Die Lehrstellenmisere – der Skandal von Bremen gilt bundesweit

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes

Ausbildungsmarkt in Bremen – gezinkte Statistik

Vor zwei Jahren sagte Bremen verbindlich zu, daß jeder Jugendliche eine Lehrstelle bekommt. Das aber funktioniert nur in der Statistik. In der Realität sieht es anders aus.

Es gibt mehr Ausbildungssuchende, als in der Statistik auftauchen.

Es gibt entgegen der offiziellen Statistik sehr viel weniger, gerade mal eine Handvoll, die überhaupt einen Ausbildungsplatz gefunden hatte, haben Schüler in Bremen selbst herausgefunden.

Es hatten sich mindestens die Hälfte der befragten Schüler auf einen Ausbildungsplatz beworben. Und das, wo doch eigentlich – laut Statistik – die Lehrstellensituation so gut sein soll wie schon lange nicht mehr. Mehr Angebot als Nachfrage.Laut Statistik gab es mehr Stellen als Bewerber

In Zahlen hieß das in Bremen im letzten Ausbildungsjahr: 4.011 Lehrstellen stehen in der Statistik, 3.415 Bewerber. Rein rechnerisch gab es also für jeden Jugendlichen mehr als eine Ausbildungsstelle. „Unversorgt“, also ohne Ausbildungsvertrag, wie es im Behördendeutsch heißt, blieben laut Statistik nur 174 Bewerber.

Stimmen etwa die Zahlen nicht? Elisabeth Krekel, Professorin und Ausbildungsmarkt-Expertin beim Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn, kurz BiBB genannt, sagt dazu:

„Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit ist erst mal richtig, die Frage ist immer, wie sie interpretiert wird.“

Die Hauptprobleme des Ausbildungsmarktes der letzten Jahre, sagt Krekel, seien Anpassungsprobleme. Auszubildende und Betriebe passen nicht zusammen. Das bildet die Statistik nicht ab, erklärt die Wissenschaftlerin:

„Und deshalb sollte man als Grundlage nicht immer nur eine Größe, eine Statistik zu Grunde legen, sondern verschiedene. Und die Einmündungsquote zeigt halt, wie viel junge Menschen, die sich um einen Ausbildungsplatz bemüht haben, auch untergekommen sind, und die gibt schon wieder, wie so die Beteiligung an der Ausbildung ist.“

Statistik sei Augenwischerei, sagen Schüler:

„Da war immer die Sprache von ’96 Prozent sind versorgt‘, und dann haben wir uns das genauer angeguckt und sind dann letzten Endes drauf gekommen, daß gerade mal ein Drittel überhaupt ´ne Ausbildung kriegt, und alle anderen gehen in Übergangsmaßnahmen.“

Genauer gesagt: Auf 100 Bewerber kamen 64 Lehrstellen, und der Rest wird unter den Teppich gekehrt.

Maßgeblich sei die „Einmündungsquote“

Bezahlte Praktika, eine Stelle als Schüler-Azubi, das Freiwillige Soziale Jahr oder der Weg zum Abitur – es gibt Unmengen an berufsvorbereitenden Maßnahmen, aber eben keine richtigen Ausbildungsplätze. Die Forderung der Schüler: Die sogenannte Einmündungsquote soll der Maßstab für die Politik und die Statistik sein. Was das ist, erklärt Elisabeth Krekel:

„Die Einmündungsquote die sagt aus, wieviel von denen, die sich um einen Ausbildungsplatz bemüht haben, auch einen bekommen haben.“

Und das sind bundesweit eben nur rund 65 Prozent. Auch wenn mehr „versorgt“ sind, sagt Krekel: „Darunter gibt es junge Menschen, die trotz Alternative noch einen Ausbildungsplatz suchen, und die sollte man auch mitnehmen, wenn man über noch zu vermittelnde Bewerber spricht.“

Hinzu kommt, daß viele Ausbildungsinteressierte, so wie es im Behördendeutsch heißt, in der Statistik gar nicht vorkommen. Jugendliche, die als „nicht ausbildungsreif“ gelten zum Beispiel.

Die Arbeitslosen unter 25 J. z. B. werden gar nicht erst mit aufgelistet.

Aus all diesen Gründen, und nachdem die Schüler sich in ihrer Freizeit mit ihrem Lehrer durch Berge von Papier gewühlt haben, fordern sie von Bildungssenatorin Dr. Claudia Bodegan (SPD) eine Änderung der Statistik. Er und seine Mitschüler haben Engagement gezeigt, haben Briefe geschrieben, Diskussionen mit Politikern organisiert und es geschafft, daß das Thema in der Bürgerschaft diskutiert wurde.

