Eine traurige Nachricht: Wolfgang Mayer † 2.10.2017

(www.conservo.wordpress.com)

Von Carl-Wolfgang Holzapfel

Dr. Wolfgang Mayer ist von uns gegangen.

Sein Kampf für die Freiheit ist beendet.

RIP!

Berlin, 4.10.2017/cw – Er besetzte am 9. September 1988 zusammen mit 18 Freunden aus Ilmenau die dänische Botschaft in Ost-Berlin. Unmittelbar vor dem Staatsbesuch des dänischen Ministerpräsidenten in der DDR schritt der Bürgerrechtler mit seinen Freunden zur Tat. Sie stellten ihre mutige Aktion unter das Motto:

„In Freiheit wollen wir uns wähnen, und zwar genauso wie die Dänen“.

Heute erreichte uns die erwartete und doch unendlich traurige Nachricht: Wolfgang Mayers Herz hat aufgehört zu schlagen. Am vergangenen Montag, ein Tag vor dem Jahrestag der Wiedervereinigung, schlief er im Beisein seiner Frau ruhig ein. Mayer, zuletzt von seiner Krebskrankheit schwer gezeichnet, konnte nach einem letzten Krankenhausaufenthalt in sein letztes Domizil in Speyer zurückkehren.Der studierte Lehrer aus Thüringen brannte bis zuletzt für seine Überzeugungen. Am 13. September wollte er unbedingt an der letzten Protestdemo gegen den Rentenbetrug in Berlin teilnehmen, bereitete die Aktion akribisch wie immer in allen Einzelheiten vor. Kurz vor dem Aufbruch nach Berlin mußte er umkehren. Als wir wenige Tage zuvor telefonierten, war es bereits nicht mehr schwer, seinen Optimismus zu durchschauen. Mayer räumte selbst ein, dass „es schwierig werden würde“, an der Berliner Demo teilzunehmen.

Der Protest gegen den Rentenbetrug an einstigen Flüchtlingen aus der DDR…

…war ihm letztlich zum letzten Lebenszweck geworden. Er initiierte zahlreiche Demonstrationen, kümmerte sich bis ins Detail um den ersehnten Erfolg, wozu z.B. auch die Organisation einer Pauke gehörte, auf die er vehement und unüberhörbar „einschlug“. Dabei ließ er sich auch nicht von „schmerzlichen Rückschlägen“, als die Wolfgang Mayer übereifriges Einzelgängertum empfand, von seinem Weg abhalten. Der oft mühselige Kampf um Meinungen und Lösungen wurde für ihn nur dadurch erträglich, dass er seinen zeitweiligen Kontrahenten immer „eigene Überzeugung und Idealismus“ unterstellte. „Wir ziehen an einem Strick“, beteuerte er immer wieder, „aber es ist anstrengend, wenn dieser Strick plötzlich zu viele Enden aufweist, an denen in unterschiedlichen Richtungen gezogen wird.“

Nach der Besetzung: Urteil, Freikauf, Ausweisung

Einen Tag nach der legendären Besetzung hatte das MfS die Botschaft geräumt und die Botschaftsbesetzer festgenommen. Auch Wolfgang Mayer wurde in die Untersuchungshaftanstalt nach Berlin-Hohenschönhausen überführt, später zu insgesamt drei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach internationalen Protesten, die in den Medien breiten Widerhall fanden, wurde seine Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Kurz nach seiner Entlassung wurde ihm die DDR-Staatsbürgerschaft aberkannt, anschließend folgte die Ausweisung in die Bundesrepublik. In der Folge studierte Mayer erst Politik, später Soziologie. 2002 promovierte er zum Dr. phil. an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn. Er war u.a. als Berufsschullehrer in Thüringen und Journalist tätig. Am bekanntesten wurde sein Internet-Auftritt „Flucht und Ausreise.“, ein Titel seiner vielbeachteten Buchveröffentlichung, die 2002 erschien und in der er den Kampf um Fluchten und Ausreisen aus der DDR schilderte.

„Waren es nicht die Ausreisewilligen, die oppositionelle Verhaltensweisen in einem Umfang entwickelten, der es rechtfertigt, von einer tatsächlich politischen Kraft zu sprechen? Von einer Kraft, die ausreichte, das System zu verändern oder gar zu stürzen? Die Ausreisebewegung muß eindeutig auch als eine Bürgerrechtsbewegung gewertet werden!“

Dieses Credo setzte er seiner Seite im Internet voran. Es beschreibt am Dichtesten die Überzeugung eines Menschen, der bis zuletzt für seine Ideale lebte und im buchstäblichen Sinn kämpfte. Sein Sohn, so sagte er mir in unserem letzten Telefonat, würde seine Internetseite weiter betreuen. Nicht nur dort wird er also mit seinen Gedanken weiterleben.

Wolfgang Mayer, 1950 im Vogtland geboren. Er wird uns schmerzlich fehlen. Der Verlust ist unersetzlich. Für seine Frau Marika. Für seine Familie. Für uns.

