ZdK und Katholikentag spalten die Kirche in Deutschland

(www.conservo.wordpress.com)

Von Mathias von Gersdorff *)

„Katholisch“ als Propaganda-Plattform missbraucht

KatholikertagSeit Mittwochabend findet der Katholikentag in Leipzig statt. Meldungen und Bilder zeigen in erschreckender Weise, in welchem Maße diese Veranstaltung mit dem Etikett „katholisch“ als Propaganda-Plattform für alle möglichen ideologischen und politischen Ansichten missbraucht wird, von denen viele antichristlich oder gar antikatholisch sind.

Viele Katholiken Deutschlands sind äußerst besorgt über das öffentliche Bild ihrer Kirche, das von einer solchen pseudokatholischen Veranstaltung beeinflusst werden könnte. Ebenso sind sie besorgt, dass via Katholikentag Ideologie und politische Positionen in die Kirche Eingang finden, die dem katholischen Lehramt und der Tradition widersprechen.

Der Veranstalter, das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)“, ist deshalb dabei, den deutschen Katholizismus zu spalten und mit seinen heterodoxen Positionen von der Weltkirche zu entfernen. Hier sollen einige Beispiele genannt werden, um das Gesagte zu veranschaulichen.

Vor allen die Ansichten des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ zur Sexualmoral und der Lehre der Kirche zu Ehe und Familie sind ein Skandal.

Das ZdK verlangt „Segnungsfeiern“ für homosexuelle und sonstige außereheliche Partnerschaften. Das ZdK fordert die Akzeptanz von Verhütungsmittel etc. Damit fordert das ZdK nichts anderes als die Abschaffung der katholischen Sexualmoral und des katholischen Begriffes von Ehe und Familie.

Allein an diesen Stellungnahmen erkennt man, dass das ZdK, welches ein Laiengremium ist, theologische Fragen in politischer Art und Weise behandelt, als ob das katholische Lehramt Folge eines parlamentarischen Diskurses sei und nicht der ewigen Wahrheit Gottes verpflichtet ist.

Diese Haltung wird nun auch in der Frage des Diakonats für Frauen deutlich. Nachdem Papst Franziskus angekündigt hat, möglicherweise das Diakonat in der Frühzeit der Kirche zu studieren, hat das ZdK begonnen, sich als Lobby für die Weihe von Frauen zu Diakoninnen stark zu machen.

Auch in dieser Frage geht das ZdK eine theologische Fragestellung in der Art und Weise an, wie sie in einer parlamentarischen Demokratie üblich ist.

Besonders empörend ist dabei, dass das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ sich in der Öffentlichkeit als Vertreter aller deutschen Katholiken präsentiert. In Wahrheit ist das ZdK eine Lobbyplattform für gewisse gesellschaftliche Gruppen – insbesondere die Parteien – aber gewiss nicht aller Katholiken. Aus diesem Grund ist unverständlich, wieso die Deutsche Bischofskonferenz den ZdK als Vertreter des deutschen Katholizismus behandelt.

Die Gesinnung des ZdKs wird auf dem Katholikentag mehr als deutlich: Es gibt kein Hindernis, gegen das katholische Lehramt zu agitieren: Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare, Gender, Abschaffung der Sexualmoral etc. Für alle diese Positionen wird auf dem Katholikentag geworben. Zu den Veranstaltungen werden sogar Personen wie der Bundestagsabgeordnete Volker Beck eingeladen, die seit vielen Jahren gegen die katholische Kirche agitieren.

Besonders ärgerlich ist die Tatsache, dass sich das ZdK anmaßt, zu bestimmen, welche Partei und welche Politiker christlich genug sind, um am Katholikentag teilnehmen zu dürfen. Die Grünen, die sich für eine radikale Freigabe der Abtreibung einsetzen, oder die SED-Nachfolgepartei „Die Linke“, die sich im Vorfeld gegen die Subventionierung des Katholikentages eingesetzt hat und die eine totale Trennung zwischen Kirche und Staat anstrebt, sind als Partei und mit vielen bekannten Politikern dabei. Die AfD aber nicht, weil deren Flüchtlingspolitik abgelehnt wird.

