Ein Pyrrhussieg in Österreich – das Establishment hat verloren

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes

Kein Anlaß für Jubelarien – Gewinner sind die Freiheitlichen

Typisch für die linksgestrickten Medien ist die unverhohlene Häme, die aus dem Kommentar des „Wiener Standard“ hervorscheint. Die Zeitung zeigt sich geradezu erleichtert und stellt die Wahl sogar auf einen Sockel epochalen Ausmaßes:

Alexander Van der Bellen

Alexander Van der Bellen

„Österreich ist mit zwei blauen Augen davon gekommen. Es war eine Richtungsentscheidung mit Signalwirkung über die Landesgrenzen hinaus. Das Ergebnis ist ein Votum für Weltoffenheit und die Beibehaltung des bisherigen proeuropäischen Kurses. Das hat Van der Bellen in seiner ersten Erklärung nach dem Wahlsieg deutlich gemacht hat. Die FPÖ wird nichts unversucht lassen, diesen Kurs und eine Aufbruchstimmung zu torpedieren. Dass sie Wahlmanipulation in den Raum stellt, zeigt sie als schlechten Verlierer. Historisch war diese Wahl: Der erste Wahlgang beförderte einen neuen Kanzler ins Amt, der zweite den ersten Grünen in die Hofburg. Wahlen können ein Land verändern…“. (Da möchte man nur ausrufen: „Johann, den Weihrauch bitte!“)

Die gespielte Euphorie kann aber über eine Tatsache nicht hinwegtäuschen: Trotz des höchst knappen Wahlsiegs Van der Bellens kann nicht mehr bestritten werden, daß die politischen Eliten Österreichs (und auch in Deutschland) in der Krise stecken. Vor allem in einer Glaubwürdigkeitskrise!

Der neue Bundespräsident startet mit einer schweren Hypothek, die ihm wie ein Klotz am Bein in seiner Amtszeit anhängen wird: eine lahme, müde und erfolglose Regierung der „Großen Koalition“, die vor den Herausforderungen der Zeit versagt. Da helfen weder ein Bundespräsident Van der Bellen noch ein neuer Notkanzler Kern. Es ist sehr fraglich, ob der neue Amateur- Bundeskanzler Kern mit innovativen Lösungen für jene hartnäckig nicht verschwinden wollenden Probleme aufzuwarten vermag wie etwa die Integration der Migranten, die Sorgen und Nöte im Bildungswesen oder die zunehmend beunruhigende Stagnation der Wirtschaft.

Hofers Kampfansage an die Altparteien: ein grundlegender Wechsel der Regierung

Von der Unzufriedenheit der Österreicher, die in den Stimmen für Hofer zum Ausdruck kam, braucht man erst gar nicht zu reden. Und natürlich waren die Chancen Hofers schon dadurch vermindert, daß er unverblümt einen grundlegenden Wechsel der Regierung forderte. Das war eine Kampfansage an das beharrende Establishment und die sie tragenden Parteien. Und nur wenige Millimeter fehlten auf 50 Prozent, um seine Pläne umsetzen zu können. Die Hälfte der österreichischen Bürger hat dem sattgewordenen Wiener Hofstaat die rote Karte gezeigt!

Van der Bellen hat trotz des Wahlerfolgs keinen Grund zum Jubeln.

„Nur“ Platz zwei, aber eine Ohrfeige für die „Altparteien“

Keine Frage, dieser Platz zwei ist ein enormer Erfolg Norbert Hofers und der FPÖ. Während Van der Bellen von einer Koalition der Etablierten und der entsprechenden Medien unterstützt wurde, steht hinter Hofer nur die Partei der Freiheitlichen FPÖ. Noch nie hat ein Kandidat der Oppositionspartei so viele Stimmen auf sich vereinigen können.

