Abschreckung und Dialog: NATO will Russland mit Doppelstrategie in Schach halten

natoVon Bernd Stichler

So eine heutige t-online Schlagzeile.Schon der Wortlaut ist verleumderisch und hat das Ziel,der Masse vorzugauckeln dass wir etwas von Russland zu befürchten hätten . Die Leute,die wirklich von Russland etwas zu befürchten haben sitzen jenseits des großen Teiches!Sie haben aber keine Agressionshandlungen von russischer Seite zu fürchten sondern sie haben Angst davor,dass es ihnen heute nicht mehr gelingen werde,Russland wie zu Sowjetzeiten zu Tode zu rüsten.Sie sind verunsichert und daher versuchen sie eine Doppelstrategie.Sie beginnen 25 Jahre nach Ende des kalten Krieges einen erneuten kalten Krieg ,eine erneute Einkreisungspolitik und eine Verleumdungspolitik gegenüber Russland.

Damals war der Kampf gegen den Kommunismus ein wirklicher Dienst an der Menschheit denn der Kommunismus bedrohte die ganze Welt .

Heute jedoch ist die Situation eine andere.Nachdem nun die Ostküsten-Hochfinanz ihre Krakententakel bis an Russlands Grenzen ausgestreckt hat scheint sie einen geradezu krankhaften Drang zu verspüren,Russland auch noch ihrem Diktat zu unterwerfen.Aber der böse Putin will da nicht mitspielen.Also stellt man ihn weltweit als Gefahr hin,obwohl man selbst die tatsächliche Gefahr ist.Da es aber nun keinen Sowjetkommunismus mehr gibt ist das garnicht so einfach.Also versucht man der Welt vorzugauckeln dass man ja absolut an einer guten Zusammenarbeit mit Russland interessiert wäre,dass aber Russlands ( angeblich ) aggressives Verhalten den Westen zu Sicherheitsmaßnahmen zwingen würde.Man bietet Russland eine Partnerschaft an,obwohl man real an wirklicher und vor Allem ehrlicher Partnerschaft in keiner Weise interessiert ist. Solche Manöver sind nur der Versuch,Russlands Wachsamkeit zu untergraben denn mit militärischem Überlegenheitsgetue kann man Russland heute nicht mehr beeindrucken .

Warum nicht ?

Der Kenner der Materie wird es wissen.Damals hatten noch–soweit sie noch lebten – von den Sowjets bei Kriegsende vereinnahmte deutsche Spezialisten für die Rüstung der Sowjets gearbeitet.Diese deutschen Spezialisten starben nach und nach weg.Und nun scheiterten die Sowjets im Wettlauf der Rüstungstechnologie am eigenen politischen System.Es war keinesfalls so, dass das russische Volk nicht fähig gewesen wäre,gleichfalls hochintelligente Menschen hervor zu bringen die es ermöglicht hätten,mit dem Westen auf gleicher Ebene Schritt zu halten.Vielmehr war es das im gesamten Warschauer Pakt vorherrschende grundsätzliche und ständige Misstrauen der kommunistischen Machthaber gegen ihre eigene Schicht der Intelligenz.Sie wussten genau,dass ein intelligenter Mensch im Regelfall auch Humanist ist und keine Lust verspürt ,einer Diktatur zu dienen.Daher wurde im gesamten Ostblock nach sowjetischem Vorbild die Schicht der Intelligenz mit großem Misstrauen behandelt.Das nahm dann so groteske Formen an dass man die wirklichen Könner und Spezialisten aus Prinzip nicht in die erste Reihe stellte sondern weniger gute,dafür aber absolut linientreue Leute ganz vorn einsetzte.Diese zweite Garnitur war jedoch nicht in der Lage,den Anforderungen gerecht zu werden.Die Sowjetunion fiel im Rüstungswettlauf hoffnungslos zurück.

Wahrscheinlich hat man an der Ostküste heute noch nicht begriffen dass diese Zeiten inzwischen vorbei sind.Putin ist kein Betonkopf sondern ein beweglicher Stratege und Taktiker. Der hat heute wieder die erste Garnitur von Spezialisten an den richtigen Stellen.Und genau DAS spürt die Ostküste immer deutlicher,dass man dem heutigen Russland militärisch nicht mehr drohen kann weil dieser damalige technologische Vorsprung inzwischen schmerzlich geschrumpft ist.Und weil man heute keinen wirksamen Waffentechnischen Vorsprung mehr hat besinnt man sich in einem Akt von Ratlosigkeit wieder auf die alte Masche der Einkreisung in Verbindung mit ungerechtfertigten Schuldzuweiseungen.Man scheut sich auch nicht, den Islam zur Rechtfertigung seiner russlandfeindlichen Politik zu bemühen. Wer mal einen Blick auf den Weltatlas wirft wird erkennen dass eine wirkliche und wirksame Abwehrstellung gegen den Islam in Polen und Rumänien ( die Türkei ist ja selbst NATO ) völliger Schwachsinn ist.Hinter Allem stecken die geradezu krankhaften Bestrebungen der Ostküsten-Hochfinanz,auch Russland unter ihr Diktat zu zwingen. Putin und Lawrow kann man aber zum Glück nicht mit Polit-Clowns wie Gabriel oder Steinmeier vergleichen.

www.conservo.wordpress.com   23. Mai 2016

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Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 21 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 43 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. Vor allem aber: Er ist auch Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
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2 Antworten zu Abschreckung und Dialog: NATO will Russland mit Doppelstrategie in Schach halten

  1. karlschippendraht schreibt:

    In diesem Zusammenhang wäre zu erwähnen dass – sollte aus irgendeinem Grund die Feindstaatenklausel nochmal reaktiviert werden – Russland dann nicht als Unterdrücker sondern als Beschützer kommen würde – im Gegensatz zu den USA !

  2. 99nabla99 schreibt:

    Die Einkreisungspolitik hatte zum ersten Weltkrieg geführt und wurde auch im zweiten Weltkrieg angewendet.
    Putin steht heute vor einer ähnlichen Situation wie Hitler. Putin hat aber ein größeres Land und vor allen Dingen Verbindung nach China.

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