Deutsche Kirche: Und weiter geht’s bergab. Die neuen Zahlen 2016

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes

Kirche in Not – die Orientierung verloren

Es sieht leider so aus, daß weite Teile der katholischen (sowie der evangelischen Kirche) bzw. des Klerus und ihrer Funktionäre die Orientierung verloren zu haben scheinen. Die Kirchen treten auf, als stünden sie unter einem Zwang, sich dem Zeitgeist anzupassen: Christliche Frömmigkeit wird ausgetauscht gegen Anpassung an den Islam.

Gerne wird von unseren Bibelbrüdern und –schwestern „in gerechter Sprache“ – das sind die echt christlichen Gutmenschen – übersehen, daß der Islam sich als „dritte Buchreligion“ versteht, die jedoch dem Juden- und Christentum überlegen sei. Der Koran ist nach muslimischem Glauben irrtumsfrei (Sure 2,2), weshalb es keine Kritik am Islam geben darf. Jeder Muslim ist verpflichtet, Juden und Christen „für den wahren Glauben“ zu gewinnen, und wenn er das nicht schafft, muß er sie bekämpfen (Sure 9,29-33). Das ist übrigens die Hauptquelle für den islamistischen Terror.

Und was tun wir? Wir ducken weg. Christen aller Konfessionen gefallen sich darin, ihre Traditionen und Werte zu verniedlichen oder über Bord zu werfen. Wofür die Kirchen heute noch stehen, läßt sich vielfach nicht mehr ausmachen. Eine ernsthafte Auseinandersetzung kann es aber nur dann geben, wenn man wieder festen Boden unter die Füße bekommt und das eigene Bekenntnis ernst nimmt. Der Kampf gegen die Christen hat inzwischen weltweite Auswirkung. Und wir träumen weiter vom friedlichen Dialog der Religionen.

Im Kern ist das für Christen, egal ob katholisch oder evangelisch, kaum noch verdaulich. Wenn die AfD kommt, läuten die Kirchenglocken (symbolisch) sturm, man verschließt (symbolisch) alle Türen, die Lichter gehen aus. Wenn Moslems kommen, steht hingegen alles offen. Manche christlichen Gemeinden zeigen eine sehr moderne Aufgeschlossenheit, sich zu „öffnen und sogar ein wenig zu experimentieren“ (Aussage eines Priesters), wenn es um den Islam geht.

Wo ist der alte Kampfgeist für den Glauben? Mit Süßholzraspeln und Willkommenskotau besiegt man keinen Feind. Sie haben richtig gelesen, liebe Leser: Ich sage bewußt „Feind“! Der Islam will das Christentum ausrotten. Jetzt bitte auch noch die andere Wange hinhalten?

Was tun die „Gläubigen“? Sie laufen weg – in hellen Scharen! Weltweit verzeichnet die Katholische Kirche z. B. Wachstum, auch in Europa, nicht aber in Deutschland (Österreich und der Schweiz). Die Gründe dazu sind in allen drei Ländern gleich: Der Modernismus vertreibt die Gläubigen. (Das gilt gleichermaßen auch für die evangelische Kirche.)

Vor rund sechzig Jahren gehörten in der Bundesrepublik Deutschland noch 96,4 Prozent der Bevölkerung einer christlichen Kirche an. Der Prozentsatz fällt seitdem kontinuierlich in beiden großen Kirchen. Seit dem Jahre 1990 fiel die Zahl der Katholiken um 16,1 Prozent, die der Protestanten um 22,6 Prozent. 1990 machte der Anteil der Katholiken noch 35,4 Prozent aus, betrug aber 2010 nur noch 29,9 Prozent (24,2 Millionen Katholiken). Von 1990 bis 2013 traten 3,2 Millionen Bürger aus der Katholischen Kirche aus und nur 0,25 Millionen ein.