Seine sehr, sehr knappe Niederlage ist deshalb auch ein Sieg. Hofer hat bei der Wahl viel besser abgeschnitten, als es anderen „Rechten“ vorher in Europa gelungen ist. Er hat die Wahl zwar nicht gewonnen, aber die alte, verkrustete österreichische Parteien- und Politiklandschaft in ihrer gesamten Struktur destabilisiert. Insofern war der (verpaßte) Wahlsieg zugleich eine Ohrfeige für die „Altparteien“.

Neuwahlen in zwei Jahren

Jedes Triumphgefühl der „Wahlsieger“ ist also fehl am Platz. Die Krise ist noch lange nicht beendet: In zwei Jahren wird bei den Parlamentswahlen über die wahre Macht in Wien entschieden. Und Hofers FPÖ hat mit ihrer unglaublich tiefen Verankerung – vor allem auf der regionalen Ebene – Chancen, den nächsten Bundeskanzler zu stellen. Van der Bellens Grüne schaffen es kaum über die „angesagten“ Milieus hinaus. Und diese Milieus haben bald ausgedient.

Die Unzufriedenheit mit der politischen Klasse, die zu dem Debakel für die beiden etablierten Volksparteien SPÖ und ÖVP geführt hat, ist mit den Händen zu greifen. Und wie reagieren sie? Es geht weiter wie bisher. Neuer Bundespräsident, neuer Bundeskanzler, alte Koalition – man bleibt also unter sich. Wohl nicht mehr lange!

„Sie haben ein Zeichen gesetzt, Herr Hofer!“

Eine österreichische Wählerin erlaubt in einem bedrückenden Brief, den ich PI-News entnommen habe, den Einblick in ihre Gemütslage, der wohl von vielen Gleichgesinnten geteilt wird (siehehttp://www.pi-news.net/2016/05/sie-haben-ein-zeichen-gesetzt-herr-hofer/#more-516473):

„Ich möchte mich bei allen PI-Freunden für die Unterstützung und Anteilnahme, unglaublich, wieviele Kommentare, zur Wahl des österreichischen Bundespräsidenten auf das allerherzlichste bedanken. Diese Unterstützung hat mir ein wenig von meiner Verzweiflung genommen. Ich stelle daher meine Mail an Herrn Ing. Hofer ein, aus gutem Grund ohne Namensnennung:

Sehr geehrter Herr Ing. Hofer,

die Wahl ist geschlagen, Sie haben verloren. Am meisten hat Österreich verloren. Ich kann gar nicht sagen, wie unsäglich unglücklich ich bin.

Was ich kann, ist, Ihnen aus tiefstem Herzen zu gratulieren und zu danken, dass Sie sich der Meute aus Politikern, Medien, Gewerkschaften, den Künstlern, die glauben, sie vertreten Kunst, und der katholischen Kirche gestellt haben in einer für mich souveränen und ruhigen, sympathischen Art. Dass Sie trotz des ORF-Angriffs auf persönlicher Ebene gelassen agiert haben.

Sie haben verloren. Das ist objektiv richtig.

Doch trotz der Agitation aller linken Kräfte haben Sie eine so große Zahl der Österreicher auf Ihre Seite gebracht mit einer selten großen Wahlbeteiligung.

Für mich ist die Konsequenz die, die ich treffen werde: Als nunmehr über 60-jährige Katholikin werde ich diese katholische Kirche verlassen, denn eine Kirche, die die Grünpolitik Herrn Van der Bellens unterstützt, die Homo-Anbetung, Familienverachtung, Abtreibung, Drogenfreigabe und Sex ohne Altersbegrenzung fordert und unterstützt, den Islam, ihren Todfeind hofiert, das ist nicht mehr christlich, das ist zutiefst atheistisch und unchristlich.

Dieser Schritt fällt mir sehr schwer und ich ringe seit Jahren damit. Doch er muss sein.

Noch einmal danke ich Ihnen und Ihrer Familie, für die es ebenfalls keine leichte Zeit war, im Namen von vielen Bekannten und Freunden, die Sie ebenfalls unterstützend gewählt haben.

Sie haben ein Zeichen gesetzt, das bei den nächsten Wahlen zum Nationalrat nicht vergessen wird sein.

