Michel Friedmann, Joschka Fischer und das „Center for Applied European Studies“

(www.conservo.wordpress.com)

Von Herbert Gassen *)Gassen

Garanten für die moralisch-sittliche Bedeutung dieses Zentrums

Da überrascht uns die Frankfurter Rundschau mit einem Bericht über die Gründung eines ‚Center for Applied European Studies‘ ( = Zentrum für angewandte europäische Studien.)

Der Präsident ist Prof. Dr. Frank Dievernich, sein Direktor Michel Friedman und sein Gast Joschka Fischer, die sich als Garanten für die moralisch-sittliche Bedeutung dieses Zentrums sehen.

Europa – ein „Projekt des Humanismus“?

Der Präsident bezeichnet ‚Europa‘ als ein großes Friedens-, Freiheits- und Demokratieprojekt, das fortgeschrieben werden muß. Das Gelingen hängt davon ab, was wir in unserer Gesellschaft dafür tun. Da wird von der ‚Erfindung‘ Europas gesprochen, die von der Aufklärung, er meint sicherlich Denker wie Kant, dem Respekt vor jedem einzelnen Menschen und der Aufhebung der Grenzen motiviert ist. Dieses Europa, also politisch gesehen die EU, wird als ein supranationales Projekt des Humanismus bezeichnet, das durch die Pluralität geprägt wird. Da wird auch von der Notwendigkeit einer sozialen Gerechtigkeit und Bildung gesprochen, von der Augenhöhe der Partner.

Da darf man schon fragen, welches Europa sie als Ausgangspunkt ihrer Aktivitäten meinen? Beziehen Sie es auf die EU = Europäische Union? Dann ist es eine dialektische Finte, dieses Europa als ‚dynamische Erfindung‘ interdisziplinär erforschen und fortschreiben zu wollen. Wollen sie ihre ‚akademischen‘ Erkenntnisse den Bürgern Europas indoktrinieren, um sie nach ihrem Sinne – wer steckt dahinter – lenken zu können?

Wenn die EU gemeint sein soll, so entspricht diese Erkenntnis der Notwendigkeit einer Überarbeitung. Sie ist eine Institution, die weiterentwickelt werden muß, wenn sie einen Sinn haben sollte. Dieses politische Gebilde ohne demokratische Struktur, Mächten ausgeliefert, denen menschliche Identität nichts bedeuten, ist das lebensunfähige Geschöpf kranker Gedanken. Es siecht dahin wie eine Mißgeburt, die nicht zum Leben geboren ist. Dieses Europa darf und kann aber nicht ‚fortgeschrieben‘ werden. Es muß von Grund auf neu gestaltet werden.

Es gab einmal eine Vision eines Europas der Vaterländer.

Sie wurde von General de Gaulle und Kanzler Adenauer artikuliert. Es war das Europa vom Atlantik bis zum Ural. In ihm war Rußland selbstverständlich ein gleichberechtigter Partner. Das war eine Staatengemeinschaft auf der Basis der Menschenwürde und der Achtung vor dem Individuum, das eingebettet war in die christlich-ethischen Grundwerte seiner Tradition. Hier waren Nationalitäten Ausdruck der völkischen Vielfalt, der Nachbarschaften und Zusammengehörigkeiten, getragen von einer individuellen Sprache, von eigenen Sitten und Gebräuchen, einer unter gleichen Vorgaben gewachsenen Kultur, einer rd. 2.000jährigen gemeinsamen Geschichte. Die zu berichtenden Kriege waren die Auseinandersetzung unterschiedlicher Machtverhältnisse.

Hierdurch unterschied sich dieser Kontinent nicht von anderen Regionen. So sind die Vereinigten Staaten von Amerika auf der fast totalen Liquidierung der Urbevölkerung und einem blutigen Bürgerkrieg begründet.

Für Europa galt der Zusammenhalt seiner Nationen gegen seine Feinde. Es waren die Ritter bei Liegnitz, der polnische König Sobietski, die die Asiaten davon abhielten, Europa zu erobern. Seine Grenzen waren über Jahrtausende sicher. Europa brauchte niemals erfunden zu werden. Es existierte. Allerdings nicht in einer Form, wie es seine Gegner wünschen.

