Ein linker Irrtum

(www.conservo.wordpress.com)

Von Adrian F. Lauber *)

Über die Irrtümer der Linken könnte man stapelweise Aufsätze verfassen und ganze Bücherschränke damit füllen.

Ich will versuchen, es kürzer zu halten, zumal ich nicht den Anspruch erhebe, in diesem Beitrag sämtliche Irrtümer von links abzuarbeiten. Ich will mich auf etwas konzentrieren, das mir wesentlich erscheint.

Die Irrtümer der Linken zu verstehen, ist wichtig, denn diese Irrtümer hat ein Großteil unserer Gesellschaft so tief verinnerlicht, dass sie sich heute angesichts der existenziellen Bedrohung für unsere Zivilisation absolut wehrlos zeigt.

Ich behaupte, ein zentrales Problem linken Denkens ist es, dass die Welt nicht in Gut und Böse, sondern in Starke und Schwache eingeteilt wird, und der Linke, der was auf sich hält, ist grundsätzlich auf der Seite der Schwachen.Das klingt auf den ersten Blick sehr nobel und ritterlich. Aber es hat einen Haken: der Schwache ist nicht automatisch ein Opfer des Stärkeren. Er kann es sein, muss es aber nicht sein. Und der Schwache ist nicht automatisch der Gute.

Doch unterbewusst gehen viele ganz selbstverständlich davon aus, dass Schwache ihr Los den Stärkeren zu verdanken haben. Die sind schuld. Ebenso sind die Armen arm, weil Reichere ihnen etwas weggenommen haben. Dem Rest der Welt geht es schlecht, weil wir Europäer ihn bestohlen und ausgebeutet haben – deswegen müssen wir heute Buße tun, indem wir die halbe Welt zu uns einladen.

Damit wir uns nicht missverstehen: Natürlich gibt es Ausbeutung, natürlich gibt es unter reichen Menschen unmoralische, raffgierige Charaktere, die ihr Vermögen auf unlautere Weise erworben haben.

Aber im linken Denken wird weitgehend ausgeblendet, dass Schwache und Arme für ihr Schicksal auch selbst verantwortlich sein können, ohne dass irgendein Starker oder Reicher irgendetwas dazu getan hat.

Thilo Sarrazin hat in seinem letzten Buch „Wunschdenken: Warum Politik so häufig scheitert“ ausführlich und mit wissenschaftlicher Methode aufgezeigt, dass die Faktoren, die über Erfolg und Misserfolg einer Gesellschaft entscheiden, zu über 90 Prozent in der jeweiligen Gesellschaft selber liegen.

Auch wenn Kardinal Woelki uns mit aller Massivität das Gegenteil einreden will: für den Großteil des Elends in der Welt sind wir nicht verantwortlich.

Dass der islamische Kulturkreis rückständig und nicht innovativ ist, hat er selbst zu verantworten. Wenn dort Bildung einen ähnlich hohen Stellenwert hätte wie bei uns, wenn man sich dort von den Dogmen des Islam gelöst hätte, dann würde es ihm mit Sicherheit um Vieles besser gehen. Ob das jemals geschehen wird, liegt in seiner eigenen Verantwortung. Der Westen kann da kaum etwas ausrichten.

Der Westen hat Fehler und Verbrechen begangen, das ist nicht zu leugnen. Ich war nicht von ungefähr gegen den herbei gelogenen Irak-Krieg von 2003 und die Zerschlagung Libyens 2011. Aber mit dem Großteil der Konflikte und Kriege innerhalb der islamischen Zivilisation haben wir überhaupt nichts zu tun.