Konsequent wäre gewesen, gar keine Partei einzuladen, um nicht in den Verdacht zu geraten, man wolle bestimmte politische Positionen fördern. Höchstens sollte man staatliche Amtsträger als Redner einladen.

Das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ und der Katholikentag sind für viele Katholiken in Deutschland und auf der ganzen Welt ein Skandal.

In vielen Ländern schaut man fassungslos, wie eine kirchlich subventionierte Veranstaltung in diesem Maße gegen das katholische Lehramt und die katholische Tradition agitieren kann. Man schaut fassungslos zu, wie sich eine Lobbygruppe anmaßt, den deutschen Katholizismus rot-grün zu streichen und damit zu denaturalisieren.

Hiermit muss endlich Schluss sein: Das deutsche Episkopat muss sich von „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ distanzieren und den Katholikentag zu einer rein privaten Veranstaltung erklären.

*) Mathias von Gersdorff ist freier Publizist und Betreiber des blogs „Kultur und Medien“ und http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/
www.conservo.wordpress.com
  1. Mai 2016

Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 20 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 36 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und blogs. Vor allem aber: Er ist auch Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen.
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5 Antworten zu ZdK und Katholikentag spalten die Kirche in Deutschland

  1. greypanter schreibt:

    Gegen diese Unterwanderung aller Institutionen durch eine auf Zerstörung Deutschlands ausgerichtete angeblich grüne Partei, welche aus der RAF hervorgegangen ist hilft nur Eines: AfD wählen!

  2. anvo1059 schreibt:

    Die brauchen die Kirche nicht mehr zu spalten ! Das ist schon lange passiert ! Die beiden „großen Kirchen“ laufen langsam aber sicher Amok und die vielen Sekten der Kirchensteuerverweigerer und derer die sich in ihrem Glauben von den Kirchen betrogen fühlen,welche sich abgespalten haben, die kochen alle ihre eigene Suppe !
    Das ist wie in der Biblischen Geschichte des Turms zu Babel : „..Und sie verstanden einander nciht mehr…….“ Und wenn die Entwiklung so weiter fortschreitet, werden wir eh Alle bald den Koran auswendig lernen……

    • floydmasika schreibt:

      Die Kirchen sind schon lange Vorreiter der Zerstörung Deutschlands und Europas und sich darin einig. Jedenfalls an den Spitzen der Hierarchien. Im Kirchenvolk könnte es zur Spaltung kommen, wenn man sich auf Diskussionen mit der AfD einließe.

  3. text030 schreibt:

    Und Gauck konnte es auch auf dem Katholikentag nicht lassen:

    Das Unwort des Tages von Joachim Gauck: Dödel
    https://text030.wordpress.com/2016/05/28/das-unwort-des-tages-von-joachim-gauck-doedel/

  4. Hat dies auf Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen. rebloggt und kommentierte:
    „Konsequent wäre gewesen, gar keine Partei einzuladen, um nicht in den Verdacht zu geraten, man wolle bestimmte politische Positionen fördern.“ Richtig, aber genau darauf kommt es der linksgewirkten „ZdK“-Funktionärsschickeria ja an.
    „Hiermit muss endlich Schluss sein: Das deutsche Episkopat muss sich von „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ distanzieren und den Katholikentag zu einer rein privaten Veranstaltung erklären.“ Auch richtig, aber völlig illusionär. Die Mitglieder der DBK führen permanent Dialoge auf Foren mit jedem, der nicht grade auf der Toilette ist – bis auf die FSSPX selbstverständlich…
    😉
    Das Gedankengut von DBK(-Mehrheit) und dem sog. „ZdK“ weist die identische DNA auf: unverbindlich christlich und gefällig daherschwätzen, ziel- und endlos herumdialogisieren, „alle-miteinander-zusammen-gemeinsam“ auf der Suche nach der Wahrheit. Das Christus DIE WAHRHEIT IST, glauben sie nicht, sonst würden sie anders sprechen und handeln.

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