„Islamische Errungenschaften“ – Vom Halsabschneider zum Aufschneider?

(www.conservo.wordpress.com)

Von Thomas Böhm *)Kultur islam

Kulturbanausen?

Da hat wohl jemand wieder zu tief in den Koran geschaut und dann die Welt nicht mehr verstanden. In einem Facebook-Post will ein gewisser Bekir Yilmaz der bösen, bösen AfD so richtig eins auswischen und präsentiert uns stolz sämtliche Errungenschaften der islamischen Hochkultur:

Interessant oder? Dabei dachten wir doch alle, die Erde wäre eine Scheibe und der Islam lebt hinterm halben Mond.

Aber stimmt das tatsächlich, was uns der werte Herr Yilmaz da als islamische Kultur verkaufen will, von dem die deutschen Kulturbanausen bis heute profitieren würden?

Wir haben mal nachgeschaut:

Zahlen

Die indischen Ziffern (in Europa auch als indisch-arabische Ziffern oder umgangssprachlich arabische Ziffern bekannt) sind eine Zahlschrift, in der Zahlen positionell auf der Grundlage eines Dezimalsystems mit neun aus der altindischen Brahmi-Schrift herzuleitenden Zahlzeichen und einem eigenen, oft als Kreis oder Punkt geschriebenen Zeichen für die Null dargestellt werden.

Als indische Ziffern im engeren Sinn bezeichnet man in heutiger deutscher Fachsprache zunächst nur die in Indien selbst entstandenen und gebrauchten Ausprägungen dieser Zahlschrift, in einem weiteren Sinn auch deren Adaptionen in anderen Schriftkulturen, soweit sie auf direktes indisches Vorbild zurückgehen. Hierzu zählen auch die im frühen Mittelalter nach indischem Vorbild entstandenen arabischen oder indisch-arabischen (auch indo-arabisch oder hindu-arabisch genannten) Ziffern, die ihrerseits seit dem 12. Jahrhundert (mit Vorläufern seit dem 10. Jahrhundert) von der lateinischen und griechischen Schriftkultur Europas adaptiert wurden und sich von Westeuropa aus in ihrer seit dem Spätmittelalter vereinheitlichten Schreibform durch den Buchdruck als heute weltweit vorherrschender oder neben lokal dominierenden anderen Zahlschriften zumindest weithin voraussetzbarer Standard etablierten…

…Am Beginn der Entwicklung der indischen Ziffern stand die Brahmi-Zahlschrift. Sie ist zusammen mit der Brahmi-Schrift ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. im altindischen Maurya-Reich belegbar. Der Ursprung der Brahmi-Schrift ist unbekannt.

Zwischen 640 und 644 besetzen die Araber den Irak und Persien. Die ersten überlieferten Hinweise auf indische Zahlzeichen im Westen stammen von dem syrischen nestorianischen Bischof Severus Sebokht im 7. Jahrhundert… (https://de.wikipedia.org/wiki/Indische_Zahlschrift)

Kaffee

Es wird angenommen, dass die Region Kaffa im Südwesten Äthiopiens das Ursprungsgebiet des Kaffees ist. Dort wurde er bereits im 9. Jahrhundert erwähnt. Von Äthiopien gelangte der Kaffee vermutlich im 14. Jahrhundert durch Sklavenhändler nach Arabien. Geröstet und getrunken wurde er dort aber wahrscheinlich erst ab Mitte des 15. Jahrhunderts. (https://de.wikipedia.org/wiki/Kaffee)

Waschen

Die ersten größeren Badeanlagen fanden sich unter anderem in den Städten der Indus-Kultur (um 2500–1900 v. Chr.). In Mohenjo-Daro lag ein Bad auf der „Zitadelle“ und befand sich in einem Gebäude mit einem 7 × 12 m großen und 2,4 m tiefen Becken, in das zwei Treppen hinabführten. Die Wasserversorgung erfolgte über Brunnen. Die Größe der Anlage deutet an, dass dieses Bad nicht nur der Körperreinigung, sondern wohl auch rituellen Zwecken und dem Vergnügen am Baden dienen sollte.

