Marxistische Wurzeln der Gender-Ideologie

(www.conservo.wordpress.com)

Von Mathias von Gersdorff *)

Mathias von Gersdorff

Mathias von Gersdorff

Bekanntlich behauptet die Gender-Theorie, dass die menschliche Geschlechtlichkeit weitgehend kulturell bestimmt ist. Die Gender-Ideologen akzeptieren zwar, dass es biologische Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt. Doch wie sich diese biologischen Unterschiede entfalten, welche reale Form sie annehmen, ist rein kulturell – und für die Gender-Ideologen damit willkürlich bestimmt.

Für die Gender-Ideologen entsteht aber die Kultur nicht irgendwie spontan, sondern sie ist Ausdruck bzw. konstituierendes Element einer bestimmten Herrschaftsform. Diese wird aber als willkürlich oder gar despotisch angesehen und deshalb muss sie überwunden werden.

Die marxistischen Wurzeln von Gender sind somit evident: Der Mensch besitzt im Grunde gar keine individuelle Identität, sondern ist ganz und gar gesellschaftlich bestimmt. Der Mensch ist im Wesentlichen Produkt seiner konkreten sozialen Umgebung. Heute wäre das die „kapitalistische Herrschaftsform“. Diese müsse überwunden werden, um eine ideale Gesellschaft aufbauen zu können, so der marxistische Schlachtruf.

In dieser Lesart ist Gender ein Subprodukt von Antonio Gramscis Auffassung einer marxistischen Kulturrevolution.

Erstaunlicherweise ist in Deutschland „Gender“ in gewissen katholischen Milieus durchaus populär. Dass sich „Gender“ aus übelsten Ideologien speist, spielt für manche offenbar keine Rolle.

Die Männerseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichte beispielsweise ein Faltblatt mit dem Namen „Gender sensibel“ – eine Art soft-Version von „Gender“. Der „Katholische Deutsche Frauenbund“ hat die Broschüre „Gender, Gender Mainstreaming und Frauenverbandsarbeit“ herausgegeben. Caritas, BDKJ etc. haben ähnliche Publikationen und wohlwollende Stellungnahmen zu Gender verbreitet.

Der deutsche Katholizismus steht in dieser Hinsicht ziemlich alleine da, denn neben den letzten Päpsten haben die Bischofskonferenzen von Portugal, Spanien, Polen, der Slowakei, von Norditalien und von Sri Lanka, sowie der Bischof von Chur, Vitus Huonder, scharf die Gender-Ideologie in Hirtenbriefen verurteilt.

Dabei gab es eine deutsche Stimme, die schon seit langem vor der Bestrebung warnt, die wahre menschliche Identität zu missachten und den Menschen in marxistischer Manier zu einem gesellschaftlichen Produkt zu reduzieren.

So schreibt Kardinal Joseph Ratzinger in der Instruktion Libertatis Nuntius (1984), in der er die Irrtümer der Befreiungstheologie erläutert: „Wir rufen in Erinnerung, daß der Atheismus und die Negation der menschlichen Person, ihrer Freiheit und ihrer Rechte, sich im Zentrum der marxistischen Konzeption befinden. Diese enthalten auch die Irrtümer, die die Wahrheiten des Glaubens über die ewige Bestimmung der Person direkt bedrohen. Mehr noch, wer eine solche Analyse in die Theologie integrieren will, bei der die Kriterien der Interpretation von dieser atheistischen Konzeption abhängen, verstrickt sich in schlimme Widersprüche. Das Verkennen der geistigen Natur der Person führt dazu, diese völlig dem Kollektiv unterzuordnen und ebenso die Prinzipien eines sozialen und politischen Lebens zu leugnen, die mit der Menschenwürde übereinstimmen.“

Gender übernimmt dieses Grundprinzip aus der Befreiungstheologie und dem klassischen Marxismus. Das Arbeitsfeld von Gender ist aber nicht die Ökonomie, sondern die Geschlechtlichkeit. Das ist aber noch viel schlimmer, denn die Geschlechtlichkeit ist viel wichtiger für die Bestimmung der Identität und der Persönlichkeit eines Menschen, als seine Stellung im ökonomischen Produktionsprozess.

In „Salz der Erde“, erschienen 1996, schreibt Kardinal Ratzinger zu den radikalsten Ausprägungen des Feminismus, die schon starke Ähnlichkeit mit der Gender-Ideologie besitzen: „Dabei ist nicht bloß an die Befreiung von Rollenzwängen gedacht, sondern letztlich wird eine Befreiung von der biologischen Bedingtheit des Menschen anvisiert. Man unterscheidet nun das biologische Phänomen Sexualität von dessen historischen Ausformungen, die man „gender“ nennt. … Es darf gar keine Aussage der >Natur< mehr geben; der Mensch soll sich beliebig modellieren können.“

Es ist verblüffend, wie früh Kardinal Ratzinger die tiefe Bosheit von „Gender“ erkannt hat, nämlich zu einem Zeitpunkt, als der Begriff lediglich in manchen Vorlesungssälen weniger Universitäten bekannt war.

Verblüffend ist aber auch, wie ungehindert „Gender“ trotzdem Eingang in manche katholischen Milieus Deutschlands finden konnte.

*)Mathias von Gersdorff ist freier Publizist und Betreiber des blogs „Kultur und Medien“
www.conservo.wordpress.com   24. Juni 2016

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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Eine Antwort zu Marxistische Wurzeln der Gender-Ideologie

  1. karlschippendraht schreibt:

    In der DDR gab es einen Witz :
    Was ist ein Kommunist und was ist ein Antikommunist ?
    Antwort :
    Ein Kommunist ist jemand , der Karl-Marx gelesen hat .
    Ein Antikommunist ist jemand , der Karl-Marx verstanden hat .

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