Dennoch sehen Linke die islamische Welt grundsätzlich als Opfer des Westens und so kommt es, dass man den Dschihadismus und den Hass auf den Westen relativiert, schön redet, manchmal sogar offen gutheißt. Ich erinnere mich sehr deutlich an eine Formulierung des Kabarettisten Volker Pispers: „Sie wundern sich, dass wir Bomben unter’n Arsch gelegt kriegen? Wann fangen Sie an, sich zu wundern, dass wir so wenig Bomben unter’n Arsch gelegt kriegen?“

Mit anderen Worten: wenn im Westen Menschen von islamischen Terroristen umgebracht werden, haben sie’s ja irgendwie verdient. Es trifft schon keinen Falschen. Die armen Moslems, die können sich gegen uns Bösewichte doch gar nicht anders wehren!

Nachdenklich stimmen sollte uns allerdings, dass auch Länder, die sich der islamischen Welt gegenüber gar nichts haben zu Schulden kommen lassen, zu Zielen des dschihadistischen Terrors werden. Was bitteschön haben Belgien und Schweden der islamischen Welt Furchtbares angetan?

Der Schwächere spielt im linken Denken so etwas wie eine Heldenrolle. Der Underdog ist eben cool und genießt eine große Portion Vorschusslorbeeren, egal was er tut.

So kommt es, dass Linke in fremden, nicht-westlichen Ländern gerne und ohne Bedenken politische Bewegungen unterstützen, die sie im eigenen Land nie und nimmer akzeptieren würden.

Immer wieder haben sich westliche Linke mit Bewegungen und diktatorischen Regimes solidarisiert, die man mit Fug und Recht als faschistisch und antisemitisch einstufen kann.1

Hauptsache, sie waren gegen den bösen Westen, dann waren sie automatisch gut und genauer hinschauen brauchte man dann gar nicht mehr.

– In der Zeit der Achtundsechziger war der chinesische Diktator Mao Zedong, der größte Massenmörder der Weltgeschichte, für die linken Studenten so etwas wie eine Pop-Ikone. Kein Herrscher der Menschheitsgeschichte hatte mehr Menschen auf dem Gewissen.2 Nach heutigen Schätzungen hatte sein Regime den Tod von 50 bis 70 Millionen zu verantworten, womit Mao hinsichtlich der Opferzahlen den ersten Platz unter den Diktatoren belegt. (Auf Platz Zwei folgt Stalin, auf Platz Drei Hitler.3)

– Eine ähnliche unkritische Verehrung genossen die kubanischen Revolutionäre Fidel Castro und Che Guevara – Männer, die politisch Andersdenkende reihenweise weggesperrt und umgebracht haben. Kuba bleibt bis heute ein unfreier, völlig heruntergekommener Staat.4

– Ein Terrorist wie Jassir Arafat war für viele Linke ein Held. Dass der Mann unschuldige Menschen umgebracht hat, dass er Israel zerstören wollte – geschenkt!5 Bis heute solidarisiert man sich gern mit palästinensischen Führungspersönlichkeiten, ohne darauf zu achten, welche politischen Ziele sie mit welchen Mitteln verfolgen, was sie für antisemitische Hetze von sich geben usw. Ich kann nur dringend empfehlen, sich mal im Online-Archiv der Internetplattform Palestinian Media Watch umzuschauen. Dort findet man eine Fülle von Äußerungen angeblich moderater Palästinenser in englischer Übersetzung.6 Der eine oder andere dürfte böse Überraschungen erleben …

– Als in der Nacht zum 4. Juli 1976 eine Einheit aus israelischen Elitesoldaten ein von palästinensischen und deutschen Terroristen entführtes Passagierflugzeug der Air France mit vorwiegend israelischen Passagieren an Bord auf dem Flughafen in Entebbe (Uganda) befreite, brach links ein Sturm der Entrüstung los. Entrüstung nicht etwa über die Tat der Terroristen, sondern über Israel. Reihenweise prangerten Linke die Verletzung der Souveränität Ugandas an und erklärten sich solidarisch mit dessen Diktator Idi Amin7, einem der übelsten Despoten, die Afrika im 20. Jahrhundert gesehen hat.8

