menge Trittbrettfahrer, die die sich bietende Gelegenheiten zur Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse nutzen wollen.

Menschlich gesehen ist das völlig verständlich. Wenn es für bestimmte Personengruppen Vorteile gibt, wird versucht, die Kriterien zu erfüllen, mittels derer man in den Genuss der Vergünstigung kommt. Das ist zum Beispiel im Zusammenhang mit der Sozialgesetzgebung auch bei uns zu beobachten.

Ohne Flüchtlinge und Asylbewerber unter einen Generalverdacht zu stellen ist es nachweislich so, dass hier zum Teil ganz erheblich getrickst, Leistungen erschlichen und das Asylrecht massiv missbraucht wird.

Keinesfalls darf auch die islamische Unterwanderung unterschätzt werden, für die man hierzulande weitgehend blind ist. Nach den Anschlägen in Brüssel hat die polnische Regierung ihre Zusage, 400 Flüchtlinge aus Nahost aufzunehmen, zurückgezogen, weil man um die innere Sicherheit fürchtet.

Das ist sicher übertrieben. Aber eines ist sicher: Die Attentäter kamen aus dem inländischen islamischen Umfeld. Auch wenn sich die überwiegende Zahl der Muslime friedlich verhält, ist der Islam absolut keine Religion des Friedens.

Im Islam wird zwischen dem Haus des Friedens und dem Haus des Krieges unterschieden. Zum Haus des Friedens gehören die Länder, in denen der Islam bereits herrscht, womit alles klar ist.

Es gibt statistische Erfahrungswerte, wie sich, in Prozenten ausgedrückt, ein muslimischer Bevölkerungsanteil auf die Gesamtgesellschaft auswirkt. Völlig unauffällig ist nur ein muslimischer Anteil von bis zu 5%.

Bei einer weiteren Zunahme wird stufenweise darauf hingewirkt, den Einfluss des Islam zu erhöhen. Ein an sich normaler Vorgang, den man immer finden wird, wenn sich zugewanderte Ethnien, Kulturen, Religionen oder andere Einflüsse in einem Land ausbreiten.

Christen sind aus muslimischer Sicht Götzendiener, die drei Götter anbeten, nämlich Vater, Sohn und Heiligen Geist und deshalb nicht ganz bei Verstand sein können, wenn sie sagen, dass Gott aus drei Personen besteht, wo doch Gott nur einer ist, so wie es bereits im Alten Testament bezeugt wird.

Nachdem die Christen „Verirrte“ sind, war es auch notwendig, dass „Gott“ – gemeint ist Allah – mittels des Propheten Mohammed den Koran herabgesandt und damit endgültig Klarheit geschaffen hat.

Die Überzeugung, im Besitz der letztgültigen Wahrheit zu sein, verleiht dem gläubigen Muslim ein Überlegenheitsgefühl gegenüber den Ungläubigen, die damit zu Menschen zweiter Klasse, und „unbekehrt“ zum Islam, zu „Lebensunwürdigen“ werden.

Was kann vom Wort Gottes dazu gesagt werden?                                                      Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist von Übel (Matthäus 5, Vers 37).

Jesus geht es um Klarheit und Wahrheit. Viele Probleme entstehen dadurch, dass man es an der notwendigen Klarheit fehlen lässt. Man möchte sich zwar waschen, sich aber dabei nicht nass machen. Man möchte das eine tun ohne das andere lassen zu müssen. Und eben daraus entstehen die „unlösbaren Probleme“, von denen immer die Rede ist.

Und dafür gibt es dann eine Reihe von Redensarten wie:                                                              „So einfach ist das nicht“, „die Sache ist sehr vielschichtig“, „hierfür gibt es keine Patentlösungen“, „die Dinge sind differenziert zu sehen“ usw. usw.

An diesen Aussagen ist gewiss etwas dran. Bedenklich wird es dann, wenn daraus eine Lebensphilosophie wird, die zur Entscheidungs- und Handlungsunfähigkeit führt. Es werden dann zwar noch „Entscheidungen“ getroffen; diese sind aber so vieldeutig formuliert und mit soviel Einschränkungen und Ausnahmeregelungen versehen, dass sie praktisch wertlos sind.

Und wenn alles nichts nützt, werden Gesetze, Vereinbarungen und Abkommen einfach stillschweigend übergangen oder außer Kraft gesetzt, und das ist in der Vergangenheit laufend geschehen und wird wohl auch weiterhin so sein.

Diese Haltung hat ihre Ursache in der Menschenfurcht, die das Gegenstück zur Gottesfurcht ist. Und genau daran krankt es.

(*) JÖRGEN BAUER, Am Jagdschlössle 15, 89520 Heidenheim, Tel.: 07321 / 739115, joergenbau@gmx.de, nachlesbar in den FCDI Christlichen Impulsen, www.christliche-impulse-de )

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  1. April 2016
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Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 21 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 43 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. Vor allem aber: Er ist auch Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
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Eine Antwort zu Integration – was soll das sein?

  1. augenauf2013 schreibt:

    Integration ist Völkermord

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