Fußball und Politik: Eintracht Frankfurt niveaulos

(www.conservo.wordpress.com)

Von gebenhoeh *)

Am Sonntag kloppen sie sich wieder, denn es ist „Hessenderby“: Eintracht Frankfurt gegen Darmstadt 98. Die einen kloppen sich auf dem Rasen, die anderen auf der Tribüne oder vor dem Stadion. Zehntausende von Fans und hunderte von Polizisten werden dazu den schicklichen Rahmen bilden.

1,16 Mio. € für Polizeieinsatz bei 1 Spiel

Aus einer aktuellen Mitteilung des hessischen Bundes der Steuerzahler erfährt man, wie hoch die Kosten für den Polizeieinsatz bei den letzten beiden Treffen dieser „Sportfreunde“ waren. So beliefen sich die „Einsatzkosten für das Spiel am 30. April 2016 (…) auf 1.167.380 Euro, für das Spiel am 10. September 2016 summieren sie sich auf 992.815 Euro“ (so gemäß der Landtags-Drucksache 19/4125). Dies sei ungefähr das Zehnfache der Kosten bei einer durchschnittlichen Bundesligapartie der Eintracht. Der BdSt stellt fest:

Den Steuerzahlern sind solch horrende Summen nicht länger zu vermitteln. Für die 1. Bundesliga, die vergangene Saison zusammengenommen 3,24 Milliarden Euro umsetzte, wären diese Beträge jedoch Peanuts. Es wird Zeit, dass sich die DFL beziehungsweise die Vereine endlich ihrer finanziellen Verantwortung für Sicherheit und Ordnung stellen!“

Dazu ist zu ergänzen, dass die DFL ab der Saison 2017/18 für die Laufzeit von vier Jahren insgesamt 4,64 Milliarden Euro für den Verkauf ihrer nationalen Medienrechte kassiert. Die Eintracht erwartet für diese Saison 34 Mio. €, für nächste Saison allein 48 Mio. € an Einnahmen aus den Fernsehrechten. Der Bürger – auch der, den Fußball nicht die Bohne interessiert – wird für den Ehrgeiz der Liga-Vereine zweimal zur Kasse gebeten: einmal als Steuerzahler für die Polizei- und Sicherheitskosten und dann als GEZ-Gebührenzahler oder Sparten-Abonnent für die von den Balltretern kassierten gepfefferten Fernseh-Lizenzgebühren. Die Vereine geben horrende Summen aus für irgendwelche talentierten Ballkünstler aus dem Busch oder von der Pampa, aber die Sicherheit lassen sie vom Staat resp. dem Steuerzahler abgelten. Da ist etwas faul in der Fußballnation.

Warum habe ich das Beispiel der Eintracht aus Frankfurt gewählt? Nun gut, dieser Hessenverein war mir schon je unsympathisch, wie die Multi-Kult-Metropole Frankfurt selbst. Ist so!ffm

Quelle: Wikipedia

Die Geschäftsstelle der Eintracht versprüht den Charme einer Mafia-Absteige, wie sie uns gerne in amerikanischen Gangsterfilmen vorgeführt werden. Aber das ändert sich ja jetzt, denn die vollen Kassen erlauben es, eine neue, grandiose Vereinszentrale zu bauen – wie auf der jüngsten Hauptversammlung zu erfahren war.

Anti-AfD-Aufrufe

Und  dann Folgendes: Man gab sich bei dieser Versammlung des Bembel-Vereins gar aggressiv politisch. Präsident Peter Fischer, so berichtete die Hessenschau, betonte die Internationalität und Integrationsfähigkeit des Vereins und meinte hierzu, große Unterschiede zu US-Präsident Donald Trump (!) ausmachen zu dürfen. Der Vorstand Axel Hellmann wandte sich gar mit einem konkreten Appell gegen eine Wahl der  AfD an die Mitglieder:

Man müsse als Sportverein für Werte eintreten, die die Gesellschaft zusammenhalten. Eine solche zentrale Thematik könne nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden, begründete der Jurist seine Botschaft. Die AfD stehe für „eine gesellschaftliche Entwicklung, die uns schaden wird“. Dagegen müsse man vorgehen, meinte der Fussball- und Werte-Populist. Wozu Donald Trump nicht herhalten muss und ein Lederkugel-Funktionär mimt den Wahrer von Demokratie und Zusammenhalt der Gesellschaft. Man glaubte wohl, mit dem Schlenker auf die AFD sich an den bei der Versammlung anwesenden Frankfurter Sportdezernenten Markus Frank (CDU) ranschmeißen zu können und von der Ausbeutung der öffentlichen Hand abzulenken. Man tritt ja für „Werte“ ein, für Millionenwerte.    *) Quelle: http://altmod.de/?p=207)

www.conservo.wordpress.com   05.02.2017
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Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 20 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 36 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und blogs. Vor allem aber: Er ist auch Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen.
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4 Antworten zu Fußball und Politik: Eintracht Frankfurt niveaulos

