Political Correctness: Die Revolution frißt ihre Kinder… Oder: Die Geister, die ich rief….

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes

Deutscher Hochschulverband: „Das Klima der Political Correctness ist bedenklich“

Alhamdulillah Alaaf, heute ist der 11.11. – der traditionelle Beginn der Karnevalssession. Das war mein erster Gedanke, der mir durch den Kopf schoß, als ich die weiter unten folgende Meldung las. Da will mich einer hops nehmen, Karneval, Fasching oder so…“, dachte ich.

Mitnichten, die Lage war noch nie so ernst – jedenfalls an den deutschen Hochschulen. Wenn schon der Hochschulverband die Alarmglocken läutet, muß die Hütte brennen.

Das Allwissen-Lexikon Wikipedia weiß es genau – und weiß es akademisch auszudrücken:

Der Begriff Vernunft, sagt Wiki, „bezeichnet in seiner modernen Verwendung die Fähigkeit des menschlichen Denkens, aus den im Verstand durch Beobachtung und Erfahrung erfassten Sachverhalten universelle Zusammenhänge der Wirklichkeit durch Schlussfolgerung herzustellen, deren Bedeutung zu erkennen, Regeln und Prinzipien aufzustellen und danach zu handeln. Soweit sich die Vernunft auf Prinzipien des Erkennens und der Wissenschaften richtet, spricht man von theoretischer Vernunft. Ist die Vernunft auf das Handeln oder die Lebenshaltung ausgerichtet, folgt sie den Prinzipien praktischer Vernunft, die sich in moralischen Fragen an Werten oder zur Erreichung von Effizienz am ökonomischen Prinzip orientieren kann…“

Bedrohung von Wissenschaft und Lehre

Potzblitz! Da ist doch tatsächlich von Denken, von Wirklichkeit und Erkennen die Rede. Haben die Götter den Verstand gesandt?! Bis jetzt stand doch die Political Correctness als die höchste aller Tugenden über aller Wissenschaft und Erfahrung – und vor allem: Sie duldet keinen Widerspruch.Vermeintliche Korrektheit heute artet meist aus – in Erbsenzählerei und/oder Kontrollwahn. Statt eines Klimas des offenen, kritischen Diskurses, der gerade an den Hochschulen wichtig ist, ist ein Klima des Duckmäusertums und der Unterordnung entstanden, der ideale Nährboden für einen Überwachungsstaat. Man sollte daher das Kind beim Namen nennen: Political Correctness wird zunehmend zu einer Bedrohung für Wissenschaft und Lehre. Der Deutsche Hochschulverband warnt deutlich: In den Hörsälen und Seminarräumen herrsche mittlerweile ein Klima der Übervorsichtigkeit.

„Gut Ding will Weile haben“, raunzt der Volksmund und meint, irgendwann werden Die da wohl mal (wieder) zur Vernunft kommen. „Die da“ – das sind die ´68er, die modernen Propheten, die Heilsbringer und Volksbeglücker, also schlicht: die linksgestrickten Maaslosen. Nun werden sie von ihren eigenen Standards eingeholt:

Gesunkene Sensibilitätsschwelle

Der Deutsche Hochschulverband sieht in politischer Hyper-Korrektheit eine Bedrohung für die Freiheit von Wissenschaft und Lehre an den Universitäten und warnt vor einem „Klima der Political Correctness“ an Universitäten. Präsident Prof. Dr. Bernhardt Kempen sagte der WELT, „die Sensibilitätsschwelle für andere Ansichten, andere Meinungen, für das Fremde“ sei erheblich gesunken. Heute versuchten alle, niemanden zu brüskieren, niemandem eine Ansicht zuzumuten, die ihn verletzen könnte.

Früher seien Universitäten Stätten vehementer und teils heftiger geistiger Auseinandersetzungen gewesen. Heute fühlten sich einige Studenten bereits verletzt, wenn ein Professor andere Thesen vertrete als die ihren. „Wenn wir das akzeptieren, kommen wir bald wie in den USA dahin, dass auch Fakten wie die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie verschwiegen werden sollen, weil sie religiöse Gefühle verletzen“, führte Kempen aus. Man müsse nicht akzeptieren, was jemand sage, aber man müsse es aushalten. Kempen appellierte an die Unis, die Professoren vor Anfeindungen zu schützen.

Und er appellierte an die Verantwortlichen in den Hochschulen, den Protesten nicht immer nachzugeben – schon gar nicht jenen, bei denen am lautesten geschrien werde. Andernfalls sei die Institution Universität in Gefahr.

