Setzt CDU Linksruck in Bund und Ländern fort?

(www.conservo.wordpress.com)

Von Mathias von Gersdorff *)

Mathias von Gersdorff

Mathias von Gersdorff

Klare Absage an „konservative Renaissance“                                                                 Ein Bericht in der „Welt“ macht wenig Hoffnung auf eine Kurskorrektur der CDU auf Bundes- wie auch auf Landesebene. Die tonangebenden Figuren zur Zeit scheinen weder desolate Wahlergebnisse noch das Erstarken der AfD groß zu interessieren.

Die Zeitung schreibt: „Generalsekretär Peter Tauber verhehlt jedenfalls nicht, dass er jeder konservativen Renaissance eine klare Absage erteilen will: >Die CDU war immer die Volkspartei der Mitte und wird das auch in Zukunft bleiben. Wir fangen auch nach dem Aufkommen der AfD nicht an, unseren Standpunkt von anderen bestimmen zu lassen<, macht er seine Position im Gespräch mit der Welt deutlich.“

Die Christdemokraten befinden sich an einem Scheideweg: Sollen sie sich weiterhin nach links bewegen und damit Koalitionen mit den Grünen erleichtern? Oder soll die CDU auf ihre verbitterte konservative Basis zugehen, die immer mehr zur AfD abwandert?

Rat suchte die CDU beim Demoskopen Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen aus Mannheim. Dieser empfahl in einem Vortrag für die CDU-Baden-Württemberg klar die Marschrichtung nach links, so der Bericht in der „Welt“.

Interessanterweise wurde Matthias Jung vom CDU-Landesvorsitzenden Thomas Strobl eingeladen. Strobl gehört eindeutig zum liberalen Flügel der Südwest-CDU, ist offen für Koalitionen mit den Grünen und auch offen für die völlige Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften mit der traditionellen Ehe.

Praktischerweise kritisierte der Experte aus Mannheim den CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Guido Wolf.

Wolf, der dem konservativen Flügel angehört, setzte sich gegen Strobl in einer Abstimmung der CDU-Mitglieder als Spitzenkandidat durch. Während des Wahlkampfes konnte er kaum an Glanz gewinnen und war dem Spitzenkandidaten der Grünen, Winfried Kretschmann, völlig unterlegen. Kretschmann war selbst bei vielen CDU-Wählern populär. Bekanntlich sackte die CDU bei der Landtagswahl am 13. März 2016 in der Wählergunst ab und bekam gerade mal 27 Prozent der Stimmen.

Wird diese Niederlage und die existentielle Krise der ansonsten machtverwöhnten CDU in Baden-Württemberg benutzt, um einen Durchmarsch nach links durchzuführen?

Vielleicht. Jedenfalls dürften die Spannungen innerhalb der CDU weiter anwachsen – sowohl auf Bundes- wie auch auf Landesebene. Die Positionierung für die Bundestagswahl 2017 wird wohl sehr früh das dominierende innerparteiliche Thema werden.

*) Mathias von Gersdorff ist freier Publizist und Betreiber des blogs „Kultur und Medien“ und http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

www.conservo.wordpress.com

  1. April 2016
Advertisements

Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 21 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 43 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. Vor allem aber: Er ist auch Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
Dieser Beitrag wurde unter AfD, CDU, Die Grünen, Kultur, Merkel, Politik Deutschland abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Setzt CDU Linksruck in Bund und Ländern fort?

  1. karlschippendraht schreibt:

    >Die CDU war immer die Volkspartei der Mitte und wird das auch in Zukunft bleiben…….

    Aufpassen , dass man nicht zwischen den Fronten aufgerieben wird !!!

  2. karlschippendraht schreibt:

    Zu Zeiten von Heinrich Lummer war die CDU noch eine Volkspartei , heute ist sie ein todkranker Patient , von linkem Virus zerfressen , kraftlos , zu keiner eigenständigen Handlung mehr fähig.
    Aktuelles Beispiel aus Freital in Sachsen : GSG 9 macht Großeinsatz und verhaftet 5 mutmaßliche Rechtsterroristen . In der Begründung heit es :
    …….. Asylbewerberheime in Freital und ein alternatives Wohnprojekt in Dresden mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen haben………

    Der linke Terror-Mob agiert bei jeder Randale mit solchen Mitteln , wo bleibt da die GSG 9 ???

  3. Hat dies auf Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen. rebloggt und kommentierte:
    „Die tonangebenden Figuren zur Zeit scheinen weder desolate Wahlergebnisse noch das Erstarken der AfD groß zu interessieren.“ Ich denke, man tritt niemandem zu nahe, wenn man feststellt, dass diese ausschließlich an Mandaten und Ministersesseln interessiert sind – nicht an Inhalten. Siehe Hessen, siehe Baden-Württemberg. Und dafür braucht es Wählerstimmen, egal, wo diese auch immer herkommen mögen. Da ist es auch stimmig, wenn Herr Doktor Tauber von der „C“DU als der „Volkspartei der Mitte“spricht. Nur scheint mir diese ominöse „Mitte“ immer linker zu werden, also wird auch die „C“DU immer linker, logisch. Und das Kretschmann selbst bei vielen „C“DU-Wählern populär war, verwundert auch nicht, da sich nun das ehemalige Mitglied des Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW) als irgendwie-doch-auch-katholisch präsentiert. Nehmen doch „C“DU-Mitglieder der ehemaligen FDJ-Sekretärin Frau Merkel auch die „Pfarrerstochter“ ab.

    Die Welt will eben betrogen werden….

  4. wreinerschoene schreibt:

    tut mir sehr Leid das schreiben zu müssen, aber die CDU hat ihren Status als Volkspartei verloren. Sie hat sich von einem Linken Wurm zerfressen lassen, und versucht nun krampfhaft den Urzustand beizubehalten, ähnlich der in den letzten Zügen liegenden SED. Mit aller Macht wird versucht das „konservative“ Image zu behalten, wo sie allerdings selbst schon der Meinung ist das es verlorene Liebesmüh ist. Die ehemals konservativen Parteien haben schon seit Jahren nur noch ein Ziel, so lange wie möglich in dieser Sparte zu bleiben, sie können in dem Zustand nur noch an sich selbst denken, und so verliert sie auch noch den letzten Kontakt zu ihrem Wahlvolk.

Kommentare sind geschlossen.