– Heutzutage gibt es reichlich Linke (aber auch Rechte), die sich mit dem iranischen Mullah-Regime solidarisieren und es zu einem potenziellen Opfer westlicher Aggression verklären. Dass der Iran eine aggressive Macht mit hegemonialen Ambitionen ist9, dass es sich um ein totalitäres, antisemitisches10 Regime handelt, das Dschihadisten sponsert11 und den jüdischen Staat Israel vernichten will12, blenden sie gekonnt aus. Das scheint einer breiten Massenstimmung zu entsprechen, sonst hätte Günter Grass‘ Gedicht „Was gesagt werden muss“ im April 2012 nicht so einen breiten Anklang gefunden, in dem er Israel als potenziellen Aggressor darstellte und den damaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad als „Maulhelden“ verharmloste.

Der Publizist Jamie Glazov hat in seinem Buch „United in Hate: The Left’s Romance with Tyranny and Terror“ ausführlich dokumentiert, wie westliche Linke sich immer wieder mit Diktatoren und Fundamentalisten gemein gemacht haben – Hauptsache, es ging gegen den ihnen so verhassten Westen. Glazov schlägt einen Bogen von der linken Solidarisierung mit der Sowjetunion bis zur heutigen Verbrüderung Links-Grüner mit dem Islam.13

Auch dem Politikwissenschaftler Bassam Tibi ist diese merkwürdige Allianz aufgefallen, die sich offen gegen Europa gestellt hat.14 Die linke Weltanschauung, die im islamischen Kulturkreis ein Opfer des Westens und in Europa und Amerika die ewigen Übeltäter sieht, führt schnurgerade zum westlichen Selbsthass, der unterschwellig weit über die Linke hinaus verbreitet ist. Der Selbsthass ebnet der Selbstzerstörung den Weg. Parallel wird alles Nicht-Westliche romantisch verklärt und verherrlicht.

Dabei ist der Westen die beste, freiheitlichste Zivilisation, die es auf der Welt gibt. Gut, auch unsere Geschichte hat viele dunkle Kapitel, aber es gibt keine Zivilisation, die je perfekt gewesen wäre. Eine bessere haben wir nicht.

Quellen:

  1. The Jerusalem Post, 2.8.2016: „Why Western Leftists Adore Right-Wing Religious Extremists Abroad“ by Seth J. Frantzman http://www.jpost.com/Opinion/Op-Ed-Why-Western-leftists-adore-right-wing-religious-extremists-abroad-462978
  2. Jung Chang, Jon Halliday: „Mao: Das Leben eines Mannes, das Schicksal eines Volkes“, Pantheon-Verlag 2007 https://www.amazon.de/Mao-Leben-Mannes-Schicksal-Volkes/dp/3570550338
  3. Daily Mail, 7.10.2014: „From Stalin to Hitler, the most murderous regimes in the world“ by Nigel Jones http://www.dailymail.co.uk/home/moslive/article-2091670/Hitler-Stalin-The-murderous-regimes-world.html
  4. Stefan Molyneux (Freedomain Radio): „The Truth About Fidel Castro | The Cuban Revolution“ (Upload: 26.11.2016) https://www.youtube.com/watch?v=2EhlTI0fte0
  5. MENA Watch, 12.5.2017: „Steinmeiers Verneigung vor einem Mörder“ von Thomas Eppinger http://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/steinmeiers-verneigung-vor-einem-moerder/
  6. Palestinian Media Watch:

http://palwatch.org/

  1. Welt Online, 6.3.2012: „Die Endlösung der Israel-Frage“ von Henryk M. Broder

https://www.welt.de/politik/ausland/article13903849/Die-Endloesung-der-Israel-Frage.html

  1. Welt Online, 13.3.2007: „Die blutigen Possen des Idi Amin“ von Hans Christoph Buch

https://www.welt.de/politik/article759264/Die-blutigen-Possen-des-Idi-Amin.html

  1. The Tower Magazine, Issue 23, February 2015: „The Rise of the Iranian Empire“ by David Daoud http://www.thetower.org/article/the-rise-of-the-iranian-empire/