„,Political Correctness’ soll das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Sprachgebrauch und einen sensiblen Umgang mit Minderheiten schärfen. Dieses Anliegen ist berechtigt“, erklärte DHV-Präsident Kempen. „Wenn daraus jedoch Tugendterror wird und abweichende wissenschaftliche Meinungen Gefahr laufen, als unmoralisch stigmatisiert zu werden, verkehrt sich der Anspruch von Toleranz und Offenheit in das Gegenteil: Jede konstruktive Auseinandersetzung wird bereits im Keim erstickt. Statt Aufbruch und Neugier führt das zu Feigheit und Anbiederung.“

Kempen ließ es an Deutlichkeit nicht fehlen: „Keine Denk- und Sprechverbote!“

„Sie (die Hochschule) muß dafür sorgen, daß jedermann – unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft, einer Partei, eines Verbandes oder Vereins – seine Forschungsergebnisse, Thesen, Argumente und Ansichten ohne Angst zur Diskussion stellen kann.“

Das Grundgesetz binde die Freiheit von Forschung und Lehre allein an die Treue zur Verfassung. Darüber hinausgehende Denk- oder Sprechverbote schließe dies ausdrücklich aus. Geistige oder ideologische Komfortzonen, in denen Studenten vor unbequemen Inhalten behütet werden, dürfe es in der Universität nicht geben.

„Kritisches Denken, das an der Universität gelehrt und eingeübt wird, setzt die Fähigkeit zur Selbstkritik voraus: Wer eine Universität betritt, muß bereit sein, mit Vorstellungen konfrontiert zu werden, die dem persönlichen Weltbild zuwiderlaufen, und in der Lage sein, sich mit ihnen sachlich auseinanderzusetzen“, so Kempen. Unkonventionelle Ansichten, die jenseits des Mainstreams lägen, hätten in der Gesellschaft nirgendwo einen besseren Platz als in der Universität. Deshalb mahne er Staat und Hochschulleitungen, sich bei Angriffen schützend vor die Wissenschaftler zu stellen.

Womit wir wieder bei der Vernunft wären. Vernunft setzt vernünftiges Handeln voraus. Was uns die „modernen“ Korrekten seit Jahren aufbinden, ist ein muffiger Rucksack voller Vorurteile und Intoleranz. Aber die Vernunft läßt sich nicht auf Dauer unterdrücken, so wie wir uns auf Dauer nicht gegen die Ordnung der Natur stellen können. So fragt Cicero: „Ist irgendetwas naturgemäß, was gegen die Vernunft (ratio) geschieht?“ (Gespräche in Tusculum, 4. Buch, 79 f.). Bei Seneca findet sich die Antwort: „Die Natur nämlich muß man zum Führer nehmen: Sie beachtet die Vernunft (ratio), und diese fragt sie um Rat.“ „Jegliches Wollen, das von der Vernunft abweicht, mag diese nun recht sein oder irren, ist immer schlecht.“ (Thomas von Aquin, STh I/II 19 a.5)

Und jetzt, liebe Leser, legen Sie ´mal diesen Maßstab an die Handelnden in der Politik und an die Aktivisten der Politischen Korrektheit an. Sie werden sehen: Sie stehen nackt da, wie bei „des Kaisers neuen Kleidern“. Also, laßt uns sie doch einfach lächerlich machen!

www.conservo.wordpress.com   11.11.2017

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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8 Antworten zu Political Correctness: Die Revolution frißt ihre Kinder… Oder: Die Geister, die ich rief….

  1. floydmasika schreibt:

    Hat dies auf Bayern ist FREI rebloggt und kommentierte:
    Im Welt-Interview beklagt sich der Präsident des Hochschulverbandes über bunten Gesinnungsterror an Schulen. Die Hocschulen seien gerade keine geschützte Zone, für naiv-aggressive Buntblödel, die unbequeme Meinungen vertreiben wollen, sondern eine Sphäre der politischen Inkorrektheit, die lediglich durch die (eng auszulegende) Treue zur Verfassung begrenzt werde. Aufforderungen einer Professorin an eine Studentin, das Kopftuch abzulegen, kann Kempen auch nicht unterstützen, da sie sich auf kein Gesetz stützen können.

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  2. francomacorisano schreibt:

    Daher rede ich immer so politisch unkorrekt wie möglich und es fängt im ganz Kleinen an:
    – Bauer (nicht „Landwirt“),
    – Lehrling (nicht „Auszubildender“),
    – Putzfrau (nicht „Raumpflegerin“),
    – Weihnachtsmann (nicht „Zipfelmann-/frau“),
    – Weihnachten/Sankt Martin (nicht „Lichterfest“),
    – Weihnachtsfeier (nicht „Jahresendfeier“),
    – Weihnachtsmarkt (nicht „Wintermarkt“),
    – Zwerg (nicht „kleinwüchsig“),
    – Behinderter (nicht „Menschen mit Dingsbums“),
    – Studenten (nicht „Studierende“),
    – Naturschutz (nicht „Umweltschutz“),
    – Mohrenkopf/Negerkuss (nicht „Schokodingsdums“),
    – Zigeuner („Sinti u. Roma“ sind nur zwei Stämme davon),
    – Indianer (nicht „amerikanische Ureinwohner“),
    – Ausländer (nicht „Menschen mit Migrationshintergrund“),
    – illegaler Eindringling (nicht „Flüchtling“),
    – Volk (nicht „Bevölkerung“),
    – Rauschgift (nicht „Drogen“),
    – Gleichmacherei (nicht „Inklusion“),
    – TV-Zwangsgebühr (nicht „Haushaltsabgabe“),
    – teure oder kranke Kunstscheiße (nicht „moderne Kunst“),
    – angebliche Klimaerwärmung (nicht „menschengemachter Klimawandel“),

    Den ganzen Humbug mit dem „Binnen I“ kann man so herrlich lächerlich machen:
    z. Bsp. Tisch – TischInnen
    Die Liste ist natürlich nicht vollständig. Wer schreibt das politisch inkorrekte Wörterbuch???