Wenn zwei Repräsentanten zweier großer, europäischer Staaten vor den Gräbern Verduns stehen und davon sprechen, daß es die Nationaltäten sind, die diese Kriege verursacht haben, haben sie die Geschichte nicht verstanden. Sie verdrehen zu ihrem Selbstverständnis die Tatsache, daß es immer die führenden Politiker Europas und deren Finanziers waren, die ihre Bürger in die Schlachten kommandiert haben.

Diese EU ist eine Konstruktion der Sieger des letzten Weltkrieges.

Mit der friedlichen Revolution der Deutschen in der DDR für Freiheit, Individualismus und Recht war eine große Chance für einen allgemeinen Frieden der Welt gegeben. Es war der Geist von Versailles, also die verbrecherische Kongregation einer politischen Machtkaste, der den 2+4-Vertrag, die Urzelle der EU, konstruierte. Mit ihm wurde Deutschland nicht gleichberechtigt in eine europäische Staatenkonstruktion eingebunden, die von keinen demokratischen Entscheidungen getragen war. Es waren die globalen Kapitalmächte, die über den Euro die ungeheure Verschuldung und materielle Auszehrung der Mitgliedstaaten einleiteten und das Wirtschaftspotential Deutschlands vereinnahmten.

Die Verfassungslosigkeit, die Wehrlosigkeit der EU war der Grund, daß seine Grenzen für Millionen Menschen dieser Welt, gleich welcher Herkunft und Kultur, offen standen. Es war eine deutsche Kanzlerin, die aus der Perspektive der Globalisierer, der Schöpfer des Einheitsmenschens, Europa dem Islam als Beute vorwarf. Das ist die Bestätigung dafür, daß Europa eine Erfindung ist, die nicht für seinen Erhalt, sondern für seine Vernichtung, Entnationalisierung und Umbevölkerung geschaffen wurde. Das ist die Bestimmung seiner Konstrukteure: Ein unverfaßtes, undemokratisches Europa, der Verfügungsgewalt seiner Einwohner entzogen. Der Weg in die EU ging an allen demokratischen Grundregeln vorbei.

 

Wir kommen somit in den Bereich der Intensionen und erbrachten ‚Leistungen‘ der ersten Frankfurter Schule. Der Ursprung dieser politischen Liquidatoren war die akademische Untermauerung der bolschewistischen Revolution in St. Petersburg. Thomas Mann trug 1919 in sein Tagebuch zu diesem Ereignis ein: ‚Wir sprachen auch von dem Typus des russischen Juden, des Führers der Weltbewegung, dieser sprengstoffhaften Mischung aus jüdischem Intellektual-Radikalismus und slawischer Christus-Schwärmerei. Eine Welt, die noch Selbsterhaltungsinstinkt besitzt, muß mit aller aufbietbaren Energie und standrechtlichen Kürze gegen diesen Menschenschlag vorgehen‘

Er war gewiß kein Nazi, und er konnte damals noch nicht ahnen, welch infernalisches Ausmaß der Klassenkampf in der Welt annehmen sollte. Er war kein Prophet, der die Zukunft Europas und der Welt bis 1945 voraussehen konnte. Die Realisierung seiner Vision mit den Mitteln, an die selbst dieser Pazifist dachte, hätte eine andere Zukunft ergeben.

Es gehört zu den Forderungen dieser von der Frankfurter Schule vertretenen Ideologie, alle tradierten Grundwerte des zentralen Europas auszulöschen. Wir beginnen mit dem Begriff Volk, Familie, Bildung und kommen zu der Aktion ‚Umbevölkerung‘, die seit langem in dem Einflußbereich der deutschlandfeindlichen Soziologen geplant ist..

Das Ziel der Frankfurter Schule und ihrer militanten Truppe – wir nennen sie die 68er – war zunächst die Vernichtung des deutschen Bürgertums, alles Deutschen wegen seiner Anwesenheit im 3. Reich. Da es kein Proletariat mehr gab, das ihnen im Kampf gegen Deutschland beistehen konnte, ermordete man Schleyer, Ponto, Buback, Karry u.v.a. Wir hören heute noch bei der Erwähnung dieser Zeit die sprachlichen Laute wie ‚RAFF‘ und ‚PUTZZ‘. Aus ihren Reihen kam die Kaste, die die akademischen, marxistisch-leninistischen Vorstellungen der Frankfurter Schule in die Politik umsetzte.

Das bedeutete Vernichtung deutscher Nation, deutscher Identität, deutschen Staatsbewußtseins, das Vergessen seiner Kultur und seiner Geschichte. Es sollte die Herrschaft über den Einheitsmenschen errungen werden. Gezüchtet aus den Arten aller Kontinente, entbunden von Grundwerten und Traditionen ist sie das Ziel, die eigene Art zu erhalten.