The Tower Magazine, Issue 24, March 2015: „Meet the Proxies: How Iran Spreads Its Empire through Terrorist Militias“ by David Daoud http://www.thetower.org/article/meet-the-proxies-how-iran-spreads-its-empire-through-terrorist-militias/

Middle East Monitor, 27.9.2014: „Sanaa is the fourth Arab capital to join the Iranian revolution“ https://www.middleeastmonitor.com/20140927-sanaa-is-the-fourth-arab-capital-to-join-the-iranian-revolution/

The Hill, 18.1.2017: „Iran’s Middle East ambitions more dangerous than nuclear threat“ by Shahriar Kia http://thehill.com/blogs/congress-blog/foreign-policy/314743-irans-middle-east-ambitions-more-dangerous-than-nuclear

The New York Times, 15.7.2017: „Iran Dominates in Iraq After U.S. ‘Handed the Country Over’“ by Tim Arango https://www.nytimes.com/2017/07/15/world/middleeast/iran-iraq-iranian-power.html

BuzzFeed, 30.7.2017: „Inside Iran’s Mission To Dominate The Middle East“ by Borzou Daragahi https://www.buzzfeed.com/borzoudaragahi/irans-plan-to-run-the-middle-east?utm_term=.reAKy6Bkj#.wlabqaox8

The New York Times, 29.8.2017: „Iran Is Taking Over Syria. Can Anyone Stop It?“ by David W. Lesch https://www.nytimes.com/2017/08/29/opinion/iran-syria.html

The Times of Israel, 3.9.2017: „Iranians at the gates“ by Avi Issacharoff

https://www.timesofisrael.com/iranians-at-the-gates/

The Tower, 8.11.2017: „Expert: Hariri’s Resignation Shows that “Lebanon is an Iranian Satrapy Run by Hezbollah”“ http://www.thetower.org/5612-expert-hariris-resignation-shows-that-lebanon-is-an-iranian-satrapy-run-by-hezbollah/

Welt Online, 12.11.2017: „Diese Feindschaft setzt den Nahen Osten in Brand“ von Gil Yaron

https://www.welt.de/politik/ausland/article170532941/Diese-Feindschaft-setzt-den-Nahen-Osten-in-Brand.html

  1. The Tower Magazine, Issue 30, September 2015: „On the Roots and Branches of Shi’a Anti-Semitism“ by David Daoud http://www.thetower.org/article/on-the-roots-and-branches-of-shia-anti-semitism/

Iranian-American Forum: „Iranian regime’s anti-Semitism and crusade against Israel“ (Veröffentlicht: 12.3.2017) https://www.youtube.com/watch?v=cGq7QI4qniM

  1. U.S. Department of State: Country Reports on Terrorism 2016

https://www.state.gov/j/ct/rls/crt/2016/index.htm

Foundation for Defense of Democracies: „The Pasdaran: Inside Iran’s Islamic Revolutionary Guard Corps“ by Emanuele Ottolenghi (FDD Press 2011) https://www.amazon.de/Pasdaran-Inside-Irans-Islamic-Revolutionary/dp/0981971296

  1. The Middle East Quarterly, Summer 2009, Vol. 16, No. 3: „Tehran’s Genocidal Incitement against Israel“ by Elihu D. Richter, Alex Barnea

http://www.meforum.org/2167/iran-genocidal-incitement-israel

Welt Online, 26.9.2008: „Als Khomeini zum Heiligen Krieg gegen Israel aufrief“ von Wahied Wahdat-Hagh https://www.welt.de/debatte/kolumnen/Iran-aktuell/article6061689/Als-Khomeini-zum-Heiligen-Krieg-gegen-Israel-aufrief.html

Jerusalem Center for Public Affairs, 7.1.2014: „Sworn to Destruction: What Iranian Leaders Continue to Say about Israel in the Rouhani Era“ by Lt. Col. (ret.) Michael Segall and Daniel Rubinstein http://jcpa.org/article/20-threats-iranian-leaders-made-in-2013/