  1. francomacorisano schreibt:

    Der Begriff „Vereine“ in der Bundesliga ist irreführend. Es sind stattdessen steinreiche Wirtschaftsunternehmen.
    Für sie sollte es kein staatliches Geld mehr geben, auch keine Zuschüsse zum Bau von Stadien und die Polizeieinsätze zu den Spielen müssen in Rechnung gestellt werden.
    Die Bundesliga sorgt dafür, dass das einfache Volk beschäftigt ist (Herrschaftsprinzip „Brot und Spiele“).
    Schön ist nur der Fußball, den wir normale Menschen zu unserer Freude spielen!

  2. Hat dies auf Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen. rebloggt und kommentierte:
    Schade, dass ein guter Ansatz (gesellschaftspolitische Agitation durch die DFL bzw. ihre Vereine) derart verschusselt wurde. Anstatt die politisch relevanten Punkte aufzugreifen (z.B. Mitgliedschaft von DFB und DFL im dubiosen „Netz-gegen-Nazis“, Politkampagnen gegen sog. „Homophobie“ oder „Fremdenhaß“) wird bloß präpubertär gegen den „Hessenverein“ und Frankfurt als Stadt gestänkert. Auch die „Mafia-Absteige“ gehört in den Kontext dieses doch arg simplen Gedankenguts. Eine Einladung an alle Gutdenker, dieses Genöle schulterzuckend wegzuwischen.

    Hätte der Autor doch, wenn er am Beispiel Eintracht Frankfurt bleiben will, doch einmal die Rolle öffentlicher Unternehmen wie etwa FRAport oder HELABA als Sponsoren erörtert. Wer gibt Geld an wen für was? Ist das politisch-korrekte Vasallentum die „Dividente“ der Eintracht-Verantwortlichen für erfolgte Stadionmietstundungen? Welche Finanzströme sind festzustellen? Dies wäre einmal interessant geworden.
    Die persönlichen Aversionen des Autors gegen den Fußballsport als solchen und plumpe Sprüche á la „Ballkünstler aus dem Busch oder von der Pampa“ sind es sicherlich nicht…

    • gebenhoeh schreibt:

      Lieber Erzengel, „präpubertäres Stänkern“ trifft zu. Im Alter regrediert man gelegentlich und gerät auch mal in arg „simples Gedankengut“.
      Habe ich da einen Frankfurter oder einen Eintracht-Getreuen gekränkt? Wenn ja, dann tut es mir auch nicht leid. Ich bin halt „Cluberer“. Wenn der Erzengel weitergehende Erkenntnisse hat, was die Rolle öffentlicher Unternehmen wie Fraport oder HELABA usw. betrifft, „Geld an wen für was, das politisch-korrekte Vasallentum, die Finanzströme“, dann heraus mit den Informationen. Da würden wir uns wahrscheinlich wieder zusammenfinden.

      • Lieber gebenhoeh,
        nein, der Fußball hat mich nicht in den Klauen, schaue leidlich interessiert mal die Sportschau und sympathisiere mit dem FC Union Berlin. Die Liebe zum „Club“ sei Ihnen unbenommen, aber Sie werden zugeben müssen, dass eine stark „Fan“-gesteuerte Sicht- und Ausdrucksweise automatisch die (m. E. nach notwendige) kritische Betrachtung der gesellschaftspolitischen Manipulation durch DFL und DFB auf das Niveau der Stehplatzränge zieht. Man kann entweder als politischer Analytiker kommentieren oder als Fan – aber nicht gleichzeitig beides.

        Die Hinweise sollten lediglich interessante Fragestellungen aufwerfen, denen man ja mal nach gehen könnte. Insiderinformationen habe ich nicht, mir fiel nur auf, dass nach der durch die Politik vermittelte „Rettung“ der Eintracht durch öffentliche Unternehmen (RMV, HeLaBa, Fraport) diese durch vorauseilenden Gehorsam in Richtung politischer Umgestaltung auffiel. Halte ich für interessanter als das Aussehen der Geschäftsstelle, nix für ungut. 😉

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