Im antiken Griechenland und bei den Römern hatte die Badekultur einen sehr hohen Stellenwert. Schon etwa 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung gab es auf Kreta private Baderäume und eine Kanalisation. Die im späten 8. Jahrhundert v. Chr. Niedergeschriebene Odyssee, die die Abenteuer des Königs Odysseus von Ithaka und seiner Gefährten auf der Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg schildert, belegt in zahlreichen Versen den hohen Stellenwert, den die Griechen einer Reinigung mit Wasser beimaßen.

Nach der Eroberung von Alexandria im Jahre 642 berichtet ʿAmr ibn al-ʿĀs voller Verwunderung, dass die Stadt 4000 Villen mit 4000 Bädern habe. Die von den Arabern vorgefundene Badekultur wurde von ihnen übernommen, aber modifiziert (siehe Kapitel Islamische Badekultur). (https://de.wikipedia.org/wiki/Badekultur)

Seife

Erste Hinweise auf Seifenherstellung finden sich bei den Sumerern. Sie erkannten, dass Pflanzenasche vermengt mit Ölen besondere Eigenschaften hat, und schufen die Basis einer Seifenrezeptur. Man vermutet, dass sie den reinigenden Effekt des alkalischen Gemisches übersahen und sie als Heilmittel für Verletzungen verwendeten. Ägypter und Griechen übernahmen die Anleitung zur chemischen Herstellung, wobei die reinigende Wirkung der Seife erst von den Römern festgestellt wurde.

Im Alten Testament bei Jesaja wurde der Gebrauch von seifenähnlichen Produkten aus Fetten und Kaliumsalzen erwähnt. Plinius beschrieb eine altertümliche Seife aus Ziegentalg und Holzasche und dass bei den Germanen eine weiche Seifenart im Gebrauch sei.Galen fand bei den Galliern einen häufigen Gebrauch von seifenähnlichen Stoffen.

Im Mittleren Osten wurde im 7. Jahrhundert erstmals Öl und Lauge miteinander verkocht und somit die Seife in ihrer heute bekannten Form geschaffen. Mit den Eroberungen der Araber breitete sich dieses Wissen rasch auch nach Europa aus. Frankreich und Spanien gehörten später zu den Zentren der Seifenherstellung weltweit.

Im Mittelalter war der Besuch des Badehauses sehr beliebt und die Körperreinigung war besser als gemeinhin angenommen. Erst der Ausbruch von Pest und Cholera führte dazu, dass das Waschen mit Wasser eingestellt wurde. Da die Übertragungswege unbekannt waren, war man der Meinung, das Badewasser öffne den Körper für die Erreger. (https://de.wikipedia.org/wiki/Seife)

Zucker

  • 8.000 v. Chr.: älteste Zuckerrohr-Funde in Melanesien, Polynesien
  • 6.000 v. Chr.: Zuckerrohr gelangt von Ostasien nach Indien und Persien
  • 600 n. Chr.: Zuckergewinnung in Persien: heißer, mit Klärmitteln (eiweißhaltige Stoffe und Kalk) behandelter Zuckerrohrsaft wird in Holz- oder Tonkegel gefüllt, in der Spitze kristallisiert der Zucker, es entsteht der Zuckerhut.
  • Spätantike: Saccharum genannter Zucker ist in Rom als Luxusgut sehr reicher Patrizier nachgewiesen und wird aus Indien bzw. Persien importiert. Hauptsüßungsmittel bleibt eingekochter Traubensaft.
  • 1100 n. Chr.: Mit den Kreuzfahrern gelangt Zucker erstmals seit der Antike nach Europa. Er war zunächst ein Arzneimittel und Luxusartikel.