Joshua Teitelbaum: „Die iranische Führung in ihren eigenen Worten über die Vernichtung Israels“ http://jer-zentrum.org/ViewArticle.aspx?ArticleId=154

New York Post, 1.8.2015: „Iran publishes book on how to outwit US and destroy Israel“ by Amir Taheri http://nypost.com/2015/08/01/iran-publishes-book-on-how-to-outwit-us-and-destroy-israel/

  1. Jamie Glazov: „United in Hate: The Left’s Romance with Tyranny and Terror“, WND Books, March 3, 2009 https://www.amazon.com/United-Hate-Romance-Tyranny-Terror/dp/1935071602

„The Leftist-Islamic Alliance“ (Jamie Glazov im Gespräch mit Robert Spencer / Jihad Watch)

Paul Joseph Watson: „The Left & Islam: Unholy Alliance“ (Veröffentlicht: 24.1.2017)

  1. Basler Zeitung, 20.2.2017: „Die Feinde Europas“ von Bassam Tibi

https://bazonline.ch/ausland/europa/die-feinde-europas/story/20019634

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*) Adrian F. Lauber: Wir freuen uns sehr, daß mit dem bekannten Blogger Adrian F. Lauber seit November 2017 ein weiterer renommierter Autor auf conservo tätig ist.
www.conservo.wordpress,com   15.11.2017
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Über conservo

„Conservo“ war 25 Jahre hauptamtlich in der Politik tätig. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 21 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 44 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. conservo ist ein überzeugter Europäer, für ein Europa der Vaterländer – auf christlich-abendländischem Fundament. Als Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
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8 Antworten zu Ein linker Irrtum

  1. schwaches Deutschland schreibt:

    ganz praktisch:

    Ich frage mich nur – nach später „Aufarbeitung“ der Eltern-und Großelterngeneration mit entscheidenden Erkenntnissen der —>Gesellschaft für Psychohistorie (GPPP), nachdem immer wieder dieser KOLLEKTIVE SELBSTHASS angeklopft hatte, der IN DER LUFT HÄNGT – WER IST DENN „WIR“? Wer sind wir alle? Wer hat denn zugelassen, dass auch heute ist, was ist? WER ruft „Demografie“? Wer rügt dieFrauen, sie sollten doch gefälligst mehr Kinder auf deutschen Boden stellen? Und wer schafft eine Industrie um kommerzielle Kinderbetreuung? Und monotarisiert schamlos den Rest jeglichen Lebens???
    Wer läßt zu, dass andererseits kinderreiche Familien, die alles (Finanzen, Ressourcen, Verzicht) als „Privatvergnügen“ in diese Gesellschaft einfließen lassen (die nächste Rentenzahlergeneration, das Mehrwissen, die florierende Wirtschaft durch Bildung und Innovation)
    WER sind SIE? Alter Mann? (nicht Sie!) der Sie (als Pastor?) den deutschen Reiseweltmeister auf megafetten Kreuzfahrtschiffen (tonnenweise Schwerdiesel) begleitet, wo ebenso tonnenweise Köstlichkeiten vom Buffet über Bord gehen? (und sei es durch Kotzen)
    Lassen Sie sich’s gutgehen! 🙂 In Ihrem Ferienhaus an der französischen Küste, Kanaren, Andalusien, neuerdings Abu Dhabi….. Überwachen Sie Ihre Renditen! Und sponsern Sie Ihre Enkelchen! Und wählen Sie schön die Etablierten! Sie erfüllten redlich Ihr Managerpöstchen….in der Waffenschmiede („Perlenkette“ am Bodensee) oder haben U-Boote nach GR verschachert.
    Auch ich habe „mein SOLL erfüllt“ 😦 (um mich dieses anrüchigen Spruches zu bedienen) und wurde – von wem auch immer und überall – von links? von rechts? stets mit Naserümpfen beäugt. „Wie kann man nur!“ „Sind das alles Ihre Kinder“? „Familie Flodder“ usw. ……………….
    „Bevölkerungsexplosion“ = Späte Fragen? Reue?
    Hmmm..die christliche Fertilität war lange im Rennen! Aber was heißt das für eine Frau??? Fragt sich doch kein Pascha!
    Schnell nochmal NOCH MEHR rausholen! Dass Kindergroßziehen Arbeit und Streß ist, bezweifelt JEDER! MANN! (Drum macht ER’s auch nicht) Die Wirtschafts“weisen“ bürden lieber NOCH MEHR auf. KINDER UND VOLLE ERWERBSARBEIT! Alles klar! Geht locker.
    Und was dabeiherauskommt, sehen wir jetzt. DIE aber nicht! Die Bundeskasperin auch nicht….