Die aktuelle innen- und außenpolitische Situation der Bundesrepublik ist das Ergebnis dieser ideologischen Verirrung. Die Bevorzugung linker Parolen, entstanden in den Klassen der Frankfurter Schule zur Gestaltung unserer Republik, ist nicht zu übersehen.

Wo sollte der Frieden in Europa, die Gleichberechtig auf Augenhöhe, herkommen, wenn heute noch das Zitat des Herrn Direktors im Raum steht: „Versöhnung ist ein absolut sinnloser Begriff. Versöhnung wäre allenfalls denkbar gewesen, wenn es Ausschwitz nicht gegeben hätte. Aber jetzt, nach dem Holocaust, klingt dieses Wort in den Ohren der verängstigten und verunsicherten jüdischen Bürger entsetzlich. Die Erben des judenmordenden Staates bieten den Opfern und Nachkommen der Opfer Versöhnung an und sind verbittert, wenn dieses Wort zurückgewiesen wird. Es kommt ihnen in Wirklichkeit gar nicht anderes zu, als die schwere historische Verantwortung auf sich zu nehmen, generationenlang, für immer. (16. Nov. 1985 im „Rheinischen Merkur“)

Joschka Fischer, Bündnis90/Die Grünen interpretierte sein Verhältnis zu Deutschland so:

„Deutsche Helden müsste die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen.“

Das ist der Friede, der Geist Europas auf Augenhöhe, den das ‚Zentrum‘ anstrebt zu realisieren.

Was heißt, Frieden für diese EU zu entwickeln? Sie ist ein Mitglied der NATO, einem amerikanisch geprägten Militärsystem, das nach dem Fall der Mauer die Welt nicht mehr vor dem Reich des Bösen hatte verteidigen müssen. Seine Aufgabe soll heute der Kampf gegen den Terror sein. Diese Organisation stellt sich ihre Aufgaben meist selbst, indem sie in der Welt aus eigener Initiative Verhältnisse schafft, die sie aktiv werden lassen kann. Nur ein Beispiel: Der Irak und seine Waffen, die es nie gegeben hatte, Afghanistan und so fort.

Ein aktueller Einsatz richtet sich gegen die Russische Föderation, wegen der Ukraine, wegen der Krim. Hier soll doch eine Front gegen Rußlands Süden über die EU-Mitgliedschaft der Ukraine und ihrer dadurch zwingenden Liaison mit der Nato aufgebaut werden. Mittlerweile stehen Einheiten der Landsknechts-Bundeswehr auf Befehl der Kanzlerin im Baltikum mit Front nach Osten. Deutsche Truppen gegen das russische Volk? Das war einmal eine völlig undenkbare Situation deutscher Politik. Kein Deutscher darf Stalingrad vergessen. Ist dieser NATO-Aufmarsch Frieden? Von wem wird er initiiert? Was soll hier ‚fortgeschrieben‘ werden? Ein Versailles für Rußland?

Wie sollte die vom Zentrum geforderte ‚Freiheit‘ aussehen? Von was, für was? Über diesen Begriff denkt die Menschheit seit ihrem Bestehen nach. Von Generation zu Generation und sie kommen zu keinem absoluten Ergebnis. Freiheit als Begriff der Disziplinierung oder zur beziehungslosen Selbstverwirklichung gegenüber der Gesellschaft, die man zerstören muß?

In unserem Grundgesetz wird die Meinungsfreiheit der Bürger festgelegt, aber mit gesetzesbedingten Einschränkungen. Ist es eine Freiheit, wenn die Ursachen der Geschichte Zentraleuropas seit etwa 1806 einer Schweigepflicht, einem sakrosankten Tabu unterliegen? Es ist die autoritäre Verpflichtung zu einem ideologisch begrenzten Denken und Artikulieren.

Wir haben die Freiheit, ein europäisches Parlament zu wählen – aber wozu? Seine Autorität ist auf Probleme wie die Sicherheit von Topflappen begrenzt. Unter Parlament verstand man einmal grundsätzlich die Kontrolle der Exekutive. Die wird in Europa von einer oligarchen Gruppe von Beauftragten der Regierungen der Mitgliedstaaten dargestellt und von diesen im Rahmen der jeweiligen Verschuldungen angewiesen. Hier wird also eine enorme negative Differenz zwischen Europa = EU und jeder Freiheit gleich welcher Art deutlich.