Das Wort „Zucker“ stammt aus dem Sanskrit-Wort शर्करा (śarkarā) für „süß“, das als sukkar (سكر, verb: sakkara) ins Arabische entlehnt wurde und von dort in den europäischen Sprachraum gelangte. (https://de.wikipedia.org/wiki/Zucker)

Sofa

Schon in der griechischen Antike gab es ein Möbelstück zum Sitzen und Ruhen, die sogenannte Kline. Sie spielte nicht nur im privaten Alltag eine bedeutende Rolle, sondern auch beim Speisen mit Gästen und in großer Gesellschaft. Im 6.–7. Jahrhundert v. Chr. wurden Klinen aus Marmor, Elfenbein, Holz oder Metall angefertigt.

Ab dem 17. Jahrhundert wurden Sofas erstmals in England und Deutschland hergestellt und waren ausschließlich dem Adel vorbehalten, da es sich um teure Luxusmöbel handelte. Anfangs waren die Holzmöbel sehr massiv, später sehr viel aufwendiger verziert und mit edlen Polsterstoffen bezogen, beispielsweise die opulentem Möbel am Hof von Ludwig XIV. Im Rokoko wurde der Stil der Sofas immer filigraner, florale Gestaltungselemente waren hier ausschlaggebend. [3]

Das Fremdwort Sofa ging erst Ende des 17. Jahrhunderts in den deutschen Sprachgebrauch über, als die damaligen Sofas den heutigen Gestellen mit Polsterung entsprachen. Das orientalische Fremdwort diwan für Sitzmöbel, wie man sie in orientalischen Amtsstuben findet, wurde vor allem im 19. und 20. Jahrhundert verwendet. (https://de.wikipedia.org/wiki/Sofa)

Matratze

Das Wort Matratze kommt von dem früh-italienischen Wort materazzo, das seinerseits auf das arabische Wort matrah / مطرح / maṭraḥ / ‚Bodenkissen‘ zurückgehen soll.[1] Vorläufer heutiger Matratzen gab es schon im Altertum.

Das Bett des Odysseus war nach der Homerischen Überlieferung ein verziertes vierfüßiges Rahmenwerk, bespannt mit Riemen aus purpur-schillernder Stierhaut und bedeckt mit Fellen und Teppichen, mit leinenem Überzug und wolligem Mantel als Decke. Die Griechenhatten hölzerne Bettstellen, oft mit reich verzierten Füßen und lehnenartiger Erhöhung am Kopfende. Auf Gurten ruhten die mit Wolle oder Naturfasern gefüllten Matratzen.

Das Bett der Römer war ähnlich konstruiert und oft mit großem Luxus ausgestattet. Es trug auf Gurten die mit Schilf, Heu, Wolle oder Federn von Gänsen oder Schwänen gefüllte Matratze (culcita, torus). (https://de.wikipedia.org/wiki/Matratze)

Mütze

Im Arabischen bezeichnet al-musta-kah einen Pelzmantel mit langen Ärmeln. Daraus entstand das mittellateinische Wort almutia, womit ein Kapuzenmantel der Mönche gemeint war. Im Mittelhochdeutschen engte sich die Bezeichnung almuz immer mehr auf die Kapuze ein und wurde schließlich zu Mütze verkürzt. Im österreichischen Raum war im 15. und 16. Jahrhundert mutz, muzen oder mizli die Bezeichnung für eine Reihe von weichen, eng anliegenden Kopfbedeckungen oder sehr kurzen Kleidungsstücken, die Kopf und Schultern bedeckten.

Bei der Kappe handelte es sich ursprünglich ebenfalls um einen Mantel, die capa oder cappa, die besonders in Spanien oft mit einer Kapuze versehen war. Bereits um 1400 ging die Bezeichnung ebenfalls auf die Kapuze über. Außer als Bezeichnung für bestimmte Teile der liturgischen Kleidung oder von Amtstrachten ist die Bezeichnung Kappe für einen Umhang heute geschwunden. (https://de.wikipedia.org/wiki/Mütze)

