Türkische Opposition formiert sich neu. Wie lange läßt das Erdogan zu?

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes

Ein „Marsch der Gerechtigkeit“

Eine Meldung, die eigentlich hätte aufhorchen lassen müssen, aber durch die Krawalle in Hamburg kaum beachtet wurde:

In Istanbul fand vor wenigen Tagen (9.7.) eine Großkundgebung der türkischen Opposition (CHP) zum Abschluß eines 430 Kilometer langen Protestmarsches statt. Fast 4 Wochen lang – genauer: 25 Tage lang mit fast jedem Tag rd. 20 km Fußmarsch – ist der 68 Jahre alte Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu von Ankara bis Istanbul gelaufen, um den Forderungen der Opposition und großer Teile der Bevölkerung mehr Nachdruck und Aufmerksamkeit zu verleihen. „Adalet“ (Gerechtigkeit) taufte Kilicdaroglu seinen Marsch. Die Opposition verlangt u.a. von der türkischen Regierung die sofortige Aufhebung des Ausnahmezustands.

1 Million Menschen jubelten

Mit dem ständigen Ruf nach Recht, Gesetz und Gerechtigkeit jubelten rund eine Millionen Menschen Kilicdaroglu zu, als dieser im Istanbuler Stadtteil Maltepe den erfolgreichen Abschluß seines Protests, dem sogenannten „Marsch der Gerechtigkeit“, verkündete. Der Protest richtete sich insbesondere gegen die Verurteilung eines Parteikollegen zu 25 Jahren Haft und gegen die politische Situation im Land – für die Kilicdaroglu deutliche Worte fand: „Heute haben wir unseren Marsch, den wir am 15. Juni in Ankara begonnen hatten, abgeschlossen. Aber niemand soll jetzt glauben, das wäre das Ende. Der Marsch war nur der Anfang.“ (…)

„Momentan leben wir in einer Diktatur. Und ich möchte, daß das jeder weiß – wir leben hier in einer Diktatur.“

Ein Riesenerfolg

Die Protestaktion war ein Riesenerfolg. Er begann mit einer kleinen Gruppe von knapp 100 Kilicdaroglu-Parteifreunden und wuchs täglich. Am letzten Wochenende war die „Gruppe“ auf rund 50.000 Menschen angewachsen, als sie Istanbul erreichte.

Aus der Gruppe wurden immer wieder Stimmen laut, wie z.B.:

„Wir wollen, daß wieder Gerechtigkeit im Land einkehrt“, oder: „Wir wollen keinen Diktator, sondern unsere Republik zurück.“

Zehn-Punkteprogramm der Opposition

Kilicdaroglu verkündete u.a. ein Zehn-Punkte-Manifest mit Forderungen an die AKP-Regierung, wie z.B. die Aufhebung des Ausnahmezustandes, und erklärte:

„Die Regierung hat den Putschversuch als Gelegenheit genommen, um einen eigenen Putsch zu starten, der mit der Erklärung des Ausnahmezustands begonnen hat. Sie haben die Macht an sich gerissen. Und der Ausnahmezustand, der in einem zivilen Putsch gegipfelt ist, hat die Exekutive, die Legislative und die Judikative in die Hände von nur einer Person gelegt.“

Kilicdaroglu schloß die Kundgebung mit der Bemerkung: „Was der Protestmarsch bewirken kann, ist, daß endlich der Ruf der Mehrheit gehört wird. Vielleicht hört es die Regierung nicht, aber vielleicht wacht jetzt ja die schlafende Mehrheit im Land auf.“

Hört sich gut an, aber vor der Opposition liegen schwere Zeiten. Erdogan nutzt seine Mehrheit radikal aus und kujoniert jeden, der sich seiner Politik entgegenstellt. Und es wird wohl nicht lange dauern, bis er auch hier zuschlägt.

