Merkel: Wohlstand für alle, in Afrika oder hier!

(www.conservo.wordpress.com)

Von floydmasika *)

Lieber ganz Afrika aufnehmen als Farbe bekennen. Die bürgerliche Feigheit verpönt den Schutz des Eigenen. Auch mit den Erfordernissen der politischen Rationalität, der Staatsraison, ist bürgerliches Höflichkeitsempfinden kaum vereinbar. Es ist vielmehr die Mutter des normativen Individualismus, der Menschenrechte und der Humanitärfrömmelei oder bessergesagt ihre Mutti. DerWesten berichtet von einem Treffen mit Angela Merkel in Essen:

Schon die erste Wortmeldung aus dem Publikum hatte es in sich: „Es kann nicht sein, dass Deutschland ganz Afrika ins Land holt“, knallte ein Herr mit wenig Haaren – nach eigener Auskunft ein Unternehmer – Angela Merkel entgegen.

Und der ganze Alfried-Krupp-Saal, wo rund 2500 geladene Gäste beim Politischen Forum Ruhr saßen, brach in ein derart gewaltiges Buh-Gewitter aus, dass der Unternehmer sich mit rotem Kopf wieder auf seinen Sitz kauerte.Die Kanzlerin reagierte gelassen. „Es gilt ja die Meinungsfreiheit, das ist schon in Ordnung“, sagt sie. „Wenn Würde und Wohlstand nur für Deutsche gelten und spätestens an den europäischen Grenzen aufhören sollen, dann haben wir hier kein ruhiges Leben“, so Merkel.

Merkels Satz illustriert auch, was die CDU heute mit „Wohlstand für Alle“ meint. Der Kontext ist ein anderer als zu Erhards Zeiten.

Auch Italiens Innenminister Minniti erklärte neulich, dass es uns nur dann gut geht, wenn es Afrika gut geht. Merkel versprach in diesem Kontext Hilfe für Italien und Afrika.

RP berichtet vom Essener Forum, ohne die Episode mit dem asylpolitischen Tabubruch zu erwähnen.

Von der Feigheit als Hauptantriebsquelle der Geschichte der letzten 50 Jahre schreibt der britische Journalist Douglas Murray in seinem neuesten Buch „The Strange Death of Europe“ (Der seltsame Tod Europas). Mit der Grundannahme, dass irgendwann mal Diplomaten und Richter etwas entscheiden, was dann viel später von überforderten Feiglingen (Beamten und Politikern) einem feigen Publikum verkauft wird, kann man die Geschehnisse zumeist hinreichend erklären. Der Rückgriff auf böse Pläne, Verschwörer, Kabalen etc. wird dann zu redundanter Spekulation.

(Original: https://bayernistfrei.com/2017/07/12/merkel-afrika/)

www.conservo.wordpress.com   14. Juli 2017
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Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 21 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 43 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. Vor allem aber: Er ist auch Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
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Eine Antwort zu Merkel: Wohlstand für alle, in Afrika oder hier!

  1. David schreibt:

    Das ist ein fürwahr erschreckender Bericht. Zum einen der einsame „Rufer in der Wüste“, der sofort mundtot gemacht wurde – wie im Film „Die Körperfresser kommen“. Dann aber vor allem das Statement von Merkel – unglaublich ihre Verquickung von Wohlstand hier und Wohlstnd in Afrika, der angesprochene neue „Kontext“. Welch eine unglaubliche Zumutung – und das Publikum johlt! Das muß man sich mal vorstellen!

    Auch die Reaktion von Merkel auf die Einlassung ist unglaublich: „Es gilt ja die Meinungsfreiheit, das ist schon in Ordnung.“ In Gedanken habe ich den Satz spontan für mich weiter fortgesetzt: „Heute kannst du das noch sagen, morgen werden wir dich holen.“ Ich habe manchmal den EIndruck, als ob unglaublich viele Leute hier im Land einen Chip im Kopf haben, der von Merkel nach Belieben bedient wird. Mit diesem Chip manipuliert sie, und fast alle lassen es sich gefallen. Kaum einer denkt nach, für die meisten ist 2+2 = 5.

    Wer so etwas wählt, dem ist nicht mehr zu helfen.

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