Großbritanniens Theresa May – die Merkel-Kopie

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes

Wohlfeile Worte, leere Versprechungenmay

„Her Majesty´s“ Premierministerin Theresa May hielt die erste große Rede des Jahres. Viele hatten einen großen Wurf erwartet, wurden aber bitter enttäuscht. Wohlfeile Worte, leere Versprechungen, z. B. wie diese, in der sie einen „starken Staat“ verspricht: Was soll das heißen? Wird sie den staatlichen roten Teppich wirklich ausrollen – anstatt ihn wieder einzupacken?

Es klingt ja erst einmal gut, wenn sie sagt, daß die Menschen eine aktive Regierung brauchen, eine, die dafür sorgt, daß das System sie unterstützt. Je näher man Mays Redetext allerdings studiert, desto mehr rieseln einem die Worte durch die Finger. Übrig bleibt absolut nichts. Fragen Sie nicht, welche Behörde wem welche Hilfe zukommen lässt – denn es gibt nicht den Hauch eines konkreten Vorschlags.

Vom Brexit blockiert

Auf die offenen Worte müßten aber ebenso beherzte Taten folgen. Müßten… Aber davonist wenig zu sehen. Wie auch sonst?. Selbst wenn es die neue Premierministerin ernst meinte, so fehlen ihr die Mittel für rasche Abhilfe. Die politischen Energien von Mays hauchdünner Mehrheit im Parlament werden über Jahre vom Brexit absorbiert werden. Nach dessen Vollendung, vielleicht izehn oder zwanzig Jahren, werden Mays Nachfolger mit großer Wahrscheinlichkeit wieder dieselbe Rede halten

Die Probleme, die der Brexit verursacht, werden sehr viel größer sein als gedacht und gehen „ans Eingemachte“ des UK. Der Brexit wird den britischen Staat entscheidend verändern. Aber auch hier tritt immer deutlicher in Erscheinung, daß die Politik des Landes ganz offenbar noch immer keine Strategie für den Brexit hat. Zum Beispiel fehlen von vorne bis hinten tüchtige Fachleute, die Gespräche über neue Handelsabkommen führen könnten.

Die britische Regierung, so scheint es, übt in der causa Brexit seit über sechs Monaten eine Art Luftskat. Aber es wird von Tag zu Tag klarer, daß sie möglicherweise über keine Karten verfügt, ganz gewiß aber über keine Strategie.

Sir Ivan Rogers, der zum Jahreswechsel 2016/17 überraschend seinen sofortigen Rücktritt als britischer Botschafter bei der Europäischen Union einreichte, bestätigte diesen Befund, der sich bisher weitgehend auf Verdachtsmomente gestützt hatte. Sir Ivan sprach von „wirrem Denken“ und von „wenig fundierten Argumenten“ auf Seiten seiner Dienstherren in London, mit denen er sich herumschlagen mußte.

Kein „raffiniertes Kalkül“, sondern Ratlosigkeit

Das Rätselraten über die Fernziele der britischen Europapolitik entspringt demzufolge nicht dem raffinierten Kalkül einer Premierministerin, die sich nicht in die Karten schauen läßt, sondern der Ratlosigkeit. Diese „Strategie“ können wir auch in Deutschland bei Merkel feststellen – es sei denn, ihre Strategie hieße „Sterben des deutschen Vaterlandes“.

Es ist bedenklich, daß der bisherige britische Chefdiplomat in Brüssel noch immer nicht weiß, welche Strategie seine Regierung in Brüssel verfolgt. In ihrer Grundsatzrede lüftete sie, wie bereits oben dargestellt, auch noch immer nicht den Schleier, der über dem Brexit schwebt, und läßt weiterhin Spekulationen üppig ins Kraut schießen.

Die nur notdürftig verschleierten Klagen des britischen Botschafters zeugen von einem kritischen Realismus, den die britische Regierung bitter nötig hätte. Minister schwafeln unbekümmert über widersprüchliche Austritts-Optionen, über ein Ende der Freizügigkeit und vollen Zugang zum Binnenmarkt, über rosige Wirtschaftsaussichten nach einem Austritt aus dem Binnenmarkt und der Zollunion. Man braucht kein Vollblut-Europäer zu sein, um zu erkennen, daß da etwas nicht stimmt.

Die Kühnheit des Diplomaten, der sich erlaubte, auf die Nacktheit des Kaisers hinzuweisen, führt sofort zu persönlichen Attacken, zu Zweifeln an der Integrität und gar Loyalität. Und da sind wir wieder bei Merkel:

Wer gegen der Kanzlerin undurchsichtige Strategien aufmuckt, sieht sich unversehens in die Ecke gestellt, abgekanzelt und letztlich isoliert. Das ist keine britische Tugend – und sollte erst recht keine deutsche sein.

Theresa Mays Politik ist sehr verwandt mit der der Merkel: Wohlfeile Worte und leere Versprechungen.

www.conservo.wordpress.com   12.01.2017

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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Eine Antwort zu Großbritanniens Theresa May – die Merkel-Kopie

  1. floydmasika schreibt:

    Hat dies auf Bayern ist FREI rebloggt und kommentierte:
    Großbritanniens EU-Austritt machte zunächst die Konservativen (Tories) glücklich, und Premierministerin Theresa May verstand es, sich an die Spitze der neuen Welle zu setzen, obwohl sie sich zuvor skeptisch gegeben hatte. Jetzt titelt der Economist „Theresa Maybe“. Zu Neujahr hielt May eine Ansprache über warme gesellschaftliche Wohlfühlvisioinen („Shared Society“ statt Camerons „Big Society“), die unter den eigenen Leuten für ein gewisses Unbehagen sorgen. Dazu trug auch der Abgang des britischen EU-Botschafters Ivan Rogers bei, bei dessen pessinmistischen Berichten aus Brüssel es schwer zu sagen war, wie viel von dem Pessimismus einfach den realistischen Einschätzungen eines Kenners und wie viel der EU-Freundlichkeit und Brexit-Ablehnung des Mannes geschuldet war. Der Vergleich von May mit Merkel ist alt. Gerade die deutschen EU-Binnenmarkt-Enthusiasten und Brexit-Gegner lancierten diesen Vergleich sehr früh, um damit die Botschaft zu verbinden, dass Theresa May ähnlich wie Angela Merkel sich gegenüber den großen globalen Wirtschaftsinteressen „pragmatisch“ und brav verhalten werde. Peter Helmes glaubt auch an diese Ähnlichkeit, die uns wieder unwillkürlich an viel diskutierte Erfahrungen der letzten Zeit denken lassen mag, wonach das weibliche Geschlecht tendenziell die bessere Hälfte der Familie aber nicht des Staates ist. Um solche Gedanken auf ein Individuum wie Theresa May übertragen zu wollen, geben die bisherigen Erfahrungen aber wohl nicht genug her. Zur Beurteilung der Lage können die folgenden Videos helfen.

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