Ein konservativer Bestseller: Sebastian Böhms „Generation Yolo“ *)

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes **)böhm buch

Ups, was ist denn das? Immer wieder unterbreche ich die Lektüre, um mich – zum x-sten Mal – zu vergewissern, daß der Autor des hier zu besprechenden Buches ein „Knabe von 17 Jahren“ ist, ein Schüler namens Sebastian Böhm.

Ich bin fasziniert! Das Buch hat es in sich. Eine Philippika, eine Suada*) gegen den Zeitgeist und folgerichtig gegen die Trägheit diesem Zeitgeist gegenüber. *(Den Begriff Suada habe ich bewußt gewählt; er kommt vom lateinischen Wort suadere = überzeugen.)

Mit Verlaub, der Junge überzeugt! Er schreibt frisch und frech – wie es sich für einen Vertreter seiner Generation gehört. Aber er vermeidet komplett den (für uns Alte oft unverständlichen) „Jugendsprech“. Nicht nur das, er hebt sich bewußt vom „jugendlichen Einheitsbrei“ ab, so als wollte er uns sagen: Es sind nicht alle gleich! Man kann, man darf auch besser sein!

Übrigens eines der Hauptanliegen seines Werkes: Der Gleichheitswahn, mit dem er in Schule und Leben konfrontiert wird, geht ihm gehörig auf den Geist. „In unserer Meritokratie sind vor allem Leistungseliten gefragt, und es gibt im Übrigen auch keinen Spielraum, was die Ausweitung der genannten Personenkreise (er meint „die Masse“/PH) betrifft. Denn eine Elite gehört genau an dem Tag auf, eine Elite zu sein, wenn sie zum Durchschnitt wird…“, beschreibt Böhm seine Kampfansage an den Gleichheitsglauben der (linken) Zeitgeistigen. Das alleine ist schon eine Todsünde wider den Geist der „´68er“.

Kein Zweifel, hier schreibt ein Konservativer, aber er hat so gar nichts „Verstaubtes“ an sich. Selbst Themen, die naturgemäß etwas sperrig sind, bringt Böhm durch seine unverquaste Schreibe zum Leben. Man nimmt ihm ab, daß er es ehrlich meint, aber er ist kein altkluger Besserwisser. Eher umgekehrt, er bedauert, daß der Zeitgeist nicht lebendig, sondern vergruftet ist und daß von ihm keine Antworten zu erwarten sind. Er, Böhm, hat den Zeitgeist zum Duell gefordert, doch der hat gekniffen.

Im (dem Stil nach offensichtlich von ihm selbst verfaßten) Klappentext des Buches faßt er im Kern sein Anliegen sehr brauchbar und unmißverständlich zusammen:

„Sie fühlen sich von Idioten umgeben? Sie sind chronisch wütend, verstehen die Welt nicht mehr, wenn Sie das Haus verlassen und drehen in Anbetracht täglicher News schon fast am Rad? So geht es mir auch – mit gerade mal 17 Jahren. „GENERATION YOLO“ ist die Durchquerung eines Minenfelds politisch-gesellschaftlicher Streitthemen in stetiger Bezugnahme auf die Sozialisation junger Leute. Vom Schulsystem über falsch verstandene Toleranz bis hin zu Gender-Mainstreaming, Flüchtlingskrise und Hipster-Bewegung: Nach dieser gallegeladenen Analyse von Inkompetenz, Ignoranz und Dummheit werden Sie garantiert noch wütender sein!“

Ich kann mir diesen jugendlichen Schreibheld sehr gut vorstellen – wie er z. B. von der Schule nachhause kommt und „aufgeladen“ ist. Oder wenn er von einer Party zurückkommt, auf der er sich all den Müll der politisch Korrekten anhören mußte. Dann tritt er erst mit dem Fuß gegen die Türbalken und greift dann zur Feder – Abreaktion der anderen Art.

Nein, Sebastian Böhm ist kein politisch Korrekter, er fällt aus dem Rahmen, den die Zeitgeistigen gerade für die junge Generation gezimmert haben. Sie werden wohl angesichts der Dreistigkeit des Autors eher ihre Magengeschwüre pflegen, als von ihrer Indoktrinierung Abstand zu nehmen. Selbsterkenntnis plagt sie nicht.

