Ein Käfig voller Narren

(www.conservo.wordpress.com)

Von altmod *)

Vorweg – mit Hilfe von Wikipedia – zwei konkrete Definitionen dazu:

narren„Ein Käfig (von lateinisch cavea) ist ein allseitig geschlossenes Behältnis, dessen Seiten mehr oder weniger perforiert sind. Er kann transportabel oder auch als Gebäude ausgeführt sein. … Die Seiten eines Käfigs sind meist nicht nur gerade Flächen, sondern können auch so stark gewölbt sein, dass dieser die Form einer Kugel hat, da oft flexibles Flechtwerk aus unterschiedlichsten Materialien verwendet wird. Bei einem sehr flexiblen Flechtwerk mit schon textilen Eigenschaften ist es kein Käfig mehr, sondern ein Netz.“

„Als Narr oder als Tor (davon hergeleitet töricht als Eigenschaft) wurde im Mittelalter jene Person genannt, die als Spaßmacher für Unterhaltung und Belustigung sorgen sollte und dabei meist auffällig gekleidet war. Als Tor oder Narr werden auch Personen bezeichnet, die sich sehr unreif, dumm, tollpatschig, voreingenommen, vorurteilsbehaftet und ignorant verhalten und die sich auf Basis ihrer Unwissenheit als Gelehrte aufplustern, ohne ihre Unwissenheit zu erkennen, weil sie denken, ihre Unwissenheit sei großes Wissen.“

Die Narren der mittelalterlichen Könige waren als Unmenschen verkleidete Menschen. Die Narren von denen ich hier sprechen möchte, kommen mir eher als menschlich maskierte Unholde vor.

Ich rede von diesen Edelfedern, Diamanten des deutschen Journalismus, den Kolumnisten von der Goldenen Feder.

Wenn man die Verkündigungen dieser unzähligen Narren hört, die durch die Öffnungen ihres Käfigs des medialen Mainstreams zu uns dringen, möchte man nicht mehr nur von Narren, sondern bereits von bedauerlichen Kretins sprechen.

Kretinismus, den man nicht wie in der somatischen Medizin von einer Schilddrüsenunterfunktion herleiten kann, sondern von einer unleugbaren Hirn- und Charakter-Unterfunktion.

Da schreibt zu den jüngsten Bereicherungs-Aktionen unserer Neubürger Alan Posener von der WELT:

„Deutschland hat seine ersten syrischen Helden

Es gibt unter uns potenzielle Terroristen aus Syrien. Aber wie Leipzig zeigt, gibt es ebenso Syrer, die beim Aufspüren helfen können und wollen.

Wir brauchen sie – denn allein schaffen wir es nicht. …

Sie verdienen () das Bundesverdienstkreuz…

Interessant dabei, dass dieser Unsinnsverzapfer und Hof-Jubel-Schreiber jetzt das Merkelsche Mantra „Wir schaffen das“ etwas relativiert – aber nur etwas; und gewiss im Sinn von Frau Merkel.

Im Expertenblatt DIE WELT läßt man nun in der Sache Al Bakr auch einen islamischen „Psychologen“ zu Wort kommen. Man titelt dort:

„Wer ein Selbstmordattentat begehen will, bringt sich nicht um

Für den Psychologen Ahmad Mansour ist der Suizid von Dschaber al-Bakr ein Rätsel. Es sei im Islam verboten: eine Sünde.“

Nichts gegen die wackere „Wissenschaft“ der Psychologie, aber Vorsicht: Unter deren Eleven gibt es etliche – vor allem jene, die lautstark sich in den Medien melden – die nichts anderes sind als wortklauberische Menschenverhackstücker (frei nach Ewald G. Seeliger).

„Psychologe“ ist ja auch keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung, also kann fast jeder Sacklpicker als solcher auftreten.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: „Wer ein Selbstmordattentat begehen will, bringt sich nicht um“. Lese ich da etwas falsch? Einer will Selbstmord begehen, will sich aber nicht umbringen? Selbstmord sei im Islam eine Sünde. Ein (dschihadistisch motiviertes) Selbstmordattentat, wenn man einige Ungläubige mitnimmt, ist es aber wohl nicht, da nach islamischer „Gottesgelehrtheit“ den Suizidanten 72 Jungfrauen im Paradies erwarten – das muss ich dazu anmerken.

Nun ja, Logik ist in Teilen der Psychologie eine substanzielle Contradictio.

Olmützer Quargel

Den Vogel schießt wieder einmal der 1943 in Ölmütz geborene, ehemalige „Domspatz“ Franz-Josef Wagner bei BILD ab.

Dieser Olmützer Quargel**) möchte à la Brecht mit einer Umdichtung für das „epische Theater“ die Geschichte vom barmherzigen Samariter neu kreieren.

Aber Syrer, nicht Samariter muss es jetzt in der dramatischen Parabel heißen.

„Ein Landsmann hat Sie am Leipziger Hauptbahnhof angesprochen. Sie gehen nicht weiter. Er spricht Ihre Sprache. Er kommt aus der gleichen Vergangenheit. Krieg, Flucht, Asyl. Der Landsmann weiß nicht, wo er schlafen kann.

Sie nehmen ihn mit. Sie sind gute Syrer. Gastfreundschaft ist ein hohes Gut.

Der Fremde sitzt auf dem Sofa. Je länger Sie ihn anschauen, desto mehr kommt er Ihnen bekannt vor. Er ist der Terrorist mit dem Sprengstoff, den alle suchen. Die beiden Syrer überwältigen den Terroristen und liefern ihn der Polizei aus.

Gutes zu tun, ist wichtiger, als Deutsch zu lernen.“

Man möchte sich fast schämen, das zu zitieren, so idiotisch kommt das daher.

Wie und warum konnte der mutmaßliche „Gotteskrieger“ Al Bakr in seiner Zelle überhaupt Selbstmord begehen?

Die Experten vom SPIEGEL wissen Bescheid:

„Die Leitung der Justizvollzugsanstalt Leipzig (behandelte) Albakr, der am Wochenende noch der meistgesuchte Mann Deutschlands war, wie einen Kleinkriminellen.

Deshalb konnte er in seiner Zelle Suizid begehen.“

Was sagt uns das? Man könnte daraus ableiten, dass Kleinkriminelle generell suizidgefährdet sind.

Oder, dass diese in Sachsens Justizvollzugsanstalten so kujoniert und gequält werden, dass ihnen nur der Ausweg in den Suizid bleibt?

Na klar, in einem Bundesland, wo man nicht mal den rechten Mob (oder vielleicht den linken?) in den Griff bekommt, muss auch der Justizvollzug verrottet sein.

Mit dieser Einstellung sind die Narren vom SPIEGEL nicht allein im Käfig.

Warum tritt der verantwortliche Justizminister nicht zurück, da er doch nur klägliche Argumente in dem „Skandal“ vorbringen kann? So hat ihn sich die blonde Moderations-Harpyie vom ZDF, Marietta Slomka, schon mal vorgenommen und einer Expertin von der SÜDDEUTSCHEN einen Aufhänger geliefert: http://www.sueddeutsche.de/politik/dschaber-al-bakr-saechsischer-justizminister-spricht-im-zdf-und-hat-keine-argumente-1.3205436

Eine weitere analytische Meisterleistung legt dazu ein gewisser Ferdinand Otto von der ZEIT vor:

„Al-Bakr, Pegida und nicht zuletzt der rechte Mob, der auch Asylbewerberunterkünfte anzündet, zeigen, wie einfach es in Sachsen ist, sich dem Rechtsstaat zu entziehen. Und der lässt es geschehen.“

Im Käfig der Mainstream-Medien findet man alles, was die Definition des Narren hergibt: „Spaßmacher für Unterhaltung und Belustigung … Personen, die sich unreif, dumm, tollpatschig, voreingenommen, vorurteilsbehaftet und ignorant verhalten und … die sich als Gelehrte aufplustern …“

Wir leben in einer wunderbaren Zeit!

**) Sauermilchkäse mit Rotschmiere

(Original: http://altmod.de/?p=6274)
*) „altmod“ ist Blogger (altmod.de), Facharzt und Philosoph sowie regelmäßiger Kolumnist bei conservo
www.conservo.wordpress.com 15.10.2016
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Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 21 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 44 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. conservo ist ein überzeugter Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
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Eine Antwort zu Ein Käfig voller Narren

  1. text030 schreibt:

    „Al-Bakr, Pegida und nicht zuletzt der rechte Mob, der auch Asylbewerberunterkünfte anzündet, zeigen, wie einfach es in Sachsen ist, sich dem Rechtsstaat zu entziehen. Und der lässt es geschehen.“

    Ja, eine sehr vereinfachende Sicht…

    https://text030.wordpress.com/2016/10/15/das-un-zitat-zum-wochenende-von-ferdinand-otto-zeit-online/

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