Aber am Ende blieb – bis jetzt – nur ein „Wir hören euch, und ´mal gucken“, sagt Schüler Quicker. Hauptsache, die Statistik stimmt!

www.conservo.wordpress.com   29.07.2017

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ÜBER MICH, CONSERVO Liebe Leser, dieser Blog ist ein besonderer Blog. Er wurde 2010 von Peter Helmes gegründet, und ich führe ihn seit dem 1.11.2020 in seinem Sinne fort. Dieser Blog ist konservativ, er ist christlich, und er ist abendländisch. Allein das macht ihn in den diesen unruhigen Zeiten zu einem Exoten. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12) Heute steht alles auf dem Kopf. Was früher noch galt, gilt heute nicht mehr. Grenzen wurden aufgehoben, Geschlechter abgeschafft, die traditionelle Familie ist unter Dauerbeschuss, wer am meisten Minderheitenmerkmale auf sich vereint, darf – zumindest in Deutschland – fordern, was er will. Das Christentum steht weltweit mit dem Rücken zur Wand. Lau sind sie geworden – die Christen hier im Lande, aber auch die orientalischen Christen, die sich nach der Flucht aus dem Orient hier ein neues Leben aufbauen konnten, und dennoch angesichts der Islamisierung schweigen. Finanzstarke und einflussreiche Interessengruppen unter Klaus Schwab, Bill Gates, George Soros u.v.m. setzen weltweit den Great Reset mit seiner neofeudalistischen Ökodiktatur mittels Massenmigration, Globalisierung, Plandemien und mit Hilfe gekaufter Politiker, Journalisten und „Sozialen“ Medien gegen die Interessen der Völker mit nie gekannter Brutalität durch. Die geistige und seelische Not der Menschen steigert sich tagtäglich inmitten dieser finsteren Zeit. Gerade westliche Menschen scheinen jeglichen Halt, Glauben und ihre natürliche Wehrhaftigkeit verloren zu haben. Jeder wird im Leben auf seinen Platz gestellt. Jedes Volk hat sein Schicksal und muss es in seinem eigenen Land bewältigen. Migration und der entgrenzte Einheitsmensch sind nicht unsere Bestimmung. Dennoch wird erneut versucht, dem Menschen als freiem und göttlichem Wesen unter Tarnworten wie „Solidarität“, „Vielfalt“ und „Humanität“ die teuflische Gleichheitslehre des Kommunismus aufzuerlegen. Dies ist wider die Natur und wider jedes menschliche und göttliche Gesetz. „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.“ (Luk, 1 - 3) Dank Peter Helmes analysieren langjährige, hervorragende Kolumnisten, basierend auf christlichen Werten, in aller Klarheit das heutige Tohuwabohu aus verschiedensten Blickwinkeln: Die Geißel der Globalisierung, geostrategische Interessen, die Massenmigration und importierte Gewalt, das Versagen der Politiker und der Verlust unserer Werte, Kultur und Heimat. Die Kolumnen wie auch die Diskussionen sind offen, respektvoll und tabufrei; denn nur so kann man die drängenden Themen der Zeit in der Tiefe analysieren, Machtstrukturen herausarbeiten und Roß und Reiter benennen. Nur so können wir uns auf uns selbst und unsere Stärken rückbesinnen und Deutschland, unsere Heimat, verteidigen. „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh, 32 – 33) Nochmal: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb sind unsere westlichen Wurzeln, Werte und unser Glauben nötiger denn je. Sie geben uns den Rückhalt, um aufzustehen und zu sagen: „Nein. Bis hierher und nicht weiter. Es ist jetzt genug!“ Wie schon Peter, lade ich Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren und zu kritisieren. Eine kleine Regel muss ich leider einbauen. Unterschiedliche Ansichten können durchaus in aller Härte debattiert werden. 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2 Antworten zu Die Lehrstellenmisere – der Skandal von Bremen gilt bundesweit

  1. anvo1059 schreibt:

    Was aber in dem Beirag nur ungenügenmd erwähnt wird : Viel Schüler kommen mit so unzureichenden Kentnissen und einer „Arbeitmoral“ aus der Schule, das sie nur über solche „Maßnahmen“ überhaupt in eine Lehrstelle vermittelbar sind ! Hier schlägt die völlig verfehlete und totgesparte Bildungspolitik der Merkel-Regierung (in Fortsetzung der Schröderschen Agenda !) voll durch !
    Doch : unsere Älteste bekam trotz Haupschulabschluss sofort eine Lehre und auch unsere Zwillinge (17) haben ab 2018 ihre Lehrstelle sicher…..Es geht also. Aber da müssen Eltern dahinter stehen oder genügend finanzkräftig sein. Denn leider sind viel Berufsschulen inzwischen privat geführte Bezahl-Einrichtungen und die Plätze an den wenigen staatlich betriebenen Schulen sind in der Tat knapp. Aus Erfahrung wissen wir, das es einer guten Portion Durchhaltevermögens bedarf, um den „Lehrstellen-Marathon“ durchzuhalten und eben nicht in einer „verordneten Maßnahme“ zu enden ! Und eine Erkenntniss ahben wir gewonenn : Hilf die Selbst, dann hilft die Gott ! Arbeitsamt oder Lehrstellenvermittlung kannste voll in die Tonne treten !

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  2. Querkopf schreibt:

    „Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!“, so lautet ein bis heute gültiger alter Controller-Spruch.

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