Böhm entlarvt sie, läßt kein gutes Haar an ihnen – schlimmer noch: Er läßt sie „alt aussehen“. Böhm gibt seiner gefestigten Meinung kraftvoll Ausdruck: Er hält dieses „Modern-tun-Gehabe“ für komplett veraltet, verkrustet, innovationsfeindlich.

Insoweit bietet das Buch auch einen überraschenden Aspekt: gegen die Einheitsgesellschaft. Die da laut schreien, sind nicht „die Jugend“, schon gar nicht die „besseren Menschen“, allenfalls „Bessermenschen“. Ob sie das noch sein wollen, wenn sie sich die Lektüre dieses aufregenden Buches reingezogen haben, darf füglich bezweifelt werden – die dafür nötige Kraft zur Selbsterkenntnis vorausgesetzt.

Und auch dieses Thema läßt Böhm nicht aus: Erfolg(-sstreben) verlangt Bildung! In Konsequenz dessen bemängelt er das Bildungssystem und die miserable „Allgemeinbildung“, wie sie heute an den Schulen vermittelt wird. Aber viele Jugendliche hätten einen unbestimmten Ehrgeiz, „etwas zu werden“. Da man dazu Bildungsnachweise benötigt, beklagt Böhm eine Art „Bildungsbulimie“, die unter den Schülern grassiere: Man lernt zwar intensivst für eine Prüfung, aber es bleibt nichts hängen, sondern wird nach Ableistung der Prüfung wieder „ausgekotzt“.

Hinzu kommt die Spielwiese „Internet“, die viele daran hindert, sich ernsthaft und dauerhaft mit einem Thema auseinanderzusetzen. Whats-App, Facebook & Co tun ein weiteres zur ständigen Abwechslung, so daß nichts in die Tiefe geht.

Eher amüsant ist des Autors Einblick in das Jungen-Leben von heute: Früher trugen Jungen, schreibt er, wie es ihrer Natur entspreche, Konflikte schon im Kindergarten „auch ´mal mit einer kleinen Rauferei“ aus. Heute seien die Knaben so verzärtelt, daß man – ge- bzw. ver-führt von „einfühlsamen“ Erziehern, die selbst konfliktscheu seien – Konflikte eher und lieber „ausdiskutiere“, statt sie auch mal mit den Fäusten auszutragen. „Jungen werden zu Weicheiern erzogen“ (Böhm). (Und denkt man darüber etwas offener nach, wird klar, warum 600-800 Frauen, die wohl nicht alle ohne männliche Begleitung waren, in der Silvesternacht zu Köln ohne „mannhafte“ Verteidigung blieben.)

Ein großartiges Buch, dem man viel Erfolg gönnt! Es hat nur einen kleinen Nachteil: Es wird nicht ersichtlich, an wen es sich wendet. An „die Jugend“? Ja! An die Lehrer und Erzieher? Ja! An die Öffentlichkeit? Ja! Aber alle diese Gruppen sind eine diffuse Masse, die man kaum „packen“ kann. Sie finden genügend Wegschleichpunkte. Wäre unser Bildungssystem nicht in einen „Kokon der ´68er“ gehüllt, müßte Böhms Buch spätestens ab Oberstufe zur Pflichtlektüre in den Schulklassen werden. Nötig wäre es!

**) Private Anmerkung: Ich habe als selbständiger Publizist mehr als vierzig Bücher und Broschüren geschrieben, darunter etliche Bestseller mit bis zu sieben Auflagen mit hunderttausenden Exemplaren. Ich bin besonders beeindruckt von der scheinbaren Leichtigkeit, mit der Böhm seine Feder führt. Die Lektüre wirkt an keiner Stelle ermüdend. Grund genug, sie zu lesen. Viel Erfolg, Herr Böhm!

Peter Helmes, Bonn, 10. Juni 2016

*) „Generation Yolo, Warum Deutschland zugrunde geht“, Sebastian Böhm, epubli GmbH, Berlin, www.epubli.de, ISBN: 978-3-7375-9089-1, Softcover, 14,99 € (auch über Amazon erhältlich).
www.conservo.wordpress.com   12. Juni 2016

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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