Das miese Spiel mit den „Flüchtlingszahlen“

181.405 angekommen Flüchtlinge, ganze 24 ausreisepflichtige Tunesier

(www.conservo.wordpress.com)

Von Thomas Böhm *)

Thomas Böhm

Thomas Böhm

Wenn nun nach den Monaten, in denen die Sturmflut der Asylbewerber dank Angela Merkel Deutschland ungehindert heimsuchen durfte, der temporäre Rückgang der „Flüchtlingszahlen“ als eigenen Erfolg präsentiert wird, so ist das mehr als zynisch, denn die Balkanroute wurde TROTZ des Widerstandes der Kanzlerin geschlossen. Es ist also der Verdienst anderer europäischer Staaten, dass hier im Augenblick wieder ein wenig Luft nach oben vorhanden ist.

Und je nach politischer Sichtweise werden die aktuellen Zahlen interpretiert. In der „Frankfurter Rundschau“ lesen wir:

Nach Schließung der Balkanroute ist die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge in Deutschland drastisch gesunken. Im März wurden nur noch gut 20 000 Asylsuchende registriert, wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Freitag in Berlin mitteilte. Im Februar waren es noch gut 60 000 gewesen, im Januar etwa 90 000… (http://www.fr-online.de/flucht-und-zuwanderung/fluechtlinge–mehr-zaeune–weniger-menschen,24931854,34064314.html)

Die „Junge Freiheit“ hat dagegen eine ganz anderes und wohl realistische, weil langfristige Berechnung für uns:

Mehr als 180.000 Personen haben im ersten Quartal des Jahres Asyl in Deutschland beantragt. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahreszeitrum einer Steigerung von 112,4 Prozent, teilte das Bundesinnenministerium am Freitag mit.

Demnach stellten von Januar bis März 181.405 Personen einen Antrag auf Asyl. Davon waren 176.465 Erstanträge und 4.940 Folgeanträge. Im Vorjahreszeitraum hatten 85.394 Personen Asyl in Deutschland beantragt… (https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2016/zahl-der-asylantraege-steigt-auf-ueber-180-000/)

Dass mit dem zeitweiligen Rückgang der „Flüchtlingszahlen“ das Problem nicht behoben ist, sondern weiterhin zunimmt, muss sogar die „Frankfurter Rundschau“ einräumen:

Die Zahl der Asylanträge lag im März deutlich über der Zahl der Neuregistrierungen: So stellten im vergangenen Monat fast 60 000 Menschen in Deutschland einen Asylantrag; im ersten Quartal waren es insgesamt rund 181 000, davon 6900 in Hessen. Hintergrund ist, dass das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bei der Bearbeitung der Anträge weit im Rückstand ist und viele Menschen erst lange nach ihrer Ankunft einen Asylantrag stellen können.

Im Übrigen stieg die durchschnittliche Bearbeitungsdauer von Asylanträgen im Schnitt von 5,2 Monaten auf sechs Monate, wie BAMF-Präsident Frank-Jürgen Weise ebenfalls gestern einräumte… (http://www.fr-online.de/flucht-und-zuwanderung/fluechtlinge–mehr-zaeune–weniger-menschen,24931854,34064314.html)

Das Chaos und der Kontrollverlust wird also weiterhin gepflegt und für die nahe Zukunft gibt es ebenfalls wieder düstere Prognosen:

Trotz „der positiven Entwicklung“ sei es „zu früh, eine Jahresprognose abzugeben“, machte der Bundesinnenminister zum wiederholten Male klar. Diese könne „nicht seriös sein, weil wir nicht wissen, wie sich die Umsetzung des EU-Türkei-Abkommens entwickelt“…

Natürlich kann man das wissen, schließlich steht auf der anderen Seite der Erpresser und Täuscher Erdogan. Aber viel fataler, weil einfach nur logisch ist es, dass die geldgierigen Schleuser schneller reagieren, als es die Grenzschützer erlauben:

Zweitens sei unklar, wie stark andere Ausweichrouten genutzt würden, vor allem jene über das Mittelmeer von Libyen nach Italien. „Und wir wissen nicht, wie sich Italien dann verhält“, fügte de Maizière an – wissend um die jahrelange Praxis der Italiener, ankommende Migranten entgegen der Dublin-Verordnung nach Norden durchzuwinken.

Er erwarte aber von den Italienern künftig die Einhaltung dieser Verordnung. „Aufnahme, Registrierung und Durchführung eines Asylverfahrens, das ist die Basis, auf der ich mit den Italienern rede“, sagte der Innenminister.

Zu den Schätzungen, dass in Libyen 200.000 potenzielle Migranten auf die Überfahrt nach Europa warten, sagte de Maizière: „Ich teile diese Schätzungen nicht, ich halte sie für zu niedrig“. Vor allem in Subsahara-Afrika gebe es noch viel mehr „Menschen, die sich mit dem Gedanken tragen, nach Europa zu kommen. Der Migrationsdruck bleibt hoch“…

Und der Kriminalitätsdruck steigt und kann wohl auch nicht ausgebremst werden, weil die Linken in diesem Land kräftig bei dieser unverantwortlichen Asylpolitik mitmischen und jeden vernünftigen Vorschlag boykottieren:

