Marcello Pera, der Freund Benedikts XVI., über Papst Franziskus und die Migrationspolitik: „Er haßt den Westen und will ihn zerstören“

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von Michael Mannheimer *)

Pera´s scharfe Kritik an Papst Franz: „Er macht nur Politik, die weder von der Vernunft noch vom Evangelium geleitet ist..“

Papst Franziskus: “Die linke Befreiungstheologie war eine positive Sache in Lateinamerika“

Franziskus greife mit „starken und explosiven Thesen“ in die politische Debatte ein, die man vor kurzem noch als „links“ bezeichnet hätte.“

FRANZISKUS IST ALS ARGENTINIER DER ERSTE LATEINAMERIKANER IN DIESEM AMT UND DER ERSTE PAPST, DER DEM ORDEN DER JESUITEN ANGEHÖRT

Die Jesuiten spielten lange eine zentrale Rolle im Bildungssystem Europas. Die Anregung zur Einrichtung von jesuitischen Bildungsstätten ging auf Ignatius von Loyola selbst zurück, der 1551 vorschlug, dort außer Theologie, auch Logik und die antiken Klassiker zu lehren.

Später kamen noch Mathematik, Astronomie, Physik und Philosophie hinzu. Im 17. Jahrhundert verbreitete der Orden das Thesenblatt, die großformatige und in Kupfer gestochene Ankündigung der akademischen Disputatio, im gehobenen katholischen Bildungswesen.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gab es in ganz Europa zahlreiche Schulen, an denen z. B. die Söhne von Adligen, aber auch Angehörige niedrigerer sozialer Klassen unterrichtet wurden. Aus den Reihen der Schüler kamen u. a. Rugjer Josip Boškovi?, René Descartes, Voltaire, Marie Jean Antoine Nicolas Caritat, Marquis de Condorcet, Denis Diderot und Henry Humphrey Evans Lloyd.

PAPST FRANZISKUS UND DER ISLAM – WIE LINKS IST DER PAPST?

Würdenträger des Islam in Argentinien begrüßten öffentlich Bergoglios Wahl zum Papst. Bei seiner Amtseinführung würdigte Franziskus vor dem diplomatischen Corps am 22.März 2013 die vielen Vertreter der islamischen Welt. Großscheich Ahmad Mohammad al-Tayyeb, Vertreter der Sunna, bot ihm am 26. März 2013 brieflich „volle Zusammenarbeit und Liebe“ an, „um gemeinsame Werte zu sichern und der Kultur des Hasses und der Ungleichheit ein Ende zu setzen“.[Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskus_(Papst)#cite_note-205 ]

Zum Ramadan 2013 sandte Franziskus den Muslimen eine Grußbotschaft, in der er zu einer Erziehung der Jugend beider Religionen zu gegenseitigem Respekt aufrief. Unfaire Kritik und Verleumdung, Lächerlichmachen und Herabsetzen seien überall zu vermeiden; man wisse, wie schmerzhaft dies für andere sei. So könne dauerhafte Freundschaft wachsen.

In Evangelii gaudium (seinem ersten apostolischen Schreiben; promulgiert am 24. November 2013) betont Franziskus, der wahre Islam und eine angemessene Interpretation des Koran stünden jeder Gewalt entgegen. (Quelle, „Franziskus: Wie links ist der neue Papst?”, in Zeit online, 14. März 2013)

Womit er beweist, dass er – im für ihn günstigsten Fall – von dieser Kriegs- und Eroberungsreligion keinerlei Ahnung hat. Vom weniger günstigen Fall: Dass der Papst den Islam kennt, wollen wir erst gar nicht sprechen.

FRANZISKUS UND DIE “BEFREIUNGSTHEOLOGIE: ENGELS UND MARX IN DER KIRCHE

Die Theologie der Befreiung war ein radikales Reformprogramm. Es sagte: Die Armen sind nicht Objekt, sondern Subjekt in der Kirche. Sie sind die eigentlichen Priester, Kardinäle und Präfekten. Das Denken muss von ihnen ausgehen. Es muss befreit werden aus dem intellektuellen Harnisch der Kirche, die zusammen mit den Kolonialherren über das Land gekommen war und die für sich keine andere Rolle sah als an der Seite – und damit als Teilhaberin – der Macht. (Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/2013-03/papst-franziskus-befreiungstheologie)

Von Giuseppe Nardi, 12. Juli 2017:

Franziskus nahm am vergangenen Samstag energisch gegen jede Politik zur Kontrolle und Begrenzung der Masseneinwanderung nach Europa Stellung. In einem Interview mit der Tageszeitung Il Mattino sagte der Wissenschaftstheoretiker Pera, daß diese Stellungnahmen von Papst Franziskus weder durch die Vernunft noch das Evangelium geleitet seien.

