conservo: „Bitte nur ein bißchen weitermachen!“

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes

Verehrte, liebe und treue Leser,

als jemand, der fast 60 Jahre im politischen und medialen „Geschäft“ steckt, kann ich offensichtlich nicht so einfach „wegtreten“. Und die überaus herzlichen Reaktionen (auf conservo, auf Facebook und per E-Mail), die ich nach meiner Ankündigung, eine Pause einzulegen, erhalten habe, verfehlen natürlich nicht ihre wohltuende Wirkung.

Kurz: Ich mache – vorerst nur ein wenig – weiter und freue mich auch über Gastkommentare, die ich gerne bei conservo einsetzen werde. Es scheint, daß ich das meinen vielen Lesern schuldig bin.

Und noch ein Wort zur „Philosophie“ von conservo:

Dieser Blog versteht sich als konservative Plattform, deren Artikel Hintergründe analysieren und kommentieren soll – auf (versuchtem) gehobenem politisch und sprachlichen Niveau.Das schließt Attacken „unter der Gürtellinie“ aus. Ich achte auch meine/unsere Gegner.

conservo wird nie ein tagesaktueller Nachrichtenübermittler sein können, sondern „nur“ Analytiker. Solche aktuellen Blogs gibt es – und z. T. in bester Qualität (z.B. Michael Mannheimer, Journalistenwatch, Dr. Bergers „philosophie perennis“, „bayernistfrei“, pi-news u.v.a.)

Da ich wirtschaftlich unabhängig bin, nehme ich keine Werbung an und beteilige mich auch nicht an Rankings. Mir bzw. conservo zugedachte Spenden leite ich an „würdige“ Kollegen weiter – bisher in nennenswerter Höhe. Was im Übrigen zeigt, daß unsere Leser qualifizierte Leistung durchaus anerkennen und bereit sind, diese finanziell zu fördern. Herzlichen Dank an alle.

Ein letztes Wort zur „Auflagenhöhe“, sprich Zahl der Leser: Da ich mich bisher frei von jedem Rankingdruck gehalten habe, hier nur eine kleine Zahl, damit Sie eine gewisse Orientierung haben: Auf gute Beiträge (Spitzenreiter ist „Weilers Wahrheit“) registriere ich im Durchschnitte 18.-20.000 Leser („Besucher“). Damit erklärt sich auch die hohe Zahl meiner täglichen Eingangspost (mails, Briefe): Seit mehr als drei Jahren erhalte ich pro Tag (auch am Wochenende und an Feiertagen) durchschnittlich 250-350 Zuschriften. Ich könnte heulen, daß ich sie nicht beantworten kann.

Ein liebenswertes Beispiel

Und hier eine ganz typische, sehr liebe Reaktion eines Kollegen – und meine Antwort darauf:

„floydmasika schreibt am 11. Juli 2017 um 17:54:

„Zuletzt gab es noch Bücher von Peter Helmes, so auch dieses Jahr über Raffzahn Schulz. Auch wenn die Energie nun geschont werden muss, bleibt noch genug für einige Artikel übrig. Schreiben ist Lebenselixier. Es sollte möglich sein, den Blogbetrieb zu erhalten. Gastautoren, die sich als Redakteure abwechseln und ihn auch weiter ausbauen könnten, gibt es genug. Vielleicht sollten sie sich mal treffen.“

*****

Meine Antwort:

Lieber floydmasika,

ich habe Ihr Angebot (und das Ihres lieben Kollegen Dr. C.) durchaus gelesen, es ehrt mich. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Mich juckt es – vor allem nach „Hamburg“ – in den Fingern. Aber ich muß mich zurückhalten (3 Infarkte reichen fürs Erste).

Mein medizinisches Problem: Ich darf mich nicht mehr unter Druck setzen (lassen) und muß Körper und Seele eine Verschnaufpause einräumen. Mein Arbeitstag beginnt seit vielen Jahren gegen 3 Uhr morgens und endet abends gegen 18 Uhr. Nun hat mein Körper wieder reagiert (und mein Arzt agiert: „Stopp!“) Noch bin ich nervös und kann schlecht schlafen.

Nach dem Erscheinen meines „Raffzahn Schulz-Buches“ erhielt ich bis heute mehr als 500 durchaus ernstzunehmende Schreiben (erfreulich: keine einzige negative Meinung darunter). Auf die Ankündigung, ich werde (eine Weile) verstummen, haben bis jetzt mehr als 300 Leser reagiert. Mit der üblichen Tagespost zusammen müßte ich also auf einen Schlag mehr als 1.000 Briefe bearbeiten. Das übersteigt mein Leistungsvermögen – setzt mich aber erneut unter Druck, weil ich nun unhöflich wirke, was mir auch einige Verfasser durchaus (zu Recht) vorhalten. Ich muß mal für ´ne Weile aus diesem Teufelskreis raus und bitte um Verständnis.