Die Gründer des Zentrums sprechen von Demokratie. Wo war sie bei dem Aufbau der EU, wo ist sie in der aktuellen Administration der EU zu erkennen. Sie jetzt entwickeln zu wollen, über 25 Jahre nach dem Start, ist das ein unmögliches Unterfangen. Die EU liegt in den Händen der Weltmächte, die sie ohne Gewalt niemals herausrücken werden. Im Zentrum Europas werden die konservativen, patriotischen Kräfte militant abgewehrt. Der demokratische Wille der Bevölkerung wird zentral gesteuert und totalitär ausgerichtet. Der Direktor sagt es ja selbst: Die nationalistische, rassistische Fratze ist in einigen Ländern durch Wahlen legitimiert und legalisiert. Mit dieser Grundauffassung von Demokratie ist die Arbeit des Zentrums bereits charakterisiert. Man spürt die Absicht und ist verstimmt. Soll es etwa die Vernichtung der europäischen Nationen akademisch begleiten, 500 Millionen Europäer in die Umzüchtung zu Einheitsmenschen führen, so wie es damals das Institut für Sozialforschung geplant hatte?

An den Forschungsthemen Altern und Umwelt wird die Gesellschaft hochgelahrter Professoren viel Spaß haben, als sie sich als Objekt der materiellen Dialektik besten eignen, die Massen in ihrem Sinne zu verwirren. Erinnern wir uns an die Sorge der Grünen um die Umwelt, mit der sie ihre Gewalt erreicht haben, als Vizebundestagspräsidentin ‚Deutschland verrecke‘ zu deklamieren.

Der Präsident definiert seine Vision von der Zukunft Europas mit einem verräterischen ‚Wir werden es schaffen! Er will damit die Menschen ‚sensibilisieren‘, das ‚Neue Europa‘ verstehen zu lernen, ihren eigenen Untergang. Es soll angeblich um die Zukunft Europas gehen, aber Gott möge es verhindern: Nicht im Sinne der Repräsentanten dieses Zentrums.

Die Bürger in Europa haben die Situation des konstruierten Chaos erkannt und rudern – noch – auf demokratischem Gewässer und nicht unter Verwendung von Pflastersteinen als politisches Argument, zurück. Es geht um die Selbsterhaltung Europas.

Liebe Franzosen, liebe Italiener, liebe Spanier, liebe Europäer, nach Meinung des Herrn Direktors dieses Zentrums habt Ihr Euch mit demokratischen Wahlen und dem Bekenntnis zu Eurer Nation für ihn zur Fratze gemacht. Damit habt Ihr seine zarte Seele und die seiner Gäste zu tiefst beleidigt. Friedman scheint Mischling genug zu sein, um als Muster in Europa leben zu können.

*) Herbert Gassen ist Dipl. Volkswirt, Bankkaufmann und regelmäßig Kolumnist auf conservo

www.conservo.wordpress.com   12.10.2016

Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 20 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 36 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und blogs. Vor allem aber: Er ist auch Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen.
Dieser Beitrag wurde unter APO/68er, Außenpolitik, Die Grünen, Dritte Welt, EU, Kinderschänder/Pädophile, Kultur, Medien, Politik, USA abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Michel Friedmann, Joschka Fischer und das „Center for Applied European Studies“

  1. Querkopf schreibt:

    Wie bitte, ausgerechnet Michel Friedmann und Joschka Fischer als moralisch-sittliche Garanten? Daniel Cohn-Bendit fehlt mir noch in diesem Lach-Kabinett noch. Das ist ja zum Todlachen, wenn es nicht so tieftraurig wäre…

  2. karlschippendraht schreibt:

    …….Es gab einmal eine Vision eines Europas der Vaterländer……

    Damals waren wir dafür . Als sich aber mehr und mehr ein zentralistisch – diktatorisches Konstrukt namens EU aus diesem Grundgedanken entwickelte setzte ein Umdenken in Verbindung mit verstärkter politischer Wachsamkeit ein . Diese neue Institution dürfte schon allein aufgrund der personellen Besetzung bei seriösen und natürlich intelligenten Kennern der Materie auf berechtigte Ablehnung stoßen.

  3. feld89 schreibt:

    Hat dies auf volksbetrug.net rebloggt.

Kommentare sind geschlossen.