Regierungsbildung – oder das Affentheater als solches

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes

Ja, wat wollen se denn, wo wollen se denn hin?

Sie sitzen im Affenkäfig und lausen sich. Mehr scheint nicht möglich. Hinter den Gittern des Käfigs lauert das Publikum. Kommt nicht mal bald ein Affe nach vorne und klopft sich nach Kräften auf die Brust?

Kannzde lange warten!

Nein, die Affenvölker sind sich spinnefeind. Aber die Freßtöpfe gehören nun mal allen. Jetzt ist bloß die Frage, wer seinen Topf mit wem teilt.

Der Oberaffe aus der einen Gruppe kann nicht mit der Äffin aus der anderen. Die Affenkinder hüpfen verstört umeinander, finden aber weder Affenpapa noch -mama anziehend. Die Eiseskälte der Macht macht selbst vor den Kleinen nicht halt.

Auch der alleroberste Oberaffe mit den weißen Haaren kann nichts ausrichten. Er verteilt zwar fleißig Bananen, aber das geht wohl am Appetit des Affenvolkes vorbei. Sie wollen nicht Bananen, sie wollen eine Führung. Aber da ist niemand.

Die Affenmutter, die sich anbiedert, haben alle satt, den Affenvater des anderen Stammes will niemand. Er ist keine Führungskraft, sondern gemeiner Affe geblieben.Nun langsam werden die Affenvölker nervös und fragen sich, ob das hier noch die richtige Affenordnung sein soll. Gibt es hier nur Primaten – oder hat es auch eine Alternative?

Auweia, schreit ein Affe aus der hinteren Reihe. „Alternative“ ist ein böses Wort. Das gibt´s für uns nicht. Tja, und dann wird den Affen der Zucker gestrichen!

Hilft aber auch nichts. Der Affenzirkus muß neu ausgerichtet werden: Links sind die von immer. „Rechts“ gibt´s keine. Weil die, die rechts sind, nicht rechts sein dürfen erlaubt sind, und die, die bisher „rechts“ waren, längst links sind. Hasde verstanden?

Natürlich hasde nix verstanden. Aber ich will et Dir erklären. Paß ob:

„Links“ sind alle die, die guten Willens sind, die Gutmenschen. Und die haben wir im über 700-bäuchigen (-köpfigen?) Parlament en masse. Das sind die, die mit Deutschland aufräumen möchten. Die Deutschland in ewiger Schuld sehen, und die deshalb Deutschland durch Übernahme unzähliger (tatsächlich unzähliger) Neubürger entdeutschen wollen, um die Schuld endlich dauerhaft zu zementieren und das deutsche Volk zu „verunmöglichen“. Und bisher Unterprivilegierten sind die, die aus eigenen Kräften nicht auf die Beine kommen, weil böse Weiße sie ewig nur ausgenutzt haben. Da müssen wir Buße tun!

Tun wir! Wir laden sie alle ein; denn unser Tisch ist reichlich gedeckt. Und deshalb will das deutsche Volk, vertreten durch die „Volksvertreter“, daß alle hier Platz nehmen und sich wohlfühlen.

Da gibt´s zur Zeit nur ein kleines Problem: „Das Volk“ fühlt sich mißverstanden und in seinem Willen mißinterpretiert. Das zeigt das Gewürge um die Bildung einer neuen Regierung:

Zehn Wochen nach der Bundestagswahl können die Deutschen zwar behaupten, daß im politischen Chaos endlich Konturen einer möglichen Regierung sichtbar werden. Aber geht man in die Details, wird´s wacklig. Beispiel: Eine tiefe Reform der Europäischen Union und des deutschen Gesundheitssystems – das sind die Bedingungen, die SPD-Chef Schulz der Kanzlerin stellt. Doch wird es damit eine erneute Große Koalition geben? Schulz muß jetzt jene in seiner Partei, die fest hinter der ersten Entscheidung der SPD stehen, nicht mehr mit Angela Merkels Union regieren zu wollen, überzeugen. Und zwar davon, daß es keinen anderen Ausweg gibt und daß man Verantwortung für das Land übernehmen muß. Um dieses Ziel zu erreichen, muß er mit Merkel hart verhandeln.

Aber die SPD muß aufpassen, daß sie den Bogen nicht überspannt. Es geht nicht um die Vorstandswahl in einem Karnevalsverein – wenngleich man manchmal diesen Eindruck hat. Vielmehr braucht die größte Volkswirtschaft in Europa eine neue Regierung. Man wartet nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa. Der Bundespräsident hat getan, was er konnte. Er lud zur Mediation, versuchte zu vermitteln, also zum Bananenverteilen. (Das sind die weiter oben erwähnten Bananen.) Nun darf man erwarten, daß die drei Parteichefs – eigentlich allesamt erfahrene Politiker – allein zurechtkommen.

