Wer den Jordan kreuzt

(www.conservo.wordpress.com)

Von Klemens Stenzel

Nizza, Istanbul, Würzburg…

Verglichen mit den letzten Tagen wirkt ein House Of Cards oder Game Of Thrones banal, sauber und überschaubar. Die Welt im Jahr 2016 ist es hingegen nicht mehr.

Selten hat in kurzer Zeit ein ganzer Kontinent wie Europa, seine Staaten und seine Gesellschaften so zerbrechlich gewirkt wie jetzt. Selten so unversöhnlich die politischen Lager, Risse die sich selbst durch Freundeskreise, Paare und Familien ziehen.

Und man braucht nicht lange um den heißen Brei herum zu reden, denn es ist klar worum es geht: Refugees, Islam und die politischen Folgen.

Und die größte Schuld daran tragen wir, ja wir. Aber nicht so, wie es gerne linke und rechte Kreise pauschal sehen wollen.

Der Fehler begann mit der irrigen Annahme, daß die muslimischen Arbeitskräfte aus den ehemaligen Kolonien und der Türkei Gäste wären. Man negierte sie, man separierte sie.

Danach dämmerte langsam Europa, daß diese Menschen bleiben würden und beging den nächsten Fehler, beim Islam in einer falschen Toleranz alles zu akzeptieren und die Integration jenen zu überlassen, die politische und sozialromantische Vorstellungen hegen und nicht darauf achteten, wer da z.B. predigt, lehrt und bekehrt. Zwischenzeitlich beging die gesamte westliche Welt und der Ostblock den Fehler, muslimische Kräfte blind nach strategischen und wirtschaftlichen Gutdünken hin zu mißbrauchen: Der sowjetische Einmarsch in Afghanistan, westliche Aufrüstung der Taliban und Al-Qaida, die Installation und Sturz des Schah von Persien, der schizophrene Umgang mit der Baath-Partei und nicht zuletzt die Protektion und Förderung der Wahabiten mit Waffen und Ölgeschäfte. Der Westen betrieb immer ein fahrlässiges, verlogenes Spiel mit dem islamischen Raum, daß der Umgang mit Erdogan nur noch wie ein selbstverständliches, im Vergleich harmloses, logisches Handeln erscheint.

Den Preis zahlen dafür sämtliche Minderheiten im islamischen Raum, die wenigen demokratischen Kräfte, die von Bürgerkrieg betroffene Zivilbevölkerung und am Ende auch die breite Masse an integrierten Muslime in Europa, jene Refugees die allen guten Grund hatten hierher in Sicherheit zu fliehen, die vielen Helfer in unserer Bevölkerung und nicht zuletzt wir alle, die nun einem Terror sondergleichen ausgesetzt sind.

Und ein Ende ist bei weitem nicht in Sicht, da man sich medial und politisch nur zwischen Generalverdacht und -absolution des Islams und damit der einhergehenden Innen- und Außenpolitik entscheiden kann. Ein Desaster, welches z.B. in Deutschland eine AfD alle Kraft gibt, die alten Volksparteien als unfähig und die Grünen als realitätsfremd entlarvt.

Und weiter geht dieses Handeln welches es fertig bringt einen Erdogan als demokratischen Partner anzusehen, den Sturz eines Saddam zu bedauern und gleichzeitig den eines Assad zu feiern, sowie weiterhin vom Islam per se zu sprechen. Vom Islam zu sprechen anstatt sich endlich die Zeit und Mühe zu nehmen zu evaluieren, differenzieren und konstatieren, welche muslimische Richtungen und Schulen in unserer christlich geprägten, aufgeklärten und auf der Freiheit des Individuums basierenden Welt sich integerieren können und Förderung erfahren sollten, sowie welche nicht und damit aus unserer Gesellschaft verbannt und bei Widerstand bekämpft werden müssen.

Denn wer zu Recht fordert, daß es für Faschismus keinen Platz geben darf, wird damit auch Sozialismus und vor allem Islamismus leidenschaftlich angreifen müssen.

Mit Personen wie Petry, Künast, Todenhöfer, Ruprecht Polenz, Özoğuz, Mass und vor allem auch Merkel wird dies nicht gelingen.

So werden wir es gerade nicht schaffen und damit all das verspielen was uns lieb und teuer ist und sich auch all jene integrierten Muslime erhoffen, die nun hier leben: Freiheit, Sicherheit, Wohlstand und Gerechtigkeit.

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Ein Kommentar hierzu von Philipp Krauß:

Ich weiß nicht, ob diese Differenzierung verschiedener Glaubensrichtungen tatsächlich etwas bringt. Schließlich wird der Glaube in den verschiedenen Gruppierungen selbst teils gemäßigt oder radikaler ausgeübt. Hier eine klare Linie zu ziehen, wird nicht möglich sein.

Die westliche Welt sieht beispielsweise die Türkei immer als gemäßigt an, was aber eher damit zusammenhängt, dass der Großteil etwas mit dem Land Türkei anfangen kann und fast jeder einen deutsch sprechenden Türken kennt. Aber auch hier wird es radikalere Gruppierungen geben. Wenn die Türkei sich bspw. selbst von der EU entfernt, werden diese mit Kusshand von östlicheren Staaten „aufgefangen“ und orientieren sich natürlich auch in diese Richtung.

Problematisch ist natürlich, dass der Islam das politische Geschehen stark beeinflusst, ja sogar bestimmt. Eigentlich muss Religion und Politik strikt getrennt werden. Dies geschieht aber nicht. Religion – egal welche – sollte eigentlich dazu dienen, sich selbst den Alltag etwas lebenswerter zu machen, und dort enden, wo es einen anderen einschränkt. Und schon gar nicht als politisches Instrument herhalten.

Der eigentliche Punkt ist doch folgender: In den vergangenen Jahren hat sich fast jede Nation bzw. Bevölkerung lieber wieder auf die eigenen Werte und Identität besonnen, weil es den Anschein hat, dass alles zum großen Einheitsbrei werden soll und klare Grenzen (nicht im geographischen Sinne) verwässert werden. Dies ist nicht nur bei uns (EU) der Fall (siehe GB, Ungarn, Polen, usw), sondern wohl auch im fernen Osten, der gar nicht mehr so fern ist…

Und der Kommentar von Matthias Jean-Marie Schaeppi:

Ein guter, ausgewogener Kommentar! Was vielleicht in dem ganzen Szenario noch dazu kommt, ist der Auto-Rassismus, der Selbsthass linker Kreise (um es mal allgemein auszudrücken), der diese bürgerkriegsartigen Zustände, wie wir sie bald erleben werden, mit vor verdeckter Hand gutheißt.

www.conservo.wordpress.com   20. Juli 2016

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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