Petry-AfD: Bei „Rechtsruck“ Rückzug?

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes

Ein politischer Eiertanz   afd1                                                                             

Keine besonders neue Erkenntnis, aber dennoch richtig: „Die AfD wird sich entscheiden müssen, wo sie hin will“, verkündet die Vorsitzende der Alternativen, Dr. Frauke Petry, und präzisiert: „Will sie (die AfD) eine konservativ-liberale oder eine nationalkonservativ-soziale Partei sein?“

Die „rote Linie“ bei der Abgrenzung nach rechts, so Petry, sei für sie „die freiheitlich-demokratische Grundordnung, mit allem, was dazu gehört. Dazu gehört, daß man Gewalt ablehnt, daß man Rassismus nicht duldet. All das sollte selbstverständlich sein…“

Und nun, gerade jetzt, direkt vor dem AfD-Parteitag, spricht Petry von „Rückzug bei weiterem Rechtsruck“. Gut gebrüllt! Aber was ist denn nun alles „rechts“? Muß die AfD nun einen Katalog aufstellen, in dem drin steht, was rechts, liberal, konservativ und sozial ist?

Das ist doch alles rhetorisches Theater oder politischer Eiertanz: In der DDR war der Islam als Religion neben dem Christentum nicht zugelassen, man erschoß Flüchtlinge an der Grenze, Schwule durften keine Propaganda machen, Migranten wurden handverlesen – der Staat war „sozialistisch-patriotisch“, aber niemand hatte je die DDR als Nazi-Land oder rechtsextrem oder rechtspopulistisch bezeichnet.

Nun drehen sie alles um 180 Grad um und lügen, was das Zeug hält. Und jeder nennt die Lügner „Lügenpresse“, aber niemand traut sich, die dunkle Macht zu nennen, die hinter dieser Ekel-Lügenpresse steht und das Lügen konzertiert und koordiniert!

Man kann das ganze Gefasel eigentlich getrost ignorieren – und stets die Verhältnisse in der DDR dagegenhalten, deren Anhänger vor allem SPD, Grüne, Gysipartei waren (die sich heute mit Schaum vor dem Mund ständig hysterisch überschlagen!) und die den Honecker-Staat gar nicht genug wertschätzen und loben konnten. (Die Jusos z. B. wanderten jahrzehntelang zur Belehrung in die FDJ-Treffen der DDR – und fanden alles ganz großartig!) Kein DDR-Kommunist hätte jemals solch einen Quatsch gepredigt, daß der „Islam zu Deutschland gehören“ müsse!

Halten die denn die Ossis alle für Vollpfosten? Frauke Petry müßte doch mindestens marginale DDR-Geschichtskenntnisse haben, sie stammt doch von dort! Was ist nur mit den AfD´lern los? Schon wieder alles von vor 1990 vergessen?

Vor AfD-Parteitag Petry spricht von Rückzug bei weiterem Rechtsruck                                                                                                          Eine Umfrage zeigt, daß knapp ein Drittel der Deutschen der islamkritischen Haltung der AfD zustimmt. Eigentlich könnte sich Parteichefin Petry freuen, aber sie warnt vor „roten Linien“. Und muß ihre eigene Stellung festigen… (weiterlesen hier: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bei-weiterem-afd-rechtsrutsch-frauke-petry-deutet-rueckzug-an-14202021.html)

Patzelt: „Vom rechten Narrensaum fernhalten“                                    Der eher konservative Wissenschaftler Prof. Patzelt sieht auf der rechten Seite des politischen Spektrums Raum für die AfD. Auf t-online.de ist heute dazu zu lesen: „Ob die Partei in Zukunft so weit kommen könnte wie die österreichische FPÖ oder der französische Front National? Das hängt nach Aussage des konservativen Dresdner Politikwissenschaftlers Werner J. Patzelt sowohl von ihr, als auch von den anderen Parteien ab.

Laut Patzelt könne sie das und zwar unter folgenden Bedingungen: „Wenn die CDU sich weiterhin weigert“, so Patzelt zu t-online.de, „von der Mitte bis zum rechten Rand alles zu integrieren, was in die Demokratie halbwegs integrierbar ist, wenn die AfD es schafft, zu einer Art bundesweiter CSU zu werden, und wenn es der AfD gelingt, sich vom rechten Narrensaum fernzuhalten.“                                                                                                             (Mit bestem Dank an quadriga productions für die Information, P. H.)   www.conservo.wordpress.com

  1. April 2016

Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 20 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 36 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und blogs. Vor allem aber: Er ist auch Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen.
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4 Antworten zu Petry-AfD: Bei „Rechtsruck“ Rückzug?

  1. wreinerschoene schreibt:

    Sehr richtig, und sehr gut.

  2. lostlisa schreibt:

    Patzelt liegt vollkommen richtig. Petry sollte den Ball etwas flach halten. Seit ihrem Interview (glaube Bunte) hat sie für mich eindeutig Feldern gelassen.

  3. karlschippendraht schreibt:

    Eines sollte klar sein : Eine Zweitausgabe von Kathrin Oertel braucht unser Land nicht . Es kann nicht ausgeschlossen werden dass linke Kräfte versuchen , Frau Petry mit Zuckerbrot oder Peitsche zu zwingen , einen Riss durch die Partei zu ziehen um bewusst ( in fremdem Auftrag ) dauernden innerparteiichen Unfrieden zu stiften , die Partei dadurch zu schwächen . Lieber eine etwas kleinere Truppe die aber fest zueinander steht und sowohl entschlossen als auch geschlossen ist , als eine große Truppe , bei der man nicht nur den Gegner im Auge haben muss sondern auch die eigenen Unsicherheitskandidaten. Persönlich favorisiere ich die Gauland-Höcke Linie . Österreich hat es vorgemacht , also ist es möglich !

  4. Pholym schreibt:

    Hat dies auf Pholym rebloggt.

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