Mit vorzüglicher Hochachtung, „wien1529“

www.conservo.wordpress.com  24. Mai 2016

Über conservo

ÜBER MICH, CONSERVO Liebe Leser, dieser Blog ist ein besonderer Blog. Er wurde 2010 von Peter Helmes gegründet, und ich führe ihn seit dem 1.11.2020 in seinem Sinne fort. Dieser Blog ist konservativ, er ist christlich, und er ist abendländisch. Allein das macht ihn in den diesen unruhigen Zeiten zu einem Exoten. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12) Heute steht alles auf dem Kopf. Was früher noch galt, gilt heute nicht mehr. Grenzen wurden aufgehoben, Geschlechter abgeschafft, die traditionelle Familie ist unter Dauerbeschuss, wer am meisten Minderheitenmerkmale auf sich vereint, darf – zumindest in Deutschland – fordern, was er will. Das Christentum steht weltweit mit dem Rücken zur Wand. Lau sind sie geworden – die Christen hier im Lande, aber auch die orientalischen Christen, die sich nach der Flucht aus dem Orient hier ein neues Leben aufbauen konnten, und dennoch angesichts der Islamisierung schweigen. Finanzstarke und einflussreiche Interessengruppen unter Klaus Schwab, Bill Gates, George Soros u.v.m. setzen weltweit den Great Reset mit seiner neofeudalistischen Ökodiktatur mittels Massenmigration, Globalisierung, Plandemien und mit Hilfe gekaufter Politiker, Journalisten und „Sozialen“ Medien gegen die Interessen der Völker mit nie gekannter Brutalität durch. Die geistige und seelische Not der Menschen steigert sich tagtäglich inmitten dieser finsteren Zeit. Gerade westliche Menschen scheinen jeglichen Halt, Glauben und ihre natürliche Wehrhaftigkeit verloren zu haben. Jeder wird im Leben auf seinen Platz gestellt. Jedes Volk hat sein Schicksal und muss es in seinem eigenen Land bewältigen. Migration und der entgrenzte Einheitsmensch sind nicht unsere Bestimmung. Dennoch wird erneut versucht, dem Menschen als freiem und göttlichem Wesen unter Tarnworten wie „Solidarität“, „Vielfalt“ und „Humanität“ die teuflische Gleichheitslehre des Kommunismus aufzuerlegen. Dies ist wider die Natur und wider jedes menschliche und göttliche Gesetz. „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.“ (Luk, 1 - 3) Dank Peter Helmes analysieren langjährige, hervorragende Kolumnisten, basierend auf christlichen Werten, in aller Klarheit das heutige Tohuwabohu aus verschiedensten Blickwinkeln: Die Geißel der Globalisierung, geostrategische Interessen, die Massenmigration und importierte Gewalt, das Versagen der Politiker und der Verlust unserer Werte, Kultur und Heimat. Die Kolumnen wie auch die Diskussionen sind offen, respektvoll und tabufrei; denn nur so kann man die drängenden Themen der Zeit in der Tiefe analysieren, Machtstrukturen herausarbeiten und Roß und Reiter benennen. Nur so können wir uns auf uns selbst und unsere Stärken rückbesinnen und Deutschland, unsere Heimat, verteidigen. „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh, 32 – 33) Nochmal: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb sind unsere westlichen Wurzeln, Werte und unser Glauben nötiger denn je. Sie geben uns den Rückhalt, um aufzustehen und zu sagen: „Nein. Bis hierher und nicht weiter. Es ist jetzt genug!“ Wie schon Peter, lade ich Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren und zu kritisieren. Eine kleine Regel muss ich leider einbauen. Unterschiedliche Ansichten können durchaus in aller Härte debattiert werden. 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Eine Antwort zu Ein Pyrrhussieg in Österreich – das Establishment hat verloren

  1. 99nabla99 schreibt:

    Eine Wahl, die man mit Wahlbetrug gewinnt ist ein Pyrrhussieg. Er spaltet die Nation und treibt den Bürgerkrieg an.

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