Kein Austritt aus der Nato – Gegen Zusammenarbeit mit dem Front National

(www.conservo.wordpress.com)

Von Freddy Kühne *)

Freddy Kühne

Freddy Kühne

Eine Zusammenarbeit mit dem Front National (FN) lehnen wir ab. Ein Austritt aus der Nato ist sicherheitspolitisches und außenpolitisches Harakiri

Dagegen haben wir nichts gegen eine Zusammenarbeit mit den britischen Tories, der britischen UKIP und der Schweizer SVP einzuwenden. Auch mit der FPÖ und der BZÖ können wir uns zumindest eine partielle Zusammenarbeit vorstellen. Ein Austritt aus der Nato ist sicherheitspolitisches und außenpolitisches Harakiri. Dafür gibt es weder in westlichen noch östlichen europäischen Partnerländern, noch in der deutschen Bevölkerung das leiseste Verständnis.

Wir dringen als Transatlantiker darauf, dass Deutschland innerhalb des Bündnisses seine Interessen stärker wahrnimmt und formuliert. Deutschland muss dazu aber seine militärischen Fähigkeiten verbessern, um auch politisch von den USA für voll genommen zu werden. Die Destabilisierung der Länder von Libyen, Syrien und Irak, waren große geostrategische Fehler der USA, für die Europa und Deutschland heute mit der Aufnahme von Migrationswellen teuer bezahlt. Diese Fehler dürfen nicht fortgesetzt werden.

Visa-Freiheit für Türken stoppen

Statt den Austritt Deutschlands aus der Nato zu erwägen, sollte zunächst einmal die Visa-Freiheit für die Türkei gestoppt, ein EU-Beitritt der Türkei verhindert werden und die Nato-Mitgliedschaft der Türkei in Frage gestellt werden. Auch muss Deutschland die USA und vor allem die Obama-Administration von der falschen Strategie abbringen, immer und immer wieder radikale sunnitische Extremisten mit Waffen zu beliefern, um Assad zu stürzen.

Als Transatlantiker der AfD unterstützen wir die Linie des von Obama entmachteten Stabschefs Dempsey, den Krieg in Syrien vor allem durch eine Kooperation mit Assad und Russland zu beenden.

Obama und Merkel im Nahen Osten gescheitert

Die außenpolitischen Entscheidungen Obamas sowohl im Falle Libyens und Syriens sind eine Katastrophe für die Menschen dort wie für Europa. Und auch die deutsche Bundeskanzlerin hat versagt, weil sie ohne zu hinterfragen und kritiklos der außenpolitischen Linie Obamas gefolgt ist. Obama und Merkel sind außenpoltisch im Nahen Osten komplett gescheitert. Doch kurzfristige strategische und taktische Fehler dazu auszunutzen, um gleich das komplette Nato-Verteidigungsbündnis in Frage zu stellen, welches in Europa seit 70 Jahren für Stabilität, Sicherheit, Freiheit und Frieden gesorgt hat, zeigt, dass derjenige, der dies fordert, von verantwortungsvoller Außen- und Sicherheitspoltik weit entfernt ist.

Weder in Polen, noch im Baltikum, noch in Ungarn, noch in Italien, noch in Großbritannien, noch in Dänemark, noch in den Niederlanden, Spanien, Portugal und erst Recht nicht in den USA wird es Verständnis für eine solche Haltung Deutschlands geben. Auch in der deutschen Bevölkerung gibt es für eine solche Forderung keine Akzeptanz. Wer solche Forderungen aufstellt, benimmt sich wie die Axt im Walde und outet sich selbst als utopisch-romantischer sicherheitspolitischer Narzist – ähnlich wie es einst Kaiser Friedrich Wilhelm gewesen ist. Die Strategie der USA und der Nato muss von innen aus dem Bündnis heraus hinterfragt und verändert werden – nur so bleibt das Vertrauen unserer europäischen Nachbarn in Deutschland erhalten. Die Forderungen von Höcke und auch der FPÖ nach einem Austritt aus der Nato weisen wir daher mit Nachdruck zurück.