    Tja. Nun entsteht ein Konkurrenzkampf…Welche Weltreligion (oder Stammeszauber) sorgt dafür, dass wir schnellstens ZEHN MILLIARDEN unserer Sorte werden? Köpferollen nicht zu vermeiden.
    Verteilungskämpfen einhalt gebieten?
    Der „moralisch“ doch so „integere“ Islam??? Schert sich einen Dreck….
    ap, westliche Menschin

  2. schwaches Deutschland schreibt:

    bei Jürgen Liminski, iDAF:

    Die Leichtigkeit des Seins ohne Kinder

    Die Zerbrechlichkeit der Familie, in der sich die Zerbrechlichkeit der Gesellschaft widerspiegelt, wird gesteigert durch die Fülle von Optionen, die diese Gesellschaft dem Einzelnen bietet. Noch nie standen Menschen so viele Wege offen, konnten sie unter so vielen Lebensentwürfen wählen. Das ist zweifellos eine ihrer ganz großen Attraktionen. Doch dauerhaften Bindungen oder gar Familien mit Kindern ist das abträglich. Zwar bekundet noch immer eine überwältigende Mehrheit der Deutschen, dass die Familie das von ihnen erstrebte Lebensmodell sei. Aber wenn es ernst wird, lockt jenseits von Babybrei und Wickeltisch, von Schulranzen und Pausenbrot eine farbige, aufregende Welt. Und nicht wenige stellen bei sich oder Freunden fest, dass Elternschaft auch anstrengend und monoton sein kann und auf jeden Fall mit Verzicht, ja Selbstverleugnung verbunden ist. Was liegt da näher als zu sagen: Kein oder nur ein Kind zu haben ist doch auch recht angenehm. Wozu Kinder?

    Meinhard Miegel: Exit – Wohlstand ohne Wachstum, Berlin 2011, S. 138.

    —–

    Das Glück mit Kindern

    Wer das Glück sucht, findet die Familie. Glück bedeutet Anstrengung, Zuwendung und Begegnung, Gemeinschaft und Geborgenheit, Zugehörigkeit und Zusammenhalt, Sicherheit und Anerkennung in gemeinsamen Werten, vor allem aber Zukunft in den eigenen Kindern.

    Paul Kirchhof, Vorwort zu: Martine und Jürgen Liminski, Abenteuer Familie – Liebe und was sonst noch nötig ist, Augsburg, 2004, S. 7
    Glaube, Wohnraum, Migration: Warum an bestimmten Orten mehr Kinder geboren werden

    Wie viele Kinder Frauen in Deutschland haben, hängt stark von ihrem Wohnort ab. Die wenigsten Kinder haben Frauen in Passau (1,05), Kiel und Gera (je 1,11), aber auch in München (1,18), Düsseldorf (1,18), Köln (1,19) und Frankfurt a. M. (1,20) gehören zu den Schlusslichtern. Im Allgemeinen sind es die Universitätsstädte und die Großstädte einschließlich der Stadtstaaten Berlin (1,37), Hamburg (1,27) und Bremen (1,28), die besonders niedrige Kinderzahlen aufweisen. Wesentlich mehr Kinder bekommen Frauen in bayerischen Landkreisen wie Eichstätt (1,86) Mühldorf am Inn (1,87) und Günzburg 1,88 sowie in nordwestdeutschen Landkreisen wie Vechta 1,86 und insbesondere Cloppenburg (2,01), der kinderreichsten Gegend in Deutschland (1). Die Städte sind allgemein kinderärmer als das Land, besonders ausgeprägt ist dieses Gefälle in Bayern.