Da ich nicht ganz untätig sein kann und will, schreibe ich doch noch (nur) ein wenig. Und das will ich gerne hier auf diesem Forum einsetzen.

Liebe Grüße

Ihr Peter Helmes

www.conservo.wordpress.com   12.07.2017
Advertisements

Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 21 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 44 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. conservo ist ein überzeugter Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Kultur, Medien, Politik Deutschland abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu conservo: „Bitte nur ein bißchen weitermachen!“

  1. greypanter schreibt:

    Wir erfreuten uns an jedem Ihrer Breiträge. Auch wenn wir in Zukunft nur in kurz skizzieren Gedanken an Ihrer Erfahrung teilhaben dürfen, sind wir Ihnen sehr dankbar. Ich wünsche mir, dass Ihre Leser durch eine lebhafte und kontroverse Diskussion Ihrer Beiträge an einer weiterhin hochwertigen und interessanten Lektüre Ihres Forums mitwirken.

  2. nixgut schreibt:

    Peter, schön, wenn es dir inzwischen etwas besser geht. Mir wäre das ehrlich gesagt auch zu viel, wenn ich jeden Tag 350 Emails erhalte. Das würde ich nicht machen. Ich würde keine Emails mehr annehmen, denn das wäre mir alles zu viel Arbeit. Auch die ganzen Antworten auf die Leserkommentare kosten Zeit und Nerven. Ich habe schon überlegt, ob ich sie einfach sperren soll. Würde ich an deiner Stelle auch machen. Konzentriere dich auf das Wichtigste und ruhe dich lieber aus, denn die Arbeit an deinem Blog ist sicherlich anstrengend genug. Alles Liebe.

  3. conservo schreibt:

    Danke, lieber greypanter und „nixgut“: Sie haben recht! Ich verstehe conservo als konservatives Diskussionsforum. Die 250-350 Posteingänge Willich dennoch wenigstens lesen, weil da manchmal eine gute Idee erscheint. Liebe Grüße, PH

  4. anvo1059 schreibt:

    Nur ein „Bisschen“ ? Treten sie etwas kürzer lieber Herr Helmes, aber bereichern die „Unabhängigen“ weiter mit ihren Beiträgen…….😉

  5. Querkopf schreibt:

    Lieber Peter, ich freue mich mir den anderen, dass Du doch noch in kleinerem Rahmen weiter arbeiten willst. Aber Gesundheit hat oberste Priorität!
    Und so stimme ich „nixgut“ zu, wenn er Dir rät, die 350 Email pro Tag liegen zu lassen. Und auch 1000 Zuschriften kann kein Mensch alleine mehr beantworten. Das kostet viel zu viel Zeit und zu viel wertvolle Energie. Vielleicht könnte e i n offener Brief in diesem Blog mit allgemeinen Erläuterungen zu Deiner Situation dieses Problem der 1000 Zuschriften schon elegant lösen?
    Meine bewährte Empfehlung wäre: ein striktes Zeitmanagement für den Tag einführen mit festen Arbeits- und festen Ruhezeiten, – ausnahmslos! Dann innerhalb der festgelegten Arbeitszeiten tagesaktuell die Prioritäten für die Arbeit des Tages setzen und abarbeiten. Was nicht mehr geht am Ende des Tages, das bleibt liegen, aber keinesfalls nicht weitermachen, bis alles erledigt ist! Morgen ist ein neuer Tag.
    Es ist „quasi“ eine Art sich täglich aktualisierender fester „Tagesdienstplan“.
    Na ja, versuchen kannst Du es ja vielleicht ´mal …
    Liebe Grüße und viel Erfolg, Dein Querkopf

  6. conservo schreibt:

    Danke, lieber Querkopf. 1 Woche Nichtstun ging ja grad noch so. Aber dann explodierte ich fast. Entsetzlich, die Vorstellung, meinen Lebensabend mit Rumhängen verbringen zu müssen. Hab mit meinem Arzt darüber gesprochen. Der sieht das genauso. „Wenn ich Ihnen das Arbeiten verbiete, kann ich auch gleich den Sarg mitbestellen.“ Also (sagt er): „Weiterarbeiten, aber in Maßen!“
    Danke, lieber Querkopf, für Deine Anregungen.

  7. Pingback: conservo verstummt! | Kreidfeuer

Kommentare sind geschlossen.