Damit reagierte der bekannte Philosoph, hochrangige italienische Politiker und persönliche Freund von Benedikt XVI., auf das jüngste Interview von Eugenio Scalfari mit Papst Franziskus zum G20-Gipfel in Hamburg, das am vergangenen Samstag in der Tageszeitung La Repubblica erschienen ist.

Franziskus greife mit „starken und explosiven Thesen“ in die politische Debatte ein, die man vor kurzem noch als „links“ bezeichnet hätte.

Das Pera-Interview wurde vom Mattino in seiner Sonntagsausgabe veröffentlicht. Hier ein Auszug aus dem Interview:

Il Mattino: Präsident Pera, welches Urteil haben Sie sich über die ständigen Willkommensappelle dieses Papstes für die Einwanderer gebildet? Eine unterschiedslose, bedingungslose, totale Aufnahme?

Marcello Pera: Punkt, der nicht überschritten werden darf

Ganz ehrlich, diesen Papst verstehe ich nicht. Was er sagt, liegt außerhalb eines rationalen Verständnisses. Es ist allen offensichtlich, daß eine bedingungslose Aufnahme nicht möglich ist. Es gibt einen kritischen Punkt, der nicht überschritten werden darf.

Wenn der Papst diesen kritischen Punkt nicht berücksichtigt, wenn er auch eine massive und totale Aufnahme beharrt, frage ich mich: Warum sagt er das? Was ist der wirkliche Zweck seiner Worte? Warum läßt er es selbst an einem Minimum an Realismus fehlen, jenem Minimum, das von jedem gefordert ist?

Ich kann mir darauf nur eine Antwort geben: Der Papst tut es, weil er den Westen verachtet, darauf abzielt ihn zu zerstören und alles tut, um dieses Ziel zu erreichen.

Wenn man der kritischen Schwelle nicht Rechnung trägt, jenseits der unsere Gesellschaften nicht mehr jeden aufnehmen können und ihnen nicht einmal mehr jene Mindestwürde garantieren können, die man jedem Menschen schuldet, werden wir bald Zeugen einer regelrechten Invasion werden, die uns überfluten und unsere Sitten, unsere Freiheit, ja sogar das Christentum in eine Krise stürzen wird.

Es wird eine Reaktion folgen und ein Krieg. Wie kann das der Papst nicht verstehen? Und auf welcher Seite wird er stehen, wenn dieser Bürgerkrieg erst einmal ausgebrochen sein wird?

Il Mattino: Sind Sie nicht der Meinung, daß das auch mit dem Evangelium zu tun haben könnte, mit dem, was Christus lehrte?

Marcello Pera:

Absolut nicht. Genausowenig, wie es mit einer rationalen Motivation zu tun hat, gibt es eine evangelische Begründung, die erklären könnte, was der Papst sagt.

Das ist ein Papst, der seit dem Tag seiner Amtseinführung nur Politik betreibt. Er sucht den schnellen Applaus, indem er sich einmal zum Generalsekretär der UNO macht, ein andermal zum Staatsoberhaupt oder sogar zum Gewerkschaftsführer.

Seine Sichtweise ist südamerikanisch, die des peronistischen Justicialismo1), der nichts mit der westlichen Tradition der politischen Freiheiten und der christlichen Matrix zu tun hat. Das Christentum des Papstes ist von anderer Natur. Es ist ein völlig politisches Christentum.

Il Mattino: Das scheint in diesem Fall aber nicht den Widerstand der Laizisten zu provozieren, der während der vorherigen Pontifikate ständig zur Stelle war?

Marcello Pera:

Das ist ein Papst, der einer bestimmten öffentlichen Meinung gefällt. Er spiegelt deren Stimmungslage wider, und sie ist dafür bereit, ihm auch zu applaudieren, wenn er Banalitäten von sich gibt.

Il Mattino: Im Interview von Eugenio Scalfari befürchtet Franziskus „sehr gefährliche Allianzen“ gegen die Migranten von „Mächten, die eine verzerrte Sicht der Welt haben: ‚Amerika und Rußland, China und Nordkorea‘“. Ist es nicht mehr als bizarr, eine alte Demokratie wie die USA zusammen mit stark autoritären oder sogar totalitären Staaten zu nennen?

Marcello Pera:

Das ist es, wundert mich aber nicht angesichts dessen, was ich zuvor gesagt habe.

Der Papst reflektiert alle Vorurteile eines Südamerikaners gegen die USA, gegen die Marktwirtschaft, die Freiheit, den Kapitalismus.

Das wäre auch so, wenn noch Obama Präsident der USA wäre. Es ist aber eine Tatsache, daß sich heute diese Ideen des Papstes in Europa mit Anti-Trump-Ressentiments zu einem gefährlichen Mix vereinen.