Jacke

Die Jacke (altfranzösisch: jaquee = Waffenrock) ist seit dem 14. Jahrhundert bekannt als wattierter Waffenrock oder buntes Lederkleid. Die Jacke ist auch Tracht der Bauern und geringer Leute. Der lang geschnittene Rock entspricht aber wohl eher dem heutigen Sakko. Nach einer anderen Bedeutung wurden im Mittelalter die französischen Bauern mit Spitznamen jacques genannt, da zu jener Zeit dieser Vorname sehr verbreitet war. Der Bauernaufstand von 1358 in Frankreich wurde aus diesen Gründen wohl auch Jacqueriegenannt. Aus dieser Zeit stammt dann ganz fantasielos der Name Jacques, später dann jaquette – dem typischen Kleidungsstück der jacques (usw.) https://de.wikipedia.org/wiki/Jacke

Man sieht also, die meisten Erfindungen haben überhaupt nichts mit der islamischen Kultur zu tun. Mag sein, dass das eine oder andere durch Perser und Araber Verbreitung fand, weil diese eben schon immer clevere Händler waren, aber die großen Erfinder und Entdecker sind und waren nun mal keine Muslime!

Man könnte aber durchaus behaupten, dass der Islam eine herausragende Rolle in der Eroberung, im Raubzug und der Aufschneiderei gespielt hat. Doch das können wir auch, und so sollten wir vielleicht einfach mal das Gerücht streuen, dass Moses, als er vom Berg stieg, mit dem Koran herum gewedelt hat, oder dass es deutsche Soldaten waren, die diesen berühmt-berüchtigten Sack Reis in China zu Fall gebracht haben.

Wer’s glaubt, wird selig!

(http://journalistenwatch.com/cms/vom-halsabschneider-zum-aufschneider/)

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*) Der Berufsjournalist Thomas Böhm ist Chefredakteur des Mediendienstes „Journalistenwatch“ und ständiger Kolumnist bei conservo
http://www.conservo.wordpress.com 16. Mai 2016
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Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 21 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 41 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. Vor allem aber: Er ist auch Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
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5 Antworten zu „Islamische Errungenschaften“ – Vom Halsabschneider zum Aufschneider?

  1. karlschippendraht schreibt:

    …….Waschen…….

    Wer in Ballungsgebieten in vollbesetzten öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen kulturellen Bereicherern landet , der macht hierzu seine ganz eigenen Erfahrungen !!!

  2. floydmasika schreibt:

    Hat dies auf Bayern ist FREI rebloggt und kommentierte:
    Irgendwie verdanken wir alles dem Islam oder seiner Kulturzone. Von dort aus wanderten ja auch noch vor 35000 Jahren Völker zu uns, und deshalb müssen wir akzeptieren, dass sie uns heute erneut ERSETZEN, wie ein Professor gestern im MDR erklärte. Alles, was irgendwie den Ist-Zustand schön redet und uns erlaubt, in unserer geistig-moralischen Komfortzone zu bleiben, ist bunt und kommt ans Mikrofon. Das meinen wir mit „Versager sind bunt“. Sarrazin spricht von Wunschdenken.

  3. wreinerschoene schreibt:

    Mal im Ernst, ich finde es schön das diese Menschen auch ihre Erfolge zu verzeichnen haben, allerdings sind sie schon mehrere 500 Jahre her. Seither sieht es schlecht aus um die Erfindungen aus diesen Räumen der Welt, ab dem Zeitpunkt sind sie stehen geblieben und versuchen nun unsere Jahrhunderte der Erfindungen, zu ihren zu machen. Da das nicht so recht funktioniert, möchten sie nun ihren „Stillstand“ uns verkaufen. Bei all den klatschenden Gutmenschen scheint es zu funktionieren.

  4. Ja Moslems und auch so manch“Historiker“ verwechseln Araber mit Moslems.Das selbebei den Türken-nun Turkvölker haben Asiatische Gesichtzüge-Türken aber fast nie.Wie kommts?Das Gebiet wurde nur von wenigen „Türken“ kontrolliert.Mit einem Turkvolk haben die Türken so gut wie nichts mehr zu tun.

  5. Pholym schreibt:

    Hat dies auf Pholym rebloggt.

Kommentare sind geschlossen.