*) Freddy Kühne ist Transatlantiker der AfD. Er betreibt das Blog http://99thesen.com und ist regelmäßig Kolumnist bei conservo

www.conservo.wordpress.com

  1. Mai 2016
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Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 21 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 41 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. Vor allem aber: Er ist auch Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
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3 Antworten zu Kein Austritt aus der Nato – Gegen Zusammenarbeit mit dem Front National

  1. karlschippendraht schreibt:

    Persönlich kann ich mich dieser Sichtweise nicht anschließen ! Eine enge Zusammenarbeit der nationalen Kräfte in Westeuropa kann unserem Volk nur förderlich sein in Bezug auf das nationale Überleben . Und gerade das nationale Überleben ist doch jetzt hochgradig gefährdet .
    Transatlantische Hörigkeit hat uns doch erst in die jetzige Schieflage gebracht . Wer heute noch glaubt , die USA wären unsere Freunde der lebt nicht in der Realität. Raus aus der EU , raus aus der NATO und ein Bündnis mit Russland – und keine Ostküste würde uns mehr Vorschriften machen können . Der Lebensstandard würde durch den Wegfall vieler finanzieller Belastungen spürbar steigen . Transatlantiker sollten sich daher überlegen ob sie in der AfD am richtigen Platz sind .

    Austritt aus der NATO : “ Dafür gibt es weder in westlichen noch östlichen europäischen Partnerländern, noch in der deutschen Bevölkerung das leiseste Verständnis.“

    Herr Kühne , sind Sie da wirklich sicher ?

  2. lupuslotarius schreibt:

    Eine Begründung der Ablehnung der Zusammenarbeit von AfD mit FN fehlt. ich las mal eine Begründung: Die AfD würde sich eher konservativ-liberal, der FN national-sozial verstehen. Eine ausführlichere Begründung von einem AfD-Funktionär wäre angebracht.
    Gruß

  3. conservo schreibt:

    Freddy Kühne schreibt via Facebook einen Kommentar zu @Schippendraht und @lupuslotarius:
    Im Front National war Antisemitismus lange Zeit salonfähig. Der FN ist zudem stark nationalistisch geprägt und will – wie die meisten französischen Parteien – eine Dominanz des Zentralstaates und des wirtschaftlichen Protektionismus`. Vom FN geht keine Kritik an der zentralistischen Eurorettung, der Bankenunion usw. aus. Der Euro ist für die Franzosen das Mittel, die deutsche Vormachtstellung in Europa einzuhegen und die Deutschen zur Kasse zu bitten. Die AfD ist eine Partei die aus einem eher stark nationalen prorussischen ostdeutschen Flügel besteht und im Westen aus einem eher gemäßigten ordoliberalen wert- und nationalkonservativen Flügel besteht. Beide Flügel eint der Kampf für den Erhalt der christlich-abendländischen Kultur deutscher Prägung, beide eint die Ablehnung einer unkontrollierten Masseneinwanderung. Beide eint die Kritik an dauerhafter Eurosubventionierung, die Kritik am europäischen Zentralstaat, die Kritik an der Geostrategie der USA der letzten 20 Jahre. Doch beide wählen unterschiedliche Wege: die einen den radikalen kompromisslosen isolationistischen Weg (Raus aus EU/Euro/Nato) , die anderen wollen die Zusammenarbeit der Vaterländer verstärken aber dennoch Kompetenzen von der EU auf die Nationalstaaten verlagern, befürworten einen Ausschluss Griechlands aus dem Euro und ggf. einen Nordeuro und wollen innerhalb der Nato die Rolle und das politische Gewicht Deutschlands stärken um die Strategie nachhaltig mitzubestimmen. Die Einen sind im Osten Deutschlands antiamerikanisch sozialisiert worden, die anderen im Westen Deutschlands antisowjetisch sozialisiert….

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