Aber immerhin, ein (beeindruckender) Anfang ist gemacht. Hatte doch die Opposition in der Türkei schon fast resigniert, könnte der Erfolg dieses Marsches den Anti-Erdogan-Kräften neuen Auftrieb geben.

www.conservo.wordpress.com   14. Juli 2017

Über conservo

ÜBER MICH, CONSERVO Liebe Leser, dieser Blog ist ein besonderer Blog. Er wurde 2010 von Peter Helmes gegründet, und ich führe ihn seit dem 1.11.2020 in seinem Sinne fort. Dieser Blog ist konservativ, er ist christlich, und er ist abendländisch. Allein das macht ihn in den diesen unruhigen Zeiten zu einem Exoten. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12) Heute steht alles auf dem Kopf. Was früher noch galt, gilt heute nicht mehr. Grenzen wurden aufgehoben, Geschlechter abgeschafft, die traditionelle Familie ist unter Dauerbeschuss, wer am meisten Minderheitenmerkmale auf sich vereint, darf – zumindest in Deutschland – fordern, was er will. Das Christentum steht weltweit mit dem Rücken zur Wand. Lau sind sie geworden – die Christen hier im Lande, aber auch die orientalischen Christen, die sich nach der Flucht aus dem Orient hier ein neues Leben aufbauen konnten, und dennoch angesichts der Islamisierung schweigen. Finanzstarke und einflussreiche Interessengruppen unter Klaus Schwab, Bill Gates, George Soros u.v.m. setzen weltweit den Great Reset mit seiner neofeudalistischen Ökodiktatur mittels Massenmigration, Globalisierung, Plandemien und mit Hilfe gekaufter Politiker, Journalisten und „Sozialen“ Medien gegen die Interessen der Völker mit nie gekannter Brutalität durch. Die geistige und seelische Not der Menschen steigert sich tagtäglich inmitten dieser finsteren Zeit. Gerade westliche Menschen scheinen jeglichen Halt, Glauben und ihre natürliche Wehrhaftigkeit verloren zu haben. Jeder wird im Leben auf seinen Platz gestellt. Jedes Volk hat sein Schicksal und muss es in seinem eigenen Land bewältigen. Migration und der entgrenzte Einheitsmensch sind nicht unsere Bestimmung. Dennoch wird erneut versucht, dem Menschen als freiem und göttlichem Wesen unter Tarnworten wie „Solidarität“, „Vielfalt“ und „Humanität“ die teuflische Gleichheitslehre des Kommunismus aufzuerlegen. Dies ist wider die Natur und wider jedes menschliche und göttliche Gesetz. „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.“ (Luk, 1 - 3) Dank Peter Helmes analysieren langjährige, hervorragende Kolumnisten, basierend auf christlichen Werten, in aller Klarheit das heutige Tohuwabohu aus verschiedensten Blickwinkeln: Die Geißel der Globalisierung, geostrategische Interessen, die Massenmigration und importierte Gewalt, das Versagen der Politiker und der Verlust unserer Werte, Kultur und Heimat. Die Kolumnen wie auch die Diskussionen sind offen, respektvoll und tabufrei; denn nur so kann man die drängenden Themen der Zeit in der Tiefe analysieren, Machtstrukturen herausarbeiten und Roß und Reiter benennen. Nur so können wir uns auf uns selbst und unsere Stärken rückbesinnen und Deutschland, unsere Heimat, verteidigen. „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh, 32 – 33) Nochmal: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb sind unsere westlichen Wurzeln, Werte und unser Glauben nötiger denn je. Sie geben uns den Rückhalt, um aufzustehen und zu sagen: „Nein. Bis hierher und nicht weiter. Es ist jetzt genug!“ Wie schon Peter, lade ich Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren und zu kritisieren. Eine kleine Regel muss ich leider einbauen. Unterschiedliche Ansichten können durchaus in aller Härte debattiert werden. 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Eine Antwort zu Türkische Opposition formiert sich neu. Wie lange läßt das Erdogan zu?

  1. Querkopf schreibt:

    Putschist Erdogan in der Türkei, Umstürzlerin Merkel in Deutschland? Gibt es da ggf. politische Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Autokraten.
    Der große Unterschied zwischen der Türkei und Deutschland aber ist, dass sich die Türken gegen ihren Depoten wehren und auf der Straße gegen Erdogan laut demonstrieren, während sich die Deutschen mal wieder (wie 1933) feige wegducken und alles schweigend hinnehmen („Man kann ja eh nichts gegen die da oben machen…“).
    Und dann werden die Deutschen im September 2017 wieder ihre „Metzger“ aus Grünen, Linken, SPD, FDP und Merkel wählen. – Eine AfD kann man ja nicht wählen, selbst dazu sind sie zu feige.

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