F. J. Strauß fehlt!

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmesstrauß neu

 „Schämt sich die CSU für F. J. Strauß? AfD bringt FJS-Gedenktafel an“       Mit dieser Überschrift begann der Artikel auf conservo, in dem auf das fragwürdige Verhalten der christsozialen Genossen in München hingewiesen wurde (veröffentlicht am 24. April 2016: https://conservo.wordpress.com/2016/04/24/schaemt-sich-die-csu-fuer-f-j-strauss-afd-bringt-fjs-gedenktafel-an/)

Man mußte die Meldung zweimal lesen, um sie zu verdauen! Da brachte die AfD am Münchner Geburtshaus des unvergessenen CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß eine Gedenktafel an, und die CSU liegt in Wehen; sie drückte sich, sie motzte! Ausgerechnet die AfD tut etwas, was die CSU schon längst hätte machen sollen!

Auf diesen Artikel auf conservo haben wir eine außerordentlich große Resonanz erhalten. Die meisten Leser zeigen sich empört. So schreibt z. B. Ingo Kerber: Was glaubt ihr, was hier los wäre, wenn FJS wüsste, was hier los ist??!! So ein Donnerwetter hat der Bundestag noch nicht erlebt….

Und Reiner Schöne ergänzt: Sehr gut, Deutschland braucht einen FJS und zwar heute sehr dringend!

„F. J. Strauß hat geholfen!“                                                                                                 Gundhardt Lässig, ein schon mehrfach von mir erwähnter „Ostzonenflüchtling“, schildert seinen Weg in die Freiheit, die er Strauß in besonderem Maße verdankt:

„Die Fluchtgeschichte meiner Familie ist eng mit der Person F.J.S. verbunden. Im Sommer 1987 hat eine nahe Verwandte bei einem Westbesuch ein Schreiben (Hilferuf) an Franz Josef Strauß mitgenommen bzw. geschmuggelt. Es war für meine Verwandte und für uns ein großes Wagnis, denn auf solche Aktionen an eine sogenannte fremde Macht stand in der DDR Gefängnis. Der Brief ist im Büro von Strauß gelandet und ab dann hat sich auch für uns etwas geändert.

Daraufhin hat dann Honecker auch Post aus dem Westen erhalten, und zur Unterstützung meiner Aktion hat sich eine Verwandte aus Darmstadt für uns eingesetzt. Plötzlich lief Vieles für uns einfacher. Die DDR-Machthaber und ihr Häftling- und Flüchtlingsverwalter Dr. Wolfgang Vogel wurden im Untergrund (also im Dunklen) aktiv. Ich sollte nicht mehr so viel Briefe schreiben und mich einfach ruhig verhalten.

Post aus dem Honeckerbüro                                                                                              Dann ist sogar ein Novum für sogenannte Ausreiseantragsteller geschehen; denn ich habe Post aus dem Honecker-Büro erhalten. Ich glaube, dass es nicht sehr viele Antragsteller gab, die aus dem Umfeld des Staatsratsvorsitzenden der DDR Post in ihrer „Angelegenheit“ erhielten.

Dafür hat auch Strauß gesorgt, denn er hat sich für die Menschen in der DDR eingesetzt. Wenn Strauß heute wüsste, was aus seiner CSU geworden ist, dann würde er sich sprichwörtlich in seinem Grabe umdrehen. Die Drehungen wären so gewaltig, dass sie wie ein Trafo Strom erzeugen und den Friedhof sowie seine Grabstätte im hellen Licht erleuchten würden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass den Feierbiestern in Bayern irgendwann einmal ein Licht aufgeht.“

Fazit: Franz Josef Strauß bleibt unvergessen. Heute sähe die Politik anders aus, gäbe es ihn noch.

www.conservo.wordpress.com

  1. April 2016
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Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 21 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 44 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. conservo ist ein überzeugter Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
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3 Antworten zu F. J. Strauß fehlt!

  1. sozialismusisruine schreibt:

    Franz Josef Strauss fehlt wirklich. Auch als Einzelpolitiker innerhalb der CSU setzte er mit überzeugender Kraft seine politischen Vorstellungen in Deutschland durch. Aber ebenfalls war er nicht UNABHÄNGIG von der allseitigen ausländischen Situation, sonst hätte er nicht Erich Honecker 2 Milliardenkredite 1983 und 1984 genehmigt. Man argumentierte damals in der DDR, man müsse sich sogar mit dem TEUFEL zur Rettung des DDR-Sozialismus verbinden! Die Zeit für den MAUERFALL war international noch nicht gegeben (die 10 FORUM-Leute der DDR waren nur ein Tüpfelchen im Geschehen; und einzelne Briefschreiber, wie oben genannt, eigentlich bedeutungslos im Vergleich zu 17 Millionen DDR-Bürgern! Aufwachen!). Durch die Milliardenkredite verlängerte sich mein Leben um 5 Jahre hinter der Mauer. Trotzdem wünschte ich mir, wir hätten viele, viele Josef Strauss´, die mit der Faust auf den Tisch gehauen hätten und alternative Rettungspolitik für Deutschland durchgesetzt hätten. Helden der Geschichte, welche es heute nicht mehr gibt!!!

  2. wreinerschoene schreibt:

    FJS war ein überzeugter und überzeugender Politiker. Ich persönlich habe ihn sehr geachtet und geschätzt. Leider gibt es ihn nicht mehr, gerade in einer Zeit wo er mit Sicherheit aufräumen würde. Ich hoffe irgendwo gibt es einen ähnlichen Politiker, der sein Herz auf dem richtigen Fleck hat und sagt was ihm auf der Zuge liegt gerade heraus.

  3. karlschippendraht schreibt:

    Kurz und bündig :
    Gegen das Format eines Franz-Josef Strauß sind heutige Politiker nur Waisenknaben.
    Ein Rededuell Strauß-Wehner war interessanter als jeder Krimi !

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