(Quelle: https://17juni1953.wordpress.com/2017/10/04/wolfgang-mayer-%e2%80%a0-2-10-2017/), V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.293).
www.conservo.wordpress.com   5. Oktober 2017

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ÜBER MICH, CONSERVO Liebe Leser, dieser Blog ist ein besonderer Blog. Er wurde 2010 von Peter Helmes gegründet, und ich führe ihn seit dem 1.11.2020 in seinem Sinne fort. Dieser Blog ist konservativ, er ist christlich, und er ist abendländisch. Allein das macht ihn in den diesen unruhigen Zeiten zu einem Exoten. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12) Heute steht alles auf dem Kopf. Was früher noch galt, gilt heute nicht mehr. Grenzen wurden aufgehoben, Geschlechter abgeschafft, die traditionelle Familie ist unter Dauerbeschuss, wer am meisten Minderheitenmerkmale auf sich vereint, darf – zumindest in Deutschland – fordern, was er will. Das Christentum steht weltweit mit dem Rücken zur Wand. 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Dennoch wird erneut versucht, dem Menschen als freiem und göttlichem Wesen unter Tarnworten wie „Solidarität“, „Vielfalt“ und „Humanität“ die teuflische Gleichheitslehre des Kommunismus aufzuerlegen. Dies ist wider die Natur und wider jedes menschliche und göttliche Gesetz. „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.“ (Luk, 1 - 3) Dank Peter Helmes analysieren langjährige, hervorragende Kolumnisten, basierend auf christlichen Werten, in aller Klarheit das heutige Tohuwabohu aus verschiedensten Blickwinkeln: Die Geißel der Globalisierung, geostrategische Interessen, die Massenmigration und importierte Gewalt, das Versagen der Politiker und der Verlust unserer Werte, Kultur und Heimat. Die Kolumnen wie auch die Diskussionen sind offen, respektvoll und tabufrei; denn nur so kann man die drängenden Themen der Zeit in der Tiefe analysieren, Machtstrukturen herausarbeiten und Roß und Reiter benennen. Nur so können wir uns auf uns selbst und unsere Stärken rückbesinnen und Deutschland, unsere Heimat, verteidigen. „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh, 32 – 33) Nochmal: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb sind unsere westlichen Wurzeln, Werte und unser Glauben nötiger denn je. Sie geben uns den Rückhalt, um aufzustehen und zu sagen: „Nein. Bis hierher und nicht weiter. Es ist jetzt genug!“ Wie schon Peter, lade ich Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren und zu kritisieren. Eine kleine Regel muss ich leider einbauen. Unterschiedliche Ansichten können durchaus in aller Härte debattiert werden. 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4 Antworten zu Eine traurige Nachricht: Wolfgang Mayer † 2.10.2017

  1. text030 schreibt:

    Dr. Wolfgang Mayer hat sich ein Leben lang für eine demokratische Streitkultur und die Interessen von politisch Verfolgten und Übersiedlern der ehem. DDR eingesetzt. Und er war ausgleichend, wenn Debatten (auch in seinem Forum) die Pfade der Sachlichkeit zu verlassen drohten.
    Seine schwere Krankheit hat er ohne Wehklagen ertragen. Ich wollte ihn bei einem Klinikaufenthalt in Berlin besuchen. Es kam nicht dazu, weil er in seinem Kampf gegen die Krankheit keine Öffentlichkeit gesucht hat. Auf den „Rentendemos“ in Berlin hatten wir darüber gesprochen.

    Er hinterlässt eine Lücke, die nicht geschlossen werden kann.

    Der Nachruf von Carl-Wolfgang Holzapfel verleiht Wolfgang Mayer die ihm gebührende Würde.

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  2. Wer wie ich das Glück hatte, Wolfgang Mayer kennenzulernen, der wird ihn nie vergessen.
    Wolfgang war zu jeder Zeit ein Kamerad und für mich ein persönlicher Freund.
    Seit seiner Geburtstagsnachfeier am 29. August 2015 in seinem Wohnort Speyer
    – zu der er 100 Gäste einlud ! – wußten wir von seiner Erkrankung.
    Jahre und Monate kämpfte er gegen diesen heimtückischen Krebs… Wir hofften alle, dass Therapien und Operationen die Oberhand gewinnen.
    Wir haben ihn verloren…
    Mein aufrichtiges Beileid gilt seiner Frau Marika, seinen Kindern und seiner Mutter und allen Angehörigen.

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  3. Philolaos schreibt:

    Danke für den berührenden Nachruf!

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  4. Bernd Stichler schreibt:

    Wolfgang Mayer war ein Kamerad und eine Institution zugleich. Bereits vor 15 Jahren demonstrierten wir jedes Wochende gemeinsam mit anderen Kameradinnen und Kameraden in Berlin vor dem Schloss Bellevue gegen die Ungleichbehandlung zwischen NS-Opfern und Opfern kommunistischer Gewaltherrschaft. Sein Tod reißt eine spürbare Lücke, die wohl nie wieder vollends zu füllen sein wird. Im Herzen wird er immer unser Kamerad bleiben.

    Christina und Bernd Stichler

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