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  3. luisman schreibt:

    Hat dies auf Nicht-Linke Blogs rebloggt.

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  4. Ann P. schreibt:

    Ich lese und höre immer (und überall)
    „Political Correctness“
    Ja, woher kommt die denn? Welches ist der Boden dafür?
    Eine mögliche Antwort in einer Leserzuschrift über protestantische Glaubens-Welten, die auch stark auf die USA ausstrahlten :
    B. Aengenendt zu „Bad Faith“, Ken Follett

    es geht
    …..“um die Charakterisierung eines „schlechten“ – weil lieblos-puritanischen Glauben. Und er schreibt auch nicht „religiöse Gemeinschaft“ und „Bewegung“, wie der deutsche Text es tut. Nein, Follett spricht im Original ausdrücklich von „sect“, also „Sekte“.

    Auch wenn Follett sehr launig zu schreiben versteht, so bleibt es doch eine bedrückende Zusammenstellung eines düsteren, auf die Spitze getriebenen Protestantismus mit den klassischen Erkennungsmerkmalen: die fortwährende Spaltungen; die Lieblosigkeit; das ewige Moralisieren; das Fehlen objektiver Wahrheit, die durch subjektive Verdammungsurteile ersetzt wird; die interne Kontrolle durch die „Aufseher“, die fanatische Spaß- und Alkoholfeindschaft und nicht zuletzt die heuchlerische Doppelmoral, die sich ja auch heute noch äußert in der typisch puritanischen, obsessiven Beschäftigung mit dem Thema „Sex“. All dies führt zu einer Freudlosigkeit des Daseins und einer ständigen Angst vor der Welt, die in der einfachen Gleichung gipfelt: „Wenn etwas Spaß macht – dann muß es Sünde sein“. So wird verständlich, warum diese lebensfeindliche Form des Glaubens auch mit einem solchen Abscheu auf den durchaus sinnenfrohen (und damit nach puritanischer Ansicht „schamlosen“) Katholizismus reagiert und auf den gleichfalls sehr heiteren (und damit „frivolen“) Anglikanismus, der dem Katholizismus sehr nahe steht. Und wir sollten auch nicht vergessen, daß es genau dieser Puritanismus ist, der zur Gründungsreligion der USA wurde und (in mitunter säkularisierter Form) bis heute dort den Ton angibt: Katholiken wären niemals auf den Gedanken gekommen, Prohibition gegen Alkohol einzuführen. Und „Workaholism“ mit seiner „Time is Money“-Mentalität, der Kreuzzug gegen das Rauchen, die leibfeindliche Selbstkasteiung durch Diäten und Fitnesswahn – und nicht zuletzt die „Political Correctness“ – auch das ist alles auf puritanischem Boden entstanden.“

    Eine Konversion wohin? in die Oppulenz? oder in den Atheismus? erlebt man häufig, weil die Betroffenen schlicht die SCHNAUZE VOLL haben!
    Nichtzuletzt aus dieser Faszination entstand z.B. das ungeheuer schöpferische Werk eines mehrfach begabten Künstlers aus Isny, dem sich eine ANDERE WELT auftat, als er -noch als Kind – staunend (verbotenerweise = verboten und WEISE) eine katholische Kapelle betrat. 🙂

    Für manch Einen geht es in dieser „Ratio“ noch um die „Verzauberung der Welt“. Zu spät: Lineares, konvergentes Denken auf dem Vormarsch. (man schaue nur in die Schulen!)

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  5. "Geschlachtetwerden" schreibt:

    Religionsphilosoph Klaus Heinrich über die Universität, Plädoyer für Neustart
    „Selbstaufklärung und Verdrängung – Der Gesellschaft ein Bewusstsein ihrer selbst geben“
    ( vom Sonntag, 5. November 2017, 13:15)
    Auch hier nochmal mein Hinweis auf den dlf-Beitrag (audio, potcast, zu hören bis Mai 2018; Anfang Dezember vollständiges Gespräch „Literatur“)

    Ann

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  6. Ingrid Jung schreibt:

    Danke, für diesen sehr intelligenten Bericht Herr Helmes. Unser Land ist versaut und unsere Universitäten auch, wenn Professoren heute jedes Wort abwägen müssen und eine Professorin die das Abnehmen eines Kopftuches verlangte sich am nächsten Tag dafür entschuldigen muss, ist es mit der Meinungsfreiheit und dem Lehren an unseren Universitäten nicht mehr weit her.
    Wir waren mal das Land der DENKER und DICHTER.

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