Il Mattino: Warum passiert das alles? Ist das nicht zutiefst irrational?

Marcello Pera:

Nein, das ist es nicht. Ich würde vielmehr sagen, das Zweite Vatikanische Konzil ist endlich in seiner ganzen revolutionären und umstürzlerischen Radikalität explodiert.

Es sind Ideen, die zum Selbstmord der katholischen Kirche führen.

Diese Ideen wurden aber bereits damals vertreten. Man vergißt, daß das Konzil zeitlich den Studentenunruhen, der Sexuellen Revolution und dem Umbruch der Lebensstile vorausging.

Es nahm sie auf gewisse Weise vorweg und provozierte sie. Der Aggiornamento des Christentums verweltlichte die Kirche sehr stark. Er löste eine Veränderung aus, die sehr tief war und ein Schisma zu provozieren drohte, auch wenn er in den folgenden Jahren gelenkt und kontrolliert werden konnte. Paul VI. unterstützte ihn, wurde am Ende aber sein Opfer.

Die beiden großen Päpste2), die auf ihn folgten, waren sich der ausgelösten Konsequenzen genau bewußt und versuchten sie deshalb irgendwie einzudämmen und zu lenken.

Sie gewannen eine tragische Sichtweise der Wirklichkeit, hielten stand, versuchten das Neue mit der Tradition zu verbinden. Sie bemühten sich auf hervorragende Weise. Sie machten einen Schritt zurück, doch nun haben sich diese Bemühungen aufgelöst:

Die Gesellschaft und nicht mehr das Heil, die weltliche Stadt, wie sie Augustinus schildert, und nicht mehr die göttliche scheint der Horizont zu sein, auf den die vorherrschende kirchliche Hierarchie ausrichtet ist.

Die Menschenrechte, alle, ohne Ausnahme, sind zum idealen Bezugspunkt und zum Kompaß für die Kirche geworden. Für die Rechte Gottes und der Tradition gibt es fast keinen Platz mehr. Zumindest dem Anschein nach fühlt sich Bergoglio völlig frei von ihnen, und lebt auch so.“

Marcello Pera war von 2001-2006 Senatspräsident. Von 1996-2013 war er Senator der Republik Italien.

Der Universitätsprofessor der Wissenschaftstheorie veröffentlichte 2004 zusammen mit Joseph Kardinal Ratzinger einen Gesprächsband, der 2005 unter dem Titel „Ohne Wurzeln. Der Relativismus und die Krise der europäischen Kultur“ auch in deutscher Ausgabe erschien.

Er ist Ausdruck einer schon länger andauernden Annäherung des ehemals sozialistischen und laizistischen Philosophen, der sich früher selbst als „nicht gläubig“ bezeichnet hatte, an das Christentum und die katholische Kirche. 2008 folgte das Bekenntnisbuch „Warum wir uns Christen nennen müssen. Plädoyer eines Liberalen“ (deutsche Ausgabe 2009), zu dem Papst Benedikt XVI. das Vorwort schrieb.

Mit Benedikt XVI. teilt Pera die Überzeugung, daß der Relativismus die gefährlichste Bedrohung für die heutige Gesellschaft und die Identität Europas ist.

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1) Auch als Peronismus bekannter „Dritter Weg“ zwischen Kommunismus und Kapitalismus.

2) Johannes Paul II. 1978-2005; Benedikt XVI. 2005-2013.

(Quelle: Text: Giuseppe Nardi, katholisches.info/2017/07

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Siehe auch: Peter Helmes zu Papst Franziskus – Eine Abrechnung: https://conservo.wordpress.com/2016/12/18/papst-franz-80-j-und-niemand-scheints-zu-interessieren/

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*) Michael Mannheimer („MM“) ist ein überparteilicher deutscher Publizist, Journalist und Blogger, der die halbe Welt bereist hat und sich auch lange in islamischen Ländern aufhielt. Seine Artikel und Essays wurden in mehreren (auch ausländischen) Büchern publiziert. Er gilt als ausgewiesener, kritischer Islam-Experte und hält Vorträge im In- und Ausland zu diversen Themen des Islam. Aufgrund seiner klaren und kompromißlosen Analysen über den Islam wird er seitens unserer System-Medien, der islamophilen Parteien und sonstigen (zumeist linken) Gruppierungen publizistisch und juristisch seit Jahren verfolgt. Viele seiner Artikel erscheinen auch bei conservo. MM betreibt ein eigenes Blog: http://michael-mannheimer.net/ , auf dem Sie auch für Mannheimers Arbeit spenden können.

www.conservo.wordpress.com   23.07.2017
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Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 21 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 44 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. conservo ist ein überzeugter Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
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