Stattdessen kommen über die Migrationsrouten auch viele nicht schutzbedürftige Einwanderer, etwa Nordafrikaner, deren Asylanträge zu 99 Prozent abgelehnt werden, deren Aufenthalt sich aber oft wegen laxer Abschiebungsregelungen verfestigt. Um die irreguläre Einreise von Nordafrikanern einzuschränken, setzt de Maizière auf die Einstufung Marokkos, Tunesiens und Algeriens als sichere Herkunftsstaaten. Bisher konnte darüber innerhalb der großen Koalition wegen Zweifeln an der Wahrung der Menschenrechte in diesen Ländern noch keine Einigkeit erzielt werden… (http://www.welt.de/politik/deutschland/article154154503/200-000-Fluechtlinge-aus-Afrika-Die-Zahl-ist-zu-niedrig.html)

Dass so manche Nordafrikaner eher böse Dinge im Schilde führen und in ihren Heimatländern alles andere als willkommen sind, die Regierungen und die Sicherheitsbehörden sogar froh sind, dass sich die Ganoven im fernen Deutschland austoben dürfen, ist bekannt und die Abschiebepraxis bei kriminellen Asylbetrügern bleibt weiterhin lax:

Erstmals ist ein zwischen der deutschen und der tunesischen Regierung verabredetes erleichtertes Abschiebeverfahren angewendet worden. Wie das sächsische Innenministerium am Freitag mitteilte, wurden am Donnerstag mit einer Chartermaschine vom Flughafen Leipzig/Halle aus 24 ausreisepflichtige Tunesier zurück in ihr Heimatland gebracht. Es sei die bislang größte Gruppe gewesen, die je aus Deutschland in einen Maghreb-Staat abgeschoben wurde.

An Bord befanden sich 21 Tunesier aus Sachsen und je einer aus Berlin, Bayern und Niedersachsen. Sie wurden nach Enfidha im Nordosten Tunesiens gebracht. Die meisten Abgeschobenen waren laut sächsischem Innenministerium in Deutschland straffällig geworden… (http://www.mdr.de/sachsen/leipzig/tunesier-aus-leipzig-abgeschoben-100.html)

24 ausreisepflichtige Ganoven bundesweit!                                                                Fazit: Mit den neuen Zahlen also wollen uns die Politiker und die ihr eng verbundenen Medien wieder mal nur einlullen. Auf was wir uns in Wirklichkeit vorbereiten müssten, zeigt dieser Bericht aus Hamburg:

In Eidelstedt soll Hamburgs zweitgrößte Flüchtlings-Wohnsiedlung für bis zu 3.000 Bewohner entstehen. Das Eimsbütteler Bezirksamt will bei der Planung die Wünsche der Anwohner berücksichtigen, wie NDR 90,3 berichtete. Geplant ist es, Expressbauten zu errichten, die dauerhaft stehen bleiben sollen… (https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Wohnungen-fuer-3000-Fluechtlinge-in-Eidelstedt,fluechtlinge5956.html)

Da muss man sich doch die Frage stellen, warum in Windeseile wieder so viele Neubauten für Flüchtlinge errichtet werden, die dann auch noch dauerhaft verwendet werden können, wenn die Zahlen angeblich rückläufig sind.

Und für die eine oder andere Region spielen diese „theoretisch-mathematischen“ Zahlen sowieso keine Rolle:

Obwohl die Balkanroute geschlossen ist und somit wesentlich weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen als noch im letzten Quartal 2015 und im ersten Quartal 2016, ist der Zustrom nach Köln ungebrochen.

„Uns werden von der Bezirksregierung Arnsberg jede Woche 225 Flüchtlinge zugewiesen“, sagte Wohnungsamtsleiter Josef Ludwig am Freitag… Das habe einen einfachen Grund: „Die Stadt hat die Unterbringungsquote nicht erfüllt. Deshalb mussten wir eine Zielvereinbarung mit der Bezirksregierung treffen.“ Bei Inkrafttreten der Vereinbarung betrug das Defizit 6071 Personen, aktuell noch 4700.

Darauf werden die 1500 Flüchtlinge angerechnet, die das Land in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Marsdorf unterbringt sowie die 950, die das Land auf dem Gelände der Dombrauerei unterbringt. Auch die „Drehscheibe am Köln-Bonner Flughafen wird angerechnet. „Mitte des Jahres werden wir das Defizit ausgeglichen haben“, ist Ludwig sicher… (http://www.express.de/koeln/neue-bilanz-in-koeln-kommen-jede-woche-225-fluechtlinge-an-23856856)

Egal, wie man das runter- oder hochrechnet. Der Bürger bleibt weiterhin der zahlende Zuschauer in der zweiten Reihe. Denn er muss für dieses von ihm ohnehin subventionierte Affentheater auch noch Eintritt bezahlen, darf klatschen oder schimpfen – mehr aber nicht. Das miese Stück mit den Zahlen läuft weiter und läuft und läuft und läuft…***********                                                                                                                                        Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie JouWatch eine kleine Spende zukommen lassen würden! Hier der Link: http://journalistenwatch.com/                                                                                                         *) Der Berufsjournalist Thomas Böhm ist Chefredakteur des Mediendienstes „Journalistenwatch“ und ständiger Kolumnist bei conservo

http://www.conservo.wordpress.com

  1. April 2016
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Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 21 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 41 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. Vor allem aber: Er ist auch Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
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2 Antworten zu Das miese Spiel mit den „Flüchtlingszahlen“

  1. diwini schreibt:

    Hat dies auf diwini's blog rebloggt.

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