Aber in einem Teil der Affenschar liegen die Nerven blank, nämlich in der SPD. Der linke Affenvolkschef, Martin Schulz, machte aus einer Zeitungsnotiz, wonach es schon grünes Licht für die Große Koalition mit der CDU/CSU gebe, eine ganze Affäre mit fast kriminalistischen Untersuchungen auf der Suche nach dem Täter, der in der CDU vermutet wird. Nichts ist vereinbart, nach wie vor gibt es mehrere Optionen, die man ausgiebig bewerten und über die erst innerhalb der SPD ohne Zeitdruck gesprochen werden soll. So lautet die Botschaft aus der SPD-Parteizentrale.

Alle Affenvölker aber haben Angst, nämlich die Angst vor Neuwahlen. Beide Seiten befürchten, Stimmen zu verlieren. Dies ist allerdings das schlechteste Motiv, um eine kraftvolle Regierung zu begründen. Denn es ist bloß passiv-abwehrend und läßt keine positive Botschaft erkennen. Man hat sich in Deutschland angewöhnt, mit einem Anflug von Pathos ein ‚politisches Projekt‘ zu verkünden, wenn man eine Exekutive bilden will. Es geht bescheidener, schließlich sind Vernunftehen manchmal dauerhafter als Liebesheiraten. Aber einen Funken Inspiration sähe man gern, um zu wissen, was die Partner verbindet außer nackter Existenzangst.

Und so werden die Affenvölker weiterhin mit ihren Bananen zufrieden sein müssen, die ihnen die Affenmutter gütigst zuweist.

www.conservoo.wordpress.co   3.12.2017

Über conservo

ÜBER MICH, CONSERVO Liebe Leser, dieser Blog ist ein besonderer Blog. Er wurde 2010 von Peter Helmes gegründet, und ich führe ihn seit dem 1.11.2020 in seinem Sinne fort. Dieser Blog ist konservativ, er ist christlich, und er ist abendländisch. Allein das macht ihn in den diesen unruhigen Zeiten zu einem Exoten. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12) Heute steht alles auf dem Kopf. Was früher noch galt, gilt heute nicht mehr. Grenzen wurden aufgehoben, Geschlechter abgeschafft, die traditionelle Familie ist unter Dauerbeschuss, wer am meisten Minderheitenmerkmale auf sich vereint, darf – zumindest in Deutschland – fordern, was er will. Das Christentum steht weltweit mit dem Rücken zur Wand. Lau sind sie geworden – die Christen hier im Lande, aber auch die orientalischen Christen, die sich nach der Flucht aus dem Orient hier ein neues Leben aufbauen konnten, und dennoch angesichts der Islamisierung schweigen. Finanzstarke und einflussreiche Interessengruppen unter Klaus Schwab, Bill Gates, George Soros u.v.m. setzen weltweit den Great Reset mit seiner neofeudalistischen Ökodiktatur mittels Massenmigration, Globalisierung, Plandemien und mit Hilfe gekaufter Politiker, Journalisten und „Sozialen“ Medien gegen die Interessen der Völker mit nie gekannter Brutalität durch. Die geistige und seelische Not der Menschen steigert sich tagtäglich inmitten dieser finsteren Zeit. Gerade westliche Menschen scheinen jeglichen Halt, Glauben und ihre natürliche Wehrhaftigkeit verloren zu haben. Jeder wird im Leben auf seinen Platz gestellt. Jedes Volk hat sein Schicksal und muss es in seinem eigenen Land bewältigen. Migration und der entgrenzte Einheitsmensch sind nicht unsere Bestimmung. Dennoch wird erneut versucht, dem Menschen als freiem und göttlichem Wesen unter Tarnworten wie „Solidarität“, „Vielfalt“ und „Humanität“ die teuflische Gleichheitslehre des Kommunismus aufzuerlegen. Dies ist wider die Natur und wider jedes menschliche und göttliche Gesetz. „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.“ (Luk, 1 - 3) Dank Peter Helmes analysieren langjährige, hervorragende Kolumnisten, basierend auf christlichen Werten, in aller Klarheit das heutige Tohuwabohu aus verschiedensten Blickwinkeln: Die Geißel der Globalisierung, geostrategische Interessen, die Massenmigration und importierte Gewalt, das Versagen der Politiker und der Verlust unserer Werte, Kultur und Heimat. Die Kolumnen wie auch die Diskussionen sind offen, respektvoll und tabufrei; denn nur so kann man die drängenden Themen der Zeit in der Tiefe analysieren, Machtstrukturen herausarbeiten und Roß und Reiter benennen. Nur so können wir uns auf uns selbst und unsere Stärken rückbesinnen und Deutschland, unsere Heimat, verteidigen. „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh, 32 – 33) Nochmal: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb sind unsere westlichen Wurzeln, Werte und unser Glauben nötiger denn je. Sie geben uns den Rückhalt, um aufzustehen und zu sagen: „Nein. Bis hierher und nicht weiter. Es ist jetzt genug!“ Wie schon Peter, lade ich Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren und zu kritisieren. Eine kleine Regel muss ich leider einbauen. Unterschiedliche Ansichten können durchaus in aller Härte debattiert werden. 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2 Antworten zu Regierungsbildung – oder das Affentheater als solches

  1. wolfhain schreibt:

    Man traute seinen Ohren nicht. Herr Schulz schließt nach der Wahl eine Koalition mit der CDU kategorisch aus, mit der Begründung, die SPD müsse sich erst einmal über die Ursachen für die Abstrafung durch die Wähler klarwerden.