    Von diesem Muster gibt es allerdings Ausnahmen, die Beachtung verdienen: In Offenbach am Main ist die Kinderzahl in der Stadt (1,41) höher als im Landkreis und auch in Kassel gibt es pro Frau mehr Kinder in der Stadt (1,48) als im Landkreis (1,43) (2). Bei der Suche nach Gründen für diese Ausnahmen fällt der höhere Anteil von Immigranten in den Städten ins Auge. Insbesondere Immigrantinnen aus Afrika und der Nahostregion haben deutlich mehr Kinder als die autochthonen („biodeutschen“) Frauen. Die Immigrantenfamilien leben vor allem in den Großstädten, insbesondere im Westen. Kinder mit „Migrationshintergrund“ sind dort vielerorts keine Minderheit mehr, sondern stellen die Mehrheit. Exemplarisch dafür sind Offenbach und Frankfurt am Main, wo sie mehr als zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen ausmachen (3). Was dies für den Unterricht in den Schulen bedeutet, haben Frankfurter Grundschullehrerinnen jüngst in einem Brandbrief versucht der Politik verständlich zu machen (4). Bisher sind keine Daten verfügbar, die die Kinderzahlen in diesen Städten nach autochthonen und zugewanderten Frauen differenziert darstellen. Solche Daten könnten zeigen, wie niedrig die Kinderzahlen der deutschen Frauen in Städten wie Frankfurt am Main tatsächlich sind. Das Gefälle zwischen den kinderarmen urbanen Milieus und den höheren Kinderzahlen in den Landkreisen im Süden und im Nordwesten würde noch deutlicher hervortreten.

    Sehr auffällig ist die konfessionelle Prägung der kinderreichen Landkreise: In Westdeutschland finden sie sich durchgängig in katholischen Regionen und in Ostdeutschland dort, wo der Anteil der Christen trotz DDR-Kommunismus relativ hoch geblieben ist (Görlitz: 1,73/Erzgebirgskreis: 1,71) (5). Während die „trendigen“, hochindividualistischen und säkularisierten Großstadtmilieus extrem kinderarm sind, findet sich Kinderreichtum in Deutschland am ehesten in kirchlich und traditionell geprägten Regionen und Milieus. Dieser Befund ist ebenso klar wie unangenehm für die Mainstream-Erklärung, derzufolge das „traditionelle Mütter- und Familienleitbild“ an der niedrigen Fertilität in Deutschland schuld sein soll. Diese Sichtweise wurde viele Jahre propagiert, obwohl seit langem bekannt ist, dass „traditionelle“ Lebensformen mit höheren und emanzipatorische Lebensentwürfe mit niedrigeren Kinderzahlen einhergehen (6).

