Theresa May: GB tritt aus Binnenmarkt und EU-Recht aus

(www.conservo.wordpress.com)

Von floydmasika *)eu-bayern

Großbritanniens Premierministerin hat erneut ihre Bereitschaft zum Austritt aus dem EU-Binnenmarkt bekundet. Damit stärkt Großbritannien bei den Austrittsverhandlungen seine Position. Brüssel kann London nicht mehr dazu zwingen, seine Grenzen für den Personenverkehr nach EU-Regeln offen zu halten. Stattdessen wird es Verhandlungen auf der Basis gegenseitigen Interesses geben.

mabeDas wiederholt geäußerte Interesse der EU daran, den Austritt möglichst schmerzhaft zu gestalten, um Nachfolger abzuschrecken, kann dadurch leichter in den Hintergrund treten. Im Sommer hat May auf dem Parteikongress der Konservativen bereits mit ähnlichen Aussagen ihr Parteivolk glücklich gemacht. In den letzten Wochen entstand allerdings eine Welle der Unsicherheit über Aussagen der Premierministerin und ihres Brüsseler Botschafters, der zurücktrat, da er ein klares Austrittskonzept vermisste. Die heutige Rede soll wohl auch diese Lücke schließen helfen.

Die Wirtschaftsverbände und EU-freundliche Opposition (Liberaldemokraten) hätten die Regierung lieber auf einen Verbleib im Binnenmarkt festgelegt und versuchen daher derzeit, die Regierung mit einer Gegenkampagne unter Druck zu setzen.  Sie wollen auch den Austrittsprozess insgesamt destabilisieren und hoffen auf ein Ende, bei dem ein Referendung das Land doch wieder in die EU bringt.   In Deutschland gibt es neben dem wütenden Pro-EU-Lager, das die Leitmedien besetzt hält, vereinzelt auch Stimmen, die sich über die Aussichten auf eine Standortkonkurrenz aus London freuen, durch die der Trend zu immer mehr Regulierung, Steuern und Sozialismus in der EU gebremst werden könnte.  Hierin liegt auch der Sinn der betont globalistischen Botschaft von May.  Großbritannien soll der Magnet für die besten Talente und Investoren der Welt werden.  Die zweite Wahl bekommt dann der Brüsseler Humanitärstaat mit seinen schwerfälligen Regularien und erdrückenden Steuern.  Wenn er nett zu Großbritannien ist und fair verhandelt, kann er natürlich den Schaden für sich verringern.  Theresa May erfährt dabei durch den neuen US-Präsidenten Rückenstärkung, während der hiesige politmediale Betrieb wie Espenlaub zittert und keift.  Auch die Erfahrung Russlands mit Wirtschaftssanktionen zeigt, dass man vor Aussichten auf kurzfristige Destabilisierung nicht einknicken muss.  Inzwischen fürchten viele in Russland eher die Aufhebung der Sanktionen als ihre Fortsetzung.  Das Gezeter von Wirtschaftslobbyisten kann man notfalls ignorieren.   In jedem Fall fährt man am besten, wenn man wie Theresa May die Bereitschaft dazu signalisiert.

(Original: https://bayernistfrei.com/2017/01/17/may-hard-brexit/)
www.conservo.wordpress.com   19.01.2017
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Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 20 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 36 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und blogs. Vor allem aber: Er ist auch Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen.
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2 Antworten zu Theresa May: GB tritt aus Binnenmarkt und EU-Recht aus

  1. wreinerschoene schreibt:

    Man muß sich doch fragen, wieso Deutschland und die ganze EU, den Austritt der Briten so haßten. Wieso sie England nach der Wahl zum Austritt, so fertig gemacht haben. Ich sehe hier eher eine Flucht der Briten, eine Flucht das sie bemerkt haben wohin Europa geht und sie nicht mitmachen wollten. Dieses krampfhafte festhalten und immer wiederkehrende Argumentation gegen England zeugt doch eher vom hinterher heulen eines Kindes. England hat es richtig gemacht, ohne die EU ist England besser dran. Leider ist es der gesamten deutschen Bevölkerung immer noch nicht aufgefallen. So wie sich die EU heute gibt, wollte kein Politiker vor der EU Gründung

  2. francomacorisano schreibt:

    Ein Europa, wo das Subsidiaritätsprinzip grob missachtet wird, ist ein schlechtes Europa!
    Zerschlagen wir es!!!

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