Brexit – bis daß der Tod uns scheidet?

(www.conservo.wordpress.com)

Von Thomas Böhm *)

Thomas Böhm

Thomas Böhm

In London wurde eine Frau ermordet, die als Politikern aktiv war. Das ist entsetzlich und eigentlich schlimm genug. Unser Mitgefühl gilt dem Opfer und dessen Angehörigen. Unsere Wut trifft den Täter.

So weit so gut, wenn in Großbritannien nicht gerade eine entscheidende Schlacht um den Austritt der Engländer aus der Euro-Zone laufen würde.

Da verwandeln sich Journalisten schnell zu Aasgeiern, allen voran natürlich die „Bild“, die diese Schlacht in einer Schlagzeile verwertet: „Killer tötet Brexit-Gegnerin“, titelte das Boulevardblatt, um aus diesem Mord politisches Kapital zu schlagen, denn die heimliche Chefredakteurin dieses Blattes, Angela Merkel, ist ebenfalls eine Brexit-Gegnerin.

Die englischen Zeitungen, direkt betroffen, sind da noch brutaler. Die „FAZ“ schreibt:

Der Sender Sky News berichtete unter Berufung auf einen Augenzeugen, der Angreifer habe „Großbritannien zuerst“ und „Vorrang für das Vereinigte Königreich“ gerufen. „Großbritannien zuerst“, beziehungsweise „Britain First“, ist auch der Name einer rechtsradikalen Partei… (http://www.faz.net/aktuell/politik/brexit/mord-an-jo-cox-tatverdaechtiger-ist-offenbar-psychisch-krank-14292347.html).

Die „faz“ ist schon ein Stück weiter als die Bild und schreibt:

Nach dem tödlichen Überfall auf die britische Labour-Abgeordnete Jo Cox sind in Medien Details zu dem mutmaßlichen Täter bekannt geworden. Der Bruder des 52-jährigen Festgenommenen berichtete am Donnerstagabend gegenüber der Zeitung „Daily Telegraph“ von einer langen Vorgeschichte psychischer Probleme des Mannes.

„Es fällt mir schwer zu glauben, was passiert ist“, sagte Scott Mair der Zeitung. „Mein Bruder ist nicht gewalttätig, und er ist nicht besonders politisch.“ Der Bruder habe „eine Vorgeschichte psychischer Erkrankungen“. Allerdings sei er in Behandlung gewesen, sagte Mair. In britischen Medien wurden auch Nachbarn zitiert, die den mutmaßlichen Täter als Einzelgänger beschrieben, der meistens für sich geblieben sei… (http://www.faz.net/aktuell/politik/brexit/mord-an-jo-cox-tatverdaechtiger-ist-offenbar-psychisch-krank-14292347.html).

Die „Frankfurter Rundschau“ hat noch andere Informationen für uns:

Zeugenaussagen zufolge galt der Zorn des Täters zunächst einem anderen Mann; andere sprachen davon, Cox sei gezielt angegriffen worden… (http://www.fr-online.de/politik/attentat-auf-joanne-cox-briten-in-schockstarre,1472596,34378514.html)

Nun weiß jeder Kriminalbeamte, auf welch weichen Beinen die Aussage eines Augenzeugen steht, und so wird das Attentat politisiert, obwohl die Untersuchung erst begonnen hat, werden uns Spekulationen als Recherche-Ergebnisse verkauft.

Unsere Politiker, wie immer völlig desorientiert, wittern ob solcher Meldungen dann natürlich gleich das schlimmste: Bodo Ramelow zum Beispiel twittert:

„Zuerst gilt meine Anteilnahme den Angehörigen und ich trauere um Jo Cox! Dieser Mord ist politischer Terror!“

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, selbst einmal Opfer eines Attentats, lehnt sich noch weiter aus dem Fenster:

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hat sich bestürzt über den tödlichen Angriff auf eine britische Labour-Abgeordnete geäußert. „Der Tod von Jo Cox geht mir wirklich nahe“, schrieb Reker am Donnerstagabend auf Twitter. „Ausländerfeindliche Parolen münden unweigerlich in Gewalt. Wir alle tragen Verantwortung, dass es in Deutschland und Europa nie wieder so weit kommt.“  (http://www.spiegel.de/politik/ausland/jo-cox-reaktionen-nach-dem-mord-an-britischer-politikerin-a-1098086.html)

Und schon schließt sich der Kreis im großen Reich der Spekulationen wieder. Hinter diesem Mord kann nur ein böser Rechter stehen.

