Geht es General Tauber an die Epauletten? – Oder: Wer ist jetzt das Kaninchen?

(www.conservo.wordpress.com)

von altmod *)

So richtig begeistern wird sich Frau Merkel an ihrem Generalsekretär inzwischen nicht mehr können. Nach Monaten unauffälligen und wenig nachgefragten Wirkens im Anschluss an seine Ernennung ist er nun doch verstärkt und unter recht unangenehmen Begleitumständen ins Rampenlicht geraten.fuchs-hase

Dazu trugen zunächst die mit immer mehr katastrophalen Ergebnissen für die CDU endenden jüngsten Landtagswahlen bei, zu denen sich der „General“ erklären musste. Von Mal zu Mal beschwor Peter Tauber den Niedergang der AfD und von Mal zu Mal wurde diese immer stärker.

Zu den wirklichen Gründen dieser Katastrophe für die CDU und zur eigentlichen Verfasstheit seiner Partei und deren Führung konnte er nur windige Versatzstücke und Phrasen beitragen. Mancher treue CDU-Gefolgsmann wollte nur noch staunen ob der Chuzpe dieses Generals.

Vor zwei Tagen veröffentlichte dieser ein 10-Punkte-Papier, gewissermaßen sein programmatisches Destillat für seine Partei. Lediglich die Friede-Springer-Merkel-Freundschafts-Postille, die WELT, konnte Peterchens Mondfahrt etwas Positives abgewinnen, ansonsten schwiegen die übrigen Hofberichterstattungs-Gazetten.

Aus gutem Grund.

Petr Bystron kommentiert auf Jouwatch treffend: „Alleine die Tatsache, dass nun einfache Apparatschiks mit dem geistigen Tiefgang eines Luftkissenbootes für die Abfassung von Partei-Manifesten betraut werden, spricht Bände …“.

Ernsthaften Mandats- und Verantwortungsträgern in der CDU – gar Frau Merkel – dürfte Taubers Wortgewölle inzwischen mehr als peinlich sein.

Wegbegleiter Peter Taubers in seiner Schulzeit berichteten schon früh von seinem Talent zum „Labern“ (so ein Familienmitglied von mir) und Phrasendreschen.

Nun hat ihn aber ein höchst peinsamer Vorgang aus den Anfangszeiten seiner steilen Parteikarriere eingeholt.

Die Frankfurter Rundschau berichtete gestern von einem unappetitlichen Mobbing-Vorkommnis unter der Regie von Peter T..

Presseagenturen und u.a. die SZ übernahmen diese für Tauber und die CDU peinliche Berichterstattung und die Lokalpresse nimmt sich heute ausführlich dieses Vorgangs an: „Auf Kaninchenjagd“ titelt das „Gelnhäuser Tageblatt“ , die „Gelnhäuser Neue Zeitung“ berichtet von einer „Anleitung zur ›Operation Kaninchenjagd‹“.

Mit der historisch frivolen Titulierung „Kaninchen“ ist die frühere Kreis-Geschäftsführerin der CDU-Main-Kinzig gemeint, mit welcher der CDU-Youngster nicht so recht konnte und die mittels eines fiesen Komplotts aus dem Amt entfernt werden sollte. Natürlich streitet der jetzige „Politstar“ und Verantwortungsträger seine Verantwortung für diese miese Kabale ab.

Für den Kenner der Verhältnisse in der Main-Kinzig-CDU und der Persönlichlichkeit des „Ausnahmetalents“ („CAPITAL“ vom Oktober 2007), besteht kein Zweifel an der Authentizität der Vorwürfe. Was z.B. durch Aussagen des früheren CDU-MdL Rolf Müller und anderen aus dem Main-Kinzig-Kreis jetzt als zutreffend bestätigt wird.

Man möchte ätzen, dass wohl mit dieser Ränke Peter T. sein Gesellenstück für eine CDU-Parteikarriere unter der Meisterin im Metier, Angela Merkel, abgeliefert hat. Die Weste des Peter Tauber war nie rein unter den Maßstäben von Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Was ihn nach den gültig gewordenen Normen gewiss als Politiker und Mandatar für eine verkommene repräsentative Demokratie prädestiniert.

Trennt sich Frau Merkel nun von ihrem peinlich gewordenen Zauberlehrling mit seiner grottenschlechten öffentlichen „Performance“ – oder ist ihr das alles schnurz?

Obschon, ich könnte mir bei ihr dieses berühmt gewordene „Der-Guttenberg-ist-weg-Lächeln“ in komparabler Gestalt wieder vorstellen.

Wie sagte Tauber in einer seiner jüngsten Wahlergebnis-Erklärungen: Der Fisch stinkt vom Kopf her.

Vorsicht wollte man ihm da schon zurufen, denn Derartiges kann ganz schnell gegen einen selbst gewendet werden.

Vielleicht sollte sich Peter Tauber schon mal bei einem auf strategische und trickreiche Freisetzungsmethoden in der Wirtschaft spezialisierten Unternehmensberater als Mitarbeiter anbieten, besitzt er ja einschlägige Erfahrungen.

*) „altmod“ ist Blogger (altmod.de), Facharzt und Philosoph sowie regelmäßiger Kolumnist bei conservo
www.conservo.wordpress.com   24.09.2016
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Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 21 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 44 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. conservo ist ein überzeugter Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
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Eine Antwort zu Geht es General Tauber an die Epauletten? – Oder: Wer ist jetzt das Kaninchen?

  1. WEISSE WÖLFE schreibt:

    Hat dies auf Manfred O. rebloggt.

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