Neue Zahlen der DBK

Nach einer Information des renommierten Civitas Institutes hat die „Deutsche Bischofskonferenz“ (DBK) die neuen Zahlen per 15. Juli d. J. vorgelegt, die aktuellen Zahlen über Kirchenaustritte, Taufen und Trauungen. Civitas kommentiert: „Angesicht dessen, was uns die Modernisten seit Jahrzehnten sagen, müßte die Kirche vor lauter Konversionen und Wachstum bereits in Schwierigkeiten kommen. Denn die Anpassung an die Welt und die „anthropologische Wende“, weg von Gott und hin zum Menschen, hat ja angeblich den Zweck, die Menschen wieder zu Christus zu führen. Die Zahlen belegen das Gegenteil und zwar sehr deutlich.

Im Jahr 2015 traten in Deutschland 181.925 Katholiken aus der Kirche aus. Das sind etwa so viele Austritte wie in dem Jahr, als die schrecklichen Meldungen über den Mißbrauch von Kindern durch katholische Priester bekannt wurden. Im vergangenen Jahr gab es aber kaum noch solche Meldungen. Es handelt sich also um einen Prozeß.

„Auflösung der katholischen Lehre“ durch Papst Franz

Stattdessen wurde Papst Franziskus von den Medien bejubelt, er verkündete eine immer weitergehende Auflösung der katholischen Lehre in Moral und Pastoral und veröffentlichte eine in Teilen sozialistische Umweltenzyklika. Von dem, was uns die liberalen und modernistischen Kirchenvertreter immer erzählen, müßte dies doch eigentlich zu einem Aufschwung der Kirche geführt haben. Das genaue Gegenteil ist der Fall.

Natürlich versucht die Bischofskonferenz, selbst aus diesen schlimmen Zahlen noch etwas Gutes zu machen. Schließlich sei die katholische Kirche nach wie vor die größte „Religionsgemeinschaft“ in Deutschland mit 23,76 Millionen Mitgliedern und 29 Prozent der Bevölkerung. Das ist trotzdem ein Rückgang um ein halbes Prozent – ein halbes Prozent aller Deutschen. Und hier geht es nicht um die Mitgliedschaft in einem Verein oder einer Partei. Es geht um das ewige Heil von Menschen: „Kein Heil außerhalb der katholischen Kirche“ ist nach wie vor unfehlbare Lehre der Kirche.

Es kommen die üblichen Sprüche des Marxisten: Man dürfe in den seelsorgerischen Bemühungen nicht nachlassen, man brauche eine „anspruchsvolle Pastoral“ (TOLL!) und man sei ja auch noch immer eine starke Kraft, „deren Botschaft gehört und angenommen wird“. Von wem? Der Erzbischof wird gerne zu offiziellen Empfängen eingeladen, bei denen er auch reden (und vor allem gut essen) darf, und da wird man ihm wohl zuhören.

Ganze 150 (!) mehr Trauungen

Noch mehr Zahlen gefällig? Erzbischof Kardinal Marx, der große Vorsitzende der Bischofskonferenz, ist auch stolz. Es gab nämlich mehr Taufen und Trauungen. Sage und schreibe 150 (!!!) Trauungen mehr als 2014. Wenn das kein Erfolg ist.

Leider sank die Zahl der Kirchenbesucher. Aber was soll das schon, man setzt doch auf „Qualität statt Quantität“. Die Kirchenbesucherzahl sank von 10,8 auf 10,4 Prozent. Wobei dies nicht die Besucher sind, die, wie nach Kirchengebot vorgeschrieben, jeden Sonntag die Hl. Messe besuchen, sondern Besucher, die mehr oder weniger „regelmäßig“ – was das genau bedeutet, sagt man nicht – die Messe besuchen. Übrigens: 1990, im Jahr der Wiedervereinigung, gingen 21,9 Prozent „regelmäßig“ zur Messe.

Der Modernismus und Liberalismus sind gescheitert. In zehn Jahren werden die Kirchen vollständig leer sein. Gläubige, die ihren Glauben ernst nehmen, die nicht sich und den Menschen, sondern Gott in den Mittelpunkt stellen, gehen schon jetzt in die wahre Hl. Messe aller Zeiten und suchen die Seelsorge bei Priestern, die sich dem überlieferten Ritus und dem Glauben aller Zeiten verpflichtet fühlen, wie den Priestern der Petrusbruderschaft und vor allem der Piusbruderschaft.