    Dieser Widerspruch zwischen der „Mikroebene“ (Personen, Familien) und den behaupteten Zusammenhängen auf der Makroebene der Gesellschaft wurde mit den äußeren Rahmenbedingungen erklärt, die „emanzipierte“ Frauen in einen Konflikt zwischen Karriere und Kindern bringen. Die Lösung dieses Dilemmas erhofft man sich von einer durch (ganztägige) Kinderbetreuung ermöglichten Vereinbarkeit von Beruf und Familie (7). Die Analyse der regionalen Kinderzahlen ist in dieser Hinsicht allerdings ernüchternd, denn die Kinderbetreuungsquoten zeigen keinen positiven Zusammenhang mit den Kinderzahlen auf, noch weniger ist das bei den Ganztagsbetreuungsquoten zu sehen. Dafür zeigt sich ein anderer Zusammenhang sehr deutlich: Der negative Effekt der Bevölkerungsdichte auf die Kinderzahlen. Dort wo Wohnraum knapp und teuer ist, sind die Kinderzahlen niedrig und dort, wo man sich mehr Wohnraum leisten kann (8) sind sie höher. Der Wohnraum für die Familie ist ein zentraler Grund für Paare mit Kinderwunsch, auf dem Land zu leben. Er ist für sie offensichtlich oft auch wichtiger als die Frage der Betreuungsplätze. Dagegen zieht es karriereorientiere Individualisten besonders in die Universitäts- und Dienstleistungsstädte, die sich demografisch durch „Frauenüberschüsse“ bzw. „Männermangel“ und politisch durch hohe Stimmenanteile für die Grünen auszeichnen. Es sind diese Städte, in denen der politisch-mediale Mainstream zuhause ist, in denen er seine Vorstellungen von modernem, „hippen“ Leben verwirklicht (9). Für Kinder bleibt da kaum noch Platz, wie die verbreitete Kinderlosigkeit von Journalisten zeigt. In der Familienpolitik sind sie die denkbar schlechtesten Ratgeber. Von vermeintlich provinziellen Familienmüttern- und Vätern wäre da jedenfalls politisch deutlich mehr zu lernen.

  3. karlschippendraht schreibt:

    ……..Wer das Glück sucht, findet die Familie. Glück bedeutet Anstrengung, Zuwendung und Begegnung, Gemeinschaft und Geborgenheit, Zugehörigkeit und Zusammenhalt, Sicherheit und Anerkennung in gemeinsamen Werten, vor allem aber Zukunft in den eigenen Kindern……..

    Das unterschreibe ich nicht nur sondern untersreiche es auch ganz dick !!!

  4. gelbkehlchen schreibt:

    Die Linken sind doch schon seit Karl Marx aus einer Wohlstandsverwahrlosten Schmarotzerelite entstanden, die nie etwas mit produktiver mühsamer Arbeit zu tun hatte und deswegen auch nicht weiß, dass die Wohltaten nicht vom Himmel herabregnen. „Wohltaten“ haben etwas Taten zu tun wie der Name schon sagt, aber das haben die linken schmarotzerhaften sogenannten „Intellektuellen“ in ihrem ganzen Leben nie erfahren. Der Schmarotzer Karl Marx war ein fauler Beamtensohn, hat nie eine Fabrik von innen gesehen, wollte aber in seinem Größenwahnsinn die Arbeiter retten. Er hat von den Arbeitern von Engels gelebt, hat also nach seiner eigenen Auffassung diese Arbiter ausgebeutet, und er hat seine Frau ausgebeutet, die durch Waschen bei fremden Leuten Geld verdienen musste.

  5. francomacorisano schreibt:

    Irrtümer der Linken:
    1. Falsches Menschenbild, einseitige Fokussierung auf die Sozialnatur;
    2. Die Gesellschaft ist immer schuld – Der Staat soll es richten;
    3. Kein Bezug zu Geld, außer dass man es haben will;
    4. Totalitärer Ansatz – Nicht-Linke müssen geisteskrank sein;
    5. Alle sind gleich, nur Funktionäre sind gleicher…..

    • gelbkehlchen schreibt:

      Z.B. 2. Die Gesellschaft ist immer schuld. Schon da war ein Denkfehler! Denn die Gesellschaft besteht ja auch aus Menschen, deren Schuld man dann WELCHER Gesellschaft nun aufbürden müsste? Linke Schmarotzer und logisches Denken, 2 Welten prallen aufeinander! Warum sollten sich linke Schmarotzer auch mit anstrengendem logischen Denken befassen? Die Wohltaten regnen doch ohne eigene Leistung vom Himmel herab!

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