Wobei wir dann wieder in Köln gelandet sind. Der „Spiegel“ berichtete damals:

Der Attentäter, der Henriette Reker vor ihrer Wahl zur Kölner Oberbürgermeisterin niedergestochen hat, soll wegen versuchten Mordes lebenslang hinter Gitter. Das hat die Bundesanwaltschaft beantragt. Frank S. habe sich entschlossen, Reker mit seinem Rambo-Messer zu töten und ihr die Klinge mit Wucht in den Hals gestoßen.

Die Tat des 44-Jährigen sei heimtückisch gewesen, und der Angeklagte habe selbst gestanden, eine wehrlose Frau angegriffen zu haben. Nur mit viel Glück habe es bei dem Attentat nicht mehrere Tote gegeben.

Frank S. hat die Tat aus dem vergangenen Oktober gestanden. Als Motiv für den Angriff auf Reker nannte er vor Gericht deren Einsatz für Flüchtlinge. Vor Gericht hatte ein Polizist zuletzt berichtet, der geständige Angreifer hätte am liebsten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) getötet. Das habe er unmittelbar nach dem Attentat gesagt.

Der arbeitslose Maler und Lackierer Frank S. hatte Reker einen Tag vor der Wahl ein Jagdmesser in den Hals gerammt. Reker war vor der OB-Wahl als Sozialdezernentin für die Unterbringung der Flüchtlinge in Köln zuständig.

Zuletzt hatte ein Gutachter Frank S. attestiert, voll schuldfähig zu sein. Der Angeklagte sei „recht impulsiv“, „schnell kränkbar“ und neige dazu, „alles stets als feindselig und gegen sich gerichtet zu erleben“. S. gehe von einer „permanenten Bedrohung von außen“ aus. Hinzu komme ein „ausgeprägter Eigensinn und ein fast kindlicher Trotz“.

Der Angeklagte leide unter einer Persönlichkeitsstörung, so der Psychiater. Es gebe aber keinen Zweifel daran, dass bei Frank S. weder die Fähigkeit, das Unrecht seiner Tat einzusehen, noch sein Steuerungsvermögen zur Tatzeit beeinträchtigt war. Das Urteil soll am 1. Juli gesprochen werden… (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/koeln-bundesanwaltschaft-fordert-lebenslange-haft-fuer-reker-attentaeter-a-1097975.html)

Bekanntlich hatte Frau Reker nach dem Attentat die Wahl gewonnen und vielleicht gewinnen die Brexit-Gegner nun die Schlacht um die EU.

So beende ich diesen Beitrag mit der Frage, und die stelle ich an alle Verschwörungstheoretiker, psychisch gestörte Einzeltäter und unverantwortliche Journalisten:

Wem nützen solche Attentate eigentlich?

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*) Der Berufsjournalist Thomas Böhm ist Chefredakteur des Mediendienstes „Journalistenwatch“ und ständiger Kolumnist bei conservo
http://www.conservo.wordpress.com   17. Juni 2016

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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2 Antworten zu Brexit – bis daß der Tod uns scheidet?

  1. wreinerschoene schreibt:

    Entschuldigung, so schlimm die Mord in England auch war, aber profitiert davon? Eine Gegnerin des Austrittes wird ermordet, die Befürworter werden damit in ein schlechtes Licht gerückt. So kann die Entscheidung in Richtung des Verbleibens in der EU durchaus noch kippen. Also wer hatte einen Nutzen von diesem Mord?

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  2. floydmasika schreibt:

    Bei irren Tätern besteht immer der Verdacht, dass ein Geheimdienst sie angestiftet haben könnte. Dem wird aber dann im Gerichtsverfahren womöglich nicht genügend nachgegangen, wenn es gar der Geheimdienst derer ist, die einen Nutzen haben. Beim Oktoberfestanschlag ist später ausführlich vom Sohn des Anstifters erklärt worden, wie das funktionierte. Es hatte mit NATO und Gladio zu tun.

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