    Es ist nicht üblich von Linken Ideologen vernünftige, und zukunftsfördernde Aussagen zu hören. Schulz, unglaubwürdig wie ich ihn einschätze, klang in diesem Moment gut, vernünftig, mutig und es wäre eine notwendige Realität gewesen, das umzusetzen was er sagte. Wahrscheinlich hat er in seiner Hilf und Ahnungslosigkeit selbst geglaubt was er da von sich gab. Im Gegensatz dazu macht Merkel ohne auch nur einen Gedanken über ihr schlechtes Wahlergebnis zu verschwenden, weiter wie bisher. Die Ursachen hierfür interessieren sie nicht, Hauptsache sie kann ihren Thron behalten und die SPD hält ihr die Steigbügel. Merkel sagte nach der Wahl, „sie wüsste nicht, was sie hätte anders machen sollen und sie haben ihr strategisches Ziel erreicht“. Nach dem Motto, „nach mir die Sintflut“.

    Nachdem sie lange die Grünen favorisiert hat, aber wegen der Weigerung der FDP, es nichts aus einer gemeinsamen linken Regierung wird, umwirbt sie nun die SPD, alles Rot-Grüne-Linke. Merkel dominiert sowieso mit Links. Schließlich ist sie eine Politikerin, die sich allen anbietet, nur damit sie nicht aus dem Bundeskanzleramt ausziehen muss. Das Volk interessiert sie nicht, das Volk wird nicht gefragt.
    Die SPD hat ihren Stolz auf ihre lange Tradition in Deutschland völlig verloren. Genau wie auch die CSU. Egal welcher Bayer Minister sein wird… werden sich die SPD von Merkels CDSU noch weiter schrumpfen lassen. Wie lange haben die Einsichten von Schulz nach der Wahl gehalten? Mit dieser Kehrtwende wollte er, Schulz, die Wähler beeindrucken?
    Niemand ist beeindruckt! Die SPD oder er, sollten eine Minderheitsregierung tolerieren, aber nicht die willfährigen Helfer von Merkels CDSU machen. Die FDP hat aus ihrem Fiasko mit Merkel gelernt und hat Jamaika abgesagt. Mit diesem mutigen und ehrlichen Schritt beeindruckt man.
    Auch eine Neuwahl ist kein Untergang für Deutschland. Aber natürlich fürchtet Merkel die AFD Konkurrenz und deswegen wird die SPD jetzt heftig umworben.
    Wenn die SPD ehrliche Verantwortung für unser Land übernehmen will, sollte sie auf Neuwahlen oder auf die Tolerierung einer Minderheitsregierung pochen. Will die SPD noch länger oder auch in Zukunft eine Rolle spielen, dann sollten sie Merkel nicht zu einem weiter, wie bisher verhelfen und ein gefügiger Helfer sein.
    Merkel tut eilig, aus verständlichen AFD-Gründen, es ist aber keine Eile notwendig. Denn sie spielt eine Rolle und wer eine „Rolle“ spielt, sowieso keine Rolle. Für eine Entscheidung mit solcher Tragweite muss man sich Zeit lassen. Fragen Sie die AFD, dort bekommen sie realistische Antworten.
    Denken Sie daran, die SPD ist dem Bürger verpflichtet und verantwortlich und nicht Merkels Wohlergehen. Deutschland kann das aushalten, wenn Merkels Wunsch mit der SPD zu koalieren, nicht erfüllt wird. Das ist nicht das Ende, sondern vielleicht ein guter Neubeginn.
    wolfhain

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  2. Aufbruch schreibt:

    Natürlich gäbe es einen Ausweg aus diesem Affentheater: Alles aus dem Affenkäfig rausweren, was einer Einigung im Wege stehen könnte. Und das sind vor allem die politischen Ansätze, die keinen realen, sondern einen ideologischen Hintergrund haben. Was das wäre, die Energiewende, die ideologiebeladene Europa-Politik, die irrwitzige „Flüchtlings“-Politik und die verrückte Idee das Klima, sprich: das Wetter, ändern zu wollen. Zwar sollte man nicht direkt das Kind mit dem Bad ausschütten, aber die Probleme in eine Realität überführen, den gesunden Menschenverstand einsetzen und wirklich bürgerbzogen daranarbeiten.

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