(Quelle: http://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2527:deutsche-kirche-und-weiter-gehts-bergab&catid=1:neuestes&Itemid=33)
www.conservo.wordpress.com   19. Juli 2016
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Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 21 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 41 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. Vor allem aber: Er ist auch Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
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5 Antworten zu Deutsche Kirche: Und weiter geht’s bergab. Die neuen Zahlen 2016

  1. Querkopf schreibt:

    Die christlichen Kirchen sind -wie schon seit Jahrhunderten- voll auf der politisch korrekten Linie der Herrschenden. Ob Genderwahn oder Antidiskriminierungsidiotie, ob Flüchtlingspolitik mit irratinaler Willkommenskultur, die Kirchen marschieren wie die Medien linientreu mit. Wenn man von der Regierung derart üppig mit Milliarden steuerfinanziert und protegiert wird, weshalb sollte man das ändern?
    Auch für die Kirchen gilt: wer bezahl, der bestimmt. Die Kirchen in Deutschland sind (leider) nichts anders als Handlanger der Regierung, die die Gläubigen für dumm verkaufen.

  2. wreinerschoene schreibt:

    Wenn man als Kirche keine bedenkliche Reaktion zeigt, wenn sich eine Religion mit ihren „einzigen wirklichen Gott“ in Europa breitmacht, muß man sich über die Zahlen nicht wundern. Im Gegenteil die Kirche lädt diesen „einzigen wirklichen Gott“ auch noch nach Deutschland ein und wundert sich dann wenn die Gläubigen anderer Meinung sind. Sieht man das einmal von „außen“ so kommt die Konkurrenz nach Deutschland und der deutsche Konkurrent macht keine Anstalten gegen zusteuern bzw. etwas dagegen zu unternehmen.

  3. Hat dies auf Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen. rebloggt und kommentierte:
    Ohne jede Polemik und Streitsuche:
    1. seit ende der 60er wurde zunehmend die bisherige jahrtausendealte römisch-katholische Glaubenslehre durch eine gefällige, verwässerte rudimentär-katholische Glaubensleere ersetzt.
    2. Bedingt durch die seit nun über Jahrzehnte wirkende protestantisierende „Neue Messe“ sind (geschätzt) über 95% der Kirchgänger der Bistums-Pfarreien de facto Protestanten. Inklusive lauem Glaubensleben und hoher Erlebnisorientierung („Events“).
    3. Der kirchensteuerfinanzierte Apparat der DBK hat durch einen verkrüppelten Religionsunterricht, fehlende Katechese und dummschwätzende Pastoralreferent*nnen im sog. „Gottesvolk“ neue und aberneue Generationen von de-facto-Heiden geschaffen, die weder das Glaubenbekenntnis noch das Vater-unser fehlerfrei aufsagen können. Die ihre eigene Religion nicht kennen und daher für Regierungsdemagogen leichte Beute sind.
    4. Gemessen an der vorbehaltlosen Akzeptanz des Glaubenstotums leben etwa 20.000 bis 30.000 Katholiken in Deutschland.
    Soviel zum doch so manchem Dresdner Spaziergänger scheinbar so heiligen „christlichen Abendland“…

    • Man muss nicht mal Christ sein um die Christlich geprägte Kultur behalten zu wollen-so schwer zu verstehen ist das doch nicht.Was denken sie es hier aussehen wird wenn der Islam herrscht?Verdopplung alle 20 Jahre-also in 60 Jahren 40 Mil. Moslems in Deutschland!Deutsch bekommen nur noch 1Kind-also sind sie dann schon längst in der Minderheit!

      • Hm, also eine christlich geprägte Kultur ohne Christen? Wer prägt denn dann diese Kultur? Die Gegenwart lebt von Jahrhunderten „Vorarbeit“ der vorigen Generationen – das Erbe der Väter ist aber absehbar bald verbraucht, „Christlich geprägte Kultur“ gibt es halt nur, wenn Christen Kultur prägen. und da sieht es – wie geschrieben – bereits in der Kirche selbst finster aus. Trittbrettfahren alleine reicht nicht….

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