Vertreibung aus dem Paradies – 100 Jahre Steueroasen…

(www.conservo.wordpress.com)

Dr. Wolfgang Thüne

Eine Buchbesprechung von Wolfgang Thüne *)

Der Titel (siehe Überschrift) ist nicht ganz passend, handelt es sich doch nicht um eine aktive Vertreibung von Menschen, sondern eine „Flucht aus dem Paradies“ hinein in „Steueroasen“, wo Geld prächtig gedeihen und sich vermehren kann.

Nur „kleine Leute“ zahlen Steuern

Das „große Geld“ ist scheu wie ein Reh und sucht sich gute Verstecke. Dies ist kein deutsches, sondern ein weltweites Phänomen, das selbst von Weltmächten genutzt wird, indem sie selbst Oasen anlegen, um steuerpflichtiges Geld anzulocken und ihm eine „ neue Heimat“ zu bieten.

Verflixte Steuerwelt

Der Autor, Bankkaufmann und Betriebswirt, führt in sechs Kapiteln durch die Materie. Er beginnt mit „verflixte Steuerwelt“. Natürlich wird die Besteuerung, als lästig empfunden, zumal diese immer beängstigendere Höhen erklimmt. Es ist daher legitim, dass jeder, ob Bürger oder Unternehmer, versucht, seine Steuerlast so gering wie möglich zu halten. Der Staat selbst, der seine Haushaltsdisziplin nicht wahrt, ist die treibende Kraft. Das Bestreben, Steuern zu sparen, erlaubt der Staat. Er erschafft „verfassungswidrige Gesetze“ und baut die „Gesetzeslücken“ ein. Geld kennt keine Grenzen und es war die Schweiz, die sich nach 1918 zur ersten „Steueroase“ entwickelte. Nach 1945 kam Tanger in Marokko, Liechtenstein und Panama hinzu. Inzwischen gibt es einen internationalen „Wettbewerb um Niedrigststeuern“, an dem sich auch die USA aktiv beteiligen. Jeder Staat besteuert anders und es lohnt daher, die Gesetze zu durchleuchten, und genau zu vergleichen.

Das schwarze Loch der Weltwirtschaft

Kapitel zwei trägt die Überschrift „Das Jahrhundert der Steueroasen – eine Zeitreise ins schwarze Loch der Weltwirtschaft“. Man findet dort die „sicheren Häfen“, wo man Zuflucht vor Steuern finden kann. Sie reicht vom steuerfreien Vatikanstaat bis zur „US-Mafia, die die Geldwäsche erfand“, bis hin zu dem „Panama Papers“. Ungarn verkauft Visa an reiche Ausländer und Italien bietet Steuervergünstigungen und EU-Reisefreiheit für Geld, denn „pecunia non olet“! So manche staatliche Erregung über Steuerflucht ist heuchlerisch. Ausgetrocknet ist das „Tafelgeschäft“ des „kleinen Mannes in der Heimat“, während die großen Geldschiebereien über Länder und Kontinente weiter florieren.

Die Welt der Steueroasen

Im dritten Kapitel wird gut erklärt, „wie die Welt der Steueroasen funktioniert“. „Briefkastenfirmen sind globalisierter Kapitalismus in Reinkultur. Das Geschäft mit dem unsichtbaren Geldverkehr funktioniert von jedem Ort der Welt aus.“ Was ist legal, was ist moralisch legitim, was ist illegal? Immerhin werden weltweit in „Offshore-Gesellschaften“ 7 bis 10 Billionen Euro geparkt. Davon gibt es allein im US-Bundesstaat Delaware über 250000! Wichtig: „Die US-Steueroasen bieten eine preiswerte und überaus robuste Form der Geheimhaltung“, im Gegensatz etwa zur Schweiz. Und Scheinfirmen funktionieren auch in Deutschland, wo sie problemlos Immobilien kaufen können. Sie verleihen ihren Namen an „Scheindirektoren“, damit die wahren Eigentümer nicht auftauchen. Dafür sucht man „ungebildete Menschen“, „die nicht verstehen und hinterfragen, was sie jeweils unterschreiben“.

Reise in die Welt der Steueroasen und der Doppelmoral

In dem sehr umfangreichen und sehr informativen Kapitel vier geht es um eine Reise in „die Welt der Steueroasen“, rund um den Globus. Aber man muss nicht in die weite Welt schweifen, auch Andorra, Monaco, Luxemburg, Belgien, die Niederlande sind attraktive „Steuereldorados“. Man droht zwar mit dem moralischen Zeigefinger, aber auch die Weltbank, die Europäische Investitionsbank oder die deutsche Staatsbank KfW nutzen gerne diese Steueroasen! Doppelmoral? In den angelsächsischen Ländern werden Vermögen seit Jahrhunderten über „Trusts“ gehalten, um diese leichter auf die nächste Generation übertragen zu können. Vermögende suchen sichere Steuerhäfen in der Regel nicht aus steuerlichen Gründen – „bei ihnen stehen die Sicherung und der Schutz ihrer Vermögenswerte im Vordergrund“. Wenn man alles Geld zwecks „sozialer Umverteilung an den Staat“ geben würde, dann gäbe es bald kein Geld, das noch arbeiten würde, um auch Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen. Der Staat ist ein schlechter Hort, weil Politiker nur zu gerne Wohltäter spielen, mit fremdem Geld.

