Fernsehkonsum bei Kindern bleibt hoch/Riesiger Werbemarkt

Fernsehkonsum bei Kindern bleibt hoch/Riesiger Werbemarkt

(www.conservo.wordpress.com)

Mathias von Gersdorff

Mathias von Gersdorff

Von Mathias von Gersdorff *)

Seit einigen Jahren beobachtet die Wirtschaft und die interessierte Öffentlichkeit besonders intensiv, wieviel Zeit Kinder mit Smartphones und anderen internettauglichen Geräten verbringen. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass Fernsehen weiterhin ein sehr wichtiges Medium für die Jüngsten ist – vor allem in Deutschland.

Kinder zwischen drei und dreizehn Jahren verbringen täglich 82 Minuten vor der Glotze.

„Super RTL“ stellt in Deutschland damit einen geringen Rückgang in der Nutzung des Fernsehens fest. In anderen europäischen Ländern ist der Fernsehkonsum bis zu 20 Prozent zurückgegangen.

Das betrifft allerdings das „klassische“ Fernsehen. Dieses bekommt zunehmend Wettbewerb von Anbietern wie „Netflix“ von Amazon. Man kann also nicht behaupten, dass fernsehähnliche Formate unbedeutender geworden sind.

Deshalb rückt die Industrie mit völlig neuen Produktionen heran, um das Interesse der Kinder an sich zu reißen: „Super Toy Clubs“, Trollhunters“ und das Internetangebot „Kividoo“.

Kinder sind ein wichtiges Ziel für die Werbeindustrie. Super RTL verdiente dieses Jahr allein an Kindersendungen 300 Millionen Euro an Bruttowerbeeinnahmen – ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In der Fernsehindustrie sind eigene Kinderkanäle nicht nur wegen Werbeeinnahmen sehr beliebt, sondern auch aufgrund des erfolgversprechenden Verkaufs der Produkte, die zu den Sendungen (Merchandising: Puppen der Fernsehfiguren, Spiele und Bilderbücher über die Fernsehsendungen etc.) gehören.

In der Zielgruppe der 3-13-Jährigen hält „Super RTL“ einen Markanteil von 19,1 Prozent. Es folgen Kika mit 19,1, „Disney Channel“ mit 9,6 und Nickelodeon mit 8.

Fazit: Diese Zahlen zeigen deutlich, dass es hinsichtlich TV und Jugendmedienschutz keine Entwarnung geben kann. Das Fernsehen ist und bleibt eine der wichtigsten Gefahren für die gesunde Entwicklung der Kinder.

(Original: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2016/11/absurde-polemik-der-grunen-gegen-das.html)
*) Mathias von Gersdorff ist freier Publizist sowie Betreiber der blogs „Kultur und Medien“ und http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/
www.conservo.wordpress.com  24.11.2016

Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 20 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 36 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und blogs. Vor allem aber: Er ist auch Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen.
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2 Antworten zu Fernsehkonsum bei Kindern bleibt hoch/Riesiger Werbemarkt

  1. karlschippendraht schreibt:

    Ein Organ , das nicht belastet wird verkümmert . So die einhellige Erkenntnis der Medizin. Und das menschliche Gehirn ist eben auch ein Organ . Wenn dieses aber nicht mehr ausreichend belastet sondern nur noch berieselt wird dann hinterlassen wir Generationen von geistigen Krüppeln.

  2. anvo1059 schreibt:

    Leider scheint die Werbeindustrie inzwischen ganz gezielte Strategien auf Kinder zugeschnitten zu haben ! Unsere Jüngsten dürfen unter der Woche nur den Sandmann und einen Tricfilm bis max. 20.oo Uhr und am WE einen Kinderfilm sehen. Aber das scheint schon auszureichen, um die Kleinen zu konditionieren…… Als Eltern ist man dann manchmal fast entsetzt, wie und was den Kindern da als „Werbebotschaft“ untergejubelt wird !

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