Folgen des internationalen Steuerwettbewerbs

Das fünfte Kapitel beleuchtet „die Folgen internationalen Steuerwettbewerbs“. Staaten sind keineswegs altruistisch, sondern egoistisch und auf den eigenen Vorteil bedacht, denn sie müssen primär um das Wohl ihres Volkes bemüht sein. Es ist also mitnichten anrüchig, wenn die Länder rund um den Globus zur Lenkung von Investitionszuflüssen konkurrieren mit: „niedrigen Unternehmenssteuersätzen, Steuerfreijahren, höheren Abschreibungsmöglichkeiten, Subventionen, Deregulierung und dem Fortfall der Quellensteuer“.

Beim Gesamtsteuersatz rangiert Deutschland mit 48,8 Prozent an der Spitze

Steuern sind Kosten, und deswegen gibt es „einen ruinösen Wettbewerb vieler Staaten um die niedrigsten Steuersätze“. Was den Gesamtsteuersatz betrifft, so rangiert Deutschland mit 48,8 Prozent an der Spitze, gefolgt von den USA (43,8), Schweiz (29,0), Hongkong 22,8, Kanada (21,0), Saudi-Arabien (14,5). Mazedonien lockt mit 7,4 Prozent. Werfen Sie einen Blick in die Schattenwelt der Steueroasen, es lohnt.

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*) Merten, Hans-Lothar; Vertreibung aus dem Paradies – 100 Jahre Steueroasen zwischen Nummernkonten, Briefkastenfirmen und Karibikinseln; Finanzbuchverlag; München 2017; 271 Seiten; ISBN 978-3-95972-027-4; 24,99 Euro

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*) Wolfgang Thüne (www.derwettermann.de) ist Diplom-Meteorologe und Dr. phil. Er war 16 Jahre lang „Wetterfrosch“ des ZDF und ist regelmäßiger Kommentator auf conservo.

www.conservo.wordpress.com  12.05.2017

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ÜBER MICH, CONSERVO Liebe Leser, dieser Blog ist ein besonderer Blog. Er wurde 2010 von Peter Helmes gegründet, und ich führe ihn seit dem 1.11.2020 in seinem Sinne fort. Dieser Blog ist konservativ, er ist christlich, und er ist abendländisch. Allein das macht ihn in den diesen unruhigen Zeiten zu einem Exoten. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12) Heute steht alles auf dem Kopf. Was früher noch galt, gilt heute nicht mehr. Grenzen wurden aufgehoben, Geschlechter abgeschafft, die traditionelle Familie ist unter Dauerbeschuss, wer am meisten Minderheitenmerkmale auf sich vereint, darf – zumindest in Deutschland – fordern, was er will. Das Christentum steht weltweit mit dem Rücken zur Wand. Lau sind sie geworden – die Christen hier im Lande, aber auch die orientalischen Christen, die sich nach der Flucht aus dem Orient hier ein neues Leben aufbauen konnten, und dennoch angesichts der Islamisierung schweigen. Finanzstarke und einflussreiche Interessengruppen unter Klaus Schwab, Bill Gates, George Soros u.v.m. setzen weltweit den Great Reset mit seiner neofeudalistischen Ökodiktatur mittels Massenmigration, Globalisierung, Plandemien und mit Hilfe gekaufter Politiker, Journalisten und „Sozialen“ Medien gegen die Interessen der Völker mit nie gekannter Brutalität durch. Die geistige und seelische Not der Menschen steigert sich tagtäglich inmitten dieser finsteren Zeit. Gerade westliche Menschen scheinen jeglichen Halt, Glauben und ihre natürliche Wehrhaftigkeit verloren zu haben. Jeder wird im Leben auf seinen Platz gestellt. Jedes Volk hat sein Schicksal und muss es in seinem eigenen Land bewältigen. Migration und der entgrenzte Einheitsmensch sind nicht unsere Bestimmung. Dennoch wird erneut versucht, dem Menschen als freiem und göttlichem Wesen unter Tarnworten wie „Solidarität“, „Vielfalt“ und „Humanität“ die teuflische Gleichheitslehre des Kommunismus aufzuerlegen. Dies ist wider die Natur und wider jedes menschliche und göttliche Gesetz. „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.“ (Luk, 1 - 3) Dank Peter Helmes analysieren langjährige, hervorragende Kolumnisten, basierend auf christlichen Werten, in aller Klarheit das heutige Tohuwabohu aus verschiedensten Blickwinkeln: Die Geißel der Globalisierung, geostrategische Interessen, die Massenmigration und importierte Gewalt, das Versagen der Politiker und der Verlust unserer Werte, Kultur und Heimat. Die Kolumnen wie auch die Diskussionen sind offen, respektvoll und tabufrei; denn nur so kann man die drängenden Themen der Zeit in der Tiefe analysieren, Machtstrukturen herausarbeiten und Roß und Reiter benennen. Nur so können wir uns auf uns selbst und unsere Stärken rückbesinnen und Deutschland, unsere Heimat, verteidigen. „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh, 32 – 33) Nochmal: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb sind unsere westlichen Wurzeln, Werte und unser Glauben nötiger denn je. Sie geben uns den Rückhalt, um aufzustehen und zu sagen: „Nein. Bis hierher und nicht weiter. Es ist jetzt genug!“ Wie schon Peter, lade ich Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren und zu kritisieren. Eine kleine Regel muss ich leider einbauen. Unterschiedliche Ansichten können